Der Akt der Beobachtung verwandelt die Möglichkeit in Realität
Wenn das Elektron ein Teilchen ist, wo ist dann sein Aufenthaltsort? Wenn es eine Welle ist, was ist dann die Geschwindigkeit der Welle? Die Antworten auf diese Fragen führen uns zu der überraschenden Entdeckung, dass das Elektron ein Teilchen oder eine Welle sein kann oder sogar beides zugleich. Man kann aber nicht gleichzeitig den Ort und die Geschwindigkeit des Elektrons bestimmen, denn die Messung der Position eines Elektrons verändert seine Geschwindigkeit und die Messung der Geschwindigkeit verändert seine Position! Das ist die Aussage der Unschärfe-Relation von Heisenberg.
Die Partikel-Welle ist gleichzeitig ein Partikel und eine Welle bis der Akt des Beobachtens beginnt. Dieser Akt der Beobachtung kann nun mit unserer
Beobachtung der grundlosen Geschehnisse der Existenz verglichen werden. Wenn wir beobachten, dann tun wir das durch die Brille unserer Konditionierungen oder Engramme. Der Akt der Beobachtung eines jeden Individuums ist gefärbt durch die eigenen Konditionierungen oder Engramme. Dadurch wird das Geschehen so reduziert, dass es der Realitätswahrnehmung des Individuums entspricht!
Im Falle der Partikel-Welle, kollabiert die Partikel-Welle nur durch den Akt der Beobachtung zu einem Partikel oder einer Welle. Dies führt uns zu der tiefen Erkenntnis, dass beide Zustände gleichzeitig existieren und dass es der Akt der Beobachtung selbst ist, der die Möglichkeit in eine konkrete Realität verwandelt.
Lasst mich ein anderes wissenschaftliches Experiment kurz beschreiben, das sehr schön aufzeigt, wie der Akt des Messens selbst die Realität verzerrt. Vielleicht hast du schon vom Doppelspaltexperiment mit Licht gehört.
In diesem Experiment wird eine Wand mit zwei vertikalen Spalten mit Licht beleuchtet. Hinter der Wand befindet sich eine photographische Platte, auf der man erkennen kann, welche Muster das Licht erzeugt, nachdem es die beiden Spalte passiert hat und auf diese auftrifft. Ist nur ein Spalt geöffnet, dann entsteht auf der photographischen Platte das erwartete Muster einer einzelnen vertikalen Linie in der Form des Spalts. Sind beide Spalte geöffnet, würde man erwarten, dass zwei Linien in der Form der Spaltöffnungen erscheinen. Dies ist aber nicht der Fall. Statt zwei Linien entsteht eine Vielzahl von Lichtlinien, die
sich mit dunkleren Bereichen abwechseln. Es ist das typische Muster von Wellen die sich nach dem sogenannten Interferenzprinzip gegenseitig überlagern.
Um die Interferenz der Lichtteilchen untereinander zu verhindern, wurden diese nun einzeln nacheinander abgeschossen. Bei diesem Versuch erwarteten die Wissenschaftler nur zwei Linien, das heißt eine Abbildung von zwei Spalten auf der fotografischen Platte. Aber es entstand dasselbe Muster, wie zuvor und das deutete auf eine Interferenz hin!
Wie ist das möglich? Es gibt nur das eine Photon. Mit was kann es interferieren außer mit sich selbst? Die Schlussfolgerung ist, dass jedes einzelne Photon nicht nur durch eine der beiden Spalten geht, sondern durch beide gleichzeitig. Es nimmt jeden möglichen Weg, um ans Ziel zu gelangen.
Um zu beobachten, wie so was möglich ist, wurden Detektoren an den beiden Spalten angebracht, um festzustellen, durch welchen Spalt die Photonen durchgehen. Was dann geschah, verblüffte die Wissenschaftler noch mehr. Sobald gemessen wurde, verhielten sich die Photonen wieder wie Teilchen und auf der fotografischen Platte erschienen wieder zwei schöne Linien in der Form der beiden Spalte! Wurde keine Messung unternommen, entstand wieder das typische Interferenzmuster mit mehreren Licht und Schattenlinien!
Jedes Photon bewegt sich gleichzeitig auf allen ihm zur Verfügung stehenden Wegen. Aber der Versuch, den Weg zu messen, verursacht einen sogenannten Kollaps des Elektrons in einen einzelnen Weg! Ebenso bewirkt unser Versuch, das unendliche, alle Möglichkeiten umfassende Universum wahrzunehmen, dass es als das erscheint, was unser begrenzter Verstand wahrnimmt.
Ein Zen Schüler fragte seinen Meister: "Was ist der Weg?" Der Meister antwortete: "Das tägliche Leben ist der Weg." Der Schüler fragte: "Kann er studiert werden?"
Der Meister antwortete: "Je mehr du versuchst, ihn zu studieren, um so weiter entfernst du dich."
"Wenn ich den Weg nicht studieren kann, wie kann ich dann wissen, ob es der Weg ist?"
"Der Weg ist nicht ein Teil der Welt, die du wahrnehmen kannst. Noch ist er ein Teil der Welt, die du nicht wahrnehmen kannst. Wahrnehmen ist eine Illusion und nicht wahrnehmen ist sinnlos. Wenn du den wahren Weg jenseits aller Zweifel erreichen willst, dann bleib in derselben Stellung der Freiheit, wie der Himmel. Man nennt ihn weder gut, noch nicht gut."