KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Philosophiere nicht - öffne dichSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Philosophiere nicht - öffne dich

Das Problem ist, dass wir uns praktisch alle zu Philosophen entwickelt haben. Wir verstehen nicht, dass das Leben nicht Philosophie ist. Es ist spontan fließende Energie. Es ist jeden Moment neu. Philosophie beschäftigt sich nur damit, dieselben alten Sachen auf eine verschiedene Weise zu wiederholen, das ist alles. Es gibt nichts Frisches darin. Das Leben ist jeden Moment neu und frisch. Philosophie aber beraubt das Leben seiner Frische.

Eine kleine Geschichte: In einem Land wurden zehn Philosophen in ein Gefängnis gebracht und alle zusammen in eine Zelle gesteckt. Sie beschlossen, dass sie irgendwie aus dem Gefängnis flüchten sollten. Sie setzten sich und machten einen großen Plan. Sie besorgten sich einen Abdruck des Gefängnisschlüssels und irgendwie schafften sie es ein Duplikat anzufertigen.

Schließlich einigten sie sich auf das Datum der Flucht, welche bis ins Detail geplant war. In der Fluchtnacht sollten zwei von ihnen zum Eingangstor schleichen, das Tor mit dem Duplikat öffnen und den anderen ein Signal geben. Die anderen würden flüchten und die beiden würden ihnen folgen, nachdem sie das Tor wieder hinter sich geschlossen hätten.

Der Tag der Flucht kam und in der Nacht gingen zwei von ihnen weg um das Tor zu öffnen. Der Rest wartete auf das Signal. Sie warteten und warteten, es gab aber kein Signal. Drei Stunden vergingen, als die beiden plötzlich zurückkamen und sagten: " Wir müssen unseren Plan zu flüchten aufgeben. Der Plan kann heute nicht ausgeführt werden, es ist etwas Unvorhergesehenes dazwischengekommen. Wir müssen einen anderen Tag finden."

Die anderen fragten. "Warum? Was ist passiert?"

Sie antworteten: "Was sollten wir denn machen? Die blöden Wachen haben vergessen das Tor abzuschließen!"

Diejenigen, die philosophieren sind mit allem Neuen überfordert. Sie begegnen allem mit derselben geistigen Einstellung. Sobald es eine Änderung oder eine neue Situation gibt, können sie nicht in einer kreativen Weise damit umgehen, weil sie nicht offen sind. Sie sind wie ein geschlossener Kreis.

Auch wir sind wie Philosophen geworden im Umgang mit unserem Leben. Wir stecken in Verhaltensmustern der Vergangenheit fest. Wir befinden uns nie im gegenwärtigen Moment. Sobald etwas Neues geschieht, wissen wir nicht mehr weiter. Mit Philosophie hast du fixe Ideen, du wirst sehr bestimmend und dominant. Wenn du zu dominant bist, kannst du nicht lieben. Dominanz beinhaltet eine gewisse Aggressivität, die der Liebe keinen Raum gibt. Wenn du dir zu sicher bist und ausgefüllt bist mit vorgefassten Ideen, wo bleibt dann der Raum, in dem die Liebe eindringen könnte? Liebe benötigt viel Raum, um blühen zu können.

Mit Philosophie gibt es für die Liebe keinen Platz, um sich in ihrem elementaren Zustand zu entfalten. Es ist ungefähr so: Falls du wirklich den Geschmack von Nektar erfahren möchtest, wäre das mit ein paar Vorstellungen darüber möglich? Nein! Du musst den Nektar selbst kosten, ihm Raum in dir geben, ihm erlauben dich auszufüllen und sich in seinem elementaren Zustand zu entfalten. Dann wirst du seinen Geschmack kennenlernen. In der gleichen Weise werden dir nur die Ideen keine große Hilfe sein, um Liebe zu erfahren. Du musst ihr erlauben, in deinem Inneren ihren elementaren Zustand zu entfalten. Dann wirst du sie kennenlernen. Gib ihr Platz in deinem Herzen, nicht in deinem Kopf! Entschließe dich, von nun an in deinem Herzen zu leben; dann wird sie wachsen und gedeihen.

Was einst ein Misserfolg innerhalb des Kopfes war, kann zu einem Erfolg innerhalb des Herzens werden! Liebe ist wirklich ein Erfolg des Herzens, den jedes Individuum erfahren sollte. Es ist einfach im Kopf zu leben. Dort befindet sich letzten Endes ein altbekannter und banaler Intellekt. Es braucht Mut ins Herz hinunterzusteigen, weil es mit dem Herzen nichts Altbekanntes gibt, alles ist frisch. Auf der Ebene des Kopfes hast du eine solide Identität und vertraute Muster. Auf der Ebene des Herzens gibt es keine Identität und keine Muster. Es ist wie ein offener Raum. Um in ihn einzutreten brauchst du ungemein viel Mut. Deshalb macht Liebe vielen Menschen Angst. Es ist eine unbekannte Zone. Mit dem Kopf gibt es eine behagliche Vertrautheit.

Das Ego trennt – Liebe verbindet

Der Kosmos ist wie ein großer Ozean und wir alle sind ein Teil davon. Wir sind eins mit dem Ozean, nicht individuelle Tropfen im Ozean. Wenn wir denken, wir sind ein individueller Tropfen, fühlen wir uns in unserem Körper und unseren Gefühlen abgetrennt. Diese Abtrennung ist es, was als Ego bezeichnet wird. Nun werden wir getrieben von "Ich" und "Mein". Solange diese Trennung besteht, können wir die Energie des Ozeans, welche Liebe ist, niemals erfahren. Wir erfahren nie diese bedingungslose und überströmende Liebe. Solange wir ein Tropfen im Ozean bleiben, sagen wir "Nein"

zum Leben. Wir können weder lieben noch vertrauen. Wir fühlen uns auch nicht glücklich, weil Glück nur für jene möglich ist, die lieben und vertrauen können. Es zeigt sich nur jenen, die wissen, wie man sich als Teil des Ozeans fühlt. Glück ist für uns nur möglich, wenn unser Herz "Ja" sagt, wenn das "Nein" völlig aus unserem Dasein verschwindet. "Nein" ist Finsternis, "Ja" ist Licht, "Nein" ist Ego, "Ja" ist Ego - losigkeit.

"Nein" ist der Ausdruck einer unbewussten Person, "Ja" ist der Ausdruck einer bewussten Person. Alle Konflikte, alles Leiden in unserem Leben wurzelt in unserem Nein sagen. "Nein" bedeutet Kampf, Krieg gegen die Existenz. "Ja" ist Liebe, Frieden mit der Existenz. "Ja" ist eine tiefe Vereinigung mit dem Ozean, mit der Totalität, die wir wirklich sind. Glück ist ein anderer Name für dieser Vereinigung, dieser Harmonie.

Der Weg, glücklich zu werden, besteht darin sich im Ozean aufzulösen, nicht ein Tropfen zu sein. Ein Tropfen zu sein, bedeutet ein Hindernis zu sein. Ein Tropfen zu sein, heißt mit einem Ego zu sein. Das Ego ist die Wurzel allen Elends. Wenn das Ego abwesend ist, strömt das Glück aus allen Ecken und Enden der Existenz zu uns, als ob es nur darauf gewartet hätte, bis das Ego verschwindet.

Ego ist Bewusstsein in einem eingeschlossenen Zustand. Alle Fenster und Türen sind versperrt. Das Leben selbst wird isoliert und eingekapselt. Unser Ego umgibt uns wie eine Kapsel. Unser Ego gleicht einer versiegelten Kapsel, es gibt nicht die kleinste Öffnung, durch die irgendetwas eindringen könnte. Sie verschließt sich aus Angst und schrumpft. So erzeugen wir Elend für uns selbst.

Liebe heißt mit der Existenz zu fließen, völlig eins mit ihr zu sein. Ego ist wie Eis, Liebe ist wie Wasser. Nur wenn wir flüssig sind, werden wir Teil des Ozeans. Dann haben wir keine privaten Ziele oder Pläne. Wenn wir nur dem Plan des gesamten Kosmos folgen, ist jeder Moment voller Glück und unglaublich ekstatisch.

Es ist eine unglaublich tiefe Freude, einfach zu existieren und sich vom Leben treiben zu lassen. Nur "da sein" genügt. Wir müssen aber sensibel genug sein, um diese Freude, einfach da zu sein, zu fühlen. Dazu müssen wir sprichwörtlich Fühler in uns wachsen lassen. Diese Fühler sind das, was wir Liebe nennen. Liebe spürt diese Freude, einfach da zu sein. Wenn du die Fühler der Liebe wachsen lässt, besteht das Leben nicht mehr aus unabhängigen Gedanken, sondern wird zu einem kontinuierlichen Gefühl. Dann beginnt sich das Ego aufzulösen. Wenn wir einmal vom Denken zum Fühlen übergegangen sind, bleibt nur mehr ein weiterer Schritt, und zwar vom Fühlen zum Sein und der ist sehr einfach.

Der erste Schritt vom Denken zum Fühlen ist schwierig. Und zwar deshalb, weil uns das Ego antrainiert hat, soviel zu denken. Der zweite Schritt geschieht fast automatisch. Es gibt dabei nichts, was wir tun müssen, damit es geschieht. Zwischen Fühlen und Sein besteht überhaupt keine Distanz. Es kann jeden Moment geschehen. Der Poet kann jeden Moment zum Mystiker werden. Er ist fast schon dort. Das wahre Problem ist, wie wir aus unserem Denken herauskommen und mehr und mehr zum Fühlen gelangen.

Folge einfach deinem Herzen. Liebe einfach mehr, das ist alles! Fühle mehr! Freue dich mehr, damit du dein Herz nähren kannst. Beobachte den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang, die Wolken, den Regenbogen, Vögel, Tiere, Blumen, Steine und Menschen. Schau in deren Augen. Die Existenz hat so viele Facetten. Betrachte jede Facette wie ein Poet. Preise sie! Fühle sie! Sei ekstatisch! Erweitere dein Bewusstsein und erfahre jedes einzelne Detail der Existenz mit Liebe! Allmählich verliert das Ego seinen Halt und verschwindet.

Die einzige Barriere für die Liebe ist Angst. Da wir uns in der Liebe in eine Art von Verschmelzung begeben, bekommen wir es mit der Angst zu tun. Die eigentliche Basis unseres Egos wird bedroht. Ego ist Absonderung, Liebe ist Verschmelzung. Die Angst, die wir spüren ist die Angst des sich auflösenden Egos. Sei gelassen dieser Angst gegenüber, sie wird für eine Weile rumhängen. Wenn wir sie einfach ignorieren, wird das Ego uns verlassen. Es ist ein großer Tag, wenn uns die Angst verlässt, das Ego zu verlieren. Von da an ist das Wachstum unkompliziert und spontan. Dann sind wir nicht, nur Liebe ist.