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KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN

Wie arbeitet der Verstand?

Wie arbeitet der Verstand? Schaut auf dieses Diagramm hier. Dies ist ein Diagramm um aufzuzeigen, wie die durch die Augen eingetretenen Informationen verarbeitet werden; eigentlich nicht nur die Informationen durch die Augen, sondern auch die Informationen durch alle fünf Sinne, wie durch die Nase, die Ohren, die Zunge, die Berührung und die Augen. Als Beispiel nehmen wir jetzt die Augen. Lasst es mich erklären.

Wenn du etwas siehst, dann sehen es zuerst die Augen. Dann folgt etwas, das Chakshu auf Sanskrit genannt wird, das die Informationen digitalisiert, die von den Augen gesehen werden. Es ist ähnlich wie der Digital Signal Prozessor – der DSP. Das Signal bzw. das Eingangssignal wird durch das Chakshu in eine digitale Datei umgewandelt. Diese Umwandlung geschieht mit den Informationen, die durch alle fünf Sinne empfangen werden, nicht nur durch das Auge.

Dann geht die Datei in den Speicher. In Sanskrit nennen wir diesen Teil Chitta. Im Speicher wird die Datei ein klein wenig mehr bearbeitet. Zum Beispiel, wenn ihr mich jetzt seht, dann wird die Datei durch das Chakshu bearbeitet, dann wird es in das Chitta, in den Speicher gebracht und der Speicher analysiert die Informationen. Es beginnt ein Prozess des Aussortierens aus der empfangenen Datei. Es beginnt zu sagen: "Dies ist nicht ein Tier, dies ist nicht eine Pflanze, dies ist nicht ein Stein usw." Der Prozess des Aussortierens wird durch das Chitta erledigt.

Dann geht die Datei in den Verstand bzw. Manas. Der Verstand übernimmt die Aufgabe, die Datei zu identifizieren. Er sagt: "Dies ist ein menschliches Wesen; ein menschliches Wesen das einen Kurs hält." Der Verstand kommt zum Schluss: "Das ist dieses."

Als nächstes macht die Datei einen Quantensprung zum Ego, und dein Ego entscheidet, basierend auf deinen vergangenen Erfahrungen, was deine nächste Handlung oder Entscheidung sein wird. Wenn du bereits Erfahrungen mit ähnlichen Kursen hast, sagen wir Yoga oder Meditation und wenn sie gut für dich waren, wenn du denkst, dass sie hilfreich waren, dann wirst du entscheiden hier sitzen zu bleiben, oder andernfalls wirst du denken, dass es besser ist zu gehen!

Versuche, diesen Prozess zu verstehen: du siehst mich. Das Auge reicht die Informationen an das Chakshu. Das Chakshu konvertiert sie in digitale Signale. Der Speicher übernimmt dann alle Aussortierungen von der Datei – "Dies ist nicht…", "Das ist nicht…". Dann übernimmt der Verstand die Identifikation der Datei – "Dies ist das." Dann macht die gesamte Datei einen Quantensprung zum Ego. Hier entscheidest du, basierend auf deinen vergangenen Erfahrungen, ob du hier sitzen bleibst, oder die Halle verlässt.

Der Prozess des Aussortierens und der Prozess der Identifikation können leicht verstanden werden, wenn ihr folgendes betrachtet:

Nehmen wir an, du möchtest das Wort 'Heim' im Wörterbuch finden. Du beginnst mit den Buchstaben A und du schließt aus: Nicht A, nicht B, nicht C, bist du zum Buchstaben H kommst. Bis zum Buchstaben H war es nur ein Aussortierungsprozess. Einmal bei H angekommen, wird es zu einem Identifikationsprozess. Du beginnst zu identifizieren: HE, dann HEI, dann HEIM. Selbst im Identifikationsprozess gibt es Ausschlüsse, aber das kann nicht als Ausschluss betrachtet werden, weil sich dein gesamtes Verhalten in diesem Moment ändert. Bist du zu H gekommen bist, hältst du nicht einmal Ausschau nach irgendwas; du sortierst nur aus. Dann, einmal bei H angekommen, wird H zu deinem Standpunkt. Dann hältst du Ausschau nach HE, HEI usw. Es ist wie: Du hast tausende von Dateien in deinem Gedächtnis gespeichert. Dann nehmen wir mal an, du siehst mich. Du beginnst mit dem Aussortieren: dies ist nicht ein Stein, dies ist nicht ein Baum, dies ist nicht ein Tier. Dann kommst du zu Mensch und sagst: "Dies ist ein Mensch." Einmal beim Menschen angekommen beginnst du zu identifizieren: safrangelb gekleidet, mein Meister, THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM usw. So wird aussortiert, bis du die richtige Klassifikation gefunden hast. Identifikation geht in die Tiefe während der Einsortierung. Aussortierung geht in die Breite, Identifikation geht in die Tiefe. Der Aussortierungsprozess ist wie das Hantieren mit vielen Dateien. Der Identifikationsprozess ist wie das tiefe Eindringen in die Datei.

Nun lasst uns die Zeit für den Prozess zwischen den Augen und dem Verstand Tp nennen. Tp ist die Zeit, die für den Prozess gebraucht wird, der zwischen Auge und Verstand stattfindet. Dieser Prozess zwischen Auge und Verstand ist logisch und bewusst. Du bist dir dieses Prozesses vollständig bewusst. Er ereignet sich in deinem Bewusstsein.

Nun ist der Quantensprung vom Verstand in das Ego größtenteils unbewusst. Dies ist der Moment, wenn die aktuellen Entscheidungen getroffen werden, und er ist ein meist unbewusster Prozess für dich. Er verläuft ohne deine Bewusstheit. Lasst uns diese Zeit Tq nennen. Während dieser Zeit entscheidet ihr euch einfach unlogisch; ihr entscheidet euch entgegen eurem logischen Gedankenprozess. Ihr trefft unlogische Entscheidungen.

Wie kommt das? Warum entscheidet ihr erst unbewusst und bereut es später?

Der Grund liegt darin, dass die unbewusste Zone mit negativen Erinnerungen und Ruhelosigkeit gefüllt ist. All deine vergangenen Erinnerungen, die wir in Sanskrit Saṃskāras nennen – all deine vergangenen Gedankenmuster sind in dieser Zone als Dateien gespeichert. Im Bereich der Psychologie benutzen sie das Wort Engramm, um diese gespeicherten Erinnerungen anzudeuten. Es gibt sehr viele gespeicherte Dateien in dieser Zone. Ohne eine logische Verbindung untereinander sind diese Erinnerungen oder Ereignisse hier gespeichert.

Was geschieht, ist folgendes: Wenn die Datei einen Quantensprung in diese Zone macht, in der so viele Daten gespeichert sind, die viel Ruhelosigkeit in dir erzeugen, dann kann die Datei das Ego nicht mehr sauber erreichen, um eine angemessene Entscheidung zu treffen. Diese gespeicherten Engramme beginnen einfach aufgrund der empfangenen Informationen zu spielen. Sie überlagern sich und verursachen damit ein Chaos im Entscheidungsprozess.

Im Ergebnis trifft das Ego nur eine flüchtige Entscheidung, rein auf der Instinktebene basierend und sendet die Datei zurück. Dies geschieht als ein unbewusster Prozess.

Zum Beispiel: bezüglich der Daten, die du gesammelt hast, weißt du, dass das Rauchen schädlich für deine Gesundheit ist; es ist nicht gut für deinen Körper und deinen Geist. Du hältst an dieser Entscheidung fest, solange du in der Tp-Ebene bist. Aber sobald der Verstand den Sprung zum Ego macht, dann befehlen die Engramme dir einfach zu rauchen; du entscheidest dich einfach zu rauchen! Der bewusste Prozess sagt: "Nein, es ist nicht gut für die Gesundheit". Aber der unbewusste Prozess sagt … tatsächlich sagt er nicht einmal etwas, er trifft einfach die Entscheidung und führt sie durch! Es ist eine rein instinktbasierte Entscheidung.

Dieser unbewusste Bereich ist sehr mächtig. Er kann auf drei Arten benutzt werden – auf der instinktiven Ebene, auf der intellektuellen oder auf der intuitiven Ebene. Solange das Unbewusste mit negativen Erinnerungen überladen und ruhelos ist, arbeitet es auf der instinktiven Ebene, wie wir gerade gesehen haben. Du entscheidest einfach instinktiv, unbewusst.

Wenn du auf der instinktiven Ebene bist, dann wirst du die meisten Entscheidungen am Ende bereuen. Du wunderst dich: "Warum habe ich mich auf diese Art und Weise verhalten? Das bin doch nicht ich! Wie konnte ich zulassen, dass dies geschieht? Wie habe ich diese Entscheidung getroffen?" Dies geschieht, weil das Unbewusste auf der instinktiven Ebene arbeitet. Auf dieser Ebene assoziierst du die Dinge ohne jegliche logische Verbindung und kommst dann unbewusst zu einer Schlussfolgerung.

Zum Beispiel, wenn du durch jemanden beunruhigt wurdest, der weiß gekleidet war, dann werden in dem Moment, in dem du jemand Weißgekleideten siehst, die vergangenen Erinnerungen – ohne dein Wissen – einfach wieder hochkommen, und du wirst Ärger empfinden. Dies ist die instinktive Ebene. Ohne deinen bewussten Verstand, selbst ohne dein Verständnis dafür, geschieht alles wie von selbst.

Im Chakshu-Diagramm, wenn du während des Quantensprungs zum Ego viele Dateien durcharbeiten musst, dann bist du auf der instinktiven Ebene. Wenn die Datei ins Unbewusste gesendet wird, dann wird die Entscheidung mit vielen Verzerrungen getroffen. Du wirst fortwährend die anstehende Entscheidung beurteilen. Dein Unbewusstes wird ständig mit deinen Erinnerungs-Dateien überladen. Wenn du auf diese Weise arbeitest, dann wirst du dich ständig müde fühlen.

Das ist in etwa so: wenn deine Festplatte mit vielen hochauflösenden Bildern vollgestopft ist, dann besteht kein Spielraum mehr, um weiterhin mit deiner Festplatte zu arbeiten. In gleicher Weise, wenn dein Unbewusstes mit vergangenen Gedankenmustern und Erinnerungen vollgestopft ist, dann wird es ineffizient arbeiten und wird künstliche und unlogische Entscheidungen treffen.

Die nächste Ebene ist die intellektuelle Ebene. Hier bist du bewusst, triffst logische Entscheidungen, aber du hast keinen großen Enthusiasmus oder Energie. Du bist zwar mit deinem bewussten Geist da, das ist aber auch alles. Du bist nicht kreativ, nicht innovativ; du nimmst keine großen Schritte; du wächst nicht. Du bist wie ein ergebener Diener. Einstein sagte: "Der Intellekt ist ein ergebener Diener." Du kannst durchweg dein ganzes Leben ein Diener sein. Aber du kannst dann eben nur ein Diener sein, und nichts Großes kann durch dich vollbracht werden.

Auf dieser Ebene sammelst du nur Daten, verarbeitest sie und gibst sie dann aus; du wirst nicht mehr sein als ein Computer. Du triffst auch keine falschen Entscheidungen aus Ruhelosigkeit oder Überlastung deiner unbewussten Zone; du triffst Entscheidungen auf eine logische und bewusste Art.

Wenn du auf der intellektuellen Ebene bist, dann bist du zwar nicht müde, aber auch nicht energiereich. Du bist in einem ausgeglichenen Zustand. Auf dieser Ebene benutzt du aber immer noch nicht dein maximales Potenzial – in dem Maße, wie es genutzt werden könnte.

Die nächste Ebene, auf der du dein gesamtes Potenzial entfalten kannst, ist die intuitive Ebene. Wenn du eine tiefe Stille und Bewusstheit in die unbewusste Zone einführen und deine eingravierten Erinnerungen und Dateien (Saṃskāras, Engramme) durch Stille und Bewusstheit ersetzen kannst, dann kannst du auf der intuitiven Ebene verbleiben.

Wenn du frei von deinen Erinnerungen sein kannst, leer und glückselig in dieser unbewussten Zone, wenn du jeden Moment lebendig und frisch sein kannst, ohne die Lasten deiner Vergangenheit, ohne die Lasten dieser Engramme, dann wird sich die Energie deines Wesens von selbst in seiner reinsten Form ausdrücken. Wenn dies geschieht, dann können wir sagen, dass deine Intelligenz auf ihrem Maximum angelangt ist, weil Energie gleich Intelligenz ist. Wenn dies geschieht, dann triffst du Entscheidungen aus einer Energie heraus, die Intuition genannt wird, indem du einfach mit einer gewaltigen Klarheit erkennst.

Wenn du auf der intuitiven Ebene bist, dann wirst du Entscheidungen aus der Energie deiner Intuition heraus treffen, aus einer tiefen Bewusstheit und einem tiefen Frieden heraus, aus Glückseligkeit heraus!

Dieses Konzept bedarf eines tiefen Verstehens. Du musst tief in diese Wissenschaft eindringen; nur dann verstehst du, was ich mit dem Wort "Intuition" meine. Intuition ist etwas, das sich in dir jenseits deines Intellekts ereignet.

Die Kraft der Intuition