Mein Gang durch die Begräbnisstätte
In meiner Kindheit habe ich regelmäßig den Arunachala umrundet. Der Weg ist mehr als zwölf Kilometer lang. Gewöhnlich ging ich erst spät am Abend los. Ich möchte euch von einem Zwischenfall berichten:
Als ich eines Nachts den Berg umrundete, begann es plötzlich stark zu gewittern. Blitz und Donner flößten mir Angst ein und sofort fragte ich mich: "Wie würde sich Annamalai Swamigal verhalten? Er würde der Angst gegenüber gleichgültig sein. Er würde einfach weitergehen. Ich will es genauso machen."
Der Weg um den Berg führt auch durch eine traditionelle Verbrennungsstätte. In Bharat werden an solchen Orten Verbrennungen und Bestattungen durchgeführt.
Als ich diese Stätte durchquerte, sah ich plötzlich einen Hund an etwas zerren. Als ich näher kam, begann der Hund mich anzubellen. Sobald sich Angst bemerkbar machte, dachte ich: "Wie würde sich Annamalai Swamigal verhalten? Es wäre ihm egal. Ich will einfach weitergehen." Ich setzte meinen Gang fort. Als ich einfach weiterging, fürchtete sich der Hund und lief weg. Ich bemerkte, dass der Hund an einer nicht vollständig begrabenen Leiche gezerrt hatte. Der Regen spülte die Erde weg und die Leiche befand sich mitten auf dem Weg. Stell dir einen zwölf- oder dreizehnjährigen Jungen vor, der alleine, mitten in der Nacht einer Leiche ohne Kopf begegnet und einen Hund mit eben diesem Kopf im Maul!
Angst stieg in mir auf. Aber sie erreichte mein Sein nicht vollständig. Der Schock, die Angstattacke geschah nicht vollständig. Sobald der erste Gedanken hochkam, dachte ich mit intensivem Gewahrsein: "Wie würde Annamalai Swamigal nun reagieren? Er würde einfach ausweichen und weitergehen. Einfach um die Leiche herum gehen."
Und ich ging weiter. Das ist alles. Ich machte einen kleinen Umweg und setzte meinen Weg fort. Ich drehte mich nicht einmal mehr um. Die Angstattacke, die im Begriff war, sich wie eine Blase aufzublähen, platzte und erreichte nicht einmal meinen Körper. Hitze oder Zittern waren nicht in meinem Körper. Die Angst erstarb.
Der gesamte innere Raum war auf intensive Weise vorbereitet. Das ist der Grund, warum nur ein Schlag, eine kleine Inspiration genügte, um mich in diese Erfahrung zu versetzen. Das nenne ich lebendige Erleuchtung.
Intensiver, unschuldiger, innerer Raum
Wenn du die Körpersprache des Meisters lebst, lebst du Erleuchtung. Immer, wenn ein Gedanke in meinem inneren Raum auftauchte, ob es sich nun um Kleidung, Essen, oder sonst was handelte, das erste was ich dachte war: "Wie würde sich Annamalai Swamigal verhalten? Natürlich würde er keinen Wunsch haben. Dann vergiss es!"
Fühlte ich mich zu träge, um zu meditieren oder den Berg umrunden, dachte ich: "Was würde Annamalai Swamigal darüber denken, wie würde er mit dieser Situation umgehen? Selbstverständlich würde er seine Trägheit nicht weiter beachten. Er würde einfach aufstehen und meditieren, das ist alles. Also tue es einfach!" Auf diese Weise wurden diese Meister morgens bis abends zu meinem Bezugspunkt. Sie wurden zum Zentrum meines Lebens.
Einmal fragte ich Annamalai Swamigal:"Ich sah Devi in einem Traum. Siehst du sie auch im Traum?" Annamalai Swamigal antwortete: "Nein, ich habe keine Träume" Ich war schockiert. "Du hast keine Träume, warum habe ich dann Träume?"
Noch in derselben Nacht sagte ich zu mir: "Von nun an keine Träume mehr! Annamalai Swamigal sagte "Kein Traum", daher kann ich auch nicht träumen." Du wirst überrascht sein, aber als sich in dieser Nacht ein Traum zu regen begann, sagte ich klar innerhalb des Traumes: "Nein, Annamalai Swamigal hat keine Träume. Wie kann ich dann Träume haben?"
Der Traum verschwand. Der Traum verschwand einfach. Der innere Raum war so fürsorglich, so unschuldig, so direkt, es geschah einfach.
Sogar als mir kalt war, habe ich mich erinnert: "Wie würde sich Annamalai Swami verhalten? Er würde sich nicht darum kümmern. Dann brauchst du dich auch nicht darum zu kümmern. Das ist alles." Danach gab es keine weiteren Fragen oder Diskussionen in mir.