Beende die Suche. Du bist bereits Glückseligkeit!
Immer wieder haben die alten Rishis und Meister gesagt, dass die wahre Natur des Menschen Glückseligkeit ist. Über die Zeiten hinweg sind so viele Meister auf der Erde erschienen. Ob es Buddha oder Christus waren, oder Krishna oder Mahavira, der Kern ihrer Botschaft war immer derselbe. Sie alle sagten, dass die wahre Natur des Menschen Glückseligkeit sei und sie alle gaben Techniken, um sich mit dieser Glückseligkeit zu verbinden.
Ihr Ausdruck mag unterschiedlich gewesen sein, doch ihre Botschaft war die gleiche. Natürlich haben die Menschen immer wieder die Botschaft des Meisters verfehlt, weil sie eher an der Persönlichkeit des Meisters hingen, anstatt an seiner Botschaft. Dies ist die Wurzel von Fanatismus, religiösen Kriegen und all den anderen Dingen, die auf dem Planeten Erde geschehen.
Wie auch immer, all diese Meister hatten die gleiche Botschaft, dass der Kern des Menschen Glückseligkeit ist. Und alle Bestrebungen des Menschen münden in der Suche nach diesem inneren Raum, diesem Raum von Glückseligkeit in ihnen. Aber durch soziale Konditionierungen und Ablenkungen vergaßen die Menschen ihren Ursprung und begannen, nach Glückseligkeit in den Dingen der äußeren Welt zu suchen – in materiellen Dingen, in Namen, in Formen, in Etiketten die ihnen durch die Gesellschaft verliehen wurden, in Beziehungen, in Karrieren und in sonstigen Dingen.
Eine kleine Geschichte:
Ein alter Mann ging mit seiner Familie in ein Kino, um einen Film anzuschauen.
Der Film hatte gerade begonnen, als der Mann plötzlich anfing, in der Dunkelheit auf dem Boden herumzutasten.
Seine Enkeltochter, die neben ihm saß, wurde ärgerlich und fragte ihn, was er da auf dem Boden suche.
Er sagte: "Liebes, ich habe meinen Kaugummi verloren. Er ist mir aus dem Mund gefallen."
Das Kind war irritiert und sagte: "Großvater, das ist in Ordnung, lass ihn liegen! Wir können neue Kaugummis kaufen. Schau jetzt den Film an!"
Der alte Mann sagte: "Ich möchte aber nur genau diesen Kaugummi."
Das Kind sagte: "Großvater, benimm dich nicht wie ein Baby! Wir werden neue Kaugummis kaufen!"
Der alte Mann sagte: "Aber Liebes, meine Zähne stecken doch darin!"
Ihr seht: Was wir wirklich suchen ist eine Sache, aber wir suchen sie im Namen einer anderen! Und am Ende von allem entdecken wir, nachdem wir alle äußeren, weltlichen Dinge die wir suchten erlangt haben, dass es da eine gewisse Leere in uns gibt. Dass eine gewisse Sehnsucht in uns ist. Versteht: diese Sehnsucht existiert, weil wir in Wirklichkeit nach Glückseligkeit suchen. Aber wir suchen nach ihr im Namen anderer Dinge. Daher fühlen wir uns niemals erfüllt. Unser Wesen ruft ständig, aber wir hören niemals zu. Wir ignorieren unser Wesen vollständig, weil wir derartig in der äußeren Welt versunken sind.
Bis wir schließlich in unserem Wesen zentriert sind, werden wir keine Einheit erfahren – wir werden keine Erfüllung erfahren. Mit den Errungenschaften der äußeren Welt mögen wir zwar voll sein, sind aber nicht erfüllt. Und weil wir nicht erfüllt sind, wird eine Sehnsucht verbleiben. Und wir beginnen von neuem in der äußeren Welt zu suchen. Wenn wir innerlich zentriert sind, werden wir jeden Moment erfüllt sein, was auch immer wir gerade in der äußeren Welt tun, weil Erfüllung nicht von äußerem Tun kommt; sie kommt aus unseren Wesen, von innen.
Deswegen müssen wir tief in das schauen, was uns die Meister immer wieder gesagt haben. Es macht keinen Sinn einfach nur endlos zu suchen, um einen Blick auf die Wahrheit hinter den Worten des Meisters zu erhaschen. Sonst wirst du als Reisender verbleiben, das ist alles.
Dieses Konzept vom Reisen ist ähnlich wie: "Der Versuch ein Buch aufzunehmen, ohne es aber hochzuheben!" Gibt es überhaupt so etwas wie den Versuch, ein Buch hochzuheben? Entweder nimmst du es, oder nicht. Wie kannst du versuchen es hochzuheben? Wenn du sagst, dass du es hochzuheben versuchst, dann betrügst du dich selber! Du kannst aber andere damit nicht täuschen, weil sie wissen wie albern das ist.
Es ist etwa wie bei Menschen, die nicht die Fähigkeit haben Geld zu verdienen, jedoch behaupten, dass sie sehr ehrlich und daher unfähig sind Geld zu verdienen. Tatsächlich aber haben sie nicht die Fähigkeit dazu, das ist die Wahrheit; aber sie rechtfertigen dies mit anderen Gründen.
Gleichermaßen, wenn wir nicht fähig dazu sind, einen Sprung in echte Spiritualität zu vollziehen, und zugleich nicht bereit sind zuzugeben, dass wir keine Ahnung davon haben, dann erzeugen wir unsere eigenen Philosophien und laufen umher während wir verkünden: "Ohne Erleuchtung weiß ich alles über Spiritualität!" Wir halten einfach nur unser Ego am Leben. Wir nutzen das "Sucher-Ego" als einen Puffer zwischen der Wahrheit und uns.
Ähnlich wie ein Auto, das Stoßdämpfer hat, um uns vor der Straße zu schützen, damit wir nicht verletzt werden, hält uns das Sucher-Ego von der Wirklichkeit ab. Es dient als ein Puffer zwischen der Wahrheit und uns. Aus der Bequemlichkeit dieses Puffers schlussfolgern wir fröhlich, dass wir unser ganzes Leben lang Suchende waren!
Was auch immer ich euch während dieser Tage sagen werde, hört nur mit vollständiger Bewusstheit zu und versucht, dem roten Faden zu folgen, dem zusammenhaltenden Faden, der durch die ganze Sache läuft. Wenn ihr das macht, dann werdet ihr einen Raum in euch erzeugen, in dem Transformation möglich ist. Andernfalls werdet ihr einfach nur Worte sammeln und die ganze Zeit am Suchen sein. Bis sich eine Transformation in dir vollzieht, sind alle Worte nutzlos. Du musst mit tiefem Bewusstsein schauen, nur dann ist Transformation möglich.
Und seid euch ganz klar: Selbst wenn hier tausend Leute in dieser Halle sind, so spreche ich doch zu dir. Wenn ich "zu dir" sage, dann meine ich DICH. Stelle also niemals was ich sage, auf andere ab; sonst wirst du einfach die ganze Sache versäumen.
Allgemein, wenn wir etwas über Gesundheit hören, dann wenden wir dies sofort auf uns an und sehen nach, inwieweit uns das selber betrifft. Wir werden sogleich nachsehen, ob wir irgendwelche Symptome haben, über die diskutiert wurden. Wenn ich über die Haut spreche, dann werdet ihr eure Haut fühlen und beobachten; wenn ich über das Herz spreche, dann werdet ihr euren Herzschlag spüren und beobachten. Aber wenn wir irgendetwas über Spiritualität hören, dann wenden wir dies irgendwie immer auf die Anderen an, unsere Familie, unsere Freunde, unsere Nachbarn, aber niemals auf uns selbst! Das Problem besteht darin, was auch immer ich sage, dann denkt ihr: "Ah! Ich kenne mich gut. Diese Aussage ist für meinen Ehemann. Der Meister sagte dies, sodass mein Mann seine Art ändern kann. Ich hoffe, dass die Nachricht bei ihm angekommen ist."
Wenn ich über Sorgen spreche, dann denkt ihr sogleich darüber nach, wie sehr sich eure Mutter sorgt. Ihr vergesst dabei, wie sehr ihr euch selber sorgt. Ich sage euch dies, weil auch ihr selber euch sorgt. Möglicherweise sorgt sich eure Mutter mehr als ihr, aber das ist hier nicht das Thema.
Versteht, dass jegliches Wort für euch ist. Es kommt wie ein Pfeil, der die Energie der Transformation in sich trägt; wehrt ihn nicht ab. Lasst zu, dass er euch durchdringt und euch transformiert. Schaut nicht auf die anderen Menschen um euch, ob sie Zeichen von Verständnis aufweisen.
Wenn ihr wirklich alles verstanden habt, dann solltet ihr keine Sorgen haben oder Unzufriedenheit oder Schmerz oder Angst oder Lust oder Neid oder Ego, nicht wahr? Aber ihr habt all dies in euch. Das zeigt euch, dass ihr es noch nicht vollständig verinnerlicht habt. So erkennt zunächst einmal, dass ihr nicht wisst! Dann wisst ihr zumindest, dass ihr nicht wisst! Wenn ihr nicht einmal erkennt, dass ihr nicht erkennt, dann erkennt ihr nicht, dass ihr nicht erkennt!
Frage: Aber wir entwickeln uns doch dahingehend, uns selber zu erkennen, sodass wir an diesem Punkt zumindest teilweise wissen…
Lasst mich euch eines sagen: In einer tiefen spirituellen Erfahrung gibt es keine Entwicklung. Sie ist eine momentane Erfahrung, dass ist alles. All unser sogenanntes Wissen erzeugt nur einen Raum in uns, der zur vollen Erkenntnis führt. Aber letztendlich, in einem tieferen Sinne, wissen wir weder noch wissen wir nicht. Aber wenn wir mehr und mehr wissen, dann wird uns klar, dass wir nicht erkennen! Das ist genug. Das wird uns motivieren, wirklich zu erkennen.
In dem ersten Kapitel der Bhagavad Gita, dem Arjuna Vishaada Yoga, welches der Yoga von Arjunas Betrübnis ist, spricht Arjuna unentwegt und Krishna schweigt. Erst als Arjuna sich schlussendlich hingibt, indem er sagt: "Ich weiß nichts!", ist er bereit, Krishnas Lehre zu empfangen. Obwohl Krishna und Arjuna Freunde und Spielkameraden von Kindheit an waren, wenn es auch viel hunderte von Möglichkeiten gegeben hätte, so wurde doch die Bhagavad Gita keinen Moment früher an Arjuna übermittelt.