Placebo-Effekt oder mehr?
In der Medizin kennt man den Begriff des Placebo Effekts. Ein Patient nimmt ein Scheinmedikament im Glauben, dass es sich um ein echtes Medikament handelt und wird geheilt! Neueste Forschungen haben aber gezeigt, dass der Placebo-Effekt weitere Geheimnisse in sich birgt.
Ich las über ein interessantes Experiment, das an der Universität von Turin in Italien durchgeführt wurde. Eine Versuchsperson wurde an Elektroden angeschlossen und ihr wurden kontrollierte Elektroschocks verabreicht. Zuerst versuchte man herauszufinden, welche Stromstärke gerade noch fühlbar war und welche Stromstärke gerade noch auszuhalten war.
Bevor ein Elektroschock verabreicht wurde, leuchtete ein rotes oder ein grünes Licht auf einem Bildschirm vor der Versuchsperson auf. Grünes Licht bedeutete, dass ein leichter Schock bevorsteht. Rotes Licht bedeutete, dass der bevorstehende Schock stärker ist. Die Person musste nach jedem Schock auf einer Skala von 1 bis 10 den Schmerz beurteilen.
Nach 15 Minuten wurde die Person gefragt und sie sagte, dass die Elektroschocks zu Beginn des Versuches stark waren und am Ende leichter wurden.
Das erstaunliche war nun, dass es sich genau verkehrt herum verhielt. In der letzten Serie waren alle Schocks stark. Warum aber wurden sie dann als leichter empfunden? Kurz bevor der leichte Schock gegeben wurde, sah die Person auf dem Bildschirm ein grünes Licht und so erwartete die Person, dass der bevorstehende Schock gedämpft sei. Auf diese Weise fand eine Konditionierung statt. Auch wenn es sich dann später um einen starken Schock handelte, wurde er als leicht interpretiert, sobald das grüne Licht aufleuchtete.
So kamen die Forscher zum Ergebnis, dass der Placebo-Effekt tiefere Ursachen hat und mehr dahinter steckt, als bisher angenommen.
Sie fanden auch heraus, dass Arzneien nicht immer einen direkten Effekt haben. Ihre Wirkung wird von den Erwartungen der Patienten beeinflusst. So hängt die Wirksamkeit eines Schmerzmittels davon ab, ob der Patient von der Verabreichung in Kenntnis gesetzt wird. Wenn den Patienten nicht gesagt wurde, dass sie ein Schmerzmittel injiziert bekommen, dann mussten die Ärzte eine höhere Dosis spritzen, um denselben Effekt zu erzeugen!
Der Verstand ist so machtvoll, dass er direkte physische Veränderungen bewirken kann. So wie sich die Sinne dem Verstand unterordnen können, können sie sich auch dem göttlichen Bewusstsein unterordnen. Genau das ist zwischen Krishna und Arjuna passiert, als Arjuna eine grüne Krähe sah.
Deine Sinne sagen dir, dass du ein menschliches Wesen bist. Ich aber sage dir, dass du ein spirituelles Wesen bist. Solange du deinen Sinnen vertraust, wirst du ein menschliches Wesen sein. Vertraust du dem Meister, erfährst du, dass du ein spirituelles Wesen bist. Diesen Wechsel nenne ich den Wahrnehmungswechsel.