Meine Todeserfahrung
Ich will nun von meiner eigenen bewussten Todeserfahrung in Varanasi berichten.
Ich hatte schon immer den Wunsch, dem Tod direkt ins Auge zu schauen und eine direkte Todeserfahrung zu haben. Aber irgendwie wurde dieser Gedanke nie zur ersten Priorität. Für jede Erfahrung, die geschehen soll, muss der dazu gehörige Gedanke absoluten Vorrang bekommen. Er sollte sich nicht irgendwo Rande deines Bewusstseins aufhalten.
Gewöhnlich befinden sich auf unserer Prioritätenliste Dinge, wie Waschen, Putzen, Miete und Telefonrechnung zahlen und schließlich, sollte es die Zeit erlauben, auch Erleuchtung! Nein! Erleuchtung geschieht nicht auf diese Art. Nur wenn sie zur ersten Priorität wird, wenn der Drang danach unbändig wird, wenn sich alles andere unterordnet und anpasst, wird es geschehen. Es verhält es sich nicht nur im Falle der Erleuchtung so, sondern auch bei allen anderen Dingen.
Verstehe, solltest du dich beschweren, dass die Dinge nicht wahr werden, die du möchtest, liegt das daran, dass sie nicht den ersten Platz in deiner Prioritätenliste einnehmen. An nichts anderem. Nichts und niemand anderes sollte dafür verantwortlich gemacht werden. Du wirst sehen, dass in dem Moment, in dem der Wunsch zu deiner obersten Priorität wird, ein Wechselspiel von Energien entsteht und er sich irgendwie realisiert. Bis dahin wird der Wunsch auf dich warten, das ist alles. Der Wunsch einer Todeserfahrung war nicht meine oberste Priorität und daher konnte ich ihn nicht verwirklichen.
In den Tagen meiner Wanderschaft führte mich mein Weg auch nach Varanasi, der heiligen Stadt der Hindus, die täglich von rund 200.000 Pilgern besucht wird. In dieser Stadt gibt es an den Ufern des heiligen Flusses Ganges einen Ort namens Manikarnika Ghat, wo täglich an die 100 Leichen verbrannt werden. Es ist ein traditioneller Glaube, dass jemand, der an diesem Ort stirbt oder dessen Leiche dort verbrannt wird, auf der Stelle erleuchtet und befreit wird.
Es handelt sich dabei nicht nur um einen traditionellen Glauben. Der erleuchtete Meister Ramakrishna Paramahamsa selbst bestätigt dies mit seiner eigenen Erfahrung. Er sagte: "Ich sah ganz klar Shiva selbst in der Nähe jedes brennenden Körpers. Ich sah, wie er sich jeder einzelnen Seele annahm, sie vom Körper-Verstand-Komplex abkoppelte und befreite!" Daher kann man nicht behaupten, dass es sich nur um einen mythologischen Glauben handelt. Es ist die solide Erfahrung eines erleuchteten Meisters.
Ich hatte das Glück, das Manikarnika Ghat zu sehen. Angeblich sind die Leichenfeuer dort seit zweitausend Jahren nicht erloschen. Ob es regnet, die Sonne scheint oder ob es eine Flut gibt, die Leute zünden nie ihr eigenes Feuer an, wenn sie die Körper ihrer Angehörigen nach Manikarnika Ghat bringen. Das Feuer brennt bereits und jeder kann damit den toten Körper anzünden. Das ist alles. Das Feuer verbrennt einfach die Leichen in der Reihenfolge ihrer Ankunft. Wegen der Vielzahl der ankommenden Leichen kommt es vor, dass zwei oder drei Leichen gleichzeitig verbrannt werden.
Abends kommen besonders viele Leichen. Die Verstorbenen werden in Trauerprozessionen von den Angehörigen gebracht. Vom Haus des Verstorbenen ausgehend singen sie unterwegs Mantras, wie: "Ram naam satya hai, Ram naam satya hai (Ramas Name ist die höchste und ewige Wahrheit.) Meist erreichen sie erst gegen Abend Manikarnika Ghat.
Die Szenerie vor Ort, die Eindrücke, die auf einen einwirken, sind unbeschreiblich. Man muss es selbst gesehen und erlebt haben!
Um ehrlich zu sein, durch die bloße Anwesenheit wich die letzte Angst vor dem Tod aus meinem System. Man sieht so viele Leichen, die rund um die Uhr verbrannt werden und man fühlt: "Auch mich wird eines Tages dasselbe Schicksal ereilen…In Ordnung, so ist das Leben." Das ist alles! Es gibt so viele Leute, die dir Gesellschaft leisten! Es ist wie ein weiterer Trip, den man unternimmt, nicht mehr. Man fühlt sich überhaupt nicht einsam, was den Tod anbetrifft.
Im Normalfall sieht ein Mensch in seinem ganzen Leben nur eine oder zwei Leichen, die verbrannt werden und so bleibt die Angst vor dem Tod bestehen. In Manikarnika Ghat gibt es keine Zeremonien. Die Angehörigen bringen den Körper zum Ganges, tauchen ihn dreimal in das Wasser und nebenbei rezitieren sie Mantren. Vom Wasser geht es dann direkt zum mittlerweile aufgeschichteten Holzhaufen, auf dem die Leiche verbrannt wird und damit hat es sich!"
Merkwürdigerweise bleiben die Verwandten nicht länger für weitere Rituale. Nachdem sie den Körper in den Ganges getaucht und auf dem Holzstapel platziert haben, gehen sie einfach weg, fertig. Die Betreuer des Platzes kümmern sich um den Rest. Keiner weiß, wie lange es dauert, bis der Körper komplett verbrannt sein wird. Es gibt meist eine Warteschlange und so fehlt es nie an Nachschub für das Feuer.
Ich dachte für mich: "Ich will hier sitzen bleiben und schauen was passiert. Ich saß direkt neben dem Ghat. Innerhalb einer Stunde fühlte ich, dass der Tod nicht mehr ein seltenes Ereignis ist, das ab und zu irgendeinen Verwandten oder Bekannten traf. Ich saß dort und sah wie ein Körper nach dem anderen angeliefert wurde. Es war wie jede andere Warteschlange auch. Körper von Männern und Frauen in allen Größen, jeglichen Alters und aus allen Kasten kamen, um vom selben Feuer verzehrt zu werden.
Wenn du tagelang nichts anderes tust, als zuzusehen, wie tote Körper verbrannt werden, verlierst du den Respekt vor dem Tod! Im jetzigen Zustand hast du zu viel Respekt und zu viele Ideen vom Tod. Das ist das Problem. Der Tod ist in Wahrheit nichts anderes, als dies: Der Atem, der in den Körper hineingeht, kommt nicht mehr heraus, das ist alles. Da kann nicht viel getan werden, man kann ihn weder zurückspulen noch vorspulen.
Während ich diese Szenen beobachtete, verschwand auch die letzte in mir verbliebene Furcht vor dem Tod und es machte mir sogar Spaß, dem Treiben zuzuschauen. Ich gesellte mich zu den Leuten, die sich um das Feuer kümmerten und begann ihnen zu helfen. Dabei dachte ich mir: "Schlussendlich wird auch mein Körper genauso im Feuer landen und verbrennen."
Wenn du dich erinnerst, dass der Tod auch dich betrifft, wird der Respekt, den du für dein Ego hast, kleiner werden. Denn immer dann, wenn du denkst, dass dich irgendetwas nicht verlassen sollte, ist es nur das Ego, nichts anderes. Wenn du dir sicher bist, dass dich alles verlassen wird, dann sinkt der Respekt vor dem Ego drastisch. Der Respekt, den ich vor meinem Ego hatte, fiel einfach von mir ab.
Dann fasste ich einen Entschluss: "Der Tod ist unausweichlich. Entweder sollte ich ein bewusstes Todeserlebnis eben jetzt haben und den Rest meines Lebens ohne Angst vor dem Tode verbringen oder ich sollte richtig sterben." Ich beschloss, den Tod auf die eine oder andere Weise kennen zu lernen.
Ganz in der Nähe befand sich ein kleiner Shiva-Tempel mit einem kleinen Turm. Ich bestieg den Turm, in dem ich ungestört sitzen konnte. Ich saß nun in diesen Turm und beobachtete weiter, wie eine Leiche nach der anderen verbrannt wurde.
Ich erinnere mich noch genau, wie es bei mir klickte, wie ich blitzartig von einer tiefen Einsicht getroffen wurde, die der Auslöser für die Erfahrungen war, die darauf folgten.
Die Leiche einer älteren Frau wurde verbrannt. Sie war ziemlich dick. Nachdem sich ihre Kleider in Rauch auflösten, begann das Fett, das sich unter der Haut befand, zu schmelzen und sich zu verflüssigen. Entschuldigt bitte die realistische Beschreibung, aber dies ist die Schlüsselszene mit der mein Erlebnis seinen Lauf nahm! Genau als das Feuer durch das schmelzende Fett heftig aufflackerte, klickte es plötzlich in mir: "Mein Gott! Ja, genau das gleiche wird auch mit diesem Körper passieren!"
Dieser Klick, diese spontane Erkenntnis löste eine tiefe, unbeschreibliche Todesangst in mir aus, die sich über meinen gesamten Körper ausbreitete. Ich begegnete der Angst mit vollem Bewusstsein. Ich konnte genau sehen, wie sich die Angst im ganzen Körper ausbreitete und als die Angst auf mein Bewusstsein traf, wurde dieses Zusammentreffen zur Todeserfahrung. Ich ging bewusst in meinen eigenen Tod - und kam wieder heraus.
Verstehe, immer, wenn du deine Angst unterdrückst, bleibt sie in dir. Immer, wenn du Angst hast und der Angst nicht bewusst ins Gesicht schaust, wird sie zum Auslöser eines panischen Zustandes, unter dem du zusammenbrichst und dein ganzes Nervensystem erschüttert wird. Stellst du dich bewusst der Angst bewusst wird sie zum Auslöser einer bewussten Todeserfahrung, das ist alles.
Ich war in der Lage, die aufsteigende Angst genau zu betrachten. Als ich ihr ganz bewusst entgegentrat, wurde sie zu meiner Todeserfahrung. Der Körper war tot, er bewegte sich nicht.
Zweieinhalb Tage lang verbrachte ich ohne Essen, ohne Wasser, ohne Gedanken, ohne Fragen, ohne Zweifel. Nur der Körper war da. Erst als die Erfahrung vorüber war, wurde mir bewusst, dass ich so für zweieinhalb Tage gesessen bin! Mit geschlossenen Augen konnte ich sehen, dass der Körper tot war. Es gab nicht die geringste Bewegung. Plötzlich, nach zweieinhalb Tagen klickte es noch einmal: "Mein Gott! Der Körper ist tot, ich aber existiere! Ich bin da!" Als sich dieses Verständnis in mir festsetzte, entwickelte sich dieses Verständnis zu einer unheimlichen Ekstase in mir! Die Angst vor dem Tode hatte mich ein für alle Mal verlassen.
Ich befand mich in einer so tiefen Ekstase, so einer Freude, so einer Glückseligkeit. Langsam öffnete ich meine Augen und ich konnte meinen Körper bewegen. Das erste, was ich fühlte, war überwältigende Ekstase und Dankbarkeit. Ich ging hinunter zum Ganges, schüttete etwas Wasser auf meinen Kopf, füllte mein Kamandalu mit Wasser, nahm etwas Asche von der Feuerstelle und begab mich zum Kashi Vishwanath Tempel. Ich ging hoch zum Shivalingam, brachte die Asche als Opfer dar und verrichtete Puja mit einer unermesslichen Dankbarkeit. Ich sah, dass Vishwanath wirklich lebendig war!
Verstehe, da ich starb, wurde Vishwanath lebendig! Bis zum Tag davor, als ich noch lebte, war Vishwanath nur ein gewöhnlicher Stein. Ich hatte immer das Gefühl, dass es schiere Dummheit war, dass jeden Tag tausende von Menschen von soweit herkamen, nur um diesen Stein zu berühren. Ich dachte immer, dass die Vishwanath - Gottheit nicht mehr als ein gewöhnlicher Stein war. Ich fühlte so, weil ich immer noch lebendig war. Nach meinem Tod konnte ich ganz klar erkennen, dass der Stein lebendig war!
Nur einer kann lebendig sein, entweder er oder du. Wenn du die Wahrheit siehst, wird er lebendig. Du lebst nicht mehr in der Form, wie du dir das jetzt vorstellst. Die Angst vor dem Tod verließ mich ein für alle Mal. Das war eine meiner nachhaltigsten Erfahrungen. Sie transformierte mich und war verantwortlich dafür, dass ich mich auf die Suche nach der ultimativen Erfahrung der Erleuchtung begab.
Ganges – von allen Hindus verehrter Fluss, an dessen Ufer vom Himalaya bis zum Golf von Bengalen viele Pilgerstätten liegen.
Ramakrishna Paramahamsa – erleuchteter Meister aus Bengalen, lebte im 19. Jahrhundert. Seine Wirken wurde von Vivekananda im Westen bekannt.
Shiva – erleuchteter Meister und Gott der Veden. Das Wort bedeutet buchstäblich "grundlose Vorsehung"
Kamandalu – Wassergefäss der Hindumönche
Shivalingam – länglicher aufgerichteter Stein in Hindutempeln. Symbol des maskulinen Prinzips
Leben und Tod, Wachen und Schlafen
Was geschieht zum Zeitpunkt des Todes?
Nur ein erleuchtetes Wesen, eine Person, die bewusst den Tod durchlebt hat und erneut zurückgekommen ist, kann genau erklären, was während des Todes vor sich geht.
Wir haben nicht nur einen Körper. Der physische Körper ist nur einer von sieben Körpern, die wir haben. Nur der grobe, physische Körper kann in Raum und Zeit gesehen und gefühlt werden. In Wirklichkeit haben wir aber sieben Körper oder Schichten, in denen wir existieren. Da diese Körper feinstofflicher Natur sind, können sie von unseren Sinnen nicht wahrgenommen werden.
Hier eine einfache Darstellung der sieben Körper.
Jeder einzelne Körper beinhaltet ein entsprechendes Gefühl. Der pranische Körper zum Beispiel beinhaltet alle Wünsche, die im Leben aufkommen können. Der mentale Körper enthält alle Schuldgefühle. Der ätherische Körper speichert alle mentalen Schmerzerfahrungen, die du während deines Lebens sammelst.
Der Geist muss beim Verlassen des Körpers alle sieben Körperschichten durchwandern. Der physische Körper wird sterben, aber die verbleibenden sechs Körper sterben nicht vollständig. Alle Wünsche, die du im Leben nicht erfüllen konntest, halten sich im pranischen Körper auf. Auch wenn der physische Körper stirbt, heißt das nicht, dass auch der pranische Körper stirbt. Verlässt die Lebenskraft den pranischen Körper, erfährt das Sein unermessliche Schmerzen.
Wenn du den physischen Körper verlässt, wird dein Bewusstsein vom Körper losgerissen und du fällst umgehend ins Koma. Nach Ansicht der Ärzte ist das Koma ein automatischer Betäubungsmechanismus, der aktiviert wird, wenn der Schmerz zu intensiv wird.
Bewegst du dich von der ersten in die zweite Schicht, kommen alle unerfüllten Wünsche, alle unerfüllten Lebensträume in dir hoch. In dem Moment ist es dann ungefähr so, wie wenn in einem Raum zehn Leute herumstehen und auf einen Fußball eintreten. Was geschieht? Genauso wie der Ball von Ecke zu Ecke getreten wird, so wird dein Bewusstsein von allen Seiten getreten. In jeder Ecke steht irgendein Wunsch und tritt los. Beim Versuch des Bewusstseins, den Körper zu verlassen, wird es von den Wünschen wieder gezwungen, in den Körper zurückzukehren, damit sie von diesem weiterhin genossen und erfüllt werden können.
Auf der einen Seite zwingen dich deine Wünsche wieder in deinen Körper einzutreten, damit du sie ausleben und genießen kannst. Auf der anderen Seite sagt dein Körper: "Nein! Genug! Ich bin müde! Du kannst nicht mehr in mir wohnen, bitte verschwinde." Das bewirkt das Hin- und Hergerissensein während des Sterbens. Es ist nur eine Auseinandersetzung zwischen deinen Wünschen und deinem Körper.
Irgendwie schaffst du es, dich vom pranischen Körper zu entfernen und in den mentalen Körper einzutreten. Beim Eintritt in den mentalen Körper, kommen alle deine Schuldgefühle hoch. Schuldgefühle wegen deiner Lebensweise, die nicht so war, wie du dir das vorgenommen hast, Schuldgefühle und Bedauern über Fehler, die du gemacht hast.
Wünsche beziehen sich auf die Zukunft und Schuld auf die Vergangenheit. In Wirklichkeit aber sind beide ein und dasselbe. Der Weg, auf dem wir leben möchten ist Wunsch und der Weg, den wir leben wollten, aber nicht gelebt haben, ist Schuld. Schuld bedeutet lediglich unsere vergangenen Entscheidungen mit verbesserter Intelligenz zu betrachten. So bewegst du dich Schritt für Schritt durch die verschiedenen Körperschichten.
Je weniger unerfüllte Wünsche, umso leichter ist der pranische Körper und umso leichter ist es, diesen Körper zu verlassen. Auf ähnliche Weise ist es leichter, den mentalen Körper zu verlassen, wenn er leichter ist.
Wenn die Wünsche, Schuld und Schmerzen weniger intensiv sind, hast du nicht nur einen leichteren Tod, sondern du kannst auch mit Würde altern. Altern mit Würde ist das, was Vanaprastha Sannyas bedeutet. Am Ende seines Lebens die Möglichkeit zu haben, ein erfülltes Leben zu führen, ist das unschätzbare Geschenk von Vanaprastha Sannyas.
All unsere Schuld, die wir in den vergangenen Geburten angesammelt haben, erhebt sich bei unserem Durchgang durch den mentalen Körper. Als nächstes betreten wir den ätherischen Körper, mit dem unser Leiden in Beziehung steht. Alle Leiden, durch die wir in unserem Leben hindurchgegangen sind, sind hier gespeichert.
Die ersten vier Körper sind mit dem physischen Körper-Verstand-System verbunden. In ihnen sind all die Engramme bezüglich Wünsche, Schuld und Schmerzen gespeichert. Der fünfte Körper, der Kausalkörper wird im Tiefschlaf und im Tod erfahren. Der sechste Körper ist mit glücklichen Erinnerungen assoziiert und der siebte Körper befindet sich jenseits von Trauer und Glück, er ist das höchste Bewusstsein.
Auch das Festhalten an glücklichen Erinnerungen bringt uns zurück in den Kreislauf von Leben und Tod. Der Wunsch mehr und mehr glückliche und freudvolle Ereignisse zu erleben, zieht uns zurück und wir müssen weitere Geburten durchlaufen.
Glücklich sein ist ein zeitliches Gefühl, das vom Verstand erzeugt wird. Glückseligkeit ist die wahre Realität. Es ist der grundlose, nicht endende Fluss von spontaner Energie, Freude und Wohlwollen in dir. Es ist wie eine Quelle in dir, die ständig und ohne Grund sprudelt.
Der Grund, dass deine Lieblingsschokolade dich glücklich macht, liegt in Wirklichkeit darin, dass sie als Auslöser dient, um dich in den Raum der Glückseligkeit zu versetzen, der deine wahre Natur ist. Aber du schiebst die Ursache des Glücks auf die Schokolade, das äußere Objekt. Das Glück ist da, weil du für einige Momente einen direkten Kontakt zur Glückseligkeit herstellst.
Je reiner die verschiedenen Körper sind, umso leichter sind sie und umso leichter ist es für die Lebenskraft, den Körper zu verlassen. So wie sich die Schale einer reifen Banane leicht abnehmen lässt, so bewegt sich die Lebensenergie geschmeidig aus dem Körper.
Vanaprastha Sannyas – die dritte Lebensphase in der vedischen Tradition, in der die Eheleute sich um das Erreichen spiritueller Ziele kümmern.
Der Tod passiert täglich
Von den sieben Körpern kollabieren die ersten vier Körper, der physische, der pranische, der mentale und der ätherische Körper jeden Tag in den Kausalkörper, wenn du einschläfst. Die Dunkelheit des Kausalkörpers erfährt man im Zustand des Tiefschlafs. Der Kausalkörper wirkt jeden Tag wie ein Jungbrunnen auf dich. Bis du den fünften Körper überschreitest, passiert dieser todesähnliche Prozess jeden Tag, immer wenn du einschläfst.
Der Todesprozess ist abgeschlossen, sobald der scheidende Geist die fünfte Schicht, den Kausalkörper verlässt und in die sechste Schicht, den kosmischen Körper eintritt.
Muss die Lebenskraft nicht einen anderen Körper suchen, um die verbliebenen Wünsche zu erfüllen, tritt sie in den nirwanischen Körper ein. Das bedeutet Erleuchtung. Muss die Lebenskraft zurückkommen, um sich wieder zu verkörpern und die Wünsche zu erfüllen, ist es Tod.
Die Welt im Wachzustand im Vergleich zur Traumwelt
Trittst du in den Traumzustand ein und beginnst zu träumen, dann verwandelt sich die gesamte Welt, die du vorher im Wachzustand erlebt hast, in Schwarzweiß. Du vergisst die gesamte Welt des Wachzustandes und siehst die Traumwelt sehr realistisch, in leuchtenden Farben. Kommst du aus dem Traum wieder heraus, wird diese gesamte Welt, zu der du aufwachst, wieder in vier Dimensionen, in Raum und Zeit erfahren.
Jetzt, in deinem physischen Körper und im Wachzustand, erlebst du diese Welt in 4-D, in Farbe. Befindest du dich im Traumzustand, erlebst du die Traumwelt in 4-D. Erwachst du vom Traum, erscheint die Traumwelt nur mehr schwarzweiß und diese Welt wird wieder in 4-D gesehen.
In derselben Weise, wenn du dich vom physischen Körper weg und zum pranischen Körper hin bewegst, d.h. zum Zeitpunkt des Todes, wird diese ganze physikalische Welt unrealistisch und nur mehr in schwarzweiß gesehen. All deine Errungenschaften und Erfolge, dein Stolz, deine Anstrengungen, deine Trauer, dein Glück, alles wird nicht länger auch nur die geringste Bedeutung für dich haben und wird nur mehr in schwarzweiß vor dir erscheinen. Du wirst dich verwundert fragen. " Warum hab ich mir diese ganze Arbeit angetan? Warum habe ich das für die Grundlage meines Lebens gehalten?"
Lasst mich erklären, warum das geschieht. Wenn du lebst, investierst du in deine Persönlichkeit. Du hast deine Persönlichkeit auf Säulen gebaut wie Geld, Ansehen, Beziehungen, Familie und Freundes - und Bekanntenkreis.
Wenn du den physischen Körper verlässt, werden diese Säulen, diese Fundamente total erschüttert, dann kannst du deinen Namen nicht mehr ins Scheckbuch schreiben. Du hast keinen Zugriff mehr auf dein Bankkonto. Dein Auto nutzt dir nichts mehr. Höchstens das Rettungsauto ist noch von Nutzen!
Nur deine bewussten Augenblicke können mit dir mitkommen. Was immer als Fundament für dein Sein gedient hatte, wird erschüttert werden. Wird das Fundament zerstört, hast du natürlicherweise nichts mehr, an dem du dich festhalten kannst.
Im jetzigen Zustand erscheint diese gesamte Welt in 4-D. All dieses Gerede über Spiritualität, Meditation, Wachstum des inneren Seins, Bewusstsein usw. erscheint nur verschwommen in Schwarzweiß. Das ist der Grund, warum Leute die ich zur Meditation einlade, antworten: "Ich habe keine Zeit zum Meditieren, lass mich all meine Arbeit beenden und dann komme ich vielleicht. Ich habe noch einige Jahre, um es mir zu überlegen."
Sei dir im Klaren, sage nie. "Ich habe keine Zeit zum meditieren. Sei aufrichtig zu dir selbst und sage: "Ich fühle, dass Meditation zum jetzigen Zeitpunkt nicht so wichtig ist in meinem Leben." Dann bist du wenigstens ehrlich. Aber wenn du sagst, dass du keine Zeit hast, dann machst du dir nur selbst etwas vor. Alle Menschen haben 24 Stunden am Tag zur Verfügung, um das zu tun, von dem sie glauben, es tun zu müssen. Es ist nicht so, dass die wenigen, die meditieren, arbeitslos sind. Es ist nur eine Frage der Priorität, was du in deinem Leben wirklich willst. Wenn Spiritualität und Meditation dir in diesem Moment als schwarzweiß erscheinen, wirst du deine Energie nicht in diesen Gebieten investieren, das ist alles.
Materielle Welt und Spiritualität sind die zwei Dimensionen in denen wir uns jetzt befinden. In diesem Moment ist es so, dass alle Säulen
mit denen wir unsere Persönlichkeit aufbauen, auf den Fundamenten der materiellen Welt ruhen, die in 4-D erscheint. Keine Säule basiert auf Bewusstsein oder unserem inneren Raum. Unsere ganze Persönlichkeit ist nur auf der äußeren Welt aufgebaut - unser Ansehen, was die Gesellschaft über uns sagt usw. Wenn alle der Meinung sind, dass wir großartig sind, denken wir, dass wir großartig sind. Wenn alle sagen, du bist ein Nichtsnutz, denkst auch du, dass du zu nichts taugst und fällst in eine Depression.
Deshalb basiert nicht eine einzige Säule unseres Bauwerks, unseres inneren Kerns oder unseres Seins auf Spiritualität. Die gesamte Struktur basiert auf der äußeren Welt. Wenn diese Säulen erschüttert werden, leiden wir schrecklich darunter. Hätten wir nur eine Säule, die auf unser Bewusstsein gegründet ist, könnten wir uns auf diese verlassen und aufrecht stehen ohne zu leiden. Wenn wir wenigstens eine Säule bauen, die auf unserem inneren Raum basiert, wird diese Säule in der Zeit unseres Todes in 4-D aufleuchten und uns helfen den Körper auf würdige Weise zu verlassen.
Die Kunst des Sterbens
Es gibt einen schönen Zen-Spruch: "Die Kunst, zu sterben ist das wahre und höchste Wissen, das wir uns im Leben aneignen können."
Eine kleine Zen Geschichte: Eines Tages erklärte ein erleuchteter Meister plötzlich, dass er am nächsten Tag morgens um sechs Uhr sterben wird. Es stimmt, erleuchtete Menschen wissen Bescheid über den Zeitpunkt ihres Todes. Sie können deshalb ihren Tod im Vorhinein bekanntgeben.
Als der Meister seinen Tod ankündigte sagten die Schüler: "Nein, bitte warte noch für zwei, drei Stunden mit dem Sterben, so früh am Morgen ist es viel zu kalt, um die letzten Riten durchzuführen. Warum wartest du nicht noch ein paar Stunden, so dass wir uns vorbereiten können?
Der Meister stimmte ihnen zu und versprach, dass er erst gegen Mittag sterben werde. Exakt um zwölf Uhr mittags grüßte er alle und verließ seinen Körper.
Wünschenswerter Tod
Eine wahre Geschichte:
Der große Hindu Meister Paramahamsa Yogananda ging 1920 nach Amerika und ließ sich dort nieder. Die Art, wie er seinen Körper verließ, ist sehr interessant. Bis zum letzten Moment verrichtete er seine Arbeit, indem er Vorträge hielt und Meditationskurse leitete.
Am Tag als er starb, nahm er an einem Bankett in Los Angeles teil, das zu Ehren des Besuches des damaligen Hindu Botschafters in den USA, Binay Ranjan Sen, gegeben wurde. Am Ende seiner Rede löste er von seinem Körper und starb.
Sein Körper zeigte mehr als zwanzig Tage keine Anzeichen von Verwesung. Kein Verwesungsgeruch kam von seinem Körper. In seiner Autobiographie gibt es eine schöne Beschreibung seines Todes als Anhang. Es war so eine schöne Erfahrung. Sogar der Tod war ein willkommenes Ereignis.
Die Realität ist ein Traum
Deine Augen sind nur ein Instrument. Oft kannst du es beobachten, deine Augen mögen offen sein, aber du registrierst die Szenen nicht, die du siehst.
Erinnere dich einfach, dass du nur durch die Augen siehst. Wenn du mit diesem Bewusstsein die Augen benutzt, wird dir plötzlich bewusst, dass du nur ein Zeuge des Geschehens bist.
Fühlst du, dass du die beiden Augen bist, bist du im Ego gefangen. So lange in deinen Träumen deine Aufmerksamkeit auf die Objekte gerichtet ist, wirst du fortfahren zu träumen. Wenn du deine Aufmerksamkeit auf dich selbst richtest, das heißt von Objekten, dem Gesehenen, zurück zum Sehenden richtest, dann erwachst du.
Im Moment, in dem du verstehst, dass du etwas jenseits deiner Augen bist, ist deine Aufmerksamkeit auf den Sehenden gerichtet. Dann realisierst du, dass diese Welt aus dem gleichen Stoff besteht, wie deine Träume.
So lange du denkst, dass du es bist der sieht, ist deine ganze Aufmerksamkeit auf das Gesehene gerichtet. Das ist es, was ich als Ego bezeichne. Machst du einen Schritt zurück und realisierst, dass du durch die Augen schaust, richtet sich deine ganze Aufmerksamkeit auf den Sehenden. Das ist das was ich als Unschuld bezeichne. Unschuld bedeutet klar zu verstehen, dass, was immer du in der äußeren Welt
wahrnimmst, aus demselben Stoff gemacht ist, aus dem auch deine Träume gemacht sind.
Dies sind die Schritte: Erstens, die Idee zu verinnerlichen, dass alles, was du siehst, ein Traum ist. Zweitens, die Energie, Shakti zu haben, den Traum zu ändern. Drittens, die Intelligenz, Buddhi, zu haben, dass es nur ein Traum ist und es keine Notwendigkeit gibt, ihn zu ändern.