KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Nicht ausdrücken, nicht unterdrücken – sei einfach und du bist befreitSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Nicht ausdrücken, nicht unterdrücken – sei einfach und du bist befreit

Sei dir klar, wenn die Logik deinen Zorn manipuliert, hast du zwei Probleme. Erstens, du drückst deinen Ärger aus, auch wenn es nicht notwendig ist. Zweitens, wenn du ihn nicht zum Ausdruck bringst, dann wird er unterdrückt.

Wenn du ihn ausdrückst, wirst du viel mehr ausdrücken als es notwendig wäre. Wenn du ihn nicht ausdrückst, dann musst du ihn unterdrücken. Sei dir im Klaren, dass beides verkehrt ist. Den Zorn auszudrücken oder ihn zu unterdrücken, beides ist nutzlos. Du magst dich fragen, was man dann tun soll. Es ist nicht erforderlich, dass du irgendetwas tust. Sei einfach.

Der moderne Mystiker J. Krishnamurti sagte es sehr schön: "Wirst du von irgendeiner Emotion überwältigt und gelingt es dir auch nur einmal, einfach nur zu sein, ohne deinen Körper zu bewegen, ohne mit deinem Gefühl zusammenzuarbeiten, dann bist du von dieser Emotion befreit."

Wenn du nur ein einziges mal imstande bist, ruhig zu verharren, ohne deinen Körper zu bewegen während du von einer Emotion geflutet oder überwältigt wirst, dann bist du von dieser Emotion befreit. Ich will damit nicht sagen, dass du das andauernd praktizieren sollst. Nein, nur einmal, ein einziges Mal, und du wirst von dieser Gefühlsregung befreit sein.

Intensität ist unabhängig von der Art der Arbeit

Intensität hängt nicht von der Art der Arbeit oder der Aktion ab. Es kann sich um so komplexe Dinge handeln, wie einen Milliardenkonzern zu leiten oder so einfach sein, wie den Fußboden zu reinigen. Nicht das 'Was" ist wichtig, sondern das 'Wie".

Wenn du alles, was du tust, so total und intensiv tust, dass du dich in der Aktion verlierst, dann hast du den Faden der Intensität aufgenommen.

Im dem Moment, in dem du dich in der Tätigkeit verloren hast, wirst du zu einer Flöte auf den Lippen der Existenz. Die Luft, die in die Flöte hineinströmt, kommt als Musik wieder heraus, denn du wirst zu einem Kanal, durch den die Existenz hindurchfließen kann. Sei total und intensiv. Das ist alles, was der Pfeil braucht, um in ein beliebiges Ziel zu treffen.

Interesse und Intensität

Wann kann man von Intensität reden? Was ist der Unterschied zwischen Intensität und Interesse?

Interesse kann man wieder verlieren, nicht aber Intensität. Interesse hat seinen Ursprung im Verstand, Intensität im Sein.

Nach einiger Zeit, über kurz oder lang, wirst du aller Dinge, für die du dich jetzt interessierst, überdrüssig. Bei der Intensität handelt es sich um ein Verlangen deines Seins. Es übersteigt die Rationalität deiner Vernunft. Intensität ist ein Ruf, der aus deinem tiefsten Inneren kommt. Je länger du warten musst, umso durstiger wirst du, umso stärker lodert das Feuer.

Vergegenwärtige dir den Unterschied zwischen Licht und Laser. Beide bestehen aus Lichtwellen, aber beim Laser werden diese auf einen Punkt gebündelt.

Die Kraft dieser Intensität ist das, was dem Laser die enorme Kraft gibt, sogar ein Loch durch ein Metall zu brennen. Zur gleichen Zeit ist es ein kontrollierter Brennpunkt. Das gibt ihm die Kraft, sogar eine delikate Aufgabe wie die Operation eines Kataraktes im Auge auszuführen.

Wenn in der Wüste dein Durst nach Wasser wirklich intensiv wird, bist du bereit für ein Glas Wasser mit deinem Leben zu bezahlen. Wenn dein Durst für die Verwirklichung intensiv wird, bist du bereit für die Wahrheit dein Leben hinzugeben.

Eine schöne Zen Geschichte: Ein junger Mann begab sich zu einem Zen-Meister, um Zen zu lernen. Der Meister sagte, er solle das Geräusch vom Klatschen einer Hand hören.

Der Schüler meditierte drei Jahre lang, ohne Erfolg. Er war sehr niedergeschlagen, dass er die Aufgabe nicht lösen konnte. Mit Tränen in den Augen ging er zum Meister und sagte, dass er ihn verlassen werde, da er nicht in der Lage war, eine Antwort zu finden.

Der Meister sagt: "Bleib noch eine Woche. Meditiere ununterbrochen. Der Schüler meditierte mit aller Ausdauer eine Woche lang, aber nichts passierte. Der Meister sagte: "Versuch es noch fünf weitere Tage."

Der Schüler blieb, aber nichts geschah. Er bat den Meister verzweifelt, dass er ihn gehen lassen sollte. Der Meister antwortete: "Meditiere für drei weitere Tage. Wenn du dann nicht erleuchtet wirst, dann bringst du dich am besten um."

Am zweiten Tag war der Student erleuchtet.

Wenn dein ganzes Sein mit dem einzigen Verlangen brennt, das Höchste zu realisieren, wirst du einfach die Anweisungen des Meisters vollständig absorbieren. Die Magie der Transformation ist dann nur eine Frage der Zeit. Nur dann wirst du offen sein, um den Meister zu empfangen. Bis dahin ist es nur Interesse.

Sei intensiv in allem, was du tust

Im Tantra, der mystischen Wissenschaft der Meditationstechniken, wird behauptet, dass jemand, der die Wahrheit erfahren möchte, nur eine Voraussetzung benötigt, nämlich Intensität. Sei total in allem, was du bist und was du tust.*

Lebe intensiv im Augenblick und spüre das wirkliche Leben. Sonst lebst du nicht. Du wartest nur auf den Tod.

Beim Essen, sei intensiv. Du solltest deine gesamte Aufmerksamkeit und Energie auf das Essen konzentrieren. Beschäftige dich nicht mit Problemen, die du morgen bei der Arbeit zu lösen hast oder mit Plänen, wo du deinen nächsten Urlaub verbringen könntest.

Genieße das Essen mit allen Sinnen. Schmecke es in deinem Mund, erfreue dich auch mit deinen Augen am Essen. Berühre das Essen mit Liebe und rieche das Aroma der Speisen. Wenn du auf diese Weise total isst, wirst du jeden Bissen genießen und du wirst deinen Körper mit Energie versorgen, was die eigentliche die Aufgabe der Nahrung ist.

Wenn du Wasser trinkst, trinke es intensiv. Werde zum Durst. Fühle die Kühle des Wassers, das durch deinen Mund rinnt und dann durch Kehlkopf und Speiseröhre. Lass jeden Tropfen, der in deinen Mund gelangt, dir das Gefühl der Erfüllung geben.

Der tamilische Klassiker Periya Puranam beschreibt die Geschichten eines Nayanmars, einem glühenden Verehrter Shivas. Es gibt so viele Fälle von Verehrern, die durch einfache Aktivitäten wie das Binden von Blumengirlanden für Gott das Höchste realisiert haben. Ein Beispiel ist Gananaatha Nayanaar, ein begeisterter Verehrer des Herrn, der nichts anderes tat, als einfache Dienste für den Herrn zu verrichten, wie Blumen für die Andacht zu pflücken, Blumengirlanden zu binden, den Tempelboden zu kehren und zu wischen oder dafür zu sorgen, dass die Lampen im Tempel nicht ausgehen. Dieses einfache Leben ermöglichte es ihm, das Höchste zu erreichen und es brachte ihm den Namen Gananaatha ein, was soviel bedeutet wie Anführer der Verehrer von Shiva.

Wenn du betest, sei real und spontan. Was immer du fühlst, fühle es total und widme es dem Göttlichen. Betrüge dich nicht selbst und sei nicht scheinheilig, indem du nicht zugibst, was du fühlst. Vor dem Göttlichen kannst du nichts verstecken. Es kennt dich besser als du dich selber kennst.

Deine Intensität allein entscheidet, wann deine Suche zu Ende ist. Ist die Intensität total, dann ist sie in diesem Moment zu Ende. Ist die Intensität nicht integriert und total, wird es mehr Zeit brauchen, denn die Intensität braucht dann Zeit, um kräftiger werden.

Bist du intensiv genug, braucht es keine Zeit, um das Höchste zu erfahren. Wo du dich befindest und wer du bist, ist irrelevant. Du kannst es hier und jetzt erreichen.

Eine wunderbare Geschichte: Einst gab es einen gefürchteten Banditen, der im ganzen Königreich sein Unwesen trieb. Nach einiger Zeit fühlte er sich trotz seiner erfolgreichen Beutezüge unwohl und unzufrieden. So begab er sich zu einem Meister und fragte Ihn: "Meister ich bin ein Sünder, kann es für mich eine Rettung geben? Kann ich befreit werden?

Der Meister betrachtete den Banditen und fragte ihn, was er am besten beherrschte. Der Bandit antwortete: "Nichts." Der Meister sagte: "Nichts? Das gibt es nicht, jeder hat irgendeine Fähigkeit!" Der Bandit dachte tief nach und nach einiger Zeit antwortete er: "Meister, das einzige, was ich gut kann, ist Stehlen. Mein ganzes Leben lang habe ich mich mit nichts anderem beschäftigt."

Der Meister lächelte und sagte: "Gut, dann wirst du jetzt genau das machen. Such dir einen ruhigen Platz und stehle alle deine Wahrnehmungen, Ideen und Meinungen. Stehle alle Bäume, Felsen, und Flüsse auf dem Planeten Erde. Stehle alle Planeten und Sterne im Himmel. Und löse sie in der weiten Leere in deinem Inneren auf."

Der Bandit folgte mit ganzer Aufrichtigkeit den Anweisungen des Meisters. Innerhalb von 21 Tagen erkannte der Bandit seine wahre Natur, er wurde erleuchtet.

Tantra – Eine alte vedische Tradition, bei der Erleuchtung durch spirituelle Techniken, Meditationen und rituelle Verehrung erlangt wird.

Periya Puranam, Nayanmars – Der Dichter Sekkizhar beschreibt in diesem Werk das Leben von 63 Nayanmars, die durch ihre glühende Verehrung für Shiva zu Heiligen wurden.