Die Macht der täglichen Absicht
Wir haben sieben Schichten oder Energiekörper, nämlich den physischen, den pranischen, den mentalen, den ätherischen, den kausalen, den Genusskörper und den nirvanischen Körper. Verstehe bitte, dass im Kausalkörper unser gesammeltes Agamya Karma für uns vollständig zugänglich ist. Schau, im Kausalkörper hast du vielleicht die Fähigkeiten gespeichert, um Kricket, Golf oder Tennis zu spielen. Wenn du aus deinem Tiefschlaf mit einem starken Willen und der
Absicht herauskommst, Kricket zu spielen, dann wirst du auch aus dem Kausalkörper die Intelligenz mitbringen, Kricket zu spielen. Auf natürliche Weise wirst du in Situationen und eine Atmosphäre hineingeführt, in der es möglich ist, Kricket zu spielen. Wenn du abends mit dem festen Vorsatz schlafen gehst, Golf zu spielen und wenn du morgens mit einem starken Vorsatz aufwachst, Golf zu spielen, dann wirst du die Intelligenz mitbringen, Golf zu spielen. Der Kausalkörper ist wie ein Tauschplatz, wo du alles austauschen kannst. Wenn du in den Kausalkörper gehst, kannst du sogar das Karma dieser Geburt verändern, wenn du diese starke Absicht jeden Tag hast. Das ist wahre Freiheit.
Starke Absicht kann das gesammelte Agamya Karma und Prarabdha Karma dieser Geburt verändern. Es kann nicht das gesamte Sanchita Karma verändern. Das Sanchita Karma kann nur durch die Gnade des Gurus verändert werden, der selbst ohne Karma ist.
Pranisch – von "Prana", Lebensenergie. Nirwanisch – von "Nirwana", die siebte und subtilste Ebene in unserem Körper-Verstand-System.
Berufung oder Maschine
Einem Meister zu vertrauen, das zu tun, was der Meister sagt und ohne Absicht zu handeln ist das, was das ganze Spiel des Lebens ausmacht.
Handlung ohne Absicht ist Berufung. Wenn du mit Absicht handelst bist du wie eine Maschine.
Handelst du ohne Absicht, bist du die Berufung. Maschine oder Berufung, es ist deine Wahl. Solange du mit meinen Absichten handelst ohne deine hinzuzufügen, werde ich fortfahren dich zu schulen. Tu einfach, was ich dir sage ohne dich von deinen Absichten, von deiner Angst und Begierde leiten zu lassen. Reines Handeln ohne Absicht wird zur Erfüllung führen.
Das gleiche Schwert nach innen richten
Karma ist kein Gesetz, das Belohnung und Bestrafung verursacht. Es ist nicht von Gott geschaffen, um die Menschen für ihre Sünden zu bestrafen. Karma gibt dir die Erfahrung von Himmel und Hölle, indem es deinen eigenen mentalen Zustand widerspiegelt.
Eine kleine Geschichte: Die Verkehrspolizei stoppte einen Fahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit. Während der Beamte den Strafzettel schrieb, ertönte plötzlich die aufgeregte Stimme einer Frau vom Rücksitz: "Siehst du, ich habe dir immer gesagt, dass sie dich schnappen. Wer hat von dir verlangt, dass du so schnell fährst? Und wenn ich sage, du sollst vorsichtig sein und aufpassen, sagst du nur, ich soll den Mund halten. Jetzt siehst du selbst, sie haben dich erwischt." Der Polizist fragte den Fahrer. "Wer ist das?" Der Mann seufzte: "Meine Frau."
Da zerriss der Polizist den Strafzettel und sagte: "Fahren Sie weiter, Sie sind genug bestraft."
Wenn du zornig bist, ist es nicht so, dass du eine Sünde begehst und dafür im nächsten Leben zahlen musst. Du leidest jetzt unter deinem Zorn und das ist die Hölle, die du erleidest! Du leidest genauso, wie die Person, die du mit deinem Zorn quälst.
Das Feuer, das du nach außen spuckst, brennt mit derselben Intensität auch in deinem Inneren. Egal, ob es die andere Person verbrennt oder nicht, das Feuer des Zorns wird gewiss Dich verbrennen. Das Schwert, das benutzt wird, um jemand außerhalb zu treffen, trifft dich selbst mit derselben Intensität. Sei dir bewusst, dass es ein zweischneidiges Schwert ist.
Eine schöne Geschichte aus dem Leben Buddhas: Eines Tages kam ein Mann und spuckte Buddha ins Gesicht. Buddha wischte sich sein Gesicht ab, dann fragte er den Mann: "Möchtest du noch etwas sagen oder ist das alles?"
Ananda, ein enger Schüler, wurde sehr zornig. Er war wütend, dass ein Mann einfach so kam und ohne jeglichen Grund seinen Meister bespuckte. Er sagte zu Buddha: "Meister gib mir die Erlaubnis und ich werde mir den Mann vornehmen."
Buddha antwortete: "Hast du vergessen, dass du ein Mönch bist, ein Sannyasi? Der arme Mann leidet bereits unter seinem Zorn. Sieh dir sein verzerrtes Gesicht und seinen zittrigen Körper an. Und bevor er mich bespuckte, glaubst du, da hat er gefeiert und getanzt? Sein Zorn machte ihn verrückt und in diesem Zustand der Verrücktheit kam er und spuckte auf mich.
Gibt es eine größere Bestrafung für ihn, als sich in diesem Zustand zu befinden. Und welchen Schaden hat er mir zugefügt? Ich musste nur die Spucke von meinem Gesicht wischen. Reg dich deshalb nicht auf, sonst baust du denselben Zorn in dir auf. Warum solltest du dich selbst bestrafen? Das ist eine große Dummheit. Bemitleide den armen Mann lieber."
Der Mann, der das alles mit anhörte, war überrascht und verwirrt ob der Reaktion Buddhas. Er erwartete, dass Buddha zornig wurde. Das war es, was er wollte. Stattdessen wurde er vom Mitleid und Verständnis Buddhas überrascht.
Buddha sagte zu ihm: "Geh nach Hause. Du schaust müde aus, du hast dich selbst genug bestraft. Vergiss, was du mir getan hast. Du hast mir nicht geschadet. Dieser Körper wird zur Erde zurückkehren und die Leute werden alle möglichen Sachen damit machen. Geh nach Hause und entspanne dich".
Der Mann war total erschüttert von Buddhas Antwort. Er ging zuerst nach Hause, kam aber am gleichen Abend zurück, warf sich vor die Füße Buddhas und bat weinend um Vergebung.
Buddha sagte ruhig: "Ich war von Beginn an nicht zornig auf dich. Wie soll ich dir also vergeben? Aber ich bin glücklich, dass du dich vom Zorn befreit hast und in einen harmonischen Zustand zurückgekehrt bist. Erinnere dich daran, solche Taten nicht zu wiederholen, denn auf diese Weise erzeugst du nur eine Hölle für dich selbst.
Sannyasi – ein Mensch, der alles aufgegeben hat, ein Mönch.
Karma und der nächste Körper
Wie wählen wir die nächste Geburt aus?
Nachdem die Lebensenergie den Körper verlässt, wählt sie innerhalb von drei Kshanas den nächsten Körper.
Zum Zeitpunkt des Todes treten die drei schönsten Erfahrungen unseres gesamten Lebens in Form unserer letzten Gedankens in den Vordergrund. Die Wahl des nächsten Körpers geschieht dann aufgrund der von diesen drei Erfahrungen geprägten mentalen Einstellung.
Von den letzten drei Gedanken gehört einer zum gesamten Karma (Sanchita), einer zum Karma, das in diese Geburt mitgebracht wurde (Prarabdha) und der dritte zum frisch gesammelten Karma (Agamya). Aufgrund der Beschaffenheit dieser drei Gedanken formt sich das Prarabdha Karma für die nächste Geburt.
Meditation trägt dazu bei, das Prarabdha Karma zu verringern. Sie wirkt nicht nur auf den bewussten und physischen Ebenen, sondern sie hat auch die Fähigkeit, in die unbewussten psychischen und mentalen Ebenen, sowie in die Seinsebene einzudringen und diese zu reinigen.
Der größte Teil des Karmas jedoch, das gesamte Sanchita Karma kann nur durch die Gnade des Meisters aufgelöst werden.
Je mehr diese drei Arten von Karma reduziert werden, desto weniger Einschränkungen gibt es für die Auswahl des nächsten Körpers. Da jedes der drei Karmas eine dazugehörende intensive Erfahrung bestimmt, die man in der nächsten Verkörperung auszuleben hat, muss der nächste Körper die Voraussetzungen mitbringen, um diese Erfahrungen zu leben.
Es verhält sich ungefähr so. Wünsche ich mir einer Person zu begegnen, die Englisch spricht, so habe ich größere Chancen jemand zu finden, als wenn ich einer Person begegnen möchte, die Englisch, aber gleichzeitig auch Spanisch und Deutsch spricht."
Entsprechend ist es auch bei deiner nächsten Geburt schwieriger, einen Körper zu finden, wenn du alle drei Typen von Karma berücksichtigen musst.
Ein Beispiel: Der Wunsch, der durch dein Sanchita Karma bestimmt wird, ist vielleicht: "Ich möchte schön sein." Der Wunsch aus dem Prarabdha Karma, das du in diese Geburt mitgebracht hast, ist vielleicht: "Ich möchte reich sein." Der Wunsch, der durch dein in diesem Leben angesammelten Karma, dem Agamya Karma beeinflusst wird ist vielleicht: " Ich möchte in den USA leben."
Es ist sehr schwierig, innerhalb der kurzen Zeit von drei Kshanas einen Körper zu finden, der der Lebensenergie in der nächsten Geburt die Erfüllung aller drei Wünsche ermöglicht. Es bleibt meist nur Zeit einen Körper zu wählen, der am besten geeignet ist, wenigstens den intensivsten der drei Wünsche zu erfüllen. Die kombinierten Wünsche, die mentale Einstellung, mit der die Lebensenergie den vorherigen Körper verlassen hat, ist das Vasana, der Samen der Wünsche, von dem wir vorher gesprochen haben.
Diese drei Wünsche, diese drei Gedanken werden innerhalb dieser drei Kshanas augenblicklich als ein einziges Vasana gesehen. Das Vasana ist wie ein Fernsehkanal, und der Körper, der das Vasana anzieht, wie das Fernsehgerät, das auf diesen Kanal eingestellt ist. Die Tiefe des Vasana und der Körper, der zu dem Vasana passt, zieht die Lebensenergie an. Genauso wie ein Fernsehgerät, das auf die Frequenz eines Satellitenkanals eingestellt ist und die entsprechenden elektromagnetischen Wellen empfängt, so empfängt der Körper das Vasana.
Die Lebensenergie, die Seele, verlässt den alten Körper und betritt den neuen Körper in dem Moment, in dem der neue Körper in Begriff ist, den Bauch der Mutter zu verlassen. Im Geburtskanal dringt sie in den Körper ein. Die Dunkelheit des Kausalkörpers, den er vom vorigen Körper zurückgelassen hat, entspricht der Dunkelheit des Geburtskanals in der Mutter. Da der Körper von der Energie der Eltern vorbereitet wurde, wählt die Lebensenergie die kombinierten Energien der Eltern auf der Grundlage seiner Wünsche, seiner Vasanas und seiner geistigen Einstellung, mit der er den vorherigen Körper verlassen hat. Deshalb wählen die Eltern nicht das Kind aus. Das Kind wählt die Eltern aus.
Nachdem die Seele oder die Lebenskraft einen bestimmten Körper ausgewählt hat, muss sie auch die anderen beiden Wünsche berücksichtigen, für deren Erfüllung sie aber nicht den geeigneten Körper gefunden hat. Beim Gang durch die Dunkelheit im Geburtskanal, löscht der unaussprechliche Schmerz, den die Seele dabei erfährt, alle Erinnerungen über die Vasanas, die sie mit sich trug, bevor sie in den neuen Körper eingedrungen ist. Die neue Entität erinnert sich nicht mehr an die Wünsche, mit denen sie den vorigen Körper verlassen hat und stattdessen sucht sie im neuen Körper neue Wünsche und sammelt noch mehr Karma an.
Wenn aber von den drei Karmas eines verschwunden ist, gibt es weniger Einschränkungen bei der Wahl und die Lebensenergie kann sich besser auf die Wahl konzentrieren. Indem man versteht, was das Leben wirklich ist und mit Hilfe von Meditation kann sich das Individuum vom gesammelten Agamya-Karma und von dem mitgebrachtem Prarabdha-Karma befreien. Die Gnade des Meisters wird das gesamte Sanchita Karma reduzieren.
Wenn einmal das gesamte Sanchita Karma weggeräumt wurde, gibt es keinen Grund mehr, einen anderen Körper zu wählen. Sollte es eine weitere Geburt geben, geschieht das aus keinem anderen Grunde, als aus überschäumender Freude und Glückseligkeit. Die Geburt wird dann bewusst gewählt, denn es gibt keinen Druck mehr von Seiten des Karmas. Das Leben ist dann eine Leela, ein zweckfreies Spiel eines Avatars oder einer Inkarnation.