KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Die Physiologie der WahrnehmungSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Die Physiologie der Wahrnehmung

Wir wollen untersuchen, was auf der körperlichen Ebene geschieht, wenn wir etwas wahrnehmen.

Bei der Wahrnehmung der physischen Realität zeigen die verschiedenen Teile des Gehirns eine Veränderung der neuronalen Aktivität. Die Neuronen, die die grundlegenden Bausteine des Nervensystems sind, feuern gleichzeitig elektrische Ladungen ab. Diese erzeugen zufällige visuelle Lichtmuster, die als Formen und Gestalten wahrgenommen werden. So wird der Input unserer verschiedenen Sinne wahrgenommen - als Erfahrung eines bestimmten Klangs, einer Berührung oder Ansicht, eines Geschmacks oder Geruchs.

Wenn du nun einen Schritt zurück machst und beobachtest, kannst du sehen, dass vor der Sinneswahrnehmung, sowohl die Welt, als auch du, das heißt das Gesehene und der Seher in einen dynamischen und chaotischen Zustand von Aktivität existierten. Der Akt der Wahrnehmung verändert diesen chaotischen Zustand in eine Art von Ordnung, aus dem beides hervorgeht: das Gesehene in der äußeren Welt und gleichzeitig der Prozess des Sehens im Seher (als Aktivität im Nervensystem). Im Moment des Sehens kollabiert das, was gesehen wird, in eine bestimmte Form.

In der Bhagavad Gita offenbart sich Krishna seinem Schüler Arjuna in seiner kosmischen Form. Bis dahin sieht Arjuna in Krishna nur den stattlichen, gutaussehenden Freund. Aber auf die Bitte Arjunas hin und nachdem Krishna erkennt, dass Arjuna bereit ist, ihn in seiner kosmischen Form zu erleben, will er ihm diese Erfahrung ermöglichen.

Daraufhin sieht Arjuna Krishna als Manifestation des gesamten Kosmos - mit seinem scheinbaren Chaos.

Er schreit heraus: "Oh Herr! Ich kann alle Götter und Gottheiten in deinem Körper sehen. Ich kann all die Weisen und auch die göttlichen Schlangen erkennen. Oh Herr des Universums, ich sehe viele Arme, Mägen, Gesichter, Augen und deine grenzenlose Form. Oh universale Form, ich sehe weder deinen Anfang, deine Mitte oder dein Ende."

Arjuna ist nicht imstande, die Erfahrung auszuhalten, da er die intellektuelle Kontrolle über die Dinge verliert! Er bittet um Gleichgewicht und meint damit, er möchte seine intellektuelle Kontrolle wieder gewinnen. Er will Ursache und Wirkung der Dinge kennen. Er will fühlen, dass sie wieder unter seiner Kontrolle sind, denn diese Erfahrung reißt ihn von seiner gewohnten Wahrnehmung fort. Ursache und Wirkung hatten keinen Bestand mehr.

So lange die Logik von Ursache Wirkung unter deiner Kontrolle liegt, hast du das Gefühl, Realität wahrzunehmen! Dein Ego ist stark und stabil. Aber in dem Moment, in dem die Logik erschüttert wird, überkommt dich eine ungeheure Angst. Du hast das Gefühl, dass du nur ein Tropfen im Ozean bist. Was Arjuna sieht, ist die absolute Realität, aber er fürchtete sich vor dieser Realität, denn sie stimmt nicht mit seiner Logik überein. Er fleht um die Wiederherstellung des alten Zustandes, der alten Wahrnehmung mit den fünf Sinnen, durch seine eigene solide Identität, durch sein eigenes solides Ego.