In den Tod hineingehen
Alle spirituellen Traditionen haben versucht, den Tod zu besiegen, über den Tod hinaus zu gehen. Aber eine Gruppe intelligenter, intuitiver Menschen hat nach langem Kampf verstanden, dass wir uns dem Tod von einer vollkommen falschen Richtung her genähert haben. Sie entschieden sich, das Rätsel des Todes auf eine ganz andere Weise zu entschlüsseln.
Sie benutzten Meditation als eine Technik, um dorthin zu gelangen, wo sich bisher niemand hin gewagt hatte. Diese wenigen intelligenten Menschen wurden Rishis genannt und sie lebten in Bharat zur Zeit der Upanischaden*. Die Kathopanischade ist der Bericht, in dem sie die gewonnenen Erkenntnisse über das Phänomen des Todes zusammengefasst haben.*
Diese Rishis erforschten den Tod intensiv und schließlich kamen sie zu dem Ergebnis, dass der Tod nicht verstanden und überwunden werden kann, indem man Widerstand leistet und sich gegen ihn auflehnt. Widersetzt du dich dem Tod, kannst du ihn nicht transzendieren. Der einzige Weg, um sich aus dem Teufelskreis von Leben und Tod zu befreien, besteht darin, erleuchtet zu werden, d.h. in den Tod hineinzugehen und die Furcht davor abzulegen.
Bitte verstehe, dass der Tod nur deshalb Macht über dich hat, weil du an ihn glaubst, das ist alles. Nimmst du dir etwas Zeit und untersuchst deine Angst vor dem Tod genauer, wirst du erkennen, dass er die Kraft hat, dein Leben auf eine sehr positive Weise zu verändern. Dir wird klar werden, dass er nicht im Widerspruch zum Leben steht, sondern eine Ergänzung bildet.
Der Tod ist eine tiefe Entspannung. Er bedeutet vollständiges Loslassen. Er bedeutet komplette Aufgabe des Alten und gleichzeitig Neubeginn. Erkennt dein Wesen, dass es mit Hilfe dieses Körpers seine Ziele nicht mehr erreichen kann, entscheidet es sich, ihn aufzugeben und weiterzugehen. Dieses Aufgeben und Weitergehen bezeichnen wir als Tod.
Rishi – der vedischer Ausdruck für einen Weisen
Upanischaden – Schriften, die das Kernstück der Veden bilden. Buchstäblich bedeutet das Wort "mit dem Meister zu sitzen". Die wesentlichen elf Upanischaden wurden von Adi Shankara kommentiert.