Karmanyevaadhikaarasye maa phaleshu kadaachanah
Das bedeutet: Deine Aufgabe ist es, einfach die Arbeit zu tun, dich aber nicht um das Ergebnis zu sorgen.
Du musst weiterhin die Dinge tun, weil du sehr viel liebende Energie in dir hast. Du strahlst einfach Energie aus, ohne jeglichen Grund und ohne Erwartung. Wenn du so bist, dann bist du einfach nicht um das Ergebnis besorgt.
Wenn ich sage, dass du nicht um das Ergebnis besorgt bist, dann meine ich nicht damit, dass du aus einer frustrierten oder zynischen Haltung heraus unbekümmert um das Ergebnis bist. Was ich meine ist, dass du nicht einmal daran denkst, Ergebnisse zu erwarten, da du dich fortwährend bewegst und deine innere, glückselige Energie zum Ausdruck bringst. So können wir nicht einmal sagen, dass du keine Ergebnisse erwartest. Du fließt einfach freudig, das ist alles. Diese fließende Energie ist wahre Liebe.
Wenn du damit beginnst, Dinge von anderen zu erwarten, dann wird dies kein Ende nehmen. Und lasst mich euch sagen: das Schwierigste ist, all die Menschen um dich herum zufrieden zu stellen. Denkst du, dass du alle Leute in jedem Moment zufrieden stellen kannst? Niemals. Es ist das Unmöglichste auf dem Planeten Erde.
Eine kleine Geschichte:
Ein Ehemann und seine Frau feierten ihren 50. Hochzeitstag.
Die Frau schenkte ihrem Mann zu dieser Gelegenheit zwei Hemden.
Er war sehr berührt und schlug vor, außer Haus essen zu gehen, anstatt zu kochen.
Dies war ein sehr zärtlicher Moment für beide. Er machte sich frisch und um seine Frau glücklich zu machen, zog eines der geschenkten Hemden an und kam so aus seinem Raum. Als er herunterkam, sah sie lächelnd zu ihm auf, doch bald änderte sich ihr Ausdruck und sie sagte: "Das andere Hemd ist also nicht gut?"
Es ist nicht möglich, den Anderen vollkommen glücklich zu machen.
Zuerst einmal sollst du dich selber zufrieden stellen; finde Erfüllung in dir selbst. Das ist genug. Und bewahre diese Erfüllung unabhängig von anderen Menschen deiner Umgebung. Lass sie einfach nur eine sprudelnde Energie in dir sein, unabhängig von den Bedingungen und Menschen außerhalb. Das ist genug.
Es ist gut, etwas für Andere zu tun; es ist gut, Aufmerksamkeit und Respekt zu geben – jedoch aus einer tiefen, energetisierenden Liebe heraus und nicht aus Angst, dass uns die Zertifikate wieder weggenommen werden. Lege niemals so sehr Wert auf die Meinung der Anderen, dass sie zum Zentrum deines Lebens werden. Mache Andere nicht zur der Quelle deiner Energie. Sei nicht abhängig von Anderen, allein schon deines psychologischen Überlebens wegen.
Wenn du für dein Glück von Anderen abhängig bist, gibst du ihnen Kontrolle über dein Leben. Sei deine eigene Quelle von Energie und Inspiration! Komme zu einem klaren Verständnis, dass wahre Freude nicht möglich ist, wenn du dein Zentrum auf Andere verlagerst. Wenn du dies klar verstehst, ist die Hälfte deiner Probleme gelöst.
Wie ich vorher sagte: weil du nichts über dich weißt, wendest du dich an die Gesellschaft um Antworten zu erhalten. Die Gesellschaft verpasst dir dann fröhlich ihre Etiketten: Du bist ein guter Vater. Du bist gut aussehend. Du bist ein Versager und was nicht noch alles.
Auf gleiche Weise, wie ein Paket ohne korrekte Adresse hin und her geschoben wird, so bewegen wir uns ohne Ankerpunkt in der Gesellschaft, ständig all die Stempel sammelnd.
Wir sind innerlich nicht verankert; wir wissen nicht, dass wir der Inhalt des Pakets sind und nicht das Etikett. Daher sind wir von den Stempeln der Gesellschaft abhängig, um uns den Weg zu weisen. Bald vergessen wir völlig, dass wir der Inhalt sind und nicht das Etikett, und so werden wir von der existenziellen Energie in uns getrennt.
Das Anahata Chakra kann, wenn es geöffnet ist, die existenzielle Energie, die Quelle unendlicher Energie in dir entfachen und ausstrahlen und kann dich durch selbstlose Liebe in Fluss bringen, ohne jegliche Erwartungen, nur als Freude, gegenüber allen und allem, gegenüber der Existenz als Ganzem.
Eine kleine Geschichte:
Das Brahma Sutra ist ein Buch – das größte der Menschheit zur Verfügung stehende Buch.
Es ist die ungekürzte Fassung der Weltphilosophie, aus der alle anderen Philosophien hervorgegangen sind;
es ist das Buch der Bücher. Es wurde von Veda Vyasa geschrieben, dem größten Hindu Gelehrten.
Ein erleuchteter Meister gab dieses Buch einem seiner Schüler, Vachaspati Mishra und bat ihn, einen Kommentar zu diesem Buch zu verfassen.
Der Meister gab auch seine Tochter, Bamati, ihm zur Heirat und verstarb kurz danach.
Vachaspati Mishra begann seine Aufgabe ernsthaft.
Er war andauernd mit dem Schreiben beschäftigt. Es wurde eine intensive und transformierende Meditation für ihn. Er schrieb monatelang; bald wurden aus Monaten Jahre und aus Jahren Dekaden. Er sah nichts anderes, dachte über nichts anderes nach und hörte nichts anderes während dieser Zeit. Schließlich vollendete er das große Werk. Nur der Titel des Buches musste noch gefunden werden.
Er hob den Blick von seiner Arbeit. Da sah er eine alte Dame, die eine Lampe in seiner der Nähe entzündete.
Vachaspati Mishra war überrascht. Er fragte sie: "Wer bist du?"
Die alte Dame antwortete: "Kümmere dich nicht um mich. Arbeite nur weiter an deinem Werk."
Er sagte: "Das Buch ist vollendet. Sag mir, wer du bist."
Die alte Dame sagte: "Ich bin deine Frau."
Vachaspati Mishra war schockiert.
Er war einfach schockiert von dem, was geschehen war. Über 30 Jahre lang hatte er das Buch geschrieben, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an seine Frau! Er konnte seinen Augen nicht trauen.
"Warum hast du mich all die Jahre nicht erinnert!" weinte er.
"Wozu? Du warst so versunken in dem Buch. Ich hatte kein Bedürfnis dich zu unterbrechen." antwortete sie ruhig.
Vachaspati Mishra fuhr fort: "Du hast dein ganzes Leben geopfert zum Wohle der Menschheit! Was kann ich tun, um dich zu entschädigen?"
Bamati antwortete: "Es war eine Freude, dir zu dienen. Ich fühle mich geehrt, dass es mir möglich war, dir zu dienen, während du dieses große Buch geschrieben hast. Nichts weiter ist erforderlich."
Vachaspati Mishra vergoss Tränen der Freude. Er zollte seiner Frau das größte Tribut. Er nannte sein Lebenswerk nach ihr: Bamati.
Noch heute trägt dieser herausragende Kommentar, dieses für die Menschheit so wertvolle Buch, ihren Namen: Bamati.
Bamati wurde unsterblich, wegen ihrer selbstlosen Hingabe und Liebe. Sie war sich selbst genug. Es ist nicht so, dass sie ihren Mann nicht stören wollte, sie hatte kein Bedürfnis dazu! Da liegt ein großer Unterschied zwischen beidem. Meistens möchten wir Aufmerksamkeit haben, bleiben aber still, da wir denken, dass wir den Anderen nicht stören sollten, dem Anderen nicht lästig werden sollten.
Aber hier sprechen wir von einem Menschen, der keine Aufmerksamkeit benötigt hat, das ist der Unterschied. Sie hatte nicht das Gefühl ihre Jugend zu verschwenden; sie stellte keine Vergleiche an. Sie war ganz natürlich sie selbst, das ist alles. Und das war ihr genug. Sie musste keine schwierige Wahl treffen, ob sie ihren Mann stören sollte oder nicht. Sie war so zentriert in ihrer inneren Energie, dass ihr all das nichts ausmachte.
Bamati lebt, nachdem sie gestorben ist. Wir sterben jeden Moment, wenn wir leben. Das ist der große Unterschied.
Heutzutage zu Hause: können wir da die Zeitung für eine halbe Stunde ungestört lesen? Kann deine Frau ihre TV-Serie für eine halbe Stunde ungestört sehen? Gerade wenn du die Zeitung liest, möchte deine Frau dir von all den wichtigen Dingen berichten, die den vorherigen Tag zu Hause vorgefallen sind. Und sie wird sich darüber beschweren, dass du ihr nicht genügend Aufmerksamkeit zukommen lässt. Sie wird dir sagen, dass du ständig Zeitung liest.
Und genau dann, wenn deine Frau ihre Lieblings-TV-Serie anschaut, fühlst du dich hungrig und möchtest, dass sie dir Essen bringt. Du wirst über den Fernseher schimpfen, dass sie die Serien immer genau zur falschen Zeit ausstrahlen! Wieder einmal ereignen sich die wohlbekannten Diskussionen in unserem Zuhause.
Eine kleine Geschichte:
Ein Mann saß mit seiner Frau in einem Restaurant.
Sie bestellten die Gerichte und warteten darauf, dass sie gebracht werden.
Die Frau beschwerte sich: "Mein Lieber, seitdem wir in diesem Restaurant sind, liest du diese Zeitung."
Der Ehemann entschuldigt sich: "Tut mir leid, meine Liebe" und signalisiert dem Ober. "Können wir eine andere Zeitung bekommen, bitte?"
Ihr seht, wir alle suchen andauernd nach Aufmerksamkeit. Und wenn wir sie nicht bekommen, dann sind wir bestürzt. Dies ist die Wurzel allen Ärgers, aller Enttäuschung und Frustration in unserem Leben.
Wir müssen aufhören zu verlangen und anfangen zu geben. Wir müssen Energie ausstrahlen, anstatt nach Energie zu verlangen. Aber wir wissen nicht einmal, wie wir den Fokus von uns auf die Anderen verschieben können. Wir sind so sehr daran gewöhnt, uns selbst als das Zentrum der Aufmerksamkeit zu betrachten. Wir müssen damit beginnen, die Welt außerhalb als das Zentrum unserer Aufmerksamkeit zu sehen. Wie können wir das bewerkstelligen?