KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Andere sehen wie dich selbstSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Andere sehen wie dich selbst

Erleuchtung ist ein Zustand, in dem man außerhalb seiner Haut dasselbe Gefühl von Lebendigkeit verspürt, wie innerhalb seiner Haut. Momentan bist nur innerhalb deines Körpers lebendig. Nach der Erleuchtung bist auch in jedem anderen Individuum, in Bäumen, Steinen usw. lebendig. Dein Einflussbereich weitet sich von deinem physischen Körper auf den kosmischen Körper aus! Du lebst in jeder Zelle des Kosmos. Jede Zelle ist ein vollständig erfüllter Teil des Kosmos.

Außerhalb meiner Haut bin ich genauso lebendig wie innerhalb meiner Haut. Daher bin ich lebendig in Millionen von Köpfen, Augen und Füßen – in Millionen von Geschöpfen im gesamten Kosmos.

Um das zu erreichen, beginne alles so zu sehen, als ob du es zum ersten Mal sehen würdest, ohne deine Engramme mitzubringen, deine eingravierten Erinnerungen. Dann wirst du auch außerhalb deiner Haut dieselbe Lebendigkeit und Intensität erfahren, die du innerhalb deiner Haut erfährst. Versuche das für zehn Tage. Wenn du einmal einen Blick erhaschst, wirst du diese Erfahrung nie mehr missen wollen. Du wirst in Ekstase geraten ohne einen ersichtlichen Grund. Nie mehr wirst du die Dinge als selbstverständlich hinnehmen. Du befindest dich immerzu in einem glückseligen Zustand.

Entkuppelt sein

Im jetzigen Zustand verbindest du all deine vergangenen Erfahrungen und bildest einen Strang. All deine zukünftigen Erfahrungen hängen von der Beschaffenheit dieses Stranges ab. Sie hängen von dem Worten ab, die du aus der Vergangenheit mitgebracht hast und wie du den Strang geformt hast. Deine zukünftigen Emotionen, Reaktionen, Gedanken und Worte hängen gänzlich von diesem Strang ab. Aber nach der Erleuchtung ist das Leben ganz anders. Gedanken tauchen auf und wenn sie arbeiten wollen, verfolgt der Körper die Gedanken und sobald die Arbeit erledigt ist, verschwinden sie. Sobald wieder etwas erledigt werden muss, tauchen wieder Gedanken auf und der Prozess wiederholt sich. Er läuft auf wunderbare Weise von selbst ab. Es gibt überhaupt keinen Strang.

Gegenwärtig tragen wir sobald wir morgens aus dem Bett steigen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir dorthin zurückkehren, eine ständige Irritation mit uns herum. Wir warten nur darauf, auf andere loszugehen. Der geringste Anlass genügt. Nach der Erleuchtung verschwinden die Ursachen dieser ständigen Irritation: Angst, Schuld und Verlangen. Wenn du dich von dem Strang wenigstens einen Moment lang entkuppelst, kannst du einen flüchtigen Blick der Erleuchtung erhaschen.

Die Abkoppelung vom Strang geschieht im Bruchteil einer Sekunde. Wenn du tief gewahr bist, kannst du den kostbaren Augenblick des Entkuppelns festhalten. Das gesamte Tapas, das spirituelle Training dient nur der Vorbereitung, diese Abkoppelung zu erhaschen. Die Abkoppelung geschieht ständig. Du musst nur wirklich gewahr werden und du kannst sie erwischen. Wenn du ununterbrochen vom Strang entkuppelst bist, bist du erleuchtet.

Die vier beständigen Veränderungen

Ich kann sagen, dass sich einige Dinge nach meiner Erleuchtung für immer verändert haben.

Erstens: Alles innere Geschwätz hörte auf. Mit innerem Geschwätz meine ich den inneren Dialog, der in uns pausenlos abläuft. Auch während ich hier spreche, gibt es in den Pausen zwischen den Sätzen kein inneres Geschwätz. Es herrscht nur reine Stille.

Zweitens: Die Idee, dass ich durch meinen Körper begrenzt bin und dass außerhalb meiner Haut der Rest der Welt beginnt, ist verschwunden. Das Bewusstsein von Grenzen ist weg. Ich fühle nicht mehr, dass ich nur diese sechs Fuß große Form bin. Ich sehe und fühle mich in allem. Ich bin der erste, der sich über meine Fotos nach einem Fotoshooting oder auf den Buchdeckeln der frisch gedruckten Bücher freut! Ich spiele liebend gerne vier oder fünf Tage damit.

Drittens: Obwohl es sich um einen männlichen Körper handelt, ist die innere Identität von männlich oder weiblich verschwunden. Die psychologische Idee, dass ich ein Mann oder eine Frau bin, existiert nicht mehr.

Viertens: In meinem Inneren gibt es eine unaufhörliche freudvolle Erregung, alles ist so aufregend für mich. Auch ganz einfache Dinge verursachen große Erregung und Freude.

Ich kann sagen, dass diese vier Veränderungen zu einem dauerhaften Zustand nach meiner Erleuchtung geworden sind.

Ultimativ, aber nicht endgültig

Sei dir im Klaren, Erleuchtung ist nicht das Ende. Es ist die höchste Erfahrung, aber nicht die letzte.

Du musst diese beiden Wörter verstehen, "ultimativ" und "endgültig". Sie sind sehr unterschiedlich. Ein Beispiel: Nach dem ersten Tag dieser Vortragsreihe kam ein Teilnehmer zu mir und sagte: "Du hast alles gesagt. Warum benötigen wir überhaupt noch weitere Vorträge?" Gestern kam eine andere Person zu mir und sagte: "Swamiji, am ersten Tag dachte ich, dass du uns nicht mehr tiefer führen kannst, jetzt ist Schluss. Aber heute fühlte ich plötzlich, dass du uns tiefer geführt hast als gestern, aber dass es nun nicht mehr tiefer geht. Jeden Tag habe ich das Gefühl, dass du uns nicht tiefer führen kannst, aber tatsächlich gehen wir immer tiefer." Jeden Tag fühlte die Person, dass sie die ultimative Erfahrung erlebte.

"Ultimativ" bedeutet, jeden Moment voll und ganz zu leben, aber nicht endgültig. Es kann sich noch verbessern.

Wenn ein Wesen erleuchtet wird, erfährt es nicht nur sein Potential, sondern es beginnt weitere erleuchtete Wesen zu erzeugen. Es schafft die Voraussetzungen für die Erschaffung von mehr erleuchteten Wesen.

Keine Verbalisierung, Visualisierung

Wenn du erleuchtet bist, gibt es Gedankenbewegung zwischen deinem Nabel und deiner Kehle. Ich kann sagen, dass das eine präzise Beschreibung der Erleuchtung ist. Nicht ein Wort, ein Gedanke, eine Silbe oder ein Ton werden in dem Bereich zwischen dem Nabel und dem Hals auftauchen.

Worte werden nur dann erscheinen, wenn du redest. Wenn du nicht redest, wird sich kein Wort in deinem Inneren aufhalten. Nur die Energie der Bewegung wird dort sein. Kein Gedanke, keine Verbalisierung, kein ununterbrochenes inneres Geschwätz ist mehr da.

Wenn kein inneres Geschwätz da ist, handelt es sich dabei nicht um eine tödliche Stille. Es handelt sich um intensive Energie! Immer, wenn etwas getan werden muss, entsteht aus dieser Energie ein vollständiges Bild oder eine Visualisierung von dem, was zu tun ist. Wenn es inneres Geschwätz gibt, kommt es nacheinander Zeile für Zeile heraus. Morgen muss ich früh aufstehen. Dann muss ich in mein Büro gehen. Dort werde ich bei dem neuen Projekt mitarbeiten. Am Abend werde ich zurückkommen. Dann werde ich irgendwo zum

Abendessen hingehen. In einer linearen Weise kommen Worte und Gedanken hintereinander heraus.

Wenn du kein inneres Geschwätz hast, wenn du einfach in dir selbst ruhst, dann wird alles als Bild visualisiert, als ein Päckchen, ein Stück an Information. Das ist genau das, was man unter Intuition versteht. Wenn du den Weg des logischen Analysierens gehst, wird es inneres Geschwätz genannt, es ist Intellekt. Aber wenn du dieses innere Geschwätz nicht hast, beginnen sich die Dinge in dir intuitiv auszudrücken, ganz direkt und unmittelbar.

Integriertes inneres Geschwätz und äußere Worte

Ein Mensch, der Heuchelei aus seinem inneren Raum verbannt hat, wird Erleuchtung erfahren. Ramakrishna Paramahamsa, der erleuchtete Meister aus Bharat, sagt sehr schön: "Wenn sich dein inneres Geschwätz von den gesprochenen Worten nicht mehr unterscheidet, dann bist du erleuchtet." Seiner Meinung nach genügt es, wenn du dein inneres Geschwätz und deine gesprochenen Worte integrierst - lass beide eins sein und du bist erleuchtet.

Forschung und Entwicklung aus dem transzendenten Gewahrsein heraus

Die Erleuchtung bringt ein viel umfangreicheres Gewahrsein. Mit diesem transzendenten Gewahrsein ist es einfach, Phänomene zu erforschen und zu experimentieren. Auch nach der Erleuchtung habe ich alleine und gemeinsam mit Wissenschaftlern viele Experimente in der inneren und in der äußeren Welt durchgeführt.

Wenn ein Erleuchteter spirituelle Praktiken ausübt, ist das nicht nur für ihn selbst. Es geht darum, die richtigen Formeln für die Schüler zu finden, damit diese Erfahrungen in ihnen reproduziert werden können.

Transzendieren des menschlichen Zustandes

Jemand frage mich: "Handelt es sich bei der Erleuchtung eigentlich um den normalen menschlichen Zustand oder ist es ein Zustand der jenseits des Menschen liegt?"

Erleuchtung ist bestimmt ein Transzendieren des menschlichen Zustandes. Was auch immer du dir unter dem menschlichen Zustand vorstellst, es ist nicht komplett. Der Mensch ist nur ein Same, ein Potential, eine Möglichkeit. Er ist kein Baum. Er ist keine Wirklichkeit. Die Wirklichkeit des Menschen ist Erleuchtung.

Im potentiellen Zustand wirst du als Mensch bezeichnet. In deinem wirklichen Zustand, dem erleuchteten Zustand, wirst du erleuchtet genannt. Sei dir im Klaren darüber, dass du nicht ein menschliches Wesen bist, das spirituelle Erfahrungen macht. In Wirklichkeit bist du ein spirituelles Wesen, das menschliche Erfahrungen macht!

Jenseits der Fähigkeiten der Yogis

Durch Meditation erhältst du unterschiedliche yogische Kräfte, auch Siddhis genannt. Erleuchtung geschieht, wenn du auch diese Kräfte hinter dir lässt. Erleuchtung gibt dir die Fähigkeit, mit diesen Kräften umzugehen, und die Intelligenz, auf sie zu verzichten, falls notwendig.

Kürzlich las ich einen interessanten Artikel über das Buch "Okkulte Chemie" von den beiden Theosophen Annie Besant und Charles Leadbeater. Das Buch basiert auf ihren Forschungen über den molekularen Aufbau von vielen Elementen. Noch bevor die Physik entdeckte, dass ein Atom einen Kern besitzt, haben die Theosophen die Struktur vieler Elemente entdeckt und hinunter bis zu den Quarks, den fundamentalsten Teilchen mit denen die moderne Quantenphysik arbeitet.

Wie konnten sie ohne wissenschaftliche Ausrüstung die Entdeckungen der Quantenphysik vorwegnehmen? Der Artikel besagt, dass es ihnen durch Siddhis gelang. Unter Siddhi versteht man eine mystische Kraft, auch Anima genannt, die von dem hindu Gründer des Yoga, dem Weisen Patanjali, in den Yoga Sutras beschrieben werden. Patanjali beschreibt Anima als die "Fähigkeit, Wissen zu erwerben über das Kleine, das Versteckte, oder das Entfernte durch die Ausrichtung des Lichtes der überkörperlichen Fakultät".

Das Yoga-Training ermöglichte es den beiden, visuelle Bilder von kleinsten, dem normalen Auge nicht zugänglichen Objekten, wahrzunehmen. Mit diesen yogischen Kräften entdeckten sie fünf neue Elemente. Bei ihrer Beschreibung der Atomstruktur gingen sie sogar über die Quarks hinaus in die Bereiche der Subquarks, die sogar für die heutige Wissenschaft noch ein unerforschtes Gebiet sind. Genau die gleichen Entdeckungen wurden mit Hilfe okkulter Kräfte von mindestens drei anderen Menschen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten gemacht.

Sie kamen zum Schluss, dass die gesamte Materie Luftblasen im Raum gleicht, wie Perlen an einem unsichtbaren Band. In dem Artikel wird berichtet, dass die beiden Forscher die subatomaren Partikel nicht nur sahen, sondern dass sie auch in das Atom hineinsehen konnten bis in den Bereich der Subquarks, für deren Nachweis die Wissenschaft einen mächtigen, mehrere Milliarden Dollar teuren Teilchenbeschleuniger benötigt.

Es gibt viele Yogis und Seher, die als Nebenprodukt ihrer Meditation über diese Siddhis oder speziellen Kräfte verfügen. Sie sind gut, solange man sich nicht in ihnen verliert, denn dann verliert man sein eigentliches Ziel, die Erleuchtung, aus den Augen.

Grenzenloser, ungestörter Frieden

Erleuchtung bedeutet ein derart klares und starkes Gefühl von Frieden zu haben, dass sogar deine Gedanken dich nicht stören können.

Glaube nicht, dass erleuchtete Meister keine Gedanken haben. Es ist nur so, dass ihr innerer Raum so groß ist, dass die Gedanken darin eine vernachlässigbare Rolle spielen. Nehmen wir an, du hast einen Verstand von zehn Hektar. Bei dir gleicht diese Fläche einem Zoo, d.h. es ist immer und überall etwas los. Im Gegensatz dazu besteht das Innere eines erleuchteten Wesens aus einer Million Hektar und darin befinden sich in einer Ecke zehn Hektar, die als Zoo genutzt werden. Stört es bei einer Million Hektar, wenn es da in einer Ecke ein wenig Bewegung gibt? Nein! Es ist unerheblich. Es ist so gut wie nicht vorhanden. Deshalb fühlt ein gewöhnlicher Mensch: "Ich bin der Körper", während ein erleuchtetes Wesen fühlt: "Ich bin auch der Körper."

Es ist nicht so, dass die Idee "Ich bin der Körper" verschwindet. Es findet nur eine Ausdehnung statt: "Ich bin auch der Körper."

Jenseits von Glückseligkeit

"Immer intensiv zu sein", ist das Hauptmerkmal eines erleuchteten Meisters. Wenn du das siehst, erscheint es in deinen Augen als Glückseligkeit. Ehrlich gesagt, fühle ich mich nicht als ein getrenntes glückliches Wesen. Alles, was ich weiß, ist, dass in mir etwas Außergewöhnliches ununterbrochen auf eine intensive Weise vor sich geht. Nur ein Außenstehender fühlt, dass es sich um Glückseligkeit handelt. Es ist eigentlich nicht einmal Glückseligkeit. Es ist eine Qualität, die vom Verstand nicht begriffen und wahrgenommen werden kann.

Verschmelzung von Erfahrung, dem Erfahrenden und dem Erfahrenen

Im jetzigen Zustand siehst du drei getrennte Dinge: Denjenigen, der erfährt, die Erfahrung und das Objekt, das erfahren wird. Du liest zum Beispiel jetzt dieses Buch. Du bist derjenige, der es erfährt, der Leser. Die Erfahrung ist das Lesen und das Ding, das erfahren wird, ist das Buch. Wenn du erleuchtet bist, werden alle diese drei Dinge - der Erfahrende, die Erfahrung und das Erfahrene – eins. Du bist nur der Erfahrende, der die Erfahrung von sich selbst hat und gleichzeitig auch das Erfahrene ist.

Erleuchtung leben

Das Chaos des Kosmos im Rahmen des Körpers genießen

Im jetzigen Zustand bist du nicht reif genug, um das Chaos, den Kosmos innerhalb deines Körpers auszuhalten. Du musst das Chaos in eine Ordnung bringen, denn du bis nicht imstande, den Kosmos zu handhaben, wie er wirklich ist. Der sechs Fuß große Körper ist nicht reif genug, um dem Chaos so zu begegnen wie es ist, den Kosmos so zu erfahren und genießen, wie er ist.

Wenn der Körper, der Verstand und das Gehirn erwachen, werden sie darauf eingestellt, den Kosmos so zu erfahren, wie er ist und das ist lebendige Erleuchtung.

Dafür müssen Körper, Verstand und Gehirn vorbereitet werden. Der Körper kann mit Techniken vorbereitet werden.

Der Verstand funktioniert ähnlich wie eine Software. Er besteht aus einem bewussten und einem unbewussten Teil. Der bewusste Teil kann durch Lehren geläutert werden, indem falsche Vorstellungen entfernt und durch klare und korrekte Ideen ersetzt werden. Der unbewusste Teil des Verstandes kann durch Meditationstechniken gereinigt werden.

Um jedoch eine dauerhafte Änderung der Software zu erreichen, muss sich auch die Hardware ändern. Deine Nervenbahnen müssen geändert werden, damit du imstande bist, die Erfahrung der lebendigen Erleuchtung auszuhalten und sie auszustrahlen. Dies kann durch Initiation geschehen – durch die Berührung des Meisters. Initiation heißt, dass die Energie direkt auf dich übertragen wird und dadurch ein Prozess in Gang gesetzt wird, bei dem unterschiedliche Dimensionen von dir langsam wach werden.