KAILASA Library/KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN/Frage: Swamiji, dein Gesicht scheint sich jedes Mal zu ändern, kommt mir vor. Ist das nur meine Vorstellung oder ist das wahr?Sign in
KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN

Frage: Swamiji, dein Gesicht scheint sich jedes Mal zu ändern, kommt mir vor. Ist das nur meine Vorstellung oder ist das wahr?

Verstehe, dass mein Wesen flüssig ist, ohne jegliches Ego. Ich fließe mit der Existenz und was immer ich ausdrücke fließt wie Flüssigkeit, und das nimmst du in meinem Gesicht wahr. Das ist der Grund, warum sich mein Gesicht andauernd zu ändern scheint! Du kannst daran erkennen, wie sich ein Ego-loser Zustand ausdrückt, wenn wir über das nächste Chakra sprechen, das Ajna Chakra.

Frage: Swamiji, wie überwinden wir Besitzgier und Eifersucht?

Ja, wie überwinden wir sie? Die Tatsache, dass du diese Frage stellst, zeigt uns, dass du für ein tieferes Verständnis bereit bist.

Menschliche Wesen können niemals ein Besitztum sein. Wenn du versuchst eine Person zu besitzen, dann reduzierst du sie oder ihn lediglich auf ein Objekt. Du machst diese Person zu einem toten Ding. Nur tote Dinge kann man besitzen. Verstehe das ganz klar, dann bist du frei von Besitzgier und Eifersucht.

Betrachte jedes menschliche Wesen als einen Fluss, der fließt und genieße einfach das, was er oder sie mitbringt. Kannst du das Wasser in einem Fluss besitzen? Wenn du versuchst, das Wasser mit deiner Hand zu greifen, dann tust du etwas törichtes, nicht wahr? In gleicher Weise versuche nicht Menschen zu besitzen; genieße nur, was sie sind, und du wirst frei sein von dem Griff der Eifersucht.

Du wirst dann verstehen, dass Besitzgier etwas ist, das deinem eigenen sehr komplizierten Verstand entstammt, dem du selber so viel Macht verliehen hast.

Wenn du versuchst eine Person zu besitzen, dann wird es auch für diese Person schwierig werden. Du wirst anfangen all deine Ideen auf ihn zu projizieren. Er wird sich auf gewisse Weise benehmen müssen, um mit deinen projizierten Ideen übereinzustimmen. Daher wird er sich eingesperrt fühlen. Er wird in seiner Persönlichkeit gespalten sein. Er wird nicht sein natürliches Selbst im Umgang mit dir leben können. Und so etwas kann schließlich nicht eine Beziehung genannt werden!

Wenn du wirklich einen Menschen liebst, befreie ihn! Versuche nicht ihn zu besitzen; nur dann kann sich wahre Beziehung entwickeln; nur dann kann eine Beziehung erblühen, die nicht von etwas anderem abhängig ist, außer von tiefer Liebe und Vertrauen. Von dem Moment an, wo du dich an jemanden hängst, hast du es verfehlt. Liebe ihn oder sie einfach ohne jegliche Fesseln anzulegen.

Das erinnert mich an eine Geschichte:

In einem Dörfchen in Südindien, wo den Menschen nichts von Zivilisation bekannt war, gab es ein altes Paar.

Eines Tages wurde zum ersten Mal überhaupt eine Messe in dem Dorf veranstaltet.

Der Mann ging zur Messe und betrachtete all die Gegenstände der Ausstellung.

Er nahm einen Spiegel und war mit Ehrfurcht erfüllt vor dem was er sah!

Er hatte niemals zuvor einen Spiegel in seinem Leben gesehen.

Er nahm ihn mit nach Hause.

Von Zeit zu Zeit holte er den Spiegel heraus und warf einen Blick darauf und legte ihn zurück, bevor seine Frau ihn sehen konnte.

Dennoch bemerkte die Frau das irgendwie, und als er eines Tages ausgegangen war, nahm sie den Spiegel heraus und schaute hinein.

Sie rief aus: "Eine andere Frau! Geradeso wie ich mit das gedacht hatte!"

Es gibt keine Limitierungen für unsere Vorstellungen in Bezug auf Besitzgier und Eifersucht! Fast immer ist unsere Vorstellung nicht im Einklang mit der Wirklichkeit. Wenn wir nur innehalten und tief in unsere Eifersucht schauen könnten, dann würden wir verstehen, dass sie grundlos und nutzlos ist.

Natürlich, könnt ihr sagen: "Swamiji, wie kann ich ruhig bleiben, wenn mein Mann oder Frau jemanden anderen beäugt." Wenn dein Mann oder deine Frau wirklich eine andere Person beäugt, dann schau einfach die Angelegenheit mit voller Bewusstheit an, anstatt in einen unbewussten Handlungs-Zustand überzugehen.

Wenn du in Besitzgier und Eifersucht mit Bewusstheit hineinschaust, dann wirst du nicht von übertriebenen Vorstellungen und Emotionen erfasst. Du wirst fähig sein, die Dinge im rechten Licht zu betrachten, dich angemessen zu verhalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Indem du dir einredest nicht eifersüchtig zu sein, kannst du dich niemals von der Eifersucht befreien. Nur wenn du Bewusstheit hineinbringst und sie tief verstehst, wird dir das helfen.

Um Eifersucht zu überwinden, betrachte einfach, wie die Eifersucht in dein System gekommen ist. Analysiere die Abfolge von Gedanken und Emotionen in deinem System und mache sie dann rückgängig, indem du den ganzen Prozess mit deiner Intelligenz bedenkst.

Wenn du dann verstehst, dass Eifersucht wie ein Schatten ohne Objekt ist, dann wirst du wahrnehmen, wie absurd sie ist und wie sehr sie dich gequält hat. Freiheit von Eifersucht zu erlangen ist eine große Befreiung im Leben.

Auch verdamme nicht das Objekt deiner Eifersucht. Indem du einfach nur das Objekt der Eifersucht verdammst, wirst du dich nicht von der Eifersucht befreien können, weil, wenn du zu verdammen beginnst, bedeutet das, dass es eine Wunde in dir gibt die du zu verdecken versuchst.

Durch das Verdammen des Objekts der Eifersucht magst du dich von dem Objekt der Eifersucht befreien, aber du wirst sogleich mit einem neuen Objekt der Eifersucht verbunden werden, das ist alles! Es ist, als wenn du sagst "Weintrauben" und dann zu einem anderen Weingarten weitergehst. Daher ist der Versuch, das Objekt der Eifersucht zu überwinden, nicht die Lösung. Du musst mit dem Subjekt arbeiten, und das bist du.

Wenn du das Gefühl hast eine Emotion festzuhalten, von der du loskommen möchtest, z.B. etwas von dem du meinst, dass es dir nicht dienlich für dein Wachstum ist, dann wehre dich nicht gegen diese Emotion. Wenn du dich gegen sie wehrst, wirst du sie nur noch mehr verstärken. Wenn du sagst: "Ich sollte nicht eifersüchtig werden!", dann wirst du die gleiche Macht dem Wort "Eifersucht" geben wie du sie dem Wort "ich sollte nicht" gibst.

Formuliere daher die Dinge nicht so. Stattdessen sage zu dir selber: "Lasse mich immer mitfühlend gegenüber jedem sein." Benutze das Wort "Eifersucht" überhaupt nicht. Indem du die Emotionen einfach verneinst, wirst du nicht erreichen was du möchtest. Sage etwas vollkommen Positives im gleichen Kontext, das ist alles.

Ebenso, anstatt Eifersucht zu vermeiden oder vor ihr wegzulaufen, durchlebe sie mit vollständiger Bewusstheit. Wenn du sie zu vermeiden versuchst, wird sie dich bei anderer Gelegenheit mit noch größerer Intensität als zuvor einholen. Erinnere dich mit tiefer Bewusstheit immer daran: Eifersucht ist nicht deine wahre Natur. Nur die Gesellschaft hat dir beigebracht eifersüchtig zu sein.

Glaube einfach, dass du nicht Eifersucht bist. Das ist genug. Dann wirst du automatisch über sie lachen, anstatt dich in sie verwickeln zu lassen. Wenn du fähig bist über sie zu lachen, bedeutet das, dass du angefangen hast sie zu beobachten, anstatt ein Teil von ihr zu sein. Von dem Moment an, wo du zu einem Beobachter wirst, wird es leicht für dich sein jenseits von allem zu gelangen.

Ebenso, wenn du erkennst, dass die gesamte Existenz nichts anderes ist als ein göttliches Spiel, dann wirst du auch erkennen, dass dieses sogenannte eifersüchtige Gefühl auch ein göttliches Spiel ist und keine Wirklichkeit in sich selber hat. Betrachte also Eifersucht objektiv, anstatt in sie verwickelt zu sein. Sie wird dann ganz von alleine ihre Macht über dich verlieren.

Wenn du verstehst, dass du einzigartig bist und dass es niemand anderen in der Welt gibt wie dich, dann wird die vergleichende Natur in dir bedeutungslos werden, und du wirst automatisch aufhören dich eifersüchtig zu fühlen. Versuche nur zu verstehen, dass die Existenz jeden und alles gleichermaßen liebt.

Macht das Beste aus der Botschaft des Meisters

Frage: Swamiji… die Meister versuchen uns immer wieder zu inspirieren, Eigenschaften wie Liebe frei von Eifersucht, besseres Verständnis und nichturteilende Einstellungen zu entwickeln. Warum entwickelt sich dann dieses Verständnis nicht in uns?

Siehst du, es gibt zwei Dinge dabei.

Wenn wir die Prinzipien der Meister annehmen und ernsthafte Bemühungen machen uns selber zu transformieren, dann haben wir den richtigen Faden aufgenommen und werden in Glückseligkeit münden! Aber was stattdessen geschieht, ist, wir legen Wert auf die Persönlichkeit des Meisters. Ihr müsst den Wert auf die Prinzipien und die Lehre des Meisters legen. Wenn ihr jedoch auf seine Persönlichkeit Wert legt, dann verfehlt ihr ihn vollständig; ihr verfehlt dann vollständig seine Botschaft.

Wenn du seinen Lehren folgst, wirst du eine spirituelle Frucht werden; wenn du an seiner Persönlichkeit hängst, wirst du eine religiöse Nuss bleiben. Religiöse Nüsse sind diejenigen, die Durcheinander und Konflikte erzeugen und da bleiben, wo sie sind.

Ob es Krishnas Botschaft in der Bhagavad Gita ist oder Mohammeds Botschaft im Heiligen Koran oder Christi Botschaft in der Heiligen Bibel, die Botschaft bleibt die Gleiche – nur der Ausdruck ändert sich. Welchem Meister du auch immer glücklicherweise folgen kannst, folge ihm. Aber wenn du den Persönlichkeiten anstatt ihren Lehren folgst, wenn Krishna wichtiger wird als die Bhagavad Gita, dann beginnst du Probleme für dich und für die anderen zu erzeugen.

Wenn Krishna und Christus sich treffen, werden sie sich sicher umarmen. Aber wenn Krishnas Kühe und Christi Schafe sich treffen, dann ist Ärger und unausweichlich!

Jeder Einzelne der Nachfolger versucht Frieden zu verbreiten, indem er behauptet, dass die Lehren seines Meisters die besten sind. Was geschieht dann? Anstatt Frieden (peace) zu verbreiten, werden wir selber zu Stücken (pieces) werden! Wenn du versuchst, deinen sogenannten Frieden anderen aufzuzwängen, dann beginnt das Problem. So verkomplizieren wir die Angelegenheiten und verfehlen die Botschaften nicht nur in einer Geburt, sondern gleich in mehreren Geburten.

Meister erscheinen immer wieder auf dem Planeten Erde aus reinem Mitgefühl zur Menschheit. Aber irgendwie schaffen die Menschen es immer wieder sie zu überleben!

Anstatt also mit den Fingern auf Andere zu zeigen oder auf bessere Zeiten zu warten, um mit dem Praktizieren zu beginnen, wenn jeder von uns vom jetzigen Moment an das zu praktizieren beginnt was er hört, dann werden die Dinge automatisch um uns herum geschehen.

Zum Beispiel sage ich euch, dass ihr die Pflanzen lieben sollt, die Tiere, Bäume und Menschen ebenso. Anstatt auf eine günstige Zeit zu warten, um dies zu praktizieren und bis dahin vielleicht alles zu vergessen, kannst du augenblicklich damit anfangen das zu verinnerlichen und es jetzt zu praktizieren.

Am Einfachsten könnt ihr damit beginnen indem ihr vermeidet, die Natur zu missbrauchen, während ihr z.B. auf der Straße lauft oder in eurem eigenen Garten. Während des Laufens haben einige von euch die Angewohnheit, Äste von Bäumen abzubrechen und Blumen zu pflücken. Ihr könnt bewusst damit aufhören, und diese Dinge mit mehr Bewusstheit und Liebe betrachten. Ihr könnt anfangen die Natur zu umarmen. Das ist ein sicherer Weg, mit dem Genießen und Wertschätzen zu beginnen, anstatt euch eifersüchtig zu fühlen.

Dies sind Wege, die Botschaften der Meister nicht zu verpassen.

Aber was machst du? Du kommst her und hörst mich sprechen oder du kaufst und liest einige meiner Bücher, preist mich als einen großartigen Redner und vergesst alles wieder. Oder du empfiehlst einigen Freunden meinen Reden zuzuhören und machst jedoch mit deinen Dingen weiter wie zuvor. Was kann man da machen? Versteht bitte, dass ich nicht möchte, dass ihr meine Reden anderen weiterpredigt; ich möchte, dass ihr sie praktiziert.

Hört dieser kleinen Geschichte zu:

Ein Mann reiste nach Afrika in die Ferien.

Er ging im Garten seines Hauses spazieren, als er eines Tages mit einem Löwen konfrontiert wurde, der zu ihm herübersprang.

Er duckte sich schnell und der Löwe landete im nahen Busch.

Am nächsten Tag stand der Mann in seinem Haus und schaute hinaus um nachzusehen, ob der Löwe irgendwo zugegen war.

Er erblickte den Löwen hinter einem Busch.

Zu seinem Erstaunen sah er den Löwen, wie dieser niedrige Sprünge übte!

Seht ihr, wenn ihr das Wissen sofort anwendet, das ihr gewinnt, dann könnt ihr im Leben wachsen. Wenn ihr das Wissen nur sammeln möchtet, ist es von keinem Nutzen. Wenn ihr Wissen nur sammelt, dann wird nur euer Gedächtnis wachsen, nicht aber euer Wesen.

Alles gewonnene Wissen sollte nur zum inneren Wachstum angewandt werden. Andernfalls bist du nicht mehr als eine wandernde Bibliothek. Ich habe Menschen gesehen, die gierig die Vorlesungen verschiedener Redner über Philosophie gehört und nachher ausgiebig darüber gesprochen haben. Wenn es jedoch um die Anwendung geht, dann ermangelt es ihnen total. Sie werden einfach zu Referenzlexika für andere Menschen. Sie lesen, aber verdauen nicht vollständig; sie erbrechen es einfach auf andere. Was ist der Nutzen davon?

Nur wenn du selber mit Bewusstheit wächst, kannst du dir selber sowie auch anderen helfen. Du brauchst ein erfahrungsmäßiges Verständnis. Der Schlüssel liegt nicht einmal darin das anzuwenden was du hörst, zum Nutzen der äußeren Welt; er liegt vielmehr darin das anzuwenden was du hörst, um mehr Bewusstheit in dich selber zu bringen, um letztlich zu verstehen, dass die äußere Welt eine Illusion ist und dass alles was erreicht werden will, in dir selber liegt. Die Errungenschaften, die in der äußeren Welt erreicht werden, sind dann nur beiläufig in dem ganzen Prozess.

Wenn du den Reden von Meistern zuhörst, absorbiere sie und nimm sie einfach auf. Meister sprechen nur die Wahrheit.

Nehmen wir an, es gibt einen großen dichten Wald und du versuchst ihn mit einer kleinen Taschenlampe zu erkunden – das ist dein Verstand.

Mit dem Licht der kleinen Lampe siehst du einige Meter weit und betrachtest das, was du siehst als Wahrheit.

Das ist was Wissenschaftler tun.

Sie sehen einige Meter voraus und bringen dann heute eine neue Theorie heraus.

Dann gehen Sie etwas weiter mit der Lampe, sehen einige Meter weiter und entdecken wieder etwas Neues. Sie verwerfen dann die Wahrheit, die sie gestern deklariert hatten und kommen mit einer neuen Wahrheit hervor. Sei ganz klar, dass die gestrige Wahrheit die heute zur Unwahrheit geworden ist, selbst gestern keine Wahrheit war. Dennoch ist das die Art wie sie versuchen, den dichten Wald mit ihrem Verstand zu erkunden.

Aber stell dir vor, dass es einen Lichtblitz gibt, der den gesamten Wald sichtbar macht in einem einzigen Blitz! Dann kennst du den gesamten Wald und du kannst die Dinge je nach Bedarf erklären.

Das ist das, worum es bei der Erleuchtung geht! Sie ist das Sehen des gesamten Waldes in einem einzigen Blitz.

Wenn dies einst geschieht, dann weißt du einfach.

Deswegen ist das, was einem Meister Wahrheit ist, auch dem anderen Meister Wahrheit. Ihr Ausdruck mag variieren, aber ihre letztendliche Erfahrung ist eins. Entweder weißt du durch Erfahrung, oder du weißt nicht. Wenn du versuchst mit deinem Verstand zu antworten, dann erzeugst du nur Philosophien. Philosophiere also nicht; arbeite daran, dein Verständnis in Erfahrung zu verwandeln.

In den meisten Teestuben in ländlichen Dörfern in Bharat kannst du eine gewohnte Szene beobachten. Es gibt einige tägliche Besucher, die all die großen Philosophien dieser Welt diskutieren. Die Köpfe all der großen Götter, Meister und Politiker werden gründlich gekaut und verdaut von diesen Menschen.

All die Gräueltaten, die in der Stadt vorgefallen sind, werden ohne Ausnahme diskutiert. Die gesamte Welt wird einer genauen Prüfung unterzogen entsprechend dem Mangel von Ordnung und Disziplin. Schließlich trinkt der Mann, der über all das gesprochen hat, seinen Tee aus und sagt beim Verlassen, dass er den Tee morgen bezahlen wird!

Der Mann, der nicht einmal für seinen Tee zahlen konnte, sitzt auf der Teestuben-Bank und liest die Tageszeitung vom Anfang bis zum Ende und gibt seine Urteile über alles ab, was er gelesen hat. Selbst der Herausgeber hat die Zeitung nicht einmal so gründlich gelesen!

Die Menge an Zeit, die diese Menschen auf der Teestuben-Bank verbringen, wird wahrscheinlich sogar der Bank Depressionen bereiten! Sie verbringen all ihre Zeit auf diese Art. Sie verbringen nicht einen Moment bei dem Versuch irgendetwas zu erreichen.

Das Mindeste, was du also tun kannst, ist, das was ich sage zu verinnerlichen und anzufangen, die Wahrheit dahinter zu fühlen. Patanjali sagt: "Wenn du dich heute 20 cm beugen kannst, dann versuche dich morgen einen Zentimeter mehr zu beugen." Entsprechend solltest du stetig der Erfahrung von den Wahrheiten entgegenarbeiten, die ich dir gebe. Andernfalls wirst du nicht mehr sein, als die Leute in den Teestuben. Sie verursachen dort Depressionen in den Bänken, während du hier Löcher in den Matten verursacht, das ist alles!

Das Problem, wenn wir die Worte der Weisheit hören, besteht meistens darin, dass wir dann immer fühlen, dass dies genau für unsern Freund oder unseren Verwandten zutreffend ist, der auch dem Vortrag zuhört! Wir wenden es auf sie an und hoffen insgeheim, dass sie die Nachricht verstanden haben. Indem du das tust, hast du bereits die Botschaft verpasst, das ist alles. Ich sage dir, wenn ich spreche, dann spreche ich zu dir! Selbst wenn hier 1000 Menschen in der Halle sind, ich spreche zu dir! Bitte versuche das zu verstehen.

Jedes Wort von mir ist gefüllt mit Energie, die für dich bestimmt ist. Höre also bitte nicht mit solchen Ideen in deinem Verstand zu. Speziell wenn Ehemänner mit Ehefrauen kommen, um den Vorträgen zuzuhören, wenn ich einige Dinge nenne, die das praktische Leben betreffen, denkt der Ehemann: sie sollte das hören und die Frau denkt auch: mein Ehemann sollte das hören! Am Ende versäumen beide die Botschaft.

Die den meisten Menschen innewohnende Natur ist auf das Sammeln von Geld und materiellen Dingen ausgerichtet. Irgendwann nimmt er war, dass er nicht alle Dinge mit Geld kaufen kann. Dann wird das Tempo langsamer, Wohlstand anzusammeln. Jedoch beginnt er dann Worte und intellektuelles Wissen zu sammeln. Dieser Prozess endet irgendwie niemals. Er wird gierig nach immer mehr Worten.

Jemand, der aufgehört hat Wohlstand und Worte zu sammeln wird anfangen nach wahrem Wissen zu suchen. Oftmals stellen wir Fragen nicht, weil wir wirklich die Antwort wissen wollen, sondern einfach weil wir gierig nach mehr Worten sind oder weil wir zeigen wollen, dass wir etwas wissen.

Wenn du tief in dich hineinblickst, wird nur eine Frage aufsteigen, und diese ist die einzige, ursprüngliche Frage für dich selber. Wenn diese Frage beantwortet ist, dann wirst du erleuchtet!

Ein Mann fragte mich: "Swamiji, was ist Gott?"

Ich änderte langsam das Thema und erkundigte mich nach seiner Familie und seinem Geschäft.

Wir sprachen fast zwei Stunden lang. In diesen beiden Stunden, kam er niemals mehr auf seine anfängliche Frage zurück.

Am Ende sage ich ihm: "Achja, du stelltest mir eine Frage als du hereinkamst. Ich antwortete dir nicht darauf, weil es keine Frage tief aus deinem Inneren war."

Wenn die Frage tief aus unserem Inneren aufsteigt, werden wir sie nie vergessen oder Ruhe geben bis wir zufrieden mit der Antwort sind. Manche Menschen stellen Fragen und geben gleich selber die Antwort und fragen mich dann nach einer Antwort! Sie halten lediglich Ausschau um Bestätigung von mir zu erhalten, das ist alles.

Fragen sind eigentlich ein Anlass um Worte in uns zu sammeln. Wir fühlen uns großartig dabei, wenn wir diese Worte sammeln. Aber indem wir so handeln, verfehlen wir die große Wahrheit! Wir legen mehr Gewicht auf die Worte als auf die Wahrheit. So verfehlen wir den Meister; so verpassen wir das Verständnis hinter den Worten des Meisters.

Die Leute fragen mich: "Swamiji, wenn wir aufhören sollen zu vergleichen, bedeutet das, dass wir allem entsagen und Spiritualisten werden sollen?"

Die meisten Menschen denken, dass wenn ich euch bitte, mit dem Vergleichen, dem Wetteifern usw. aufzuhören, ich gleichzeitig meine, von allen weltlichen Angelegenheiten Abstand zu nehmen und ein rein spirituelles Leben zu führen. Besonders wenn ich über das Vishuddhi Chakra spreche, beginnen die Leute so zu empfinden.

Seht ihr, bei Spiritualität oder in diesem Fall bei Sannyas geht es letztlich überhaupt nicht um Entsagung. Es geht um tiefe Bewusstheit, die deine verrückten Wünsche automatisch auf grundlegende Bedürfnisse reduziert und die dir die Energie geben wird, sie zu erfüllen und dich dabei nach innen zu wenden.

Was immer in der äußeren Welt getan werden muss, soll getan werden, kein Zweifel daran. Du musst deinen Lebensunterhalt verdienen; du musst dich mit diesbezüglichen Dingen beschäftigen; du musst deinen Körper am Leben erhalten. Alles was ich sage, ist, bringe Bewusstheit in all das, sodass alle unnötigen Beschäftigungen in der äußeren Welt automatisch verschwinden und du mit einem klaren Verständnis vom Zweck deiner eigenen Geburt und deines Lebens lebst.

Alle Formen von Illusion, alle geborgten Wünsche, alle eingeflößten Ängste, alle Formen von Eifersucht und Vergleich, Leidenschaft und Lust werden dann einer vollständigen Transformation unterzogen und werden zur glückseligen Energie für dich.

Eine kleine Geschichte:

Ein Meister wanderte mit seinem Schüler, als sie zu einem Fluss kamen.

Der Schüler war überrascht und fragte: "Meister, werden wir jetzt den Fluss überqueren?"

Der Meister antwortete ruhig: "Ja, wir werden. Du musst vorsichtig sein, dir dabei nicht deine Füße nass zu machen!"

Der Schüler konnte nicht verstehen, was der Meister sagte! Der Meister versuchte ihm zu sagen, dass es bei Spiritualität nur darum geht, den Ozean des Lebens zu überqueren ohne sich dabei die Füße nass zu machen. Es geht darum wie ein Lotus in einem Teich zu sein - unberührt vom Wasser obwohl tief darin. Bei Spiritualität geht es nicht darum vor weltlichen Dingen wegzurennen. Sei dir ganz klar darüber.

Spiritualität ist eigentlich Lebens-Technik. In Universitäten lehren sie euch verschiedene Arten von Technik. Es sind lediglich Zertifikate, die du dafür bekommst, dass du dein Gehirn anstrengst. Lebens-Technik ist das, was jedem von uns beigebracht werden muss. Spiritualität lehrt dich wie ein Paramahamsa oder ein Erlöster in der materiellen Welt zu leben, bis zum Hals im Wasser und dennoch unberührt davon.

Spiritualität lehrt dich ein intensives und erfülltes Leben zu führen, ohne Menschen oder Eigentum zu verletzen. Sie lehrt dich von deinem Verstand abzukoppeln und mit weit geöffneten Augen der Unschuld die Wunder der Existenz zu betrachten, ohne jegliche Illusionen wie Vergleiche, Eifersucht, Lust und so weiter. Sie lehrt dich synchron mit der Existenz zu bewegen und die Kraft des Zusammenspiels zu erfahren, wodurch du erkennst, dass die Dinge sich automatisch als Antwort auf deine innere Freude ereignen.

Spiritualität lehrt dich in einer immerdar andächtigen und dankbaren Haltung zu sein und empfänglich für die Wege der Existenz zu sein. Sie lehrt dich jeden Moment aus deinem inneren Kern heraus zu genießen, anstatt von der äußeren Peripherie hin und her geschüttelt zu werden, einhergehend mit den damit verbundenen Emotionen. Sie lehrt dich jeden Moment des Lebens zu zelebrieren anstatt nach Gründen für eine Feier zu suchen.

Spiritualität entzündet deine innere Intelligenz und beschleunigt deine Leistungsfähigkeit in der äußeren Welt. Sie erweckt deine Erkenntnis und bringt dich in tieferes Bewusstsein. Sie bringt dich von der Lust zur Liebe, vom Sorgen zum Staunen, von der Falschheit zur Wahrheit, vom Schmerz zur Glückseligkeit, von der Eifersucht zur Feierlichkeit.

Die Menschen denken, dass sie der Spiritualität eine spezielle Zeit zuordnen müssen; dem ist nicht so. Du kannst aus dem zuvor gesagten erkennen, dass das nicht erforderlich ist. Die Menschen, die behaupten, dass du der Spiritualität eine spezielle Zeit zuweisen musst, sind keine spirituellen Menschen; sie sind religiöse Menschen.

Religion braucht Zeit wegen der Riten und Rituale. Spiritualität hat nichts mit Menge oder Zeit zu tun. Sie hat mit der Qualität deines Lebens zu tun. Wenn du ernsthaft dabei bist die Wahrheit zu suchen, dann ist das genug. Dann kannst du deine ganze Zeit dafür widmen, alles als eine ernste Meditation zu betreiben und du wirst dein Ziel erreichen. Du wirst automatisch bei der Arbeit glänzen, Zuhause, in zwischenmenschlichen Beziehungen, ohne Energieblockaden wie Eifersucht und Vergleich.

Du wirst dich leicht an jegliche Umgebungen anpassen. Du wirst dich an jedem Ort mit allen Menschen zuhause fühlen. Zuhause wird nicht nur der Ort sein an, dem du lebst, sondern die Existenz insgesamt. Du wirst freikommen von geistiger und körperlicher Konditionierung und wirst dich erheben und vereinen, um Eins mit der Existenz zu werden.

Das Problem ist, dass Menschen einfach damit zufrieden sind Ritualen zu folgen. Rituale spenden eine gewisse Sicherheit dabei sie durchzuführen. Die Wissenschaft hinter den Ritualen ist den Menschen nicht mehr bekannt, aber die Rituale sind Ego-erfüllend für sie. Rituale sind komplex und wir empfinden es immer als eine Herausforderung mit komplexen Dingen standzuhalten.

Menschen kommen zu mir mit ihren Problemen und Fragen nach einer Lösung. Ich sage ihnen, dass ich mich darum kümmere und empfehle ihnen eine Zeit lang unter dem Banyan Baum zu sitzen, während sie im Ashram sind. Der Banyan Baum im Ashram ist ein Energiefeld. Aber sie sind nicht zufrieden mit der Antwort. Sie fragen mich welche Rituale sie durchführen sollten, um Dinge besser zu machen.

Wenn ich ihnen sagen würde, dass sie 108-mal um den Banyan Baum im Ashram gehen sollten, dann wären sie glücklich das zu tun! Siehst du, wenn du 108-mal um den Banyan Baum gehst, dann wird das Ego-erfüllend für dich sein. Du fühlst dann, dass du hart gearbeitet hast und den Lohn dafür bekommen wirst. So haben wir unseren Verstand in Bezug auf Religion trainiert.

Selbst in Region und bei Ritualen habe ich Menschen gesehen, wie sie miteinander im Wettstreit stehen! Wenn dein Nachbar eine gewisse Spende in einem gewissen Tempel gegeben hat, dann gehst du sofort und gibst die gleiche Spende im gleichen Tempel. Worauf liegt hierbei der Fokus? Auf der Gottheit oder dem Nachbarn? Du hast die ganze Sache verfehlt, wenn du solche Dinge tust!

Menschen fühlen sich stolz dabei wenn sie sagen, dass sie so viele wichtige Heiligtümer in der ganzen Welt besucht haben. Sie zählen die vielen Tempel auf, die sie besucht haben. Sofort machen diejenigen, die diesen Geschichten zugehört haben, eine Anstrengung diese Leistungen zu übertreffen.

Nachdem du all die Heiligtümer besucht hast, ist dein Ego immer noch fest und dein Vishuddhi Chakra ist immer noch blockiert! Hast du jemals darüber nachgedacht? All diese Dinge werden eigentlich nur deswegen getan, um sich in der inneren Welt zu entwickeln, um frei von Vergleich und Eifersucht und ähnlichen Dingen zu sein, aber auch hier verfehlst du wie immer den Punkt, da du die Dinge der äußeren Welt wegen tust.

Ich habe Menschen gesehen wie sie Rezitationen vor den Gottheiten vortragen. Sie lesen einige Zeilen und rufen dann das Hausmädchen, um nachzufragen, ob sie die Arbeit getan hat die ihr aufgetragen wurde. Oder sie lesen einige Zeilen und sehen dann nach, wie viele Seiten es noch bis zum Ende gibt! In einem solchen Verhältnis stehen sie zu Gott und fühlen sich dann zufrieden, wenn sie am Ende des Tages eine Rezitation gelesen haben.

Und noch dazu wiederholen sie solcherlei Rezitationen für 21 Tage weil sie ein Gelübde ablegt haben solches zu tun. Dann gehen sie zum Nachbarn oder den Verwandten um stolz zu verkünden, dass sie solch ein anstrengendes Gelübde erfüllt haben!

Wir tun meist alles deswegen, um den Leuten zu erzählen, dass wir es getan haben, und so säen wir die Saat von Vergleich in ihnen. Wenn du dich also dazu entscheidest Ritualen zu folgen, dann tue das mit der größtmöglichen Ernsthaftigkeit, mit dem Gefühl einer tiefen Verbindung zur Existenz. Wenn du das auf diese Weise tust, dann wirst du nicht einmal darüber sprechen.

Wenn du dich entschließt dem rituellen Pfad zu folgen, dann müssen Hingabe und Ernsthaftigkeit dein Hauptschlüssel sein. Tue es also mit der größtmöglichen Ernsthaftigkeit. Heutzutage gibt es hunderte Arten von ritueller Anbetung. Du musst darüber nicht in Verwirrung geraten, welchem Pfad nun zu folgen ist. Entschließe dich einfach irgendeinem Weg zu folgen und tue dies mit größtmöglicher Hingabe. Es ist die Hingabe, die dir die Ergebnisse liefert, nicht das Ritual selber.

Ebenso bemühst du dich um sofortige Ergebnisse. Heutzutage möchte jeder sofortige Ergebnisse haben, wie Instant-Tee oder Instant-Kaffee. Die meisten von uns fühlen, dass die Gebete der anderen schneller beantwortet werden als die unsrigen, und so wechseln wir von unserer Art der Anbetung zu der Art der Anbetung der anderen. Das ist Unsinn. So viel Vergleich selbst bei der Anbetung! Tue, was du tust, mit Hingabe und Glauben, und lasse den Rest offen. Die Dinge werden automatisch geschehen.

Versuche auch die Wissenschaft hinter den Ritualen zu verstehen wenn du ihnen folgst, sodass dein Verstand auf die richtige Weise eingestimmt ist, anstatt im Ritual selber gefangen zu sein. Das letztendliche Ziel einer jeden Religion oder eines Rituals besteht darin, sich auf die Existenz einzustimmen. Das muss genau verstanden werden.

Rituale sind kein Handelsgeschäft um Gott zu bestechen. Sie sind kein Bankguthaben, das du anlegst um dich selber zu beschützen. Sie sind kein Wettrennen, das du mit jemandem führst um zu sehen, wer mehr tun kann. Beende also das Vergleichen und beginne Intensität bei dem zu fühlen, was du tust.

Dies erinnert mich an eine Geschichte:

Drei Männer gründeten zusammen ein Geschäft.

Sie entschieden sich, Gott als Partner mit in ihr Geschäft zu nehmen.

Sie kamen darin überein, dass, welchen Profit auch immer sie haben würden, sie 1% davon Gott abgeben würden.

Sie begannen ihr Geschäft und hatten einen unerwartet großen Erfolg.

Dann kam das Problem: Wie kann man so viel Geld an Gott geben?

Jeder machte einen Vorschlag.

Der erste Mann sagte: "Gut, lasst uns einen Kreis malen und dann das Geld hochwerfen. Alles was davon im Kreis liegen bleibt ist Gottes und was außerhalb fällt ist unseres."

Der zweite Mann sagte: "Nein, ich habe eine bessere Idee. Wir malen einen wirklich großen Kreis und werfen das ganze Geld hoch. Das Geld, das hineinfällt ist unseres und was herausfällt ist Gottes."

Der dritte Mann sagte: "Seht, hört mich an. Sowieso ist Gott über uns. Lasst uns also alles Geld hochwerfen. Was auch immer Gott möchte, lasst es ihn nehmen, und was wieder herunterkommt ist unseres!"

Solange wir etwas wollen, bestechen wir Gott dafür. Sobald wir es bekommen, lassen wir ihn fallen, bis der nächste Wunsch aufsteigt. So ist es uns beigebracht worden zu handeln.

Rituale, Meditation und Mut

Frage: Swamiji, wo wir bei dem Thema von Ritualen sind, kannst du uns bitte etwas über den Pfad von Ritualen und den Pfad von Meditation sagen?

Bei Ritualen gibt es viel Eindeutigkeit. Sie sind strukturiert und du weißt genau, wann sie beginnen und wann sie enden, wo du sie durchführen sollst und warum du sie tun sollst usw. Du gehst in Rituale und kommst als die gleiche Person wieder heraus. Da gibt es so viel Sicherheit in dem ganzen Prozess. Deswegen sind sie so verbreitet. Alles was eindeutig ist, verbreitet sich.

Aber was geschieht in der Meditation? Zunächst einmal erscheint Meditation zu einfach, um irgendwelchen Nutzen hervorzubringen im Vergleich mit Ritualen. Die Leute fragen mich dauernd, warum ich Rituale im Ashram vollziehe. Ich sage ihnen: "Wenn ich die Menschen bitte, einfach in den Ashram zu kommen und unter dem Banyan Baum zu sitzen und zu meditieren, was eigentlich genug wäre, werden sie dann auf mich hören?"

Wenn ich nicht die Dakshinamurthi Statue und die Nataraja Statue dort hätte, wenn sie diese Statuen nicht dort sehen würden, würden sie dann kommen, nur um den offenen Raum und den Banyan Baum zu betrachten? Wahrscheinlich würde dann nur ich unter dem Banyan Baum sitzen und meditieren!

Um die Menschen zu den ersten Schritten auf ihre innere Reise zu führen, muss ich ihnen einige Komplikationen aufzeigen, die in ihrem Verstand bestehen. Anderenfalls kann ich sie nicht dahin locken. Ich muss in ihrer Sprache sprechen.

Sie werden glücklich sein, die Dakshinamurthi Statue unter dem Banyan Baum zu sehen, obwohl sie des Energie-Feldes völlig unbewusst sind, das dort tatsächlich um den Banyan Baum herrscht, selbst in der Abwesenheit der Dakshinamurthi Statue. Dieser Banyan Baum ist Lebensenergie. Seine Stille ist eine vibrierende Stille. Es ist genug, wenn du nur unter ihm in einer meditativen Stimmung sitzt. Du musst dort nichts Kompliziertes machen. Jedes Blatt und jeder Zweig sprechen dort zu mir.

Schau, wenn du weiterhin die Gottheiten anbetest, dann musst du immer mehr der enormen Präsenz der Existenz gewahr werden, mit der du versuchst dich vermittels der Gottheiten zu verbinden. Dann wirst du automatisch Gott überall schauen. Du wirst verstehen, dass nicht nur die Gottheiten mit der Präsenz von Gott erfüllt sind, sondern die gesamte Kreation. Dann kannst du anfangen mit der gesamten Existenz in Beziehung zu treten.

Bei der Meditation, wenn du mit Ernsthaftigkeit in eine Meditation gehst, ist der Ausgang unbestimmt. Eine Änderung der Persönlichkeit könnte geschehen. Du könntest als andere Person herauskommen, und das wird als großes Risiko betrachtet! Es ist wie ein Glücksspiel. Transformation beginnt sich zu vollziehen. Es ist eigentlich diese Transformation, die du suchst, aber wenn sie geschieht hast du Angst.

Du fühlst dich bequem in der Sicherheit deiner Rituale. Die Rituale werden zum Bestandteil deiner täglichen Routine; sie werden Teil eines toten Kreislaufs, dem du folgst. Irgendwie geben sie dir Befriedigung, aber du bleibst da wo du bist. Mit Meditation wird deine Ideologie zuweilen erschüttert, und du beginnst dich ängstlich zu fühlen. Deine Glaubenssätze, die über die Jahre der Konditionierung aufgebaut wurden, erscheinen plötzlich unsicher. Du fühlst, dass du auf einem weniger ausgetretenen Pfad läufst, und das bereitet dir Angst.

Wenn du meditierst, vergrößert sich deine Bewusstheit und wenn dies geschieht, dann wird sich der Zaun, den du dir um dich herum vorgestellt hast und den eigentlich die Gesellschaft um dich gebaut hat, langsam auflösen und du fühlst dich rebellisch – nicht gegen die Gesellschaft, sondern gegen deinen eigenen unbewussten und ignoranten Zustand. Diese Rebellion führt dazu, dass du den Dingen mehr auf den Grund gehst, und dies öffnet dir weitere Wege.

So bewegst du dich immer tiefer in den Raum, den du nie zuvor betreten hast; einen Raum, den die Gesellschaft nicht einmal kennt – einen Raum, mit dem die Gesellschaft behutsam ist; einen Raum, der die ganze Zeit über in dir war, jedoch verschlossen; einen Raum, für den du einen Schlüssel gesucht hast um ihn aufzuschließen dessen aber völlig unbewusst warst, nicht nur in diesem Leben sondern auch in vielen Leben zuvor. Wenn du diesen Raum gefunden hast, dann bist du angekommen!

Es ist ähnlich wie:

Eine Kuh ist an ein Seil angebunden und hat einige Meter Radius um herumzulaufen.

Sie läuft herum und wird bewusst und reift durch ihre Intelligenz.

Dann wird das Seil etwas gelockert, indem ihr einige Meter mehr Radius gegeben werden.

Sie geht weiter herum, wird intelligenter und erhält wieder mehr Raum zum umherlaufen.

Abhängig von der wachsenden Intelligenz und dem Bewusstsein der Kuh wird sie freigelassen zu ihrer Zeit!

Das Gleiche vollzieht sich im Menschen. Das Seil oder der Zaun um den Menschen ist proportional zu seinem Bewusstsein. Je bewusster er wird, desto mehr Freiheit genießt er und desto mehr wächst sein Bewusstsein.

Schau, es ist eine Frage deiner Bereitschaft, die Transformation deiner Energie zuzulassen. Das ist der einzige Weg, wie sich das vollziehen kann.

Aber wenn das geschieht, wird dir die Gesellschaft zu verstehen geben, dass du dich von ihr entfernst. Sie wird dir sagen, dass du dich von der rechten Sicht entfernst. Dann beginnt die Verwirrung. Wenn das geschieht, musst du nur Mut haben und Glauben an die Existenz und an dich selber und musst einfach weitermachen.

In dieser Situation kann dir ein Meister mehr helfen als alle Bücher oder Vorträge, und er wird dir als ein Yoga danda dienen, als ein Stock zur Unterstützung – um dir zu helfen selber aufzustehen. Jedes Mal wenn du dich auf deinem spirituellen Weg durch die Gesellschaft geprügelt fühlst, wenn du fühlst dass du gegen den Strom läufst, dann wird dich der Meister auf seine Art aufrichten und dich ermuntern weiterzumachen.

Du musst in schwachen Momenten angespornt werden, und der Meister ist der Stock, der dich anschubst und dich unterstützt, bis du wieder erhobenen Hauptes läufst. In jedem Moment des Zögerns taucht der Stock auf um dir zu helfen.

Mit der Unterstützung des Meisters kannst du als ein Individuum aufstehen, als eine unabhängige Person deine Einzigartigkeit entdecken. Dies bedeutet nicht, dass du vom Meister abhängig bist, überhaupt nicht. Das ist eine allgemein falsche Auffassung. Die Menschen denken, dass du ein Leben lang von einem anderen Menschen abhängig bist.

Es ist eher so: du versuchst deinen Weg zu einem bestimmten Ort zu finden. Wenn du dir selber überlassen bleibst, dann wirst du an verschiedenen Orten nach dem Weg fragen. Manchmal wirst du falsch geführt werden und wirst einen Weg zurückgehen müssen, und auf diese Art wirst du irgendwie dein Ziel erreichen. Es mag zwar eine lange Zeit dauern, aber du wirst es erreichen. Aber was ist, wenn du eine Karte oder ein Führer hast? Du wirst dein Ziel direkt und ohne Zeitverlust erreichen können, nicht wahr? Bedeutet das, dass du von der Karte oder dem Führer abhängig bist? Nein. Es war nur ein schnellerer Weg um Dinge zu erledigen, das ist alles. Auf gleiche Weise ist ein Meister ein Führer der den Weg kennt, da er bereits an dem Ort war, nach dem du suchst und er bereit ist, dich dorthin zu führen.

Wenn du nur Engagement hast, wirst du ohne Zweifel hart arbeiten, um dein Ziel zu erreichen, aber wenn du Engagement und Mut hast, dann wirst du einen Sprung deinem Ziel entgegen machen. Dieser Mut entsteht, wenn du damit aufhörst auf andere zu schauen und stattdessen in dich selber schaust, wenn du aufhörst dich mit anderen zu vergleichen und dich selber mit Bewusstheit beobachtest, bei allen subtilen Änderungen die sich in deinem System vollziehen.

Du musst dich auf deinem eigenen Weg mit dem Mut der Überzeugung erheben. Der Mut der Überzeugung wird sich in dir nur festigen, wenn du stark in dir selber zentriert bist ohne dich mit anderen zu vergleichen.

Die Gesellschaft wartet nur darauf dich in die gewohnten Muster zurückzuziehen, die sie kennt, in das Elend mit dem sie vertraut ist und das sie bewältigen kann; in die ausgetrampelten und abgenutzten Pfade. Es ist sehr leicht und bedarf keines Mutes diesen Pfad einzuschlagen. Aber es erfordert Mut den weniger ausgetretenen Pfad der Spiritualität zu betreten. Wenn ich Mut sage, meine ich nicht gewöhnlichen Mut, ich meine totalen Mut.

Eine Perlenkette zu tragen erfordert keinen Mut, aber eine Rudraksha Kette zu tragen erfordert Mut. Ich gebe Rudraksha Ketten an Schüler die sie zu tragen wünschen. Die Rudraksha Ketten sind nichts anderes als Energiespeicher. Sie speichern die kosmische Energie für dich. Sie sind wie ein Kraftwerk und laden dich auf, wenn du in einem Tief bist. Aber die Gesellschaft sieht diese Ketten als ein deutliches Zeichen von Sannyas! Sie betrachten sie als etwas das von Asketen (Entsagern) getragen wird, ohne überhaupt die Bedeutung von Entsagung zu kennen.

Sie missbilligen Menschen, die in ihren Familien bleiben und Rudrakshas tragen. Aber wenn sie Rudrakshas an Statuen oder Sadhus sehen, sind sie glücklich und beten zu ihnen. So viele meiner jungen Schüler kommen und erzählen mir, wie ihre Familien reagieren, weil sie Rudrakshas tragen. All diese Klatschbasen sprechen unentwegt darüber und verbreiten Geschichten über die jungen Schüler. Ist das nicht absurd? Wenn sie beten, dann beten sie zur kosmischen Energie, aber wenn die gleiche Energie für sie in einfacherer Form zugänglich ist, sind sie nicht bereit sie anzunehmen! Sie beten zu ihr und rennen zugleich weg vor ihr!

Wenn du dies tief analysierst, erscheint es absurd und unsinnig. Sie sehen sich selber so deutlich verschieden von Gott; das ist das Problem. Sie sind nicht bereit zu akzeptieren, dass sie Gott sind. Nun sage ich dir: ob du es weißt oder nicht, ob du es akzeptierst oder nicht, ob du es magst oder nicht, ob du es glaubst oder nicht, du BIST Gott. Das ist auch die Basis des Vishuddhi Chakra – dein einzigartiges Selbst und die zugrundeliegende unendliche Energie zu entdecken.

Wenn dein Mut wächst, verblasst die Gesellschaft automatisch zur Bedeutungslosigkeit. Wenn dein Mut gering ist, übernimmt die Gesellschaft Macht über dich. Es findet alles in deinem Bewusstsein statt. Wie viel Macht auch immer du der Gesellschaft gibst, so viel Macht wird sie über dich haben. Beschuldige niemals die Gesellschaft für irgendetwas.

Die Wahl ist immer die deinige gewesen. Rein aus Mangel an Mut wählst du das, was die Gesellschaft vorgibt; du wählst, dich hin und her schütteln zu lassen durch das Vergleichen und durch den Versuch, einander zu übertreffen, und dann beschuldigst du die Gesellschaft dafür. Das ist das Absurdeste, was du tun kannst. Erinnere dich daran, die Wahl ist immer die Deinige.

Handle einfach mit Bewusstheit und die Unendlichkeit wird sich entfalten. Wenn sie das tut, wirst du dich anfangs ängstlich fühlen, weil du nicht daran gewohnt bist solch offenen Raum zu sehen. Du bist gewohnt andauernd Grenzen zu sehen. Nun kannst du den Zaun nicht mehr sehen. Da beginnst du Bedenken zu entwickeln.

Du denkst sofort, dass du in den falschen Raum gelangt bist. Die Wirklichkeit scheint zu viel für Dich zu sein, um sie zu verkraften. Du beginnst dich unsicher zu fühlen. Du fühlst, dass du zurück in die Wärme deiner vergangenen Glaubenssätze und Illusionen gehen möchtest. Du fühlst, dass du einen Fehler gemacht hast, indem du nicht auf die Gesellschaft gehört hast als sie dir sagte, dass du den falschen Weg gehst. Du beginnst zu zweifeln und dann auch die Zweifel anzuzweifeln.

Das Leben erscheint dir plötzlich unsicher. Du weißt nicht, wo du landen wirst. Du fühlst dich wie ein einsames Kind, das mitten in der Wüste zurückgelassen wurde. In Zeiten wie diesen musst du dich daran erinnern, dass die Existenz immer mit dir ist und dass dein Mut nur reifen muss und du Hand in Hand gehen musst mit der Existenz, dann kommt alles in Ordnung. Der Glaube ist der antreibende Stock für den Mut.

Bis eine Revolution in dir geschieht, kannst du niemals aufbrechen und zu einem Baum wachsen. Die Meisten von uns verbleiben als ein Samenkorn und sterben wegen Mangels an Mut. Wir versuchen immer den Samen auszugraben um Früchte und Blumen zu finden. Wird dir das jemals helfen? Nein! Der Same muss aufbrechen um zu wachsen. Gleichsam, wenn eine radikale Änderung geschieht, wenn sich eine Revolution im Menschen vollzieht, dann wird er aufbrechen und wachsen. Alle Meditationen sind nichts anderes als Techniken, um den Samen aufbrechen zu lassen.

Wenn du beginnst aufzubrechen, werden sich all deine Prioritäten ändern. Was zuvor wichtig war, wird unwichtig. Nur die Dinge die dein Wesen nähren, werden dir wichtig erscheinen. Dein gesamtes Verhalten wird sich ändern. Deine gesamte Präsenz wird sich ändern.

Deine Präsenz wird automatisch Menschen anziehen, obwohl sie das nicht so sehen würden! Die Strahlung, die du in deinem inneren Kern fühlst, wird sie mit tiefer Neugierde anziehen. Während die Gesellschaft dich für dein verändertes Verhalten kritisiert, wird sie deine Präsenz als merklich andersartig empfinden.

Wenn sich die Transformation vollzieht, ignoriere völlig alles aus der Vergangenheit. Die Vergangenheit wird immer wieder versuchen, dich in bekannte Muster und tiefe Bindungen zu ziehen. Wenn du auf die Worte der Anderen hörst, lässt du zu, dass du dich selber in Bindung begibst. Entschließe dich einfach dazu, an der Ekstase und dem Glauben an die Transformation festzuhalten, die sich in dir vollzieht. Das ist deine größte Prüfung – die Prüfung deiner Ausdauer, um dich vollständig zu transformieren. Halte daran fest, bis die Transformation vollständig und ausgereift ist.

Es gibt eine kosmische Energie, die das Universum füllt und eine Energie, die dich füllt. In der Spiritualität geht es darum, eine Verbindung zwischen der kosmischen Energie und der Energie in dir zu etablieren. Wenn dein individuelles Bewusstsein mit dem universalen Bewusstsein verschmilzt, dann wirst du erleuchtet.

Nur der Wunsch erleuchtet zu werden wird nicht ausreichen. Es muss eine bewusste Entscheidung sein. Siehe, gewöhnliche Wünsche sind nichts anderes als Gier, die dich nicht wirklich deinem eigentlichen Ziel entgegentreiben. Eine bewusste Entscheidung ist das, was dich auf ein Ziel hinarbeiten lässt.

Die Menschen verstehen diese Dinge nicht genau und reden daher einfach auf einer künstlichen Ebene. Wenn du nicht verstehst, dann missverstehst du. Aber du denkst, dass du verstanden hast und da beginnt das Problem.

Spiritualität ist eine Wissenschaft, die dir ein tiefes Verständnis von deinem Körper, Verstand und deinem Geist gibt. Wenn du sie mit Bewusstheit aufnimmst, wird sich die äußere Welt langsam auflösen. Wenn dich die Leute von außen betrachten, werden sie denken, dass du der Welt entsagst. Nur du wirst verstehen, dass du nichts entsagst; die Dinge der äußeren Welt lösen sich einfach von alleine. Die Illusion verschwindet und du wirst ent-hypnotisiert.

Bei einem unserer Programme fragte ich, wie viele Teilnehmer den Eindruck hatten, dass ich sie hypnotisiert habe. Aus einer Gruppe von 80 Teilnehmern haben drei ihre Hand gehoben. Eine Dame, die nahe dem Mädchen saß, das ihre Hand gehoben hatte, lachte sie aus. Ich fragte sie, warum sie lache. Das Mädchen war schließlich ehrlich genug ihre Hand zu heben.

Ich bin mir sicher, dass viele aus der Gruppe versucht waren, ihre Hand zu heben, aber es aus Angst nicht taten, weil ich etwas sagen könnte! Wie dem auch sei, drei von ihnen haben ihre Hand gehoben. Ich sagte ihnen, dass ich sie nicht hypnotisiert, sondern tatsächlich enthypnotisiert hatte.

Sie begannen die Reinigung von Maya und Illusion zu spüren. Was aber geschehen ist, du bist derart an einen Zustand von Illusion gewöhnt, dass, wenn er sich zu reinigen beginnt, du denkst, dass etwas falsch läuft! Das Problem liegt darin, wenn den Menschen viele Wahrheiten mitgeteilt werden und das Verständnis zu dämmern beginnt, dann setzt eine gewisse Angst ein. Die Bequemlichkeit, die sie unter dem Deckmantel der Ignoranz genossen, beginnt zu leiden.

Schau, in welchen Mengen auch immer deine Ignoranz sich auflöst, in dieser Menge wirst du von Gott oder der Existenz besetzt. Jede Bemühung, die du in deinem täglichen Leben unternimmst, sollte darauf gerichtet sein dich selber zu leeren, sodass du mit der Existenz gefüllt wirst. Alles andere ist nur mehr nebensächlich und trivial im Leben. Behalte das in Erinnerung.

Jeder Atemzug von dir sollte auf wachsende Bewusstheit und Bewusstsein hin ausgerichtet sein. Nur dann hast du wirklich eine bewusste Entscheidung getroffen die Existenz Gottes zu erfahren. Wenn dieser feste Entschluss in dir nicht gefasst ist, dann gibst du auch weiterhin nur vor zu suchen, das ist alles. Du betrügst dich einfach selber. Denke für einen Moment lang mal nicht, dass andere dich betrügen. Du betrügst dich selber.

Deine Schritte von außen nach innen zu führen, ist der erste Schritt. Der Moment, an dem du die Kehrtwende machst, ist der wichtigste Moment. Und wohl gemerkt, dein Bewusstsein wird dir sagen, dass du die Kehrtwende genommen hast. Bis dahin wird dein Verstand immer wieder Entschuldigungen hervorbringen, indem er Menschen und Situationen und Umstände der äußeren Welt zitiert, um vorzugeben, dass er unfähig ist sich selber zu integrieren.

Wenn du dann die Kehrtwende genommen hast, werden all diese Gedanken zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen. Sie werden langsam ihre Wichtigkeit verlieren. Sie werden zweifelsohne noch da sein, aber du wirst dich ständig weiterentwickeln und sie immer wieder übersteigen. Sie werden dir dabei behilflich sein, ein immer effektiverer Beobachter zu werden, während sie ihren Teil pedantisch genau spielen. Den ersten Schritt oder die Kehrtwende zu nehmen ist das Schwierigste daran. Sobald du die Kehrtwende genommen hast, ist die Arbeit halb erledigt. Du wirst dann flexibler in Bezug auf die Wege der Existenz.

Wenn du die Kehrtwende nimmst, wird alles zur Meditation. Ob es nun gehen oder sprechen oder singen oder tanzen oder einfach deine Kleidung an- oder ausziehen ist, alles wird zur Meditation und wird mit stetig wachsender Bewusstheit durchgeführt.

Du wirst dich einfach dabei beobachten, während du diese Dinge tust und wirst langsam verstehen, dass die ganze Welt eine Illusion ist. Wenn du deinen ersten Schritt nach innen tust, dann hast du tatsächlich einen Sprung gemacht, weil der erste Schritt der wahre Sprung ist. Bis dahin philosophierst du nur, überzeugst dich und andere davon, dass du suchst und wirst Tag für Tag mehr verworren mit immer weniger Entschlusskraft.

Wenn du den ersten Schritt nimmst, bist du bereit dich selber zu gewinnen. Andere zu gewinnen ist sehr leicht. Nimm nur einige Waffen oder benutze deine Zunge und reiße sie einfach auseinander, das ist alles. Aber dich selber zu gewinnen bedarf echten Mutes. Bei dem Vishuddhi Chakra geht es darum, dich selber zu gewinnen.

Wenn du nach innen schaust, bist du bereit dich selber zu gewinnen. Natürlich, wenn du auf dem Weg nach innen bist, dann mag es nichts Greifbares für die Menschen um dich herum geben bei dem, was du tust. Nur du wirst wissen, dass alles innen geschieht und nicht außerhalb. Nur du wirst der Revolution gewahr sein, die in dir geschieht. Nur du wirst fähig sein, die wachsende Intelligenz in dir zu bemerken.

Die Menschen um dich herum werden nicht fähig sein die Erfahrungen zu verstehen, die du genießt. Ich sage dir: versuche niemals jemand anderen davon zu überzeugen, dass du dich innerlich entwickelst. Du magst deine Erfahrungen mit deinen spirituellen Freunden teilen, die fähig sind, sich deiner Wellenlänge des Denkens anzupassen, aber wenn du versuchst diese Erfahrung mit anderen Menschen zu teilen, die ihrer inneren Reise noch völlig unbewusst sind, dann wirst du nur in tiefem Elend landen.

Lass die Erfahrungen einfach in dir geschehen; halte nicht an ihnen fest noch renne ihnen hinterher. Erlaube ihnen wie Dampf an dir zu arbeiten, sodass du vollkommen reifst. Wenn du an ihnen festhältst, wirst du stehenbleiben und den ganzen Vorgang versäumen.

Bedenke immer, dass all diese Erfahrungen nur Signalleuchten dafür sind, das du auf deiner Reise nach innen gut unterwegs bist. Sie sind wie Wegweiser die du an der Straße siehst. Wenn du dich an den Wegweisern festklammerst, kannst du dann behaupten das Ziel erreicht zu haben? Nein. Halte dich nicht an ihnen fest. Gehe weiter zu deinem Reiseziel.

Totaler Einsatz und Entschlossenheit sind erforderlich, die sich automatisch bei dir einstellen werden, wenn du dazu bereit bist; wenn du dazu bereit bist deinen Verstand fallen zu lassen – der die Gesellschaft ist, und aus deinem Herzen lebst; wenn du bereit bist, nicht mehr mit Fingern auf andere zu zeigen und beginnst, auf dich selber zu zeigen, komme was wolle; wenn du erfahrungsgemäß verstehst, dass dein Verstand gesellschaftlich und dein Herz natürlich ist.

Auch wenn dich die Menschen nach Beweisen für deine Erfahrungen fragen, dann verstehe einfach, dass kein Beweis erforderlich ist. Deine Erfahrungen sind so intim und persönlich für dich, dass du nicht fähig sein wirst sie effektiv mit einer anderen Person zu teilen. Und wenn du sie trotzdem teilst, dann wirst du sogar die ganze Erfahrung nur herunterziehen. Auch wird die andere Person nicht dazu bereit sein das zu glauben, was du sagst. Sie wird dir sagen, dass du dich selber täuschst. Sie wird von dir verlangen, dass du das Ganze logisch erklärst.

Logik kann diese Erfahrungen nicht erklären. Gott ist jenseits von Logik. Wenn Logik Gott erklären könnte, dann wäre die Logik größer als Gott, das ist aber nicht der Fall; so entspanne dich einfach und lasse zu, dass die Erfahrung in dir geschieht. Wenn dich jemand fragt, dann habe die Reife zu lächeln und weiterzumachen. Ein Lächeln kann effektiver sagen was Worte nicht vermögen.

Große erleuchtete Meister haben solch eine enorme Freude in der Einheit mit der Existenz erfahren. Menschen bitten mich über meine Erfahrungen zu berichten, aber ich sage dir, es ist alles so persönlich und intim, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Ich kann dich führen; ich kann dir den Weg zeigen – den Weg zu deiner eigenen Erfahrung. Von dem Moment an, wo ich zu erklären beginne, wird es weltlich werden.

Aber ich kann dir die höchste Versicherung geben, dass du es erfahren wirst, wenn du das Feuer in dir hast. Das von einem Meister gegebene Versprechen ist genug Energie für dich es zu erreichen.

Verstehe nur, dass die Freude, die du erfährst, ohne Grund ist. Die Menschen denken dass du verrückt bist wenn sie dich so freudvoll sehen, ohne jeglichen Anlass. Sie kennen nur Ursache und Wirkung in den Beziehungen, selbst im Zusammenhang mit Freude. Wenn es nach ihnen ginge, könnte nur ein äußerer Grund innere Freude in dir hervorrufen.

Ich erzähle dir all diese Dinge jetzt als Antwort auf deine Frage über Meditation und Spiritualität. Du magst denken, dass wir uns vom Hauptthema entfernen. Nein! Beim Vishuddhi Chakra dreht sich alles darum, sich selber zu erweitern; darum, sein eigenes einzigartiges Selbst zu entdecken, mit vollkommener Bewusstheit und dem Verständnis der Tatsache, dass es keinen Spielraum für Vergleich und Eifersucht im Leben gibt. Nehme einfach alles auf, was ich dir gesagt habe und erlaube der Energie dahinter dich zu transformieren. Ich sage dir, die Wunder geschehen in dir! Du wirst die gesamte Qualität deines Wesens verändern.