KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Voraussetzungen für spirituelle ErfahrungenSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Voraussetzungen für spirituelle Erfahrungen

Damit spirituelle Erfahrungen möglich sind, müssen zwei Bedingungen erfüllt werden. Die eine ist, dass du in jeder Hinsicht offen und empfänglich für deine Umgebung bist. Die andere Bedingung ist ein intensives Energiefeld.

Es kann vorkommen, dass du offen bist. Wenn du dich aber nicht in einem intensiven Energiefeld aufhältst, kann der erste Sprung in der Schale deines Egos nicht geschehen. Die erste spirituelle Erfahrung gleicht dem Knacken einer Kokosnuss. Wenn einmal die erste Öffnung da ist, ist es nicht schwer, den Rest der Kokosnuss knacken. Für die erste Öffnung wird ein intensives spirituelles Energiefeld benötigt.

Beide Faktoren sind bei meiner ersten spirituellen Erfahrung vorhanden gewesen. Ich war offen und empfänglich für das Umfeld und ich befand mich in dem intensiven Energiefeld des Arunachala. Glücklicherweise war ich von der Schönheit dieses Bergs angezogen. Normalerweise wird der tägliche Anblick eines Hügel oder eines Flusses oder eines Ozeans mit der Zeit zur Selbstverständlichkeit. Aber Arunachala habe ich nie als altbekannt betrachtet. Ich war immer offen und zugänglich für neue Eindrücke.

Ohne diese Empfänglichkeit verschließen wir uns unserer Umwelt. Wir kommen zu irgendwelchen Schlussfolgerungen, und danach werden diese nie mehr geändert und auf den neuesten Stand gebracht.

Jeden Tag war der Berg Arunachala für mich lebendig und neu. Er war nicht derselbe alte Berg von gestern. Ich hatte eine sehr lustige Routine. Morgens, nachdem ich aufwachte, öffnete ich nicht meine Augen. Ich stieg aus meinem Bett und tastete mich die Wände entlang aus dem Haus und ging zu einer Stelle, von der man den Berg gut sehen konnte. Erst dann öffnete ich meine Augen, um diesen Berg jeden Morgen als erstes zu sehen.

Meine Brüder bemerkten das und machten sich einen Spaß daraus, mich in meinem Vorhaben zu stören. Als sie sahen wie ich mich aus dem Haus tastete, stellten sie sich mir in den Weg.

Öffnete ich nun meine Augen, konnte ich natürlich nur ihre Gesichter sehen und nicht den Berg. Deshalb kehrte ich wieder um. Ich legte mich wieder ins Bett, schlief eine halbe Stunde und ging dann wieder langsam hinaus, um den Berg zu sehen. Erst nachdem ich den Berg gesehen hatte, fuhr ich mit meiner üblichen Routine fort.

Es erscheint vielleicht lustig und abergläubisch, aber ich fühlte immer schon, dass ich diese Geburt wegen der Anziehungskraft dieses Bergs auf erleuchtete Wesen, gewählt habe.

Es gibt ein sehr schönes tamilisches Gedicht, das dieses Phänomen beschreibt. Der Berg wird besonders dafür verehrt, dass er nicht nur erleuchtete Wesen von der Erde anzieht, sondern auch von anderen Planeten. Ich betrachtete den Berg niemals als selbstverständlich. Er hatte eine fortwährende, lebendige Präsenz in mir.

Begegnung mit dem Göttlichen

Bei Vollmond wollte ich meditieren. Bei Sonnenuntergang ging der Mond auf. Ich saß auf einem Felsen auf dem Arunachala und praktizierte eine Technik, in die mich Annamalai Swamigal eingeführt hatte.

Ich versuchte den Ursprung zu finden, aus dem das Ich-Gefühl emporsteigt. An jenem Tag saß ich besonders lang und versuchte tiefer und tiefer in die Meditation hineinzugehen.

Plötzlich geschah etwas und ich hatte das Gefühl, als ob ich buchstäblich nach innen gesaugt werde. Ich saß mit geschlossenen Augen, konnte aber klar sehen, dass sich etwas im Inneren öffnete. Ich war in der Lage, 360 Grad um mich herum sehen. Obwohl meine Augen geschlossen waren, konnte ich in alle Richtungen sehen und erkennen, was dort vor sich ging. Vorne, seitlich, hinten, oben und unten.

Ich konnte auch ganz klar fühlen, dass ich in allem, was ich um mich herum sehen konnte, lebendig war und zwar mit derselben Intensität, mit der wir uns normalerweise innerhalb unserer Haut lebendig fühlen.

Ich konnte um mich herum alles sehen, Pflanzen, Steine, Bäume. Ich konnte fühlen, dass ich in all diesen Dingen lebte. Auf die gleiche Weise, wie du fühlst, dass du innerhalb deines Körpers lebendig bist, fühlte ich mich im gesamten Kosmos, in der gesamten Existenz lebendig.

Bis zu dieser Erfahrung war ich nicht mehr als ein Körper. Nach dieser Erfahrung verstand ich, dass ich auch ein Körper bin.

Es war eine sehr tiefe Erfahrung. Hätte es sich dabei nur um eine Imagination gehandelt, hätte das nicht einen derartig tiefen Eindruck in meinem inneren Raum hinterlassen. Es war eine intensive, bewusste Erfahrung.

Auch wenn dir viele erzählen, dass du nicht dein Körper bist, wirst du ihnen zwar zuhören, aber du wirst ihnen nicht erlauben, an dir zu arbeiten. Denn deine bewusste Erfahrung ist, dass du dein Körper bist.

Meine Erfahrung, dass ich diese gesamte Existenz bin, wurde zu meiner Wahrheit. Das ist der Grund, dass ich dieser Wahrheit entsprechend zu leben begonnen habe. Die Leute sind überrascht, dass ich, in meinem jungen Alter, schon so ein intensives Leben erlebt habe. Sie glauben, dass es unvorstellbar und schwierig ist. Es ist unvorstellbar für dich, da es nicht deine bewusste Erfahrung ist. Die Vorstellung, dass ich der gesamte Kosmos bin, wurde zu einer sehr konkreten Erfahrung für mich.

Der gesamte innere Raum war bereit, durch diese kleine Technik geöffnet und lebendig zu werden. Ich befand mich ununterbrochen im Bereich der hohen Frequenz der Meister, ohne dass ich mir dessen bewusst war.

Besonders in unserer Jugend werden diejenigen, die dich beeindrucken und interessieren, zu deinen Helden. Die großen Meister beeindruckten mich so tief, dass ich in jeder Situation dachte: "Wie würde sich dieser Meister in dieser Situation wohl verhalten?" Wenn ich zum Beispiel Angst bekam, dachte ich sofort: " Wie würde sich Annamalai Swamigal in dieser Situation verhalten? Er würde sich nicht darum kümmern. Er ist erleuchtet, ich will auch so sein wie er."

Mein innerer Raum war auch in jungen Jahren so rein. Ich hatte keine anderen Helden als meine Meister. Bei jedem Schritt, den ich tat, fragte ich mich: " Wie er sich wohl verhalten würde? Ich will mich auch so verhalten. Was würde er tun? Ich will dasselbe tun wie er."

Annamalai Swamigal, dessen Lehren THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM sehr beeinflusst haben, ist ein direkter Schüler von Ramana Maharshi

Die Intensität Buddhas

Betrachten wir die Lebensgeschichte von Gautama Buddha, dem Begründer des Buddhismus. Sechs lange Jahre war er auf der Suche. Er probierte verschiedene Wege. Aber das Schöne daran ist, dass er jeden Weg mit seinem ganzen Sein ging.

Entschied er sich für einen Weg, so tat er das mit Intensität und ohne zu wanken. Er versuchte sich in verschiedenen Techniken, wie Fasten, ununterbrochene Buße, Singen und viele andere mehr. Er versuchte alle möglichen Techniken, aber ohne Erfolg.

Während seiner Suche riet ihm einer seiner Lehrer, er solle für einen Zeitraum von drei Monaten als tägliche Mahlzeit nicht mehr ein einziges Reiskorn zu sich nehmen. Buddha folgte den Anweisungen gewissenhaft, aber nach einiger Zeit bestand er nur mehr aus Haut und Knochen und wurde immer schwächer.

Eines Tages begab er sich in einen Fluss, um ein Bad zu nehmen. Er war so schwach, dass er kaum mehr gehen konnte und er konnte nicht einmal der schwachen Strömung standhalten. Schließlich gelang es ihn, sich am Ast eines Baumes festhalten und während er sich an diesem Ast festhielt, wurde ihm mit einem Schlag die Sinnlosigkeit

seiner ganzen Anstrengungen bewusst. Er kasteite seinen Körper, aber alles was er dabei erreichte, war der Verlust seiner körperlichen Kraft.

Gleichzeitig fiel er in eine tiefe Depression, da er nichts in der inneren Welt erreichte und in der äußeren Welt auch nichts mehr besaß.

Mit letzter Kraft stieg er aus dem Fluss und setzte sich unter einem Baum. Er war vollkommen desillusioniert und frustriert, aber der Unterschied zwischen seiner Frustration und einer normalen Frustration bestand darin, dass seine Frustration total und intensiv war.

Nicht einen Funken Hoffnung gab es mehr in ihm. Er gab vollkommen auf. Es gab nichts mehr zu erreichen und er erwartete nichts mehr.

Es ist überliefert, dass er in jener Nacht, als er in den Nachthimmel starrte, bevor er sich schlafen legen wollte, den Zustand des Nirwana erlangte.

Der ausschlaggebende Faktor, dass Buddha es schaffte, ist Intensität. Viele von uns behaupten, dass nichts passiert, obwohl sie alles Mögliche tun. Schau ein wenig tiefer und sieh, wie stark du in deinem Durst und deiner Suche bist. Was immer du suchst, bündele deine Energien vollkommen und suche erst dann und das Universum wird sich dir vollkommen öffnen.