KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Der karmische Kreislauf kann durchbrochen werdenSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Der karmische Kreislauf kann durchbrochen werden

Wenn wir verstehen, dass wir es sind, die unsere Gedanken verbinden und daraus Stränge aus Schmerzen und Freude formen, hören wir bewusst damit auf, d.h. wir bleiben entkuppelt. Dann können wir in jenem Zustand verweilen, den Buddha Achtsamkeit nannte. Dann können wir mit Gewahrsein im gegenwärtigen Moment leben. Es ist unser Denkprozess, der uns andauernd zwischen Vergangenheit und

Zukunft hin und herpendeln lässt und uns nicht erlaubt, friedvoll in der Gegenwart zu verweilen.

Du musst klar verstehen: Im gegenwärtigen Moment können wir allen Problemen und Sorgen entgehen, ohne dass wir von Ängsten und Wünschen geplagt werden. Wir können ohne Ängste und Wünsche leben und arbeiten. Du fragst dich vielleicht, wie das möglich ist und wie du motiviert sein kannst, etwas zu tun, ohne Wünsche zu haben? Es ist nicht nötig, motiviert zu sein. Denkst du vielleicht, dass es Motivation ist, die für deine Atmung und Verdauung verantwortlich ist. Es ist die Intelligenz der universellen Energie, die sich in uns und außerhalb von uns befindet und die es uns ermöglicht, zu leben und zu wachsen. Wir leben nicht dank uns, sondern trotz uns.

Leben wir ohne Anhaftung, gibt es keine Konsequenzen für unsere Taten, es entsteht kein Karma.

Was ist Karma?

In der Isa Vasya Upanischade gibt es einen sehr schönen Vers:*

Om poornamadah poornamidam; Poornaat poornamudachyate

Poornasya poornamaadaaya; Poornamevaavashishyate

Vom Ganzen kam das Ganze.

Wird das Ganze vom Ganzen weggenommen, bleibt das Ganze.

Es ist unsere Natur, das Ganze zu suchen.

Von Natur aus suchen wir in Allem, was wir tun, nach Erfüllung.

Essen, Trinken, Springen, Lesen, Sprechen, Schlafen, Meditieren; unser Wesen sehnt sich danach, diese Aktivitäten vollständig zu erfahren und ganz und gar in ihnen aufzugehen. Sind wir uns jeder einzelnen Handlung ganz und gar bewusst, die wir ausführen? Sind wir uns jeden Augenblicks unseres Lebens bewusst?

Eine kleine Geschichte: Ein Mann ließ sich im Taxi zum Flughafen fahren. Der Taxifahrer fuhr sehr schnell, auch in engen Kurven um Häuserecken ging er nicht vom Gaspedal. Der Fahrgast hielt sich voller Angst fest. Der Taxifahrer sah das und sagte: "Warum machen

sie es nicht so wie ich? Bei jeder scharfen Kurve schließe ich einfach die Augen."

Bist du dir der Handlung, die du gerade ausführst, nicht vollständig bewusst, bleibt dein Sein in dieser Hinsicht unerfüllt. Diese Unerfülltheit bleibt in dir zurück und zwingt dich dazu, die Handlung mit Gewahrsein zu wiederholen, bis du wieder Erfüllung gefunden hast. Das ist Karma.

Karma ist die Ansammlung von unerfüllten Erfahrungen, die in uns sind und uns andauernd zwingen sie zu erfüllen.

Alles, was wir mit ungeteilter Aufmerksamkeit tun und intensiv erfahren, wird unser System für immer verlassen. Wir werden befreit. Jede Erfahrung, die wir nicht ganz und gar durchlebt haben, durch die wir nicht eine komplette Erfüllung erfahren haben, der wir nicht unsere volle Energie und Aufmerksamkeit geschenkt haben, bleibt in uns als Karma zurück.

Auch wenn wir etwas Karma mit uns herumtragen, sind wir im Grunde genommen vollendete Erfüllung, Ganzheit. Deshalb kann unerfülltes Karma nicht für längere Zeit in uns bleiben. Es wird alles versuchen, sich zu erfüllen. Es wird uns wieder und wieder dazu treiben, durch dieselbe Aktivität zu gehen, damit es sich erfüllen kann. Jeder Wunsch, jede Erfahrung, in der wir nicht vollkommene Erfüllung gefunden haben, bleibt als Karma in unserem System und drängt uns wieder und wieder durch dieselbe Erfahrung zu gehen, bis sie erfüllt ist.

Wir denken, sprechen und erledigen Dinge ohne Klarheit, ohne Erfüllung und in tiefer Ignoranz. All diese Gedanken, Worte und Taten leisten ihren Beitrag dazu, unser karmisches Gepäck zu vergrößern, denn sie lassen keine Erfüllung in uns entstehen. Führen sie nicht zur Erfüllung, werden wir von unserem Karma dazu gedrängt, sie auf irgendeine Weise zu erfüllen.

Unsere eigenen Gedanken, Worte und Taten werden zu unserem Karma und sie drängen uns, auf irgendeinen Weg Erfüllung zu finden.

Isa Vasya Upanischade – eine der ältesten und wichtigsten vedischen Schriften

Die Gegenwart ist das Produkt all unserer vergangenen Entscheidungen

Sei dir im Klaren, die Tatsache, dass du dieses Buch jetzt liest, ist das Ergebnis all deiner vergangenen Entscheidungen. Du hast dich entschieden, auf dieses Buch im Laden aufmerksam zu werden. Du hast dich entschieden, es zu kaufen. Du hast dich entschieden, dich hinzusetzen und das Buch jetzt zu lesen. Die Gesamtheit all dieser Entscheidungen hat dazu beigetragen, dass du das Buch jetzt liest.

Die Gesamtheit aller vergangenen Entscheidungen ergibt den gegenwärtigen Zustand. Dieser Logik entsprechend, wird die Gesamtheit aller gegenwärtigen Entscheidungen die Zukunft bestimmen.

Das ist die Essenz der Karma - Theorie: Deine gesamte Vergangenheit bildet die Gegenwart und die Gesamtheit deiner Gegenwart bildet deine Zukunft.

Das Problem liegt darin, dass die meisten unserer Entscheidungen unbewusst geschehen. Tausende von Entscheidungen geschehen unbewusst. Das ist der Grund, warum wir nicht in der Lage sind, Ursache und Wirkung miteinander zu verbinden.

Lass mehr Bewusstsein und Intelligenz in dein Denksystem und in deine Entscheidungsprozesse einströmen..

In jedem gegebenen Moment ist die Zukunft schon vorherbestimmt. Die Zukunft geht hervor aus der Gesamtheit aller Taten bis zu diesem Zeitpunkt – dies ist die vorherbestimmte Zukunft. Aber es gibt eine Einschränkung, es gibt einen maßgeblichen Faktor, der die Zukunft ändern kann – dein Bewusstsein, dein Wille.

Eine kleine Geschichte: Einst besuchten zwei Brüder einen Weisen, der bekannt dafür war, dass er in die Zukunft schauen konnte. Die Brüder verbeugten sich vor ihm und baten ihn um Auskunft über ihr Schicksal. Der als Einsiedler lebende Weise warnte sie: "Es ist nicht immer von Vorteil, die eigene Zukunft zu kennen. Außerdem kann die Zukunft dennoch eine andere Richtung nehmen, als von mir vorhergesagt."

Die beiden Brüder bestanden aber darauf, etwas über ihre Zukunft zu erfahren. So betrachtete der Weise den älteren der beiden genau und sagte: "Innerhalb eines Jahres wirst du ein König sein." Dann sah er sich den jüngeren Bruder an und sagte: "Dein Schicksal ist es, innerhalb eines Jahres ermordet zu werden." Als sich die Brüder auf

den Heimweg machten, war der eine überglücklich während der andere sehr traurig war.

Der ältere Bruder begann nun in einer Fantasiewelt zu leben, in der er von seinem zukünftigen Leben als König träumte. Der jüngere Bruder hingegen, der nur mehr ein Jahr zu leben hatte, begann seine Zeit mit spirituellen Aktivitäten zu verbringen. Er versuchte, seinen Mitmenschen zu dienen und kam bald aus seiner Depression heraus.

Nach elf Monaten lud der ältere Bruder seinen jüngeren Bruder in sein Haus ein. Er wollte sich nach einem Stück Land umsehen, auf dem er seinen Palast errichten könnte, da er ja bald König werden sollte. Sie durchstreiften ein schönes, weites Stück Land, als der jüngere Bruder plötzlich über einen nur halb eingegrabenen Topf stolperte. Sofort gruben sie den Topf ganz aus und entdeckten, dass dieser bis an den Rand mit Goldstücken gefüllt war.

Der ältere Bruder war außer sich und jubelte voller Freude: "Dieser Schatz ist sicherlich für mich bestimmt. Gewiss soll er mir ermöglichen, einen Palast zu bauen und ein Königreich zu gründen." In diesem Augenblick sprang ein Bandit aus dem Gebüsch, versetzte dem älteren Bruder einen Schlag auf den Kopf und entriss ihm den Schatz. Der jüngere Bruder kam seinem Bruder zu Hilfe indem er sich auf den Gauner stürzte, wurde aber von diesem mit einem Dolch angegriffen und dabei verletzt. Schließlich gab sich der Bandit aber geschlagen, ließ den Schatz fallen und flüchtete.

Der ältere Bruder war dem Jüngeren sehr dankbar, dass er sein Leben gerettet hatte und bot ihm die Hälfte des Goldschatzes an. Der verzichtete aber darauf in Anbetracht der Tatsache, dass er ja sowieso nicht mehr lange zu leben hätte. Der ältere Bruder führte nun ein ausschweifendes Leben und aß, trank, und feierte nach Herzenslust.

Ein Jahr ging vorbei. Keine Krone war in Sicht und auch der jüngere Bruder erfreute sich bester Gesundheit. So beschlossen die beiden den Weisen noch einmal aufzusuchen und ihn zu fragen, warum seine Vorhersagen nicht eingetroffen wären? Der Weise war auch überrascht, als er die Geschichte der beiden vernahm und vertiefte sich in Meditation. Daraufhin erklärte er: "Ich sagte euch, dass der Lauf des Schicksals geändert werden kann."

Er schaute den älteren Bruder an und sagte: "Dein Schicksal änderte sich aufgrund deiner unverantwortlichen Handlungen im Laufe der letzten Monate. Die Krone, die dir bestimmt war, reduzierte sich zu einem Topf voller Gold."

Dann wandte er sich dem jüngeren Bruder zu und sagte: "Dein spirituelles Leben, dein Vertrauen und deine Gottesergebenheit veränderten auch dein Schicksal. Statt ermordet zu werden, wurdest du nur verletzt."

Verstehe, dein Schicksal ist nicht etwas in Stein Gemeißeltes. Es hängt sehr viel davon ab, wie du auf die verschiedenen Situationen in deinem Leben reagierst. Dein Gewahrsein wird dir die Intelligenz und den Mut geben, den Lauf der Geschehnisse in deinem Leben zu ändern.

Karma und GPS

Ist dir deine Vergangenheit nicht vollständig bekannt, wirst du in Zukunft dieselben Dinge wiederholen. Wenn du deine GPS-Rate (Gedanken pro Sekunde) verringerst und du deine Vergangenheit so kennst, wie sie tatsächlich geschah, dann wirst du die Vergangenheit nicht mehr wiederholen. Du wirst dann zu einem Karma - Mukta, einem vom Karma Befreiter. Zur Zeit bist du ein Karma - Bandha, ein vom Karma Gefesselter, denn du hast deine Vergangenheit nicht komplett gelebt.

Unsere Kindheit und Jugend erscheint uns zum Beispiel immer in einem verklärten Licht. Du hast jetzt vielleicht das Gefühl, dass dein Leben im Gymnasium großartig war, aber als du wirklich das Gymnasium besucht hast, hast du es nicht so empfunden. Warum? Der Grund ist der, dass sich dein Leiden seitdem vergrößert hat und im Vergleich dazu die Vergangenheit sehr schön erscheint. Zum jetzigen Zeitpunkt siehst du deine Vergangenheit als freudvoll an und wenn du die Möglichkeit hättest, würdest du sie sogar wiederholen. Aber hast du die Vergangenheit wirklich so genossen? Bestimmt nicht!

Wenn du bei Null GPS im gegenwärtigen Moment für wenigstens elf Kshanas entspannt verweilen kannst, wirst du in die Zeitachse eindringen. Kannst du im Null-GPS-Zustand für 21 Kshanas verbleiben, kannst du in die Zeitachse eindringen und die Zukunft verändern. Dies liegt in deiner Hand.*

Alle Meditationstechniken sind Wege den GPS zu verringern, um damit in die Zeitachse einzudringen.

Kshana – Intervall zwischen zwei Gedanken

Kshana

Es ist wichtig, das Konzept des Kshana zu verstehen. In den westlichen Sprachen gibt es kein Äquivalent dafür. Ich will deshalb erklären, was man unter einem Kshana versteht. Kshana ist ein Zeitmaß, aber keine Zeiteinheit im Sinne von Sekunden und Minuten, wie viele glauben. Unter Kshana versteht man den Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gedanken. Wir sind es gewohnt, Zeit als eine absolute Größe zu betrachten. Aber ein Kshana ist absolut relativ! Da Anzahl und Frequenz der Gedanken bei jeder Person verschieden sind, hat jede Person ein anderes Kshana.

Eine rastlose Person mit vielen Gedanken pro Sekunde hat ein kürzeres Kshana, da der Abstand zwischen zwei Gedanken gering ist.

Eine meditative Person ist ruhig und gesammelt und hat infolgedessen weniger Gedanken in einer bestimmten Zeitspanne. Ihr Kshana ist länger, da der Abstand zwischen zwei Gedanken grösser ist.

Karma – die Gesamtheit der bewussten Entscheidungen

Dein Leben ist nichts anderes, als die Gesamtheit der bewussten Entscheidungen, die du laufend triffst. Ob du es willst oder nicht, direkt oder indirekt entscheidest du alles. Es ist nicht jemand anderes, der entscheidet. Du bist es, der entscheidet.

Eine kleine Geschichte: Ein Angestellter ging zu seinem Chef: "Meine Frau sagte, ich soll sie um eine Gehaltserhöhung fragen." Der Chef antwortete: "Oh , ich werde heute Abend meine Frau fragen, ob ich ihr Gehalt erhöhen soll oder nicht."

Verstehe, es ist immer deine Wahl, deine Entscheidung. Du denkst, jemand anderes entscheidet, aber es bist nur du, der entscheidet.

Ein kleines Beispiel kann diese grundlegende Wahrheit veranschaulichen. Wenn dich jemand kritisiert, entscheidest du dich, beleidigt zu sein. Lobt dich jemand, dann entscheidest du dich, geschmeichelt zu sein. Aufgrund von Gewohnheiten triffst du die Entscheidung vielleicht unbewusst. Es ist niemand anderer, der auswählt, nein, du bist es, der auswählt. Denkst du gewohnheitsmäßig, dass ein anderer deine Entscheidungen beeinflusst, hast du vergessen, dass du es bist, der sich entscheidet.

Kritisiert dich jemand, entscheidest du dich, dich aufzuregen. Lobt dich jemand, entscheidest du, dich geschmeichelt zu fühlen. Es ist nicht die Entscheidung eines anderen, es ist deine Entscheidung. Du kannst dich auf zweierlei Art entscheiden. Kritisiert dich jemand, kannst du dich auch entscheiden, dich nicht aufzuregen, sondern ruhig und entspannt zu bleiben. Es ist deine Entscheidung, dich beleidigt zu fühlen oder nicht.

All deine Entscheidungen, die du von Moment zu Moment triffst, machen zusammengenommen dein Leben aus. Triffst du keine Entscheidungen, sondern überlässt sie den Umständen, verfällst in einen Zustand der Lähmung. Unser Leben, so wie wir es momentan leben, ist nichts als eine Lähmung. Nur wenn du dich entschließt, dein Leben zu leben, ohne dass dir äußerliche Ereignisse, Situationen oder Entscheidungen aufgezwungen werden, entscheidest du, in Wirklichkeit zu leben.

Solange du nicht verstehst, dass das Leben deine Wahl ist, ist dein Leben nichts als Lähmung.

Vasana, Samskara und Karma

Es gibt drei in Wechselbeziehung stehende Konzepte, im Sanskrit Vasana, Samskara und Karma genannt.

Vasana

Vasana ist der Same des Verlangens. Du gehst durch die Stadt und in einem Schaufenster siehst du ein glitzerndes Halsband. In dir entsteht ein Verlangen es zu besitzen. Das ist Vasana.

Samskara

Samskara ist die Pflanze, die gedeiht, wenn der Same des Vasana zu keimen und zu wachsen beginnt. Siehst du das Halsband immer wieder, wird das Verlangen in dir, es zu besitzen, stärker werden. Schenkst du dem Wunsch, die Halskette zu besitzen, deine Aufmerksamkeit, dann ist das so, als ob du dem Samen des Vasana Wasser und Nährstoffe zukommen lässt.

Die Verfälschung, die in deinem Inneren geschieht, nenne ich Samskara oder eingravierte Erinnerungen. Es sind die Erinnerungen in deinem Innenraum, die dich dazu zwingen, immer wieder durch dieselbe Erfahrung zu gehen. Sie zwingen dich, immer wieder dieselbe

Art von Handlungen auszuführen. Gegen deinen Willen zwingen sie dich, wieder und wieder durch dieselben Gedankenfolgen gehen. Diese Art von Erinnerungen nenne ich Samskaras.

Jedes Samskara in deiner bewussten oder unbewussten Ebene ist ein Hindernis für ein erfülltes Leben. Es gibt kein gutes oder schlechtes Samskara. Kein Samskara ist gut. Ein innerer Raum, der mit Samskaras gefüllt ist, ist die Hölle. Ein innerer Raum ohne Samskaras ist der Himmel. Versuche deshalb nicht Samskaras in gut und schlecht einzuteilen.

Ein Samskara ist von Natur aus negativ. Ein Samskara ist von Natur aus depressiv. Alles, was du aus einem Samskara heraus tust, wird zu einer langweiligen Leere. Alles, was du aus einem tiefen Verständnis heraus tust, einfach aus deinem reinen inneren Raum heraus, ist wertvoll und bereichert dich. Alles, was du aus Samskaras heraus tust, verstärkt nur deine Fesseln.

Von Kindestagen an sammeln wir auf verschiedenen Wegen viele verschiedene Samskaras. Wir sammeln und reproduzieren sie. Samskaras reproduzieren sich sogar ohne unser Dazutun.

Samskaras werden auf verschiedenen Wegen verstärkt. Einige Samskaras werden nur durch wiederholtes Handeln verstärkt. Andere Samskaras werden verstärkt, wenn du von der Aussenwelt Informationen über sie erhältst. Dann gibt es einige andere Samskaras, die ohne Handlungen und Information wachsen. Es genügt die Erinnerung an sie und sie werden verstärkt!

Erst sammeln wir diese verschiedenen Samskaras, dann speichern und vergrößern wir sie in unserem System.

Karma

Getrieben von Verlangen, führst du schließlich die Handlung aus und es entsteht Karma. Die Macht des Wunsches treibt dich schließlich dazu, die Halskette zu kaufen. Das ist die Handlung, das Karma.

Alles, was nur halb ausgeführt wird, lässt ein Samskara in dir zurück. Alles was nicht voll gelebt wurde, hinterlässt einen Eindruck oder ein Samskara in dir. Dieses Samskara zwingt dich immer wieder, dieselben Erfahrungen zu machen, um es zu erfüllen. Die Ursache von Süchten ist ebenfalls mit Samskaras verbunden. Nachdem ich mit Millionen von Menschen persönlich gearbeitet habe, habe ich selbst einige tausend Fälle erlebt, bei denen die Sucht durch Meditation geheilt wurde. Die

grundlegende Wahrheit von Sucht ist die, dass du dein Leben nur vage geführt hast, nicht hundertprozentig mit deinem ganzen Wesen. Unerfüllte Wünsche erzeugen ein Samskara in dir. Dies hält dich zurück, den Wunsch zu erfüllen. Deshalb lebst du denselben Wunsch wieder und wieder aus.

Jede intensiv gelebte Emotion befreit dich von dieser Emotion – sei es Zorn, Angst, der Wunsch nach Essen oder das Festhalten an einem Objekt oder einer Person. Du wirst von allem gänzlich befreit, wenn du es vollständig lebst. Wenn eine Person immer wieder zu einem Problem zurückkehrt, bedeutet das nur, dass sie es nicht voll und ganz ausgelebt hat.

Wir leben auf eine Weise, bei der die Hälfte unserer Aufmerksamkeit immer irgendwo anders ist. Patanjali sagt es sehr schön: "Je mehr Quantität, desto weniger Qualität." Wenn die Genussqualität eines Objektes steigt, nimmt gleichzeitig die Quantität automatisch in direktem Verhältnis dazu ab. Deshalb muss die Qualität erhöht werden.*

Das Leben ist keine kleine Kerze. Es ist eine leuchtende Fackel. Lass die Fackel deines Lebens so hell wie möglich leuchten.

Patanjali – Ein Hindu Weiser. Verfasser der Yoga Sutras, die die Grundlage des komplexen Yoga Systems bilden.

Drei Typen von Karma

Es gibt drei Typen von Karma, nämlich Agamya, Prarabdha und Sanchita.*

Sanchita Karma gleicht einer Bank, einer Reservebank. Verstehe, es ist vielleicht nicht das erste Mal, dass du eine körperliche Form angenommen hast und zum Planeten Erde gekommen bist. Du hast vielleicht schon Millionen von Körpern angenommen! Alle Gedanken, die du in diesen unzähligen Verkörperungen hattest, alles, was du gesprochen hast, alles, was du getan hast, all diese unerfüllten Erfahrungen sind zu deinen Engramms – zu eingravierten Erinnerungen - geworden. Alle zusammengenommen nennen wir Sanchita Karma. Es kann mit einem Bankkonto verglichen werden. Wenn ich Bankkonto sage, dann handelt es sich dabei nicht um Einlagen oder Ersparnisse, sondern um Schulden!

Der nächste Typ von Karma ist Prarabdha Karma. Prarabdha bedeutet Folgendes: Aus dem Sanchita Karma nimmst du einiges Karma, mit dem du deinen gegenwärtigen Körper formst. Dann entscheidest du dich all diese Karmas, die du mit diesem Körper mitgebracht hast, zu genießen und auszuleben, aufzubrauchen. Das in dieses Leben mitgebrachte Prarabdha Karma ist nur ein kleiner Teil des Sanchita Karma. Dein Plan ist es, dieses Karma durch diesen Körper aufzubrauchen.

Der dritte Typ von Karma ist der Schlimmste. Es ist das Agamya Karma, das Karma, das du sammelst, nachdem du zum Planeten Erde gekommen bist, aufgrund von frischen Gedanken, Worten und Taten.

Jeder, der auf dem Planeten Erde landet, muss sein Prarabdha Karma aufbrauchen, bevor er stirbt. Nehmen wir zum Beispiel an, du hast tausend Karmas in deiner Sanchita Bank. Von diesen tausend Karmas nimmst du vielleicht zehn Karmas als dein Prarabdha Karma, wenn du einen Körper annimmst und du sagst: "Dieses Mal will ich diese zehn Karmas beenden." Nachdem du auf die Erde gekommen bist, beginnst du jedoch andere zu beobachten und neues Karma auf der Grundlage der dabei entstehenden Wünsche anzusammeln, anstatt dein eigenes Prarabdha Karma zu verbrauchen. Das sind Wünsche, die du von anderen Menschen geliehen hast und aufgrund dieser geliehenen Wünsche, erzeugst du gewisse Gedanken, Worte und Taten.

Du siehst zum Beispiel jemanden, der schöner ist als du und als Folge deines Vergleichens und deiner Eifersucht vervielfachen sich deine Gedanken. Auf diese Weise erzeugst du neues Karma aufgrund von Gedanken. Manchmal sprichst du schlecht über andere ohne etwas über die tatsächlichen Fakten und Zusammenhänge zu wissen. Auf diese Weise sammelst du neues Karma aufgrund von Worten.

Prarabdha Karma – Absichten und Begierden, mit denen wir auf die Welt kommen.

Der Ausweg aus deiner täglichen Irritation – Lebe dein Prarabdha Karma Ich möchte die drei Typen von Karma noch von einem anderen Blickwinkel aus erklären.

Alle Möglichkeiten, die du kennst und die dir im Kosmos zur Verfügung stehen, bezeichnen wir als Agamya. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, du kannst ein Fisch werden, du kannst eine Schlange werden, du kannst ein Mensch werden oder du kannst ein Gott werden. All diese Möglichkeiten nennen wir Agamya.

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen. Es gibt nämlich nicht nur die Möglichkeiten, die dir bekannt und bewusst sind, wie zum Beispiel Fisch, Affe, Hund, Esel und Mensch, sondern es gibt auch viele dir unbekannte Möglichkeiten. Als Sanchita bezeichnen wir die ganze Bandbreite der bekannten und unbekannten Möglichkeiten.

Die Gesamtheit aller Möglichkeiten ist Sanchita und was vor dir liegt, ist Agamya. Du entscheidest dich, die Möglichkeiten einzugrenzen, wenn du diesen Körper annimmst. Das nennen wir Prarabdha.

Wenn du hier bist, siehst du viele Möglichkeiten vor dir und du versuchst sie zu sammeln und zu erwerben. Diese Möglichkeiten können als Agamya bezeichnet werden

Das Prarabdha, das du mitgebracht hast, hat die Intelligenz dein Leben zu führen.

Eine große Schwierigkeit besteht darin, dass du zu viele Möglichkeiten vor dir siehst und aus diesem Grunde vermindert sich dein Vertrauen auf dein Prarabdha oder die vorher ausgesuchten Möglichkeiten. Du denkst, dass dein Prarabdha nicht stark genug ist dein Leben zu führen, nur wegen den Möglichkeiten des Agamya, die vor deinen Augen stehen.

Lass mich dir Folgendes sagen. Deinem Prarabdha zu vertrauen ist sehr effektiv. Dein Prarabdha zu erfüllen wird einen negativen Aspekt in deinem Leben verschwinden lassen – deine andauernde Irritation. Die andauernde Irritation, die du von morgens bis abends mit dir herumträgst, ist ein Geschenk des Agamya.

Von morgens bis abends, vom Moment des Aufwachens bis zum Moment des Einschlafens, fühlst du eine konstante Irritation. Wir müssen nur jemandem begegnen, der einen kleinen Fehler macht und schon gehen wir auf ihn los. Wir warten nur darauf! Jeder der in unsere Nähe gelangt, erhält unseren "Segen". Diese konstante Irritation ist eine Folge davon, dass wir in Agamya zentriert sind.

Ist unsere Energie, unser innerer Raum auf Prarabdha gegründet, tragen wir nicht mehr die konstante Irritation mit uns herum, wie wir es momentan tun. Es ist nicht so, dass wir nicht mehr arbeiten und alle Möglichkeiten ignorieren. Es ist nicht so, dass wir aufhören zu arbeiten. Nein! Wir werden fortfahren zu arbeiten, aber mit unserem Prarabdha als Grundlage.

Verstehe, die Stimmung, andauernd alles abzulehnen, andauernd irritiert zu sein, geschieht aufgrund unseres Agamya, aufgrund der Möglichkeiten, die wir um uns herum sehen. Wir laufen hinter den Wahlmöglichkeiten her, dem Agamya. Aber wir vergessen, dass das Prarabdha sehr intelligent ist.

In der gesamten Welt gibt es nur zwei Arten von Menschen. Menschen, deren innerer Raum in Agamya zentriert ist und Menschen, deren innerer Raum in Prarabdha zentriert ist, das ist alles. Menschen deren innerer Raum auf Prarabdha gegründet ist, leben ihr Leben in friedlicher, gelassener Bewusstheit.

Der Verstand, der auf Agamya gegründet ist, wird nur durch Angst und Begierde inspiriert. Du kannst das beobachten, wenn du aufwachst. Du kommst aus deinem Traumzustand nur heraus, wenn du einen Wunsch hast oder vor irgendetwas Angst hast. Zum Beispiel wachst du auf, weil du den Wunsch hast, dein Kind in die Schule zu bringen, damit es eine gute Ausbildung bekommt und dadurch eine strahlende Zukunft vor sich hat. Oder du stehst nur auf, weil du Angst hast, zu spät ins Büro zu gelangen und du dadurch deinen Job verlieren könntest. Ich verstehe unter einem Leben, das auf Agamya gegründet ist, dass du deinen Körper aus Angst oder Begierde zu bewegst.

Der Ausweg aus dem Kreislauf des Karma

Angst und Begierde bilden die Triebfeder all deiner Handlungen. Deshalb bleiben diese Handlungen oberflächlich und tragen zur Vermehrung deines Karmas bei.

Auf diese Weise sammelst du mehr und mehr Karma an. Was geschieht dann, wenn du stirbst? Das Bankkonto deines Karmas hat sich wegen des dazugekommenen Agamya Karmas vergrößert.

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Gesetzt den Fall, du bist mit zehn Karma gekommen, hast diese zehn Karmas aber nicht abgearbeitet, sondern noch 200 weitere Karmas hinzugefügt. Was passiert dann bei deiner nächsten Reinkarnation? Dein Sanchita beträgt nun 1000 plus den 200 neu hinzugekommenen Agamya Karmas. Du hast nun 200 Karmas mehr, als bei deiner vorigen Geburt. Erneut nimmst du 10 Karmas aus dieser Sammlung und kommst in einen anderen Körper. Aber du sammelst nur noch mehr und gehst wieder zurück. Es entwickelt sich ein Teufelskreis. Wir nennen diesen Teufelskreis Janma Marana Chakra, was so viel wie Kreislauf von Leben und Tod bedeutet. Es bedeutet fortwährend einen Körper anzunehmen und zu sterben, wieder und wieder.

Gibt dir aber jemand zu Lebzeiten das Wissen, dass du mehr bist, als nur Körper und Verstand, dann wird sich der Einfluss des Karmas auf dich verringern. Du beginnst dann das Prarabdha Karma aufzubrauchen, mit dem du gekommen bist.

Nehmen wir an, du hast zehn Prarabdha Karmas mitgenommen, als du diesen Körper angenommen hast und auf dem Planeten Erde gelandet bist. Nehmen wir weiter an, dass sich in diesen zehn Prarabdha Karmas drei Samskaras oder Eindrücke befinden, die die Macht haben, Depressionen in dir auszulösen. Gehorchst du weiterhin diesen Eindrücken, und wirst depressiv, wird es nicht bei nur drei Samskaras bleiben, sondern sie können zum Beispiel auf zehn anwachsen. Die zusätzlichen sieben Karmas bilden das Agamya Karma. Wenn du, anstatt dein Prarabdha aufzubrauchen, bei diesen hängen bleibst, sammelst du weiteres Agamya Karma an.

Wenn du andererseits irgendeine Technik erlernst, mit deren Hilfe du immer dann aus der Depression herauskommen kannst, wenn diese drei Eindrücke dich in einem depressiven Zustand halten, dann werden diese drei Eindrücke ihre Macht über dich verlieren. Mit der Zeit werden dich von den zehn Karmas drei verlassen. Immer wenn

du den Einfluss des Prarabdha Karmas reduzierst, wird nicht nur das Prarabdha Karma reduziert, sondern es werden auch die Gelegenheiten verringert, in denen du Agamya Karma ansammeln kannst.

Du hörst damit auf, Agamya anzusammeln, wenn das Prarabdha seinen Einfluss über dich verliert. Wenn der Einfluss dieser zehn Prarabdha Karmas über dich aufhört, wird auch das Sammeln von Agamya aufhören, denn diese zehn Eindrücke sind es, die verantwortlich sind für die Ansammlung von weiteren Eindrücken oder Karmas.

Was passiert mit dem Sanchita Karma? Verstehe, was die Sanchita Karma Sammlung betrifft, so hast du keinen direkten Einfluss auf sie. Damit das Sanchita Karma verbrannt werden kann, ist Guru Krupa nötig, die Gnade des Meisters. Nur die Gnade des Meisters ist imstande, etwas gegen das Sanchita Karma zu unternehmen.

Nur die Absicht zählt

Eine schöne Geschichte aus dem Bhagavatam, einer vedischen Schrift: Krishna erreichte mit seinen Gopis, den Kuhhirtinnen, die Ufer des*