Die Präsenz des Meisters beeinflusst die Absicht
Schau, was immer du in der Gegenwart des Meisters tust, tust du für den Meister. Du weißt, dass es in keiner Weise dazu beitragen wird, Ruf und Ansehen zu mehren. Daher geschehen deine Handlungen ohne Absicht. Obwohl es deine Handlung ist, ist es die Absicht des Meisters, der ohne Absicht ist.
Verstehe, das gesamte Sanchita Karma kann deines oder meines sein. Meines ist ein göttliches Spiel. Deines ist Leiden. Auch dein Sanchita Karma begann als göttliches Spiel. Aber nachdem es mehr und mehr Agamya Karma angehäuft hat, wurde es beschmutzt.
Da ich kein Karma habe, kannst auch du ohne Absicht fließen, wenn du mit mir fließt. Handeln ohne Absicht bedeutet in Erleuchtung leben.
Handlungen ohne Absicht sind frei von Karma
Wenn eine Person zehn Morde begangen hat, wird die Anzahl der Morde nicht aufgezeichnet. Die Intensität des Mörders wird aufgezeichnet. Es ist die Qualität, die geistige Einstellung, die Haltung, die die karmische Last tragen.
Deshalb sagt Krishna in der Bhavagad Gita wieder und wieder, dass die Absicht viel wichtiger ist als die Handlung. Das ist die eigentliche Botschaft der gesamten Gita. Er sagt: wenn du ohne Absicht bist, werde ich für alles sorgen.
Die Handlungen werden nicht aufgezeichnet, nur die dahinterstehende Absicht wird festgehalten.
Das Mahabarata beinhaltet eine schöne Geschichte von einer Kurtisane und einem Mönch. Ein Mönch lebte gegenüber dem Haus einer Kurtisane. Er führte Buch darüber, wie viele männliche Besucher das gegenüberliegende Haus täglich betraten und malte sich alle möglichen Dinge über den Lebensstil der Frau aus. Diese nutzte all ihre freie Zeit, um zu Krishna zu beten, dass er sie von ihrem erbärmlichen Leben erlösen möge.
Zufällig starben beide zur gleichen Zeit und beide gelangten zu Yama, dem Herrn des Todes. Yama schaute auf die Aufzeichnungen von ihren Leben und gab seine Entscheidung bekannt. Der Mönch musste in die Hölle, die Frau durfte in den Himmel. Der Mönch war schockiert und protestierte: "Ich lebte ein frommes Leben und das Leben der Frau war unmoralisch. Wie kann es da sein, dass ich in die Hölle geschickt werde und die Frau in den Himmel?
Yama antwortete: "In meinem Gericht haben Handlungen keinen Wert, nur die Absicht zählt. Du hast zwar eine Mönchskutte getragen und nach außen hin hast du ein tugendhaftes Leben geführt, aber im inneren hattest du lustvolle Gedanken. Deshalb wird nun in der äußeren Welt dein Körper mit allen Ehren verbrannt, aber du selbst hast Höllenqualen zu erleiden. Das Herz der Frau war immer bei Krishna, auch während sie sich an Männer verkaufte. Deshalb werden für ihren Körper nicht einmal die letzten Riten ausgeführt, während sie selbst in den Himmel kommt.
Es ist die Absicht und die innere Haltung, die den Ausschlag geben.
Ein erleuchtetes Wesen ist eins mit der Existenz und kann nur in Harmonie mit der Existenz handeln. Es kann niemals gegen die Existenz arbeiten. Die Handlungen eines erleuchteten Meisters können niemals ohne Gewahrsein oder Mitleid sein.
Da wir nicht das Bewusstsein oder Gewahrsein eines erleuchteten Meisters haben, können wir uns nicht damit rechtfertigen, die Handlungen eines erleuchteten Wesens zu imitieren. Sei dir gewiss, die Handlungen mögen sich äußerlich ähneln, aber die Absicht und die innere Haltung sind grundlegend verschieden.
Eine wunderschöne Geschichte aus dem Leben von Adi Shankara: Als Shankara mit seinen Schülern im Land umherzog, hatten sie eines Tages kein Wasser mehr, um ihren Durst zu stillen. Auf ihrer Suche nach Wasser kamen sie schließlich zu einem Gasthaus. Shankara ging in das Haus und fragte den Besitzer nach etwas Wasser. Der Mann antwortete: "Entschuldigen Sie, aber ich habe nur hochprozentige Getränke."
Shankara antwortete: "Gut, gib mir ein Glas davon. Er trank ein Glas Schnaps und bedankte sich bei dem Mann. Die Schüler waren entsetzt, als sie dem Meister zusahen. Dann entschieden sich die Schüler, es ihrem Meister gleich zu tun und sie tranken nach Herzenslust, um ihren Durst zu stillen.
Als sie ihren Fußmarsch fortsetzten, ging Shankara wie immer mit gesetztem Schritt voran, die Schüler aber torkelten dahin und konnten sich kaum aufrecht halten. Nach einer Weile kamen sie zu einer Eisenschmiede.
Shankara ging zu einem Mann, der dabei war, geschmolzenes Eisen in eine Form zu gießen und bat ihn um ein Glas Wasser. Der Mann entschuldigte sich und sagte, dass er ihm leider kein Wasser anbieten könne. Shankara sagte: "Das macht nichts, dann gib mir das geschmolzene Eisen."
Der Mann und die Schüler waren schockiert. Shankara nahm das geschmolzene Eisen und trank es, als ob es Wasser wäre!
Dann wandte er sich zu seinen Schülern und sagte: " Wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt auch trinken." Diese standen mit gesenktem Kopf da. Dann erläuterte er: "Macht nicht nach, was ich tue, sondern macht das, was ich euch sage. Sonst befolgt ihr nur das, was euer Verstand euch sagt."
Versteht, erleuchtete Wesen und normale Menschen existieren auf verschiedenen Ebenen. Deshalb müssen und können sie nicht Dinge tun, die auf der üblichen Logik basieren. Es zählt nur ihre Absicht. Dies kann nicht mit normaler Logik erklärt werden.
Ein erleuchtetes Wesen hat kein persönliches Interesse, da es keine individuelle Identität besitzt – seine Identität ist eins geworden mit der Identität des gesamten Universums.
Absicht und Handlung
Folgen den Absichten keine Taten, so ist die Person träge, sie befindet sich in Tamas.
Wird den Absichten entsprechend gehandelt, befindet sich die Person in Rastlosigkeit, Rajas.
Gibt es keine Absichten, sondern nur Taten, lebt die Person in Zwecklosigkeit, Sattva.
Deshalb sagt Krishna in der Bhagavad Gita: "Kämpfe, oh Arjuna!" Es ist nicht der Akt des Tötens, der aufgezeichnet wird, sondern die dahinterstehende Absicht. Arjuna übernimmt die Absichtslosigkeit Krishnas, der eins ist mit dem Kosmos.
Handelst du im Einklang mit dem Kosmos, wirst du vom gesamten Kosmos getragen. Du ziehst alle Arten von positiven Fügungen des Schicksals an. Deshalb werden Leute, die erleuchtete Wesen auch nur geringfügig unterstützen, von allen Seiten mit Geschenken überhäuft.
Arjuna – Krieger–Prinz und dritter der fünf Pandava-Brüder aus dem berühmten Hindu Epos Mahabharata. Er war Krishnas Schüler und wurde von ihm in der Bhagavad Gita unterrichtet.