KAILASA Library/KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN/Betrachte nichts als SelbstverständlichSign in
KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN

Betrachte nichts als Selbstverständlich

Bedenke, dass das Leben selbst ein Geschenk an dich ist! Hast du hart dafür gearbeitet es zu erlangen? Kannst du sagen, dass du sehr schwer dafür gearbeitet hast, um dieses Leben zu verdienen? Nein! Deswegen nehmen wir dessen Wert nicht wahr! Wir betrachten einfach alles als gegeben – unseren Körper, unser tägliches Essen, die Schönheit der Natur – alles wird als selbstverständlich erachtet. Wir bitten Gott um Diamantringe – aber haben wir ihm je dafür gedankt, dass er uns die Finger gegeben hat, um sie zu tragen? Mit der Zeit wird selbst ein Diamantring seinen Wert für uns verlieren!

Eines Tages, in der Schule bat die Erdkundelehrerin ihre Schüler darum, die sieben Weltwunder aufzuschreiben.

Alle Kinder listeten die großen Wunder auf, wie die Chinesische Mauer, die Pyramiden, den Eiffelturm usw.

Ein Mädchen schüttelte während des Schreibens ständig ihren Kopf und fuhr damit fort, weiterzuschreiben.

Die Lehrerin kam zu ihr und fragte: "Was ist passiert? Hast du vergessen was du gelernt hast?"

Das kleine Mädchen sagte: "Nein. Ich bin etwas verwirrt. Es gibt viel mehr Weltwunder, als sieben."

Die Lehrerin war überrascht, nahm ihren Zettel und las ihn. Dann lass sie ihn laut vor, damit die Klasse es hören konnte: "Die sieben Weltwunder sind: ich kann sehen, ich kann fühlen, ich kann riechen, ich kann hören, ich kann tasten, ich kann lachen, ich kann lieben..."

Die Klasse war plötzlich von andächtiger Stille erfüllt.

Diese Dinge werden einfach vergessen, weil wir denken, dass sie klein sind. Alles erscheint uns klein, wenn es uns leicht zur Verfügung steht. Es gibt so viele Millionen von Menschen in dieser Welt, die nicht sehen können, die nicht hören können, die nicht sprechen können, die nichts schmecken können. Wir denken niemals an all diese Dinge. Wir denken ständig: was gibt es Neues, was Besseres, was als Nächstes, die ganze Zeit über.

Eine kleine Geschichte:

Ein Mann reiste auf der Autobahn, um zu seinem Dorf zu gelangen.

Nach nur einer Stunde der Reise ruckelte sein Auto und blieb stehen.

Er bekam einen riesigen Schreck, als er sah, dass sein Benzin leer war.

Er ging einige Kilometer zu Fuß, betete, schwitzte und keuchte und kam schließlich zu einer Stadt.

Er erblickte eine Tankstelle und erklärte, dass er kein Geld bei sich habe, aber dringend Benzin brauche, um in sein Dorf zu gelangen.

Sie schickten ihn weg.

Dann sah er eine andere Tankstelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ging hin und erklärte seine Situation.

Der Leiter der Tankstelle hatte Mitleid und war einverstanden, ihm einige Liter Benzin kostenlos zu geben.

Der Mann fragte: "Könnten Sie mir stattdessen das Geld geben? Die Tankstelle gegenüber ist günstiger."

Bis wir etwas erlangen, erscheint es uns sehr wertvoll, und wir verbleiben in einer andächtigen Haltung; in dem Moment, wo wir es bekommen, verliert es seinen Wert und wir bewegen uns…zu einem anderen Gebet!

Wir leben immer in einer "was als Nächstes"-Haltung. Deswegen sind wir unfähig, eine Haltung der Dankbarkeit einzunehmen.

Zum Beispiel, wenn wir in ein Geschäft gehen und den neuen Typ eines Weckers mit einigen neuen Funktionen erblicken, dann denken wir sofort, dass unser Leben mit diesen neuen Funktionen viel besser laufen würde. Wir haben das Gefühl, dass die gesamte Qualität unseres Lebens sich ändern wird, wenn uns diese neuen Funktionen des Weckers zur Verfügung stehen. So kaufen wir ihn und nehmen ihn mit nach Hause.

Aber was geschieht nach einigen Tagen? Du hast nicht einmal mehr die Zeit, die wertvolle Uhr zu putzen! Die arme Uhr wird irgendwo in der Ecke liegen, bedeckt mit Staub, und du wirst sogar geschimpft werden, dass du die Wohnung mit weiteren Dingen vollgestopft hast! Und außerdem wirst du dich inzwischen einer anderen technischen Spielerei zugewandt haben, irgendeinem anderen Wunsch!

Wir haben ständig das Gefühl, dass irgendetwas, was wir nicht haben, so groß wie ein Berg ist, ohne das wir nicht überleben können, aber wenn wir es dann tatsächlich bekommen, wird es in Kürze zu einer unbedeutenden Sache. So versäumen wir die wunderbare Haltung der Dankbarkeit in unserem Leben. Wir rennen weiterhin hinter dem "was als Nächstes" her.

Bhagavan Ramana Maharishi sagte zu Gott: "Ich bin sehr intelligent. Ich habe dir alles gegeben, was ich in meinem Leben hatte, mein ganzes Leben, voll von Leid. Du, in deinem Mitgefühl, gabst mir im Gegenzug deine Gegenwart der Glückseligkeit!"

Bhagavan sagte zu Gott, dass er intelligenter als Gott selbst sei, wegen seines intelligenten Tausches! Derartig ist sein bezaubernder Sinn für Dankbarkeit der Existenz gegenüber! Es berührt dich einfach, wenn du das liest.

Eine andere kleine Geschichte über Sri Ramakrishna Paramahamsa:

Es wurde gesagt, dass, wann immer Ramakrishna jemanden von Chaitanya Mahaprabhu's Ashram sah, er zu seinen oder ihren Füßen fiel.

Chaitanya Mahaprabhu war ein großer, erleuchteter Meister aus Bharat.

Bei einer solchen Gelegenheit, als Ramakrishna zu jemandes Füßen viel, fragten ihn die umstehenden Leute, warum er sich zu Füßen eines gewöhnlich Sterblichen werfe.

Er antwortete: "Ob er nun gewöhnlich oder außergewöhnlich ist, spielt keine Rolle. Sie sind von Baanigaati, wo Chaitanya ein wichtiges Sankeertan abhielt. In dem Moment, wo ich höre, dass sie von dort kommen, erzeugt der bloße Name Erinnerungen von Chaitanya in mir, das ist genug. Ich zolle ihnen meine Dankbarkeit, indem ich zu ihren Füßen falle, weil sie mir Chaitanya ins Gedächtnis gerufen haben. Wenn ich sie nicht in diesem Moment getroffen hätte, dann hätte ich vielleicht an etwas Unwürdiges gedacht. Daher sind sie Instrumente, durch die die göttlichen Erinnerungen und Gedanken in mir angefacht werden.

Das war Ramakrishnas Antwort!

Deshalb, weil sie in ihm Gedanken an Chaitanya erweckten, fiel Ramakrishna ihnen zu Füßen! Können wir uns das heute vorstellen? Genau das meine ich, wenn ich sage, dass jeder und alles mit Dankbarkeit angesehen werden sollte, für was auch immer sie tun. Sie sind alle ein Teil der Existenz, und sie bewegen sich alle in Einklang, der von der Existenz dirigiert wird. Wenn du dem gegenüber empfänglich bist, wirst du fähig sein Dankbarkeit für das zu empfinden was geschieht.

Wir müssen diesen Sinn für Dankbarkeit von den großen Meistern verinnerlichen. Das ist das einzige, was wir von ihnen verinnerlichen müssen; der Rest wird von alleine geschehen, weil, wenn du das verinnerlichst, die Kraft der Fügung die Dinge für dich geschehen lassen wird, und die Existenz dich einfach überschütten wird.

Verstehe, dass Wünsche und Dankbarkeit niemals zugleich existieren können. Wenn du einen Wunsch nach dem anderen hegst, bedeutet das, dass du nicht mit Dankbarkeit lebst. Wenn du mit Dankbarkeit lebst, kannst du niemals irgendwelche Wünsche haben. Wenn du mit Dankbarkeit lebst, dann wird das, was dir in jedem Moment gegeben wird, einfach all das erfüllen, was immer du auch in diesem Moment brauchst, das ist alles. Sogar schon, bevor du darum bittest, wird dir gegeben, sodass es letztlich keine Frage des Bittens ist!

Die Dinge sind immer vollkommen, wenn du aus Dankbarkeit heraus handelst. Anderenfalls sind die Dinge immer mangelhaft und hässlich. Die Gier des Menschen ist derart, dass selbst, wenn er der König der Erde ist, er denken wird: "Das Meer gehorcht mir nicht; die Sonne und die Sterne gehorchen meinen Befehlen nicht!"

Im Shiva Purana gibt es die Geschichte von Shiva und dem Brahma Kapaala.

Der Brahma Kapaala war ein Totenschädel, den Shiva als Bettelschale benutzte, als er in der Gestalt eines Bettelmönches wanderte.

Das Merkwürdige an dem Brahma Kapaala war, dass, welche Spenden auch immer die Menschen hineinlegten, diese sogleich von ihm verschlungen wurden!

Egal wie sehr Shiva es auch zu füllen versuchte, die Schale blieb immer leer.

Dieses Brahma Kapaala ist eigentlich in jedem von uns. Es ist nichts anderes, als unser eigenes Ego; das Ego, das alles verschlingt und dann um noch mehr bittet! Das Ego, welches verhindert, dass wir das genießen, mit dem wir beschenkt wurden.

Entweder möchtest du dein Leben auf das Bitten gründen, oder auf Dankbarkeit, es hängt gänzlich von dir ab. Dankbarkeit ist nicht eine Art von Moral, die dir von außen auferlegt werden kann. Sie ist eine Haltung, die aus dem Inneren heraus erblüht, aus einem tiefen Verständnis der Existenz und seiner Wege. Wenn sich wahre Dankbarkeit ereignet, dann kann sie deine ganze Wahrnehmung des Lebens verwandeln und andauernden Frieden und Freude für dich schaffen.

Einst kam ein Mann zu Ramana Maharishi und sagte: "Bhagavan, ich möchte Frieden!"

Ramana antwortete: "Entferne nur das Wort "ich" von deiner eigenen Aussage, entferne das Wort "möchte" – und was verbleibt, ist Frieden!"

Der einzige Weg, um eine lebendige Verbindung mit der Wirklichkeit bzw. mit der Existenz zu etablieren, liegt im Loslassen deiner Konditionierungen und deines Ego. Sie kann erreicht werden durch das Einreißen der Wand, die du um dich selber gebaut hast. Dann wirst du fähig sein zu erkennen, dass die Verbindung immer da war! Du musst dazu nichts Spezielles tun; du musst nur das fallen lassen, was nicht ist, das ist alles!

Wenn du liebend, fließend, und von Dankbarkeit erfüllt bist, dann wirst du immer fühlen, wie die enorme Energie der Existenz durch dich fließt; du wirst immer in einem Gefühl von Erfüllung sein, nicht wegen irgendwelcher Gewinne, sondern weil es zu deinem eigenen Wesen geworden ist! Diese Erfüllung ist die höchste Erfüllung, die jeder Mensch sucht, obwohl er sich dessen nicht bewusst ist. Er sucht sie immer wieder in allen materiellen Dingen, aber sie bleibt dennoch aus.

Ob du es akzeptiert oder nicht, die Existenz kümmert sich um dich und alles, was du tun musst, ist, deinen Glauben ganz und gar in sie setzen und deine Pflichten in Dankbarkeit erfüllen. Dann wirst du von der Existenz reichlich gesegnet werden.

Aber wir haben keinen Glauben.

Eine kleine Geschichte:

Ein Mann lebte ohne jeglichen Glauben an Gott.

Plötzlich fiel er eines Tages von dem Gipfel eines Berges, konnte sich aber gerade noch an der Wurzel eines Baumes festhalten.

Er war erfüllt von Panik.

Plötzlich erinnerte er sich der Leute, die ständig über Gott sprachen.

Er dachte bei sich: "Warum sollte ich nicht versuchen, Gott um Hilfe zu bitten?" und er schrie heraus: "Oh Gott! Ich habe niemals an dich geglaubt; bist du wirklich da? Kannst du mich jetzt retten?"

Die Stimme Gottes donnerte zurück: "Sicher mein Sohn, lasse einfach die Wurzel los, die du festhältst, und ich werde dich von unten halten."

Der Mann schrie wieder heraus: "Gibt es noch jemand anderen, der mir helfen kann?"

Wir sind einfach nicht bereit, unser Vertrauen in die Existenz zu setzen! Gerade die Qualität deines Vertrauens in das Universum, aus deinem ganzen Wesen heraus, lässt dich wie Gott auf Erden leben! Du verpasst aber diese wundervolle Gelegenheit, wegen deiner Ignoranz und deines Ego.

Wenn wir ständig ein Gefühl von Dankbarkeit der kosmischen Energie gegenüber empfinden, dann werden wir uns geradewegs in ihrem Schoß geborgen fühlen. Wir werden uns von dieser Energie behütet fühlen, wie ein Kind von seiner Mutter, und, ob ihr es akzeptiert oder nicht, es ist die Wahrheit.

Ein Mann träumte, dass er und Gott an einem Strand entlang gingen, auf der Reise durchs Leben.

Er sagte zu Gott: "Oh Herr! Ich träumte, dass du und ich an einem Sandstrand entlang gingen. Als ich zurückblickte auf die Spuren im Sand, sah ich zu den Zeiten, als mich das Leben am meisten prüfte und als ich zutiefst in Sorge war, dass es nur eine Fußspur gab; die andere fehlte. Wie konntest du mich nur während dieser Zeiten alleine lassen?"

Gott antwortete: "Mein Sohn! Es war genau zu diesen Zeiten, wo ich dich getragen habe!"

Lasst mich euch aus meiner eigenen Erfahrung erzählen: In den Tagen meiner Wanderung, bin ich mehr als 30.000 km gereist, von denen ich mehr als 2.000 km zu Fuß gegangen bin. Ich bin mit nur zwei Kleidungsstücken und einem Gefäß um Lebensmittel zu erbetteln, gereist. Ich hatte ein Gelübde abgelegt, kein Geld zu berühren und kein Essen für die nächste Mahlzeit aufzubewahren.

Die Leute haben mich gefragt, wie das möglich gewesen sei. Ich sage euch jetzt: ich habe mein Vertrauen einfach in die Existenz gesetzt und mich auf mein Ziel konzentriert, den Zustand der Erleuchtung zu erlangen; die Existenz hat sich um mich gekümmert, und so konnte es geschehen.

Wenn ihr mich sagen hört: "Habt Vertrauen in die Existenz!" dann denkt ihr vielleicht, dass das ein Konzept aus der Vergangenheit der Rechtschaffenheit und Heiligkeit ist. Dem ist nicht so. Ich spreche aus meiner eigenen Erfahrung, davon, was mir geschehen ist, dem, der jetzt hier vor euch sitzt! Und ich denke, dass ich der Jüngste in dieser Versammlung bin! Daher spreche ich nicht von dem, was lange vergangen ist. Versteht das.

Versuche nur einmal, in Dankbarkeit zu leben, und beobachte die Wunder, die geschehen. Die Existenz gibt dann, wenn du bereit dazu bist, ohne Fragen zu empfangen und nur aus überfließendem Herzen zu leben.

Ein Mann träumte, dass er in den Himmel gekommen sei und ihm ein Engel dort alles zeigte.

Sie gingen Seite an Seite.

Zuerst kamen sie in einen großen Arbeitsraum, der von vielen Engeln erfüllt war.

In dem Raum herrschte hektische Betriebsamkeit.

Der Begleitengel hielt an und erklärte dem Mann: "Das ist der Empfangs-Bereich. Hier kommen alle Bittgesuche an Gott an und werden aussortiert."

Der Mann sah sich um und bemerkte, dass es unglaublich betriebsam war, mit so vielen Engeln, die die Bittgesuche aussortierten, die auf verschiedene Blätter geschrieben waren; lange Listen, Notizzettel und vieles mehr. Sie kamen von Menschen von überall her auf der Welt, in verschiedenen Sprachen.

Dann gingen sie weiter zu einem zweiten Bereich.

Dieser Bereich war ebenso erfüllt mit vielen beschäftigten Engeln, mit vielen Paketen und Papieren.

Der Begleitengel erklärte: "Das ist die Pack- und Ausliefer-Station. Hier werden die Fürbitten und Segenswünsche sortiert, werden bearbeitet und an die Menschen unten auf der Erde ausgeliefert."

Sie gingen weiter, und an dem Ende eines langen Flures hielten sie an der Tür eines kleinen Raumes an.

Zur Überraschung des Mannes saß nur ein Engel dort, der sich auf den Tisch lehnte.

Der Mann fragte den Engel: "Wie kommt es, dass es in diesem Bereich so ruhig ist? Welcher Bereich ist das?"

Der Engel antwortete ruhig: "Hier ist die Bestätigungsabteilung für die Segnungen. Die Bestätigungen für die Segnungen, die den Menschen gesendet wurden, sollen hier bearbeitet werden."

Wir alle sind ständig am Bitten, aber wie viele von uns danken für das, was sie erhalten haben? Wie viele von uns schließen Dankbarkeit gemeinsam mit unseren Bitten in unsere Gebete ein?

Probiert diese kleine Übung, wenn ihr alleine seid:

Lasst für zwei Stunden eure Sorgen und Bedürfnisse zur Seite und besinnt euch auf das, was die Existenz euch bereits gegeben hat. Ihr werdet sofort denken: "Wenn ich mich nicht um meine Bedürfnisse kümmere, wie kann ich sie dann erfüllen? Wer wird sich um meine Familie kümmern? Was wird mit meinem Geschäft geschehen?" Einverstanden, ihr müsst über euer Geschäft und all diese Dinge nachdenken. Aber für die nächsten zwei Stunden nehmt all diese Lasten aus eurem Kopf und tut was ich sage.

Denkt ihr etwa, dass eure Familie oder euer Geschäft wegen euch läuft? Lasst mich euch sagen, die Dinge laufen nicht wegen uns glatt, sondern trotz uns! Wenn die Existenz von unserer Intelligenz abhängig wäre, um unsere Familien oder unseren Wohlstand zu erhalten, dann wären wir alle augenblicklich bettelarm! Und seid euch ganz klar: nur durch das Sich-Sorgen kann nichts erreicht werden. Ich denke, wir haben zuvor genug über das Sich-Sorgen gesprochen!

Schließt also eure Augen für einige Minuten und konzentriert euch auf das, was euch bereits zuteil geworden ist, auf das, was ihr bereits erhalten habt. Geht gedanklich alles durch – euren Körper, euren Wohlstand, Menschen, die euch unterstützen und helfen, euer Haus, eure Wohnung, euren Luxus, eure Ferien, einfach alles. Genießt alles in einer entspannten und dankbaren Haltung. Nehmt euch so viel Zeit wie möglich.

Hetzt nicht und geht die Dinge nicht in Eile durch. Durchlebt sie einfach alle in eurem Geist. Bleibt in diesem Gefühl. Bleibt für eine Weile in diesem wunderbaren Gefühl der Erfüllung. Fühlt, wie ihr selber mit Dankbarkeit erfüllt werdet und wie ihr vor Dankbarkeit überfließt. Wenn ihr eure Augen öffnet, dann werdet ihr sehen, dass ihr mehr als genug habt, um euer Leben am Laufen zu halten! Und ihr werdet euch fragen, was ihr sonst noch braucht!

Ihr seid gerade zur Dankbarkeit geworden! Die beste Art, um zur Dankbarkeit zu werden, besteht darin zu lernen: ohne Grund zu genießen. Genießt alles was ihr seht, alles was ihr hört, und alles was ihr tut, mit der überragenden Gewissheit, dass sich die Existenz um alles kümmert. Dann wird sich das Leben vor euren Augen transformieren, und ihr werdet ständig am Überfließen sein, weil ihr andauernd am Genießen seid.

Eine kleine Geschichte:

Es war einmal ein Mann, der auf einen Mango-Hain zuging, der von Mangos der verschiedensten Sorten nur so überfloss.

Er ging in den Hain, sah sich um, betrachtete ihn, schrieb einige Statistiken nieder und verließ ihn eine halbe Stunde später mit Daten und Fakten.

Nach einer Weile kam ein weiterer Mann, der auf den gleichen Hain zuging.

Er ging hinein, pflückte einige Mangos, aß sie voller Freude und verließ ihn wieder!

Aber bitte, haltet nicht an irgendeinem Mango-Hain an und esst dort Mangos. Ihr könntet dafür gesteinigt werden! Versucht stattdessen zu verstehen, was ich euch sagen möchte. Versucht einfach zu lernen, das Leben ohne Fragen zu genießen, obgleich ich nicht damit meine, dass ihr all eure Arbeit fallen lassen und ständig nur noch genießen sollt.

Ihr müsst arbeiten, kein Zweifel. Niemand wird euch alles geben, wenn ihr nur genießt. Was ich sage: haltet nicht Ausschau nach Anlässen, um zu genießen, das ist alles. Genießt einfach, ohne zu fragen. Lasst das Genießen zu eurer eigentlichen Natur werden, dann wird Dankbarkeit zu eurem Wesen werden.

Euer Beruf mag etwas beliebiges sein, euer sozialer Status mag irgendeiner sein, euer wirtschaftlicher Status mag irgendwie sein, aber das Genießen ist etwas, dass jeder Mensch, unabhängig von all dem tun kann.

Das Problem: ihr denkt immer, dass es einen verursachenden Faktor für alles geben müsse, einschließlich des Genusses. Ihr habt euren Verstand daraufhin trainiert und auf diese Art von Gedankenmustern eingestimmt. Das ist auch der Grund, warum ihr so oft fühlt, dass andere mit Dingen gesegnet sind, die sie eurer Meinung nach nicht verdient haben, während euch für eure Anstrengungen scheinbar nicht genug gegeben wird.

Ihr denkt immer, dass ihr hart arbeiten müsst, um zu genießen. Nein! Hart zu arbeiten ist in Ordnung, aber es hat nichts mit der Fähigkeit des Genießens zu tun. Lasst diese Idee einfach fallen. Das ist der einzige Weg, um damit aufzuhören, sich zu beschweren oder sich unerfüllt zu fühlen.

Die Existenz gewährt euch alles in Hülle und Fülle. Wenn du dich dafür entscheidest zu genießen, dann wirst du auch genießen. Es ist allein deine Wahl. Du selber wählst falsch, aber beschwerst dich darüber oder beschuldigst jemand anderen. Bedenke, niemand ist verantwortlich für irgendetwas, was dir geschieht. Alles ist eine bewusste Wahl, die du unbewusst triffst. Wegen eines Mangels an Bewusstheit triffst du einfach unbewusste und sich ständig wiederholende Entscheidungen und endest dabei, dich über das Leben zu beschweren.

Bedenke immer, dass Himmel und Hölle keine geografischen Orte in der äußeren Welt sind. Du erzeugst sie selber in dir. Von dem Moment an, wo du dein Vertrauen in die Existenz verlierst, entfremdest du dich von ihr und trägst die Hölle in dir, wo auch immer du hingehst. Denke nicht, dass die Hölle etwas außerhalb von dir ist. Sie ist hier in deinem Geist. Es ist deine eigene Wahl, dein Wesen, das sich entscheidet, ob du in der Hölle oder im Himmel verweilst.

Eine Lehrerin fragte einst ihre Schüler: "Kann mir jemand seine Meinung dazu sagen, wo die Hölle ist?"

Nach einer langen Pause stand ein Mädchen auf und antwortete: "In dem Arbeitszimmer meines Vaters."

Die Lehrerin war erstaunt und fragte sie, warum sie das sage.

Das Kind antwortete: "Jedes Mal, wenn ich in das Arbeitszimmer meines Vaters gehe, sagte er: "Zur Hölle nochmal, verschwinde von hier!"