Wie die Upanischad geschieht – jenseits des Gesetzes von Ursache und Wirkung
Wir alle haben vom Kausalgesetz gehört. Lässt man einen Ball fallen, so fällt er nach unten. Erhitzt man Wasser, so verdampft es bei hundert Grad Celsius. Streut man Salz ins Wasser, löst es sich auf. Es ist das Gesetz von Ursache und Wirkung und die Grundlage, auf der die Wissenschaft aufgebaut ist.
Es ist dies aber nicht das einzige Gesetz in der Existenz. Ein anderes, wichtiges Gesetz, das jeden Moment aktiv ist, ist das Gesetz der Intuition oder wie der Psychologe C.G. Jung es nannte, das Gesetz der Synchronizität. Hier gilt nicht, dass etwas geschieht und als Folge davon etwas anderes geschieht. Vielmehr geschieht etwas und gleichzeitig geschieht ein korrespondierendes Ereignis.
Wir sind es gewohnt, die Ereignisse in der Form von Ursache und Wirkung zu interpretieren. Man kann die Relation zwischen der Ursache und dem unmittelbar folgenden Effekt erkennen. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Effekt viel später auftritt und bei denen man nicht mehr imstande ist, die Wirkung von der eigentlichen Ursache abzuleiten. Wirft man zum Beispiel einen Stein ins Wasser eines Teichs, dann sieht man, wie sich als unmittelbare Wirkung davon Wellen ausbreiten. Kommt aber jemand etwas später am Teich vorbei, dann sieht er zwar die Wellen, aber er weiß nicht, was sie verursachte.
Du hast vielleicht solche Fälle in deinem Leben erlebt. Plötzlich hast du Lust auf dein Lieblingsdessert und du willst deine Freundin besuchen, um sie zu bitten, es für dich zuzubereiten. Kommst du dann bei ihr an, ist es bereits zubereitet! Sie fühlte einfach, dass sie das Dessert an diesem Tag machen könnte. Das ist die Macht der Synchronizität.
Zwischen Meister und Schüler passieren solche Sachen noch viel öfter, als bei anderen intimen Beziehungen, wie bei Freunden, Partnern oder Ehepaaren. Die Meister-Schüler-Beziehung ist die innigste und zugleich höchste Beziehung in der Existenz.
Sie ist im höchsten Grade mysteriös, denn sie befindet sich jenseits des engen Bereichs der Logik. Tatsächlich beginnt das Leben eigentlich erst dann, wenn du etwas jenseits der Logik gefunden hast und vom Verstand nicht erfasst werden kann, aber die Schwingungen deines Herzens berührt. Es wischt die Einwände des Verstandes weg, der andauernd kritisieren will.
Der wahre Schüler ist nicht ein Schüler, weil er mit den Worten des Meisters einverstanden ist, sondern weil er sich von dem angezogen fühlt, was der Meister ist. Deshalb beginnt der Schüler nur durch seine Anwesenheit zu Füssen des Meisters mit dessen wunderbaren Rhythmus mitzuschwingen. Das ist die Upanischade. Dies ist wahre Schülerschaft – sich dem Meister zu öffnen, damit seine Liebe in ihn eindringen kann und der Schüler seine Göttlichkeit empfangen kann.
Die Erneuerung von Hardware und Software
Die unbewusste Zone unseres Verstandes ist die Software, die durch Meditation gereinigt werden kann. Die Hardware, das Gehirn selbst, wird durch Darshan oder die Gnade des Meisters so gestimmt, dass sie die neue Software aufnehmen kann.
Wenn du die bewussten und die unbewussten Inhalte mit Hilfe von Meditation reinigst und dich veränderst, kann es sein, dass die Hardware nicht imstande ist von Beginn an die neue Software zu verkraften. Durch den Darshan oder die Segnung des Meisters kann sich auch die Hardware ändern, um mit der Wirkung der neuen Software kompatibel zu sein. Wenn du diese Segnung nicht bekommen kannst, dann kann eventuell auch kontinuierliche Meditation und das Studium heiliger Texte eine Erneuerung der Hardware bewirken.
Wird die neue Software erst einmal installiert, wird auch die alte Hardware langsam erneuert. Wenn du jedoch eine sofortige Änderung der Hardware haben willst, dann ist ein Darshan am besten dafür geeignet. Dabei wird auf direkte und unmittelbare Weise die Hardware verändert.
Es gibt Fälle, bei denen die Hardware verändert wird, ohne dass zuerst eine neue Installation der Software erfolgt ist. Der Betroffene wird dann sofort die Qualitäten der neuen Software ausstrahlen. Das passiert manchmal, wenn sich ein Schüler dem Meister vollkommen öffnet. Manchmal verliebt sich ein Schüler ohne Grund in den Meister. Es kann sein, dass er sich gar nicht sonderlich von den Lehren oder den Meditationstechniken des Meisters angezogen fühlt oder mit ihnen vertraut wäre. Aber er verliebt sich einfach. Wenn er sich ohne einen Grund zu haben, in den Meister verliebt, dann kann der Meister die Hardware zusammen mit der Software ändern. Diese Schüler strahlen dann sofort die Qualität der Lehren und der Meditation aus, ohne dass sie irgendetwas in diese Richtung gelernt hätten.
Im jetzigen Zustand ist sowohl die Hardware als auch die Software auf die äußere, materielle Welt gerichtet. Der bewusste Teil der Software wendet sich durch das Hören der Lehren der inneren Welt zu und der unbewusste Teil der Software beginnt sich durch Meditation umzukehren. Aber auch wenn sich die Software nach innen wendet, wird die Hardware nicht in der Lage sein, mit ihr zu kooperieren. Dann ist es ganz natürlich, dass die Hardware ihre alte Natur behalten will. Wenn die Software aber stark ist, wird sich die Hardware ändern. Unmittelbar nachdem die Lehren gehört und die Meditationen praktiziert wurden, sollte man auch Darshan empfangen, damit sich auch die Hardware ändern kann und die Erfahrung verinnerlicht werden kann.