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KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN

Strebe nach Ganzheit und nicht nach Perfektion

Reite nicht zu sehr auf dem Perfektionismus herum. Ich sage dir: Perfektionismus kann dich neurotisch machen. Was auch immer du tust, tue es ganz bzw. total. Dann wird alles von selbst ganzheitlich sein, was auch immer du tust, und du musst dich letztlich überhaupt nicht um Perfektionismus kümmern.

Perfektionismus kommt immer von deinem Verstand her. Er wird zu einem Ziel für dich. Du arbeitest diesem Ziel entgegen. Und wenn du diesem Ziel entgegen arbeitest, wird es leblos und banal. Aber wenn du ganzheitlich bist, dann bist du in deinem Herzen verankert und alles wird zu einer tiefen Erfahrung. Das Ergebnis wird dann schön sein, und es wird dir auch Freude schenken. Dann wirst du bei allem, was auch immer du tust, im Einklang mit der Existenz sein.

Perfektionismus schenkt dir niemals Freude; er befriedigt nur dein Ego. Selbst wenn du dich am Ende erfüllt fühlst, dann ist das immer nur eine Erfüllung deines Ego, niemals aber eine Erfüllung deines Wesens. Sei dir ganz klar, dass Perfektionisten die größten Egoisten sind. Sie verfehlen die Dimension des Seins vollständig. Ganzheit ist nur möglich, wenn du tief in sie eindringst. Perfektionismus ist niemals realisierbar, weil dein Verstand ständig die Definition von Perfektion verändert.

Habe auch den Mut Fehler zu begehen. Ernsthafte Menschen haben immer Angst davor, Fehler zu machen. Sie nehmen sich zu ernst. Sie denken zu viel über sich selbst nach. Es ist zu viel für sie, wenn sie ihre Fehler von jemandem aufgezeigt bekommen. Wahrlich, ich sage dir, diese Menschen, die Angst davor haben, selbst kleine Fehler zu machen, enden darin, große Fehltritte zu begehen!

Was ist falsch daran, Fehler zu machen? Du wirst sagen: "Swamiji, ich kann es mir nicht leisten, Fehler bei meiner Arbeit zu machen; deswegen bin ich so ernst." Was du sagst, könnte wahr sein; denn deine Arbeit könnte so sein, dass sie dir keine Fehler erlaubt, aber das ist nicht der Punkt, den ich hier herausstellen möchte. Wenn du einen Fehler machst, werden dir die Leute diesen aufzeigen, und du wirst das nicht ertragen können. Dein Ego wird sich unweigerlich verletzt fühlen, und du reagiert sehr empfindlich darauf; du weißt das. Um also zu vermeiden, dass dein Ego verletzt wird, versuchst du dein Bestes, keine Fehler zu machen.

So planst du unbewusst ständig, um dein Ego zu beschützen. Aber die Gründe, die du vorgibst, sind vielfältig. Es ist nicht so, dass du lügst. Es ist eher so, dass du dir nicht bewusst bist, auf welche Art und Weise dein Ego arbeitet. Aber wenn du es tief analysierst und betrachtest, dann wirst du verstehen, was ich sage.

Es ist nichts falsch daran, Fehler zu machen. Vielmehr wird dir, wenn du Fehler machst, klar, wie du sie vermeiden kannst, weil du sie dann erfahrungsgemäß kennst. Je mehr du aus Fehlern lernst, desto besser weißt du, wie du Fehler vermeiden kannst.

Es ist sehr wichtig zu wissen, wie man Fehler vermeiden kann. Nur dann hast du die beiden Seiten von etwas erkannt; nur dann hast du erfahrungsgemäß beide Seiten erkundet. Ansonsten läufst du immer Gefahr, dass du ausgerechnet zu einem kritischen Zeitpunkt auf die unbekannte Seite hereinfällst, wenn du es dir wirklich nicht erlauben kannst.

Wie auch immer, wiederhole nicht die gleichen Fehler! Dein Verstand neigt dazu, die Muster immer zu wiederholen. Mache das nicht mit deinen Fehlern. Begehe neue Fehler! Und bewege dich einem immer besseren Verständnis entgegen!

Ich sage nicht, dass du absichtlich Fehler machen sollst. Das wäre wiederum eine Dummheit. Ich sage nur, tue die Dinge nach bestem Vermögen deiner Intelligenz und deines Eifers, ohne dich aber darum zu sorgen, ob es ein Fehler sein könnte. In dem Moment, wo du dich darum sorgst, dass es falsch sein könnte, sorgst du dich eigentlich um dein Ego, dass es verletzt werden könnte.

Wenn du nicht so besorgt wärest, dass dein Ego verletzt werden könnte, wirst du den Mut haben, jede Hürde zu nehmen. All dein sogenanntes Sorgen dreht sich darum, dass dein Ego verletzt werden könnte. Wenn du davon frei bist, dann wirst du mit mehr Freiheit und Mut handeln. Du wirst mehr dazu bereit sein zu erforschen.

Eine kleine Geschichte:

In einem Klubhaus hatte ein Mann seine Karten-Runde beendet und war dabei das Haus zu verlassen.

Er ging zum Mantel und wollte ihn gerade anziehen, als eine sanfte Stimme hinter ihm ertönte: "Mein Herr, sind Sie Herr Philipp?"

Der Mann drehte sich herum und antwortete: "Nein, ich bin es nicht."

Die Stimme sagte: "Gott sei Dank. Ich bin Herr Philipp und der Mantel gehört mir."

Wir sind so ängstlich, dass wir einen Fehler begehen könnten und uns selbst bzw. unser Ego verletzen könnten. So benutzen wir solch eine Freundlichkeit und Ernsthaftigkeit und denken, dass wir demütig sind und was nicht noch alles. Das ist nichts anderes, als eine passive Form von Ego. Du bist so panisch davor, dass dein Ego verletzt werden könnte und so verhältst zu dich auf diese Art und Weise. Lass all die Schutzwälle deines Egos fallen und bewege dich frei.

Entferne dich von der Ernsthaftigkeit. Irgendwie verbinden wir immer Spiritualität mit Ernsthaftigkeit. Das ist ein weit verbreitetes Konzept. Ernsthaftigkeit kann niemals Religion oder Spiritualität sein.

Warum denkst du, dass ich dir so viele Witze und kleine Geschichten erzähle? Wenn ich dir nicht all diese Dinge erzählen würde, dann würdest du sehr ernst werden, und wenn du sehr ernst bist, dann stirbst du ab und wirst schwer. Du wirst dann nicht mehr lebendig und leicht sein. Ich bin nicht hier, um dich schwer zu machen.

Ich bin hier, um dich zu entlasten und dich leicht zumachen. Ich bin hier, um dir zu zeigen, dass deine Ernsthaftigkeit nichts anderes als eine Form deines Ego ist. Ich bin hier, um dir zu zeigen, was du nicht bist. Ich bin nicht hier, um zu verstärken, was du bereits denkst, das du seist.

Menschen, die mit der Vergangenheit oder Zukunft beladen sind, sind immer ernsthaft. Sie wissen nicht, wie sie spontan lachen können. Sie fühlen, dass es ihre Pflicht ist, die Vergangenheit und die Zukunft zu schultern und darin in aller Ernsthaftigkeit zu versinken. Das ist ein sehr stark egoistisches Verhalten. Sie haben den Eindruck, dass, wenn sie es nicht tun, es niemanden gibt, der es an ihrer Stelle tun wird.

Zunächst einmal gibt es keine Notwendigkeit, die Vergangenheit und die Zukunft auf deinen Schultern zu tragen. Sei einfach in der Gegenwart, das ist genug. Menschen, die so handeln, versäumen vollkommen die Gegenwart. Sie versäumen vollständig das Lachen in ihrem Leben.

Lache und lass dein Ego los

Lachen ist das, was einen Strahl von Energie von unserem Wesen in unseren Körper bringt. Es verjüngt dein ganzes Selbst vollständig. Es kann heilen, wie nichts anderes. Es schenkt dir solch wundervolle Einsichten der Gegenwart, die du durch andere schwere Meditationstechniken zu erreichen versuchst. Lachen ist die mächtigste Meditationstechnik.

Lachen ist die größte, spirituelle Eigenschaft. Aufrichtigkeit und Lachen gehen immer Hand in Hand. Wie ich früher gesagt habe, kann Ernsthaftigkeit niemals mit Lachen zusammen existieren. Entweder du bist ernst, oder du lachst. Wenn du aufrichtig bist, kannst du lachen und deine Aufgabe gewissenhaft durchführen.

Wie viele von uns können von ganzem Herzen lachen? Selbst beim Lachen üben wir Zurückhaltung! Die sogenannte soziale Etikette hat dir beigebracht, auf eine höfliche Art und Weise zu lachen. Wenn Kinder lachen, dann konditionieren wir sie. Wir sind wie ein Schuss kaltes Wasser auf ihre natürliche Art und Weise. Wir sagen ihnen sogleich, dass es jetzt genug ist! Wir versuchen selbst ihr Lachen zu konditionieren.

Ich habe gehört, wie Mütter ihren Töchtern sagen: "Lache nicht so wie ein Mann; lache wie eine Dame." Wie kannst du nur das Lachen kultivieren? Lachen ist etwas, das aus deinem Wesen kommt. Ich sage dir, dass all die Konditionierung deiner Kinder nur dazu dient, Reproduktionen deines eigenen, dumpfen und leblosen Selbst zu erstellen. Bis du dich nicht vollständig reproduziert hast, wirst du keine Ruhe geben.

Ich habe etwas Zeit mit einigen Kindern verbracht. Ich habe etwa eine Stunde mit ihnen verbracht. Ich war so erstaunt zu sehen, dass sie einfach nicht gelacht haben, egal, wie sehr ich auch versucht hatte, mit ihnen zu scherzen. Heutzutage haben die Kinder eine Pseudoreife und schaffen es, das Lachen von ihrem System auszuschließen. Wenn sie nicht als Kinder lachen können, wie werden sie dann sein, wenn sie später erwachsen sind? Das war zu viel für mich.

Die Leute sagen mir, dass mein Lachen ansteckend ist. Bei diesen Kindern schien mein Lachen zum ersten Mal nicht ansteckend! Sie haben mich nur mit dem ständig gleichbleibenden, reifen Blick in ihren Gesichtern angesehen. Ich habe sie in Sorge zurückgelassen, dass sie mich ernsthaft machen könnten!

Seht ihr, Reife hat nichts mit dem Ausschluss vom Lachen zu tun. Aber irgendwie sind wir der Meinung, dass, wenn wir reif sind, wir automatisch weniger lachen sollten. Lachen ist solch eine Stärke, weil sie Energie von deinem Kern in deine Peripherie bringt.

Wenn du in meinen Sitzungen bist, wirst du die meiste Zeit nur am Lachen sein. Einige Witze werden gerissen, oder manche Geschichten erzählt, und jeder wird Lachen. Ich lasse niemals zu, dass Ernsthaftigkeit aufkommt. Selbst bei Leuten, die meine Arbeit im Ashram tun, erlaube ich niemals, dass Ernsthaftigkeit aufkommt.

Eine kleine Geschichte:

Ein sehr humorvoller Sprecher war in einer Stadt eingeladen, um eine Ansprache zu halten.

Er kam zur Veranstaltung mit einer großen Gruppe von Menschen.

Die Organisatoren waren überrascht, als sie die große Anzahl von Menschen sahen, die mit dem Sprecher ankamen.

Der Sprecher bemerkte ihren überraschten Blick und erklärte: "Es ist schwer, Menschen zu bekommen, die heutzutage lachen, und daher bringe ich meine eigene Zuhörerschaft mit."

In den sogenannten elitären Kreisen lachen die Menschen auch, aber auf eine sehr kultivierte und wohl gesittete Art und Weise! Das ist kein wirkliches Lachen; es ist ein lebloses Lachen. Lachen kann niemals konditioniert werden. Wenn es konditioniert wird, dann ist es kein Lachen; es ist nicht das meditative Lachen, über das wir sprechen. Es ist nur ein Ausdruck des inneren Ego, das ist alles.

Wenn du untersuchst, warum du lachst, wenn ein Witz erzählt wird, dann wirst du verstehen: zunächst wird eine Reihe von logisch verbundenen Aussagen aufgestellt. Wenn du dann der Logik folgst, die vorgetragen wurde, wird die Pointe gebracht, und damit wird deine Logik erschüttert! In dem Moment, wo deine Logik erschüttert wird, wird auch dein Denken bzw. dein Verstand erschüttert und du gerätst in den Zustand von "No-Mind" oder Satori. Du bist Buddha!

Wenn du im Nicht-Denken bist, dann bist du in der Gegenwart. Wenn du lachst, bist du in der Gegenwart, weil während des Lachens keine Gedanken existieren können. Wenn du gedankenlos bist, bist du in der Gegenwart. Wenn du Gedanken hast, bist du entweder in der Vergangenheit, oder in der Zukunft.

Lachen ist allumfassend, es kann dich einfach heilen und transformieren. Es ist die beste und am leichtesten erhältliche Medizin für die Menschheit.

Das Leben ist so wertvoll, dass es nicht wert ist, in abgestumpften und teilnahmslosen Zuständen verbracht zu werden. Lache und durchsetze dein Leben mit Energie und Glückseligkeit. Entscheide dich einfach andauernd zu genießen, welche Aufgabe du auch immer gerade durchführen musst. Sei aufrichtig, nicht ernsthaft.

Wenn du lachst, strahlst du Energie um dich aus; es ist ansteckend; du strahlst therapeutische Glückseligkeit um dich aus. Deswegen, wenn ein Mensch mit schlechter Laune hereinkommt, dann strahlt er die gleiche Stimmung um sich aus und es besteht höchstwahrscheinlich die Möglichkeit, dass die umstehenden Leute davon beeinflusst werden. Ich sage den Ärzten immer, dass sie eine Art Reinigungs-Meditation machen sollen, weil sie andauernd mit Patienten in Berührung sind, die mit vielen negativen Gedanken und Krankheiten zu ihnen kommen.

Frage: Swamiji, aber wir brauchen einen Grund, um lachen zu können. Wie können wir uns einfach entscheiden, humorvoll zu sein, wenn wir nichts humorvolles vorfinden?

Wir denken immer, dass wir einen Komödianten oder einen Witz brauchen, der uns zum Lachen bringt. Wenn du damit anfängst, im gegenwärtigen Moment zu leben, dann wird dein ganzes Sein schön und leicht werden. Dein Einatmen und Ausatmen, der Vorgang der Verwandlung von Brot in Blut in deinem Körper, die gleichzeitig auftretenden Ereignisse in der Existenz – alles wird so schön sein. Du wirst so viel Glückseligkeit spüren und wirst immer lächelnd und lachend sein. Dein ganzes Wesen wird lachen und Glückseligkeit verströmen.

Das Lachen über einen Witz ist in Ordnung, aber wenn du in Einheit mit der Existenz kommst, dann genießt du einfach das große kosmische Drama, das abläuft, und du lachst über alles. Dann gibt es keinen Raum für Ernsthaftigkeit, keinen Ort für das Ego. Du bist dann nicht mehr fest. Du wirst durchlässig und lachst einfach. Du entwickelst ein tiefes Verständnis von dem Spiel der Existenz und lachst.

Du kannst erkennen, dass jeder nur ein Darsteller ist, der jedoch sehr ernsthaft in seiner Rolle geworden ist, und du lachst darüber. Du lachst darüber, wie jeder versucht, beim Spielen den anderen zu täuschen. Du lachst über den Gedanken, dass du ein Spiel spielst! Wenn du lachen kannst, dann bist du zu einem Zuschauer geworden, und wenn du ein Zuschauer geworden bist, dann bist du getrennt von "ich" und "mein" – nämlich dem Ego.

Eine kleine Geschichte:

Einst gab es eine Konferenz von buddhistischen Mönchen über die Bedeutung wahrer Spiritualität.

Jeder Mönch ging auf die Bühne und hielt eine lange Rede.

Schließlich war ein Zen-Mönch an der Reihe um zu sprechen.

Er ging auf die Bühne und fing an, einfach zu lachen! Er lachte und lachte… aus seinem ganzen Wesen.

Das Lachen stieg einfach von seinem Bauch auf. Er schüttelte sich unkontrollierbar vor Lachen.

Und dieses Lachen war so ansteckend, dass bald alle anderen im Raum auch anfingen zu lachen, ohne zu wissen warum!

Ohne dass sie es merkten, erzeugte das Lachen aller Mönche eine große Welle von positiver Energie in den Raum.

Die Mönche erreichten einen Zustand von enormer Erhebung.

Ihr Denken war erschüttert, und ihr Wesen war von Glückseligkeit erfüllt.

Der Zen-Mönch sagte schließlich: "Das ist wahre Spiritualität."

Lachen ist die höchste spirituelle Eigenschaft. Sie kann uns zu Erleuchtung führen! Lachen ist eine große, heilende Energie. Wenn du über deine Krankheit lachst, wirst du gesund werden. Lachen ist eine wunderschöne Art, sich mit der Energie der Existenz zu verbinden, welche reine, heilende Energie ist.

In unseren Meditations-Programmen schließen wir immer Lachen und Tanzen mit ein. Sie sind der leichteste Weg, um Buddha zu werden! Das Tanzen kann dich arglos und leicht machen. Der Tanz sowie das Lachen sind eine weitere, leichte und genussvolle Meditation. Wenn du sorglos tanzen kannst, dann wirst du zum Tanz selber. Energie wird sich dann aus dir ergießen.

Du kannst nur sorglos tanzen, wenn du frei von all deinen Pseudo-Identitäten bist. Solange du denkst, dass du jemand seist, kannst du nicht mit Freude tanzen. Tanzen ist ein äußerer Ausdruck von innerer Freude. Und ich spreche nicht über den stilisierten Tanz, wo du genau weißt, welcher Schritt als nächstes folgt. Ich spreche davon, deine sogenannten Identitäten loszulassen, die Einheit mit der Existenz zu fühlen und mit dieser Freude zu tanzen.

Die gehemmten Menschen sind die egoistischen. Sie sind so besorgt darüber, was andere über ihren Tanz sagen könnten, sodass sie ruhig sitzen bleiben. Abermals schützen sie ihr Ego und versäumen die Freude des Lebens, wie nichts sonst.

Spiele zumindest von Zeit zu Zeit zu Hause etwas Musik und tanze dazu. Entscheide dich einfach loszulassen. Das kann zu einer intensiven Meditation werden, die dich jenseits deines Verstandes bringt und kann dich auf eine Art transformieren, wie es Worte nicht vermögen. Sei natürlich. Sei authentisch. Menschen, die deinen Tanz kommentieren, versäumen ganz die Freude des Tanzens. Kümmere dich nicht um sie. Verschmelze einfach und werde zum Tanz selber. Lachen und Tanz sind die leichtesten Techniken, um dein Ego loszuwerden und mit der Existenz zu verschmelzen.

Frage: Swamiji, woran erkennen wir, dass unser Ego nicht mehr ist?

Lege einfach fest, dass, wenn du dich nicht länger mehr getrennt fühlst, dein Ego aufgelöst ist. Wenn du erleuchtet bist, ist dein Ego gereift und aufgebrochen. Wenn dein Ego wegfällt, werden die Abgrenzungen verschwinden, die du zuvor aufgestellt hast, und die Existenz wird einfach durch dich frei fließen.

Ob du es weißt oder nicht, akzeptierst oder nicht, es magst oder nicht, die Existenz versucht jeden Moment durch dich hindurch zu fließen, aber du bist so voller Ego, dass du unfähig bist es wahrzunehmen. Du versäumst die Wunder der Existenz wegen deines Ego. Du bist unfähig, dich mit der Existenz zu verbinden, und so lebst du weiter mit Ego, Unwissenheit und Elend.

Du bist so voller Ego, dass du weit entfernt von deinem Wesen bist. Es gibt sehr viele angesammelte Dinge in dir, die du loswerden musst, Dinge, die du über viele Leben hinweg angesammelt hast; nicht nur in diesem einen Leben. Es ist nicht einmal Raum für dich selber in dir! Deswegen handelst du andauernd von deinem Äußeren her, anstatt aus deinem inneren Wesen heraus.

Wenn sich dein Ego auflöst, dann hörst du auf zu existieren, und du verschmilzt einfach mit der Existenz! Das ist der Zustand von erleuchteten Meistern. Ich sage den Leuten oft: "Zerstöre, was du nicht bist." Die Leute sehen mich dann erstaunt an. Wenn ich das sage, meine ich, dass du dein inneres Wesen bist. Dieses Wesen ist jetzt belastet mit allem, was es nicht ist – mit den vielfältigen aktiven und passiven Formen des Ego. Diese sind es, die du zerstören musst, und das meine ich, wenn ich sage: "Zerstöre, was du nicht bist und du bist angekommen!"

Du bist ein Teil der Existenz, und was immer dich veranlasst, anders zu denken, ist Ego. Ein Fisch, ob er es mag oder nicht, ob er es akzeptiert oder nicht, ob er es glaubt oder nicht, ist ein Teil des Ozeans. Er hat zwei Möglichkeiten. Entweder, er lebt glücklich im Ozean, oder er kämpft mit dem Ozean und lebt aber trotzdem darin, gestaltet sein Leben aber auf elendige Weise.

Wenn du mit der Existenz fließt, dann wirst du jeden Moment deines Lebens genießen. Du wirst durchlässig, empfindsam, kreativ und fließend werden.

Eine kleine Geschichte:

Ein Lehrer führte seine Schüler zu einem Picknick aus.

Sie spielten Spiele, aßen ihren Imbiss und erfreuten sich des Lebens.

Plötzlich zog der Lehrer ihre Aufmerksamkeit auf einen schönen Regenbogen, der sich am Himmel gebildet hatte.

Die Kinder schauten mit Erstaunen auf.

Der Lehrer beobachtete sie und sagte: "Nun gut, dann lasst uns einen Beifall für den Künstler geben!"

Die Schüler waren für einen Moment lang verwirrt, verstanden aber schnell und brachen in Applaus aus!

Den Kindern muss gelehrt werden, die existenzielle Schönheit zu würdigen, die sie umgibt, ansonsten werden sie die Verbindung mit der Existenz sehr schnell verlieren und egoistisch werden. Es sollte ihnen nicht gestattet werden, mechanisch und egoistisch zu werden. Sie sollten aufwachsen, indem sie durchlässig und einfühlsam werden.

Wenn du die Existenz würdigen kannst, dann bist du ihr näher gekommen. Die gesamte Existenz ist Kreativität. Ein schöpferischer Mensch ist seinem Herz näher als seinem Verstand. Wenn du schöpferisch bist, dann bist du Gott nahe. Gott ist der Schöpfer, das Geschöpfte und die Schöpfung. Wenn du schöpferisch bist, bringst du dein Wesen zum Ausdruck, die Eigenschaft der Existenz. Wenn du schöpferisch bist, dann zeigst du deine Liebe und deine Anerkennung der Existenz gegenüber; du fügst der Existenz ein wenig mehr Schönheit hinzu.

Wenn du voll des Erstaunens für die Existenz bist, dann kannst du schöpferisch sein. Andererseits, wenn du voll von Ego bist, dann kannst du nicht schöpferisch sein; und selbst wenn du schöpferisch bist, wird deine Schöpfung nur eine leblose Schöpfung sein. Sie wird wie eine Plastik-Rose sein, die zwar perfekt aussieht, der aber Duft und Leben fehlen. Wenn ein Künstler aus Liebe erschafft, dann kann er seiner Schöpfung eine spezielle Qualität verleihen. Wenn er aus Ego erschafft, ist seine Schöpfung leblos.

Wenn du nicht im Einklang mit der Existenz bist, dann wirst du den Duft der Existenz nicht spüren. Es ist, als wenn dich ein schöner Duft umgibt, du aber deine Nase mit stinkenden Fingern zuhältst. So ist das Ego. Wenn du den Duft der Existenz erfährst, dann wirst du auch den Einklang damit erfahren.

Du wirst mit der gesamten Existenz mitschwingen können. Du wirst erkennen können, dass jedes einzelne Blatt und jeder einzelne Zweig eine Manifestation der Existenz bzw. Gottes ist. Wenn du in diesem Zustand bist, dann wirst du finden, was auch immer du suchst, weil du dich im Einklang mit der Existenz bewegst. Dann wird das Leben zu einem Wunder! Das nennen wir Synchronizität bzw. Einklang mit der Existenz.

Und verstehe eines: wenn du mit der Existenz mitschwingst, dann wirst du nicht gierig suchen. Die Existenz wird dir einfach genau das geben, was du in diesem Moment brauchst – sogar bevor du es suchst. Das meine ich, wenn ich sage: "Was auch immer du suchst, du wirst es finden."

Das Problem besteht darin, dass wir uns selbst sehr weit von der Existenz entfernt haben, von der Quelle, die tief in uns liegt. Daher brauchen wir eine beständige Erinnerung daran. Du kannst anfangen dein Ego loszuwerden, indem du zunächst einmal die Schönheit schätzt, die dich umgibt. Das wird in dir einen Samen der Transformation legen. Es wird dich zu dem Verständnis führen, dass es eine Lebenskraft gibt, die dieses Universum führt und die mächtiger ist als dein Ego.

Je mehr du dich selber an die Existenz verlierst, desto freier von Ego wirst du. Je freier von Ego du wirst, desto mehr verlierst du dich an die Existenz.