KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Der Meister – die lebendige ErleuchtungSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Der Meister – die lebendige Erleuchtung

Chitram vadataror mooley vriddhah shishyaa gurur yuvah Gurostu maunam vyaakhyaanam shishyaastu chinnah samshayah

Unter dem Banyan-Baum sitzen sie, die Schüler, alte Männer und der Guru, ein Abbild reinster Jugend.

Der Guru spricht nur durch Stille. Und schau, die Fragen der Schüler lösen sich von alleine auf!

Ohne die Präsenz eines Meisters, der als Katalysator für den Prozess der Transformation unabdingbar ist, sind die besten spirituellen Konzepte bloßes akademisches Wissen und die besten Meditationstechniken nur machtlose Werkzeuge. Um Gott zu erkennen bedarf es eines Meisters.

In der vedischen Tradition steht der spirituelle Lehrer, der Guru, sogar über Gott. Die Schriften besagen, dass der Guru Mutter, Vater und Gott zugleich ist. Er ist alles auf einmal und gleichzeitig jenseits von allem.

Für die meisten von uns ist Gott nicht mehr als ein Konzept. Wenige Menschen besitzen die Autorität, aus eigener Erfahrung über das Göttliche zu sprechen. Es heißt, dass jemand, der die Erfahrung gemacht hat, schweigt und derjenige, der darüber spricht, keine Erfahrung hat. Der Guru oder Meister ist jemand, der eine Erfahrung gemacht hat und anderen diese Erfahrung mit Worten, mit seiner Körpersprache und seinem Lebensstil vermitteln kann.

Der Meister oder Guru ist das Tor zur eigenen göttlichen Erfahrung. Er begleitet den Schüler, bis dieser selbst in der Lage ist, die fundamentale Wahrheit seiner inneren Göttlichkeit zu erfahren.

Der positive Kreislauf der Erleuchtung, der in die Erfahrung unserer wahren Natur mündet, unterbricht den negativen Kreislauf von Verlangen und Elend, in dem wir gefangen sind. Buddha sagte, dass unser ganzes Elend von unseren Wünschen kommt. Er meinte damit

die Gewohnheit des Menschen, seine Wünsche in der äußeren Welt mit Hilfe seiner Sinne zu erfüllen. Dies kann niemals gelingen. Wünsche wachsen immer wieder nach. Nur die Erfahrung des inneren Glücksempfindens, die aus dem Verständnis des eigenen unendlichen Potentials hervorgeht, kann das Elend beseitigen, das zum Markenzeichen der menschlichen Natur geworden ist.

Der Meister ist wie ein Spiegel. Er ist ein intelligenter Spiegel voller Energie, der uns zu der Entdeckung führt, wer wir sind. Lasst uns nun mit der Reise beginnen.

Die Geschichte vom jungen Löwen

Eine ausgehungerte, trächtige Löwin war auf der Suche nach Nahrung. Mit letzter Kraft griff sie eine Ziegenherde an, aber gerade als sie sich auf eine Ziege stürzen wollte, brach sie entkräftet zusammen und fiel zu Boden. Sie gebar ihr Junges und starb.

Das Löwenbaby konnte kaum seine Augen öffnen. Es schrie ein wenig und torkelte hoffnungslos am Boden herum. Die Ziegen sahen das Waisenkind und hatten Mitgefühl mit ihm.

Du wunderst dich vielleicht, dass Ziegen Mitgefühl mit einem Löwenjungen haben können. Wenn du dich vom Feind auf keine Weise gestört oder bedroht fühlst, ist es möglich, ihm gegenüber Mitgefühl zu empfinden, auch wenn es sich um deinen natürlichen Erzfeind handelt. Da sich die Ziegen vom Löwenbaby nicht bedroht fühlten, konnten sie ihm gegenüber eine Zuneigung entwickeln.

Die Ziegen spürten, dass ihnen der kleine Löwe nicht gefährlich werden konnte. Daher sorgten sie sich um ihn und zogen ihn ihrer Lebensweise entsprechend auf. Sie brachten ihm bei, wie man Milch trinkt und Gras frisst, wie man meckert und alle sonstigen Dinge, die man für ein gutes Ziegenleben braucht!

Der junge Löwe übernahm sogar die Körpersprache der Ziegen und da ihm von Geburt an niemand sagte, dass er ein Löwe war, wusste er nicht, was es bedeutet ein Löwe zu sein. Er führte das Leben einer Ziege und die Ziegen akzeptierten ihn als vollwertiges Mitglied ihrer Herde.

Mit dem Heranwachsen zeigte der junge Löwe seiner Natur entsprechend erstaunliche Kräfte. Bei Raufereien mit gleichaltrigen Ziegen behielt er immer die Oberhand, sodass sich die kleinen Ziegen bei ihrer Müttern beschwerten: "Er streckt uns mit einem Hieb zu

Boden!". Die Ziegenmutter versuchte dann die Wogen zu glätten und sagte, sie sollten das nicht weiter tragisch nehmen und vergessen.

Eines Tages wurde die Ziegenherde von einem Löwen angegriffen. Er trieb die Herde in alle Richtungen und dabei fiel ihm ein junger Löwe auf, der zusammen mit den Ziegen die Flucht ergriff und dabei meckerte. Er traute seinen Augen nicht! Es war ihm unverständlich, dass ein Löwe vor ihm flüchtete und wie eine Ziege meckerte.

Am nächsten Tag näherte sich der Löwe wiederum der Herde. Diesmal kam er nicht in der Absicht Ziegen zu jagen, sondern um sich den jungen Löwen vorzunehmen. Als er ihn erblickte, schlich er sich von hinten heran und hielt ihn fest. Der junge Löwe begann augenblicklich zu schreien: "Lass mich los, lass mich los, mäh, mäh."

Der Löwe sagte: "Dummkopf! Du brauchst keine Angst zu haben. Ich will dich nicht töten. Weißt du nicht, wer du bist? Der junge Löwe antwortete: "Ich bin eine Ziege, lass mich gehen! Lass mich gehen!"

Der Löwe sagte: "Dummkopf, du bist keine Ziege, du brauchst keine Angst vor mir zu haben!" Aber der junge Löwe war zu aufgeregt, um zuzuhören. Irgendwie gelang es ihm, sich aus der Umklammerung zu lösen und zu flüchten.

Aber der Löwe ließ nicht locker und kehrte am folgenden Tag zum Weideplatz der Ziegen zurück. Wieder näherte er sich unbemerkt dem "Ziegenlöwen" und ergriff ihn.

Der junge Löwe versuchte wieder zu flüchten, aber dieses Mal gab es kein Entkommen. Ein Teil von ihm wollte Reißaus nehmen, aber es gab etwas in seinem Inneren, das die Berührung des Löwen als angenehm empfand. Das zuversichtliche und behagliche Gefühl durch die Berührung des Löwen erweckte in ihm etwas, das tief in ihm schlummerte. Der Löwe bemerkte die widersprüchlichen Gefühle und sagte: "Ich gehe jetzt in den Wald zurück. Morgen komme ich wieder, aber ich werde ich dich nicht mehr verfolgen."

In dieser Nacht konnte der junge Löwe keinen Schlaf finden. Zu viele Gedanken schwirrten in seinem Kopf umher. "Ich kann die Worte des Löwen nicht akzeptieren. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass etwas Wahres dran ist. Nein! Nein! Ich kann es einfach nicht glauben. Ich weiß, ich bin eine Ziege. Ich weiß es seit meiner Geburt. Was er sagt, macht keinen Sinn. Er lügt nur, um irgendwas von mir zu erhalten."

Der Löwe hat den jungen Löwen jenseits seiner Logik angesprochen. Ich möchte das klar zum Ausdruck bringen: Wenn dich die Präsenz des Meisters jenseits deiner Logik berührt, dann ist der Meister in dir bereits aufgewacht!

Du kannst dich nicht mit dem Löwen verbunden fühlen, wenn der Löwe in dir nicht bereits aufgewacht ist. Wenn du dich bei der Berührung des Meisters, des Löwen, wohlfühlst, in Ekstase gerätst und wenn du immer wieder versuchst, dieselben Gefühle durch Visualisierung in dein Gedächtnis zurückzuholen, dann sei dir im Klaren, dass der Löwe dich tief berührt hat! Ein Teil von dir hat begonnen, sich in Sicherheit zu fühlen. Ein Teil von dir fühlt bereits, dass an den Worten des Meisters etwas dran ist.

Am nächsten Tag wartete das Löwenjunge geduldig am Waldesrand. Aber als der Löwe auftauchte, wich es zurück in Richtung Ziegenherde, verlor dabei aber das Gesicht des Löwen keinen Augenblick aus den Augen!

Es sagte: "Bleib, wo du jetzt bist und ich bleib wo ich bin. So können wir miteinander reden. Es stimmt, dass ich dich nicht mehr vergessen kann. Aber es ist besser, wenn wir eine gewisse Distanz zwischen uns bewahren." Der Löwe antwortete: "Von mir aus. Bleib wo du bist. Lass uns reden."

Der Löwe fuhr fort: "Verstehe, du bist ein Löwe! Du ignorierst deine wahre Natur, indem du versuchst etwas anderes zu sein! Schau genau hin und du wirst den Unterschied zwischen dir und den Ziegen erkennen." Das Löwenjunge schrie: "Nein! Nein! Wie kann das sein? Ich esse dasselbe Gras wie sie und ich führe genau das gleiche Leben wie die anderen Ziegen."

Der Löwe sagte: "Dummkopf! Siehst du nicht, dass sich sonst keine Ziege von mir angezogen fühlt und auf mich wartet. Im Gegenteil, sie fürchten mich. Nur du wartest auf mich. Verstehe, allein die Tatsache, dass du auf mich wartest, beweist, dass in deinem Inneren etwas geschieht. Was hast du davon, wenn du hier auf mich wartest? Komm mit mir zum Fluss und betrachte dein Spiegelbild im Wasser. Du kannst dann unsere Gesichter vergleichen."

Aber der junge Löwe wagte es nicht, mitzukommen und sagte: "Nein, ich möchte hier bleiben und reden. Du bleibst wo du bist und ich bleibe wo ich bin. Du kannst mir alles sagen, was du möchtest und ich höre dir zu."

Der Löwe antwortete: "In Ordnung. Wenn du einverstanden bist, kann ich dir am Fluss dein wahres Selbst zeigen und dir vor Augen führen, dass du ein Löwe bist. Aber ich will dich nicht dazu zwingen. In einer Woche werde ich zurückkehren. Wenn du bereit bist mitzukommen, dann warte hier an dieser Stelle. Wenn du nicht bereit bist, dann vergiss mich einfach und bleib eine Ziege!" Daraufhin verschwand der Löwe im Wald.

Der Löwe kam wie versprochen nach einer Woche zurück. Der Verstand des Junglöwen war immer noch verwirrt. Sollte er den Löwen treffen oder nicht. Tief im Inneren freute er sich, den Löwen zu sehen, aber gleichzeitig fürchtete er sich auch davor.

Schließlich siegte in ihm der Wunsch, den Löwen zu sehen und er lief zur vereinbarten Stelle. Dort wartete der Löwe bereits auf ihn. Als der Löwe ihn sah verlor er kein Wort, sondern stand auf und ging Richtung Fluss. Mit gehörigem Abstand folgte ihm das Junge. Ab und zu blieb der Löwe stehen, damit es zu ihm aufschließen konnte aber das Kleine ängstigte sich und schrie: "Nein! Nein! Bleib wo du bist, zeig mir nur den Weg zum Fluss. Bitte komm mir nicht zu nahe, ich kann selbst zum Fluss gehen!"

Der Löwe begann nun Geschichten aus seiner Kindheit zu erzählen und das Löwenjunge hörte wie gebannt zu. Es war so in den Geschichten vertieft, dass es sich dem Löwen immer mehr näherte und schließlich zu ihm aufschloss. Zwischendurch fragte es: "Ist das so gewesen? Hattest du auch diese Probleme?"

Ohne dass es der junge Löwe bemerkte, kam ihn der Löwe nun so nahe, dass er ihn berührte! Als er sich dessen bewusst wurde, merkte er, dass es ihn überhaupt nicht mehr störte. Im Gegenteil, statt zu protestieren, genoss er das entspannte Gefühl, das die Berührung des Löwen in ihm hervorrief.

In der Nähe des Flusses angekommen, packte er das Löwenkind, damit es nicht weglaufen konnte. Das Löwenkind wusste, dass es nun kein Entkommen mehr gab. Gleichzeitig aber merkte es, dass es gar kein Verlangen mehr hatte, zu fliehen!

Es wusste nicht nur, dass es nicht mehr fliehen konnte, ihm wurde auch bewusst, dass es gar nicht fliehen wollte! In einer Ecke seines Verstandes versteckten sich aber noch Reste seines Egos und er sagte: "Nein, Nein, lass mich gehen, was tust du mit mir? Warum hältst du mich fest?" Das Löwenjunge hatte immer noch etwas Angst und fragte: "Was hast du mit mir vor, was hast du mit mir vor?"

Der Löwe antwortete: "Ich hab gar nichts mit dir vor. Ich möchte nur, dass du ins Wasser schaust." Das Löwenjunge schaute ins Wasser und der Löwe fragte: "Was siehst du im Wasser? Kannst du zwei Formen sehen? Das Löwenjunge antwortete: "Ja". Der Löwe sagte: "Gut, eine Form bin ich und die andere Form bist du."

Das Löwenjunge wiederholte: "Zwei Spiegelbilder, das eine ist von mir und das andere gehört zu dir. Plötzlich begriff es, was das bedeutete und es schrie: "Nein, das kann nicht sein, beide Spiegelbilder im Wasser müssen von dir stammen!"

Der Löwe entgegnete: "Dummkopf! Schau genau hin! Ich erhebe meine Pranke. Schau nun, welches Spiegelbild die Pranke erhebt. Das Löwenjunge zeigte auf ein Spiegelbild im Wasser und sagte: "Nur dieses Bild erhebt die Pranke." Der Löwe sagte dann: "O.k., nun bist du dran, erhebe deine Pranke!"

Das Löwenjunge erhob seine Pranke, betrachtete die Spiegelbilder im Wasser und schrie: "Ja, Ja, Ja! Ich sehe." Verwirrt und mit leiser Stimme fragte es sich: "Aber wie kann ich ein Löwe sein? Ich bin doch eine Ziege?"

Der Alte schaute ihn an und sagte: "Ich bin nicht hier, um mit dir zu spielen." In diesem Augenblick wurde der junge Löwe von einem Gefühl der Ekstase ergriffen. Er fühlte, dass sich in ihm etwas Unglaubliches anbahnte.

Dann aber übernahm sein Verstand wieder die Kontrolle und er fiel in ein Stimmungstief. Sein Verstand begann zu zweifeln: " Ich denke, ich bin hypnotisiert worden. Das ist nicht meine wahre Natur! Etwas ist mit mir geschehen. Das bin nicht ich. Ich habe mich nie so voller Freude, so glückselig gefühlt! Das bin nicht ich! Er tut etwas mit mir, er hat bereits etwas mit mir gemacht!

Das Löwenjunge leistete immer noch Widerstand. Es wollte flüchten, aber es war nur ein halbherziger, ein vorgetäuschter Versuch. In Wirklichkeit sehnte es sich nach nichts mehr, als beim Löwen zu bleiben.

Es begann zu protestieren: "Nein, Nein, Nein! Lass mich gehen! Lass mich gehen! Ich weiß, dass du ein majestätischer Löwe bist und ich möchte ab sofort meine ganze Zeit dafür verwenden, dir zu dienen. Ich möchte dir jeden Tag leckeres Gras und frische Milch bringen."

Schließlich entschied der alte Löwe: "Ich sollte ihn nun verlassen, er kann zurzeit nur soviel verstehen." Er sagte zu ihm: "In Ordnung, wir treffen uns morgen wieder. Aber diesmal komme ich nicht zum Waldesrand um dich abzuholen. Wenn du mich sehen willst, dann finde heraus, wo ich wohne und komme aus eigenem Antrieb zu mir. Ich habe keine Zeit, dauernd zu dir zu kommen! Wenn du nicht aus eigener Anstrengung zu mir kommen willst, dann lass es sein." Daraufhin verschwand der Löwe im Wald.

Dieses Mal rannte der Junglöwe nicht wie früher nach Hause. Er ging sehr langsam. Eigentlich wollte er gar nicht gehen, aber auf der anderen Seite drängte ihn sein Verstand, zu den Ziegen zurückzugehen. Tränen flossen aus seinen Augen.

Am nächsten Tag war der Löwe in einer majestätischen Haltung in seinem Heim anzutreffen. Langsam näherte sich der junge Löwe mit frischem Gras und dachte: "Dies ist das beste Gras weit und breit." Er stellte es vor dem Löwen und sagte: "Bitte akzeptiere dies als ein Geschenk."

Der Löwe dachte: "Gut, wenn ich dieses Gras annehme, wird er sich mit mir verbunden fühlen. Dadurch wird er sich öffnen und unsere Beziehung kann sich vertiefen. Obwohl ein Löwe niemals Gras frisst, nahm er etwas Gras und begann davon zu essen! Er lobte den jungen Löwen indem er sagte: "Das Gras, das du für mich gebracht hast, schmeckt ausgezeichnet! Der Junglöwe war sehr glücklich, als er das hörte. Die Beziehung zwischen den beiden vertiefte sich, als der Löwe begann Gras zu fressen.

Verstehe, der Löwe begibt sich auf das Niveau des Ziegenlöwen und frisst Gras in der Absicht, den Abstand zu reduzieren. Obwohl er in Wirklichkeit niemals Gras frisst, tut er so, als ob es ihm schmecken würde.

Langsam vertiefte sich die Beziehung zwischen dem jungen und dem alten Löwen. Manchmal passierte es, dass der alte Löwe den jungen