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Das Buch der Hingabe (Why Surrender)

9 Übung

Nachfolgend ist eine wirksame Meditationstechnik

Über die Technik

Diese Technik ist ein direkter Weg um festzustellen, ob du plötzlich in einer intensiven Emotion wie Ärger oder Lust gefangen bist.

Gewöhnlich denken wir, dass irgendein Gegenstand unsere Emotionen verursacht. Wir glauben, dass sie von außen verursacht werden. Die Wahrheit ist jedoch, dass diese Emotionen von dir ausgelöst werden. Du bist die Quelle all deiner Emotionen. Der Gegenstand ist nur ein Mittel für deine Emotion sich auszudrücken. Der Ursprung bist du.

Wenn die Emotion für dein Bewusstsein schlecht ist, wirst du von ihr befreit, wenn du ihr Aufmerksamkeit schenkst. Falls sie gut für dich ist, wird sie sich durch Aufmerksamkeit vertiefen. Und letztendlich wirst du lernen, wie du deine Gefühle dem Meister übergibst.

DAUER: unzutreffend

Anleitung

In dem Moment, in dem das Gefühl in dir aufsteigt, werde total aufmerksam. Wenn du dir der Emotion bewusst wirst, kannst du die Emotion einbehalten. Du erlaubst ihr nicht, aus dir heraus zu fließen in Form von Worten oder Handlungen.

Nun schaue nach innen für die wirkliche Quelle der Emotion. Vergiss die Person oder die Situation, die sie verursacht hat. Gehe nur zur Quelle der Energie. Beobachte lediglich, woher die Emotion aufsteigt.

Falls du Wut verspürst, gehe zum Ursprung der Wut. Fühle lediglich die Irritation im Körper. Spüre die Störung in deinem Verstand.

Du wirst sehen, dass du bereits den Samen der Wut in dir trägst.

Du trägst genug Wut-Energie in dir! Die andere Person hat dies nur zum Vorschein gebracht, das ist alles.

Wenn du das zutiefst verstehst, verlagert sich plötzlich dein Fokus von dem anderen auf dich selbst, von dem Gesehenen auf den Seher.

Wenn du bemerkst, dass du selbst der Ursprung all deiner Emotionen bist, wirst du nicht nur aufhören andere verantwortlich zu machen, du wirst auch eine tiefe Entspannung erfahren. Du wirst mehr in deiner Freude fließen und zentrierter in deinem Schmerz sein.

10 Hingabe der Sinne

Die tiefere Ebene der Hingabe ist die Hingabe der Sinne. Das heißt, du unterwirfst deine Sinne und hörst darauf, was der Meister sagt.

Ein Schüler fragt den vedischen Rishi (Weiser): " Warum soll ich mich hingeben? Warum ist das nötig?"

Der Meister antwortet: "So weit wie du dich verstehst, wie weißt du, wer du bist?" "Durch meine Sinne". "Gemäß deiner Sinne, wer bist du?" "Ich bin dieser Körper und Verstand!" Der Meister sagt: "Gemäß deiner Sinne bist du ein Körper und Verstand. Aber gemäß meines Verständnisses bist du Gott. Wenn du deine Sinne hingibst, wenn du mir mehr glaubst als deinen Sinnen, wirst du erfahren, dass du Gott bist!" Er sagt, in dem Moment, wenn du mir mehr glaubst als deinen Sinnen, wirst du die Bedeutung von Tat Tvam Asi verstehen!

Der Meister betont immer wieder, dass DU Gott bist! Bitte versteht, ich sage es euch noch einmal. Ich bin nicht hier, um euch zu beweisen, dass ich Gott bin, ich bin hier um zu beweisen, dass DU Gott bist. Immer wieder vertritt er das Ideal "Du bist unendlich." Es gibt so viele Dimensionen in deinem Wesen, die du noch nicht erforscht hast, die du noch nicht erfahren hast. Immer wieder zeigt er dir so viele Dimensionen deines Wesens!

Der Meister steht für dein multidimensionales Wesen. Immer wieder zeigt er dir, es ist für dich möglich. Wenn es für mich möglich ist, warum nicht für dich? Aber so lange du deinen Sinnen glaubst, bist du dir sicher, dass du Körper und Verstand bist.

Nur wenn du dem Meister mehr vertraust als deinen Sinnen, wirst du realisieren, die Worte des Meisters sind wahr, mehr als deine Sinne. Denn du wirst die Wahrheit der Worte des Meisters erfahren. Denn wenn der Meister sagt: du bist Gott, wirst du plötzlich feststellen Ja! Es ist die Wahrheit. In der ganzen Zeit sagten mir meine Sinne: Ich bin Körper und Verstand.

So lange du deinen Sinnen glaubst, glaubst du nur ihren Vorstellungen. In dem Moment, in dem du beginnst, dem Meister mehr als deinen Sinnen zu glauben, wirst du die Wahrheit begreifen, die der Meister erklärt hat.

Zwei Personen sprechen von zwei Podien. Auf der eine Seite sagt dein Körper: Du bist der Körper, du bist der Verstand. Auf der anderen Seite sagt der Meister: Du bist Gott! Du bist göttlich. Du hast so viele Dimensionen deines Wesens. Erfreue dich aller! Erfahre alles! Falls du hier sitzt und zuhörst, kannst du es nicht hören. Nur wenn du den Worten des Meisters mehr vertraust als den Worten der Sinne, wirst du fähig sein, die Wahrheit zu erfahren, dass du Gott bist. Du bist das Höchste! Du bist beides: materiell und spirituell, beides zusammen und doch wesentlich mehr.

Ich erzähle euch eine kleine Begebenheit im Leben von Krisha. Gemäß der Bhagavad Gita, gingen Krishna und Arjuna irgendwo spazieren. Vielleicht für ein Picknick oder einfach um in der Natur zu sein. Plötzlich sagt Krishna: "Arjuna, siehst du die weißen Krähen?" Arjuna sagt: "Ja, ja, sehr schöne weiße Krähen." Aber nach zwei Minuten sagt Krishna: "Nein, nein, nein, das sind ja nur schwarze Krähen!" Arjuna sagt: " Ja, ja, Krishna, das sind nur schwarze Krähen".

Plötzlich fragt Krishna: "Du Narr, was ist mit dir passiert? Wenn ich weiß sage, sagst du weiß. Wenn ich schwarz sage, sagst du schwarz. Was ist mit dir passiert? Was ist mit deinen Sinnen passiert?"

Arjuna erwidert: "Krishna, ich weiß nicht, was mit meinen Sinnen geschehen ist, aber eines weiß ich ganz sicher. Wenn du sagst, sie sind weiß, dann sehe ich sie als weiß. Wenn du sagst, sie sind schwarz, dann sehe ich sie als schwarz. Ich weiß nicht, was mit meinen Sinnen passiert ist. Ich weiß nicht, was mit mir geschehen ist! Eine Sache weiß ich allerdings ganz genau, die Krähen werden mir mein Leben nicht geben. Nach meinem Gutdünken weiß ich nicht, ob die Krähe weiß oder schwarz ist. Als du gesagt hast, sie ist weiß, dann habe ich als weiß gesehen. Als du gesagt hast, sie ist schwarz, habe ich sie als schwarz gesehen."

In deiner inneren Welt brauchst du als einziges und alleiniges Rüstzeug vollkommene Hingabe. Vollkommene Hingabe! Nur dann kannst du zur Wahrheit aufwachen.

Darauf hat Krishna erwidert: " Du hast recht! Denn du hast mir mehr als deinen Sinnen vertraut." Falls Arjuna sich auf seine Sinne verlassen hätte, wäre er bestenfalls ein guter Kämpfer geworden. Guter König! Da er aber Krishna mehr vertraut hat als seinen Sinnen, wurde er erleuchtet. In diesem Maße hat Arjuna sich seinem Meister unterworfen. Was auch immer Er gesagt hat, das haben Arjuna's Augen gesehen. Das ist die ultimative Ebene der Hingabe.

Krishna erwähnt hier, nur wenn du alle drei Bereiche der Hingabe verstehst: Hingabe des Intellektes, Hingabe der Emotionen, Hingabe der Sinne, dann wird dir die höchste Erfahrung der Hingabe zuteil. Ich sage euch, die bloße Hingabe ist Erleuchtung.

Maße dir jedoch nicht an zu glauben, dass nach der Hingabe dir Erleuchtung automatisch erteilt wird.

Nein! Denke auf keinen Fall, wenn du dich hingibst, dass du dann einen Gehaltsscheck per Post erhälst: Erleuchtet! Du bist erleuchtet. Nein!

Es mag dich überraschen, aber ein erleuchteter Meister hat nicht die Freiheit zu tun was Er wünscht. Gewöhnliche Leute haben die Freiheit zu tun was sie wünschen. Jeder von euch hat totale Freiheit, zu tun was er wünscht. Aber nachdem du getan hast, was du wolltest und dann leidest, beschwerst du dich, dass es dein Schicksal ist!

Im Gegensatz dazu ist jedes Wort, das ich äußere, unter der Anordnung von Parasakti, der kosmischen Energie.

Deshalb lass alles stehen und liegen und widme dich Ihm. Das ist die einzige und letztendliche Lösung.

11 Hingabe bedeutet in Einklang fallen

Das Wort Hingabe/Unterwerfung muss definiert werden, denn im Westen wird es falsch verstanden, es bedeutet versklavt zu werden. Nein! Hingabe bedeutet, seine Frequenz zu erhöhen, zu harmonisieren, eine Beziehung zu fühlen. Bitte verstehe, wenn du beginnst die Verbindung zu fühlen und zu harmonisieren, dann ziehst du die Vibration in deine Vibration.

Ich habe es wirklich in meinen eigenen Leben gesehen. Wenn ein Schüler etwas mit sehr viel Liebe schenkt, so ist das eine kleine Geste. Selbst ich kann dem nicht widerstehen. Ich nehme es entgegen und genieße die kleine Süßigkeit oder das Kleidungsstück. Ich nehme es einfach und ziehe es an. Ich trage es ununterbrochen an meinem Körper für mehrere Tage.

Hingabe ist nichts anderes als Verehrung, die ein Teil deines Bio-Gedächtnisses wird. Gefestigte Verehrung ist Hingabe. Verehrung bedeutet, dass du und die Person, das Objekt oder der Raum, denen du dich hingibst, beide existieren. Aber in der Hingabe sagst du einfach: mir genügt es, dass du existierst, das ist genug.

Nichts weiter ist benötigt. Ich bin so glücklich, mich in dir zu verlieren; die Süße in meinem Gaumen kosten zu dürfen, wenn ich an dich denke. Ich bin bereit, mich in die Lieblichkeit, in die Freude und in das Wohlwollen fallen zu lassen.

Eines Tages, während der Zeit meiner Wanderschaft, habe ich mich unter einem Baum ausgeruht, meinen Kopf auf einen kleinen Stein gelegt, auf dem sich etwas Tumerik und einige devotionale Gegenstände befanden. Jedoch habe ich nicht vermutet, dass jemand den Stein als Gott anbetet. In Hindu Dörfern wird jeder Stein und jeder Baum angebetet. Versteht, die Fähigkeit alles und jeden anzubeten, ob es ein Stein oder ein Baum ist, ist kein Scherz! Die Fähigkeit, sich vor allem zu verbeugen; die Fähigkeit sich allem zu unterwerfen; die Fähigkeit allem zu vertrauen ist eines der größten Geschenke der Hindu Zivilisation.

Es gibt eine wunderschöne Geschichte im Zen. Ein großer Meister hatte einen Schüler (Suzuki), der ebenfalls ein erleuchteter Meister war. Als der Meister von Suzuki verstorben ist, begann dieser zu weinen und zu klagen, er krümmte sich am Boden. All die anderen Schüler sind hinzugekommen und haben ihn gefragt: "Was geht hier vor? Du bist ein erleuchtetes Wesen, warum weinst du? Warum verschüttest du so viele Tränen?"

Suzuki erwiderte: "Falls ein erleuchteter Mensch nicht weinen darf, verschwindet! Ich bin an eurer Erleuchtung nicht interessiert. Ich kann nicht so empfindungslos in dieser Situation sein. Ich weine, denn ich werde Seine physische Gegenwart vermissen. Weder kann er mich nie verlassen noch kann ich ihn nie verlassen, denn Er wurde ich und ich bekam Er. Das ist anders.

Aber ich werde seine physische Gegenwart vermissen. Ich werde seine eleganten Bewegungen vermissen und das wundervolle bewusste Geschehen um Ihn herum. Ich werde Ihn vermissen. Das ist der Grund."

Dann fragte ein anderer Schüler: "Und wie steht es um die Lehre, die du uns all die Jahre unterrichtet hast? Akzeptiere was passiert. Akzeptiere was passiert. Thathada Thathada! Was hat es mit dieser Lehre auf sich? Hast du sie uns gelehrt, ohne sie selbst erfahren zu haben?" Bitte versteht eine sehr schöne Wahrheit. Lediglich dieses Verständnis kann euch eine ganz elementare Erkenntnis vermitteln.

Suzuki erklärt vortrefflich: Es gibt zwei Stufen der Akzeptanz. Zuerst akzeptiert man die äußeren Umstände, die Situation. Die Situation akzeptieren. Sich diesem Moment hingeben. Hingabe zu thathada, dem was ist. Sich dem Jetzt unterordnen. Wenn man sich dem Jetzt unterordnet, so heißt das nicht, man ist nicht feinfühlig. Wenn man diesen Augenblick als der Meister gestorben ist, also nicht mehr unter uns ist, akzeptiert, so heißt das nicht, man ist gleichgültig. Es kann starke Emotionen in einem auslösen. Das akzeptiert man ebenso.

Die zweite Akzeptanz erfolgt in unserer inneren Welt. Gewöhnlich versuchen wir die Situation der äußeren Welt zu akzeptieren, und bewerten sie sofort innerlich. Wenn ich die Situation akzeptiere, sollte ich mich in der inneren Welt dementsprechend verhalten. Jedoch akzeptierst du innerlich nicht. Du hast ein Bewertungssystem: wenn ich diese Situation akzeptiere, sollte ich friedlich sein, gesammelt, ruhig und ausgeglichen. Du hast einen Maßstab bezüglich der inneren Welt. Du hast die äußere Welt akzeptiert. Das heißt, du bist sehr tugendhaft, du handelst verantwortungsbewusst, aber nicht gemäß des höheren Bewusstseins. Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Akzeptanz des Geschehens der äußeren Welt und dem Geschehen der inneren Welt. Hier wirft Suzuki ein neues Licht on Thathada: Akzeptanz. Lasst uns allem unterordnen. Er sorgt sich nicht einmal um Gott. Er sorgt sich nur um die Hingabe; diese Qualität. Er macht geltend, dass man Gott als ein Mittel zur Hingabe verwenden kann, als ein Instrument zur Hingabe. Das ist alles. Er übernimmt totale Verantwortung.

Hingabe mit Verantwortung ist Erleuchtung. Verantwortliche Hingabe ist Erleuchtung. Ich habe Menschen kennengelernt, die sich hingeben oder behaupten, sie haben sich hingegeben. Oh Gott! Selbst wenn dich deine Feinde gefangen haben, können sie dich nicht derart foltern wie diese Pseudo "unterworfenen" Menschen. Sie werden beteuern, dass sie sich hingegeben haben, und falls ihnen etwas Gutes zustößt, liegt es in ihrer Verantwortung. Sie haben es verursacht.

Wenn etwas schief geht, dann ist es wegen dir. Und sie sagen nichts als: 'Ich habe mich untergeordnet, Ich habe mich untergeordnet, Ich habe mich untergeordnet.'

Viele Menschen kommen zu mir und sagen mir: "Swamiji, was soll ich jetzt machen?" Ich erwidere: "Was meinst du?" "Nein, was auch immer du sagst, ich werde es machen." In dem Moment, wenn ich es ihnen sage, höre ich: Nein, Nein, Nein, ich habe diese Schwierigkeit, das Problem, dieses Problem. Dann sage ich ihnen: "Sag mir zuerst alle deine Konditionen, dann werde ich dir die Lösung sagen." Dann sagen sie: "Nein, nein, nein, was auch immer du willst, das werde ich machen. Was auch immer du sagst, ich werde es tun." In dem Moment, wenn ich meinen Mund öffne, haben sie 1000 und eine Bedingung, 1000 und eine Priorität, 1000 und eine Vorliebe und 1000 und eine Auflage. Also nimm die ganze Verantwortung auf deine eigenen Schultern. Eine verantwortungsbewusste Person, selbst wenn sie sich unterwirft, ist so würdevoll, so wunderschön.