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Das Buch der Hingabe (Why Surrender)

15 Übung

Nachfolgend ist eine wirksame Meditationstechnik.

Über diese Technik

Wenn du deine Muskeln, einem nach dem anderen, an- und entspannst, so erfolgt auf das plötzliche Nachlassen der Anspannung tiefere Entspannung, Hingabe und Zentrieren der Energien. Diese Technik ist im Stehen auszuführen.

Dauer: 20 Minuten

ANLEITUNG

Schritt 1: Schließe deine Augen und beginne deine Muskeln nach und nach anzuspannen und zu entspannen. Atme ein, wenn du deine Glieder anspannst, atme aus, wenn du entspannst.

Beginne bei deinen Füßen und bewege dich nach oben. Spanne deine Füße für ca. 1 Minute an und entspanne sie wieder. Spanne und entspanne deine Wadenmuskeln, deine Knie und deine Oberschenkel.

Denke daran, jeden Teil zuerst zu entspannen bevor du den nächsten anspannst. Zu jedem Zeitpunkt sollte nur ein Körperteil angespannt sein.

Bewege dich weiter nach oben, ziehen deinen Magen, deine Schultern und Hände zusammen. Fahre fort, anspannen und entspannen.

Spreize deine Finger, balle sie dann zusammen zu einer Faust und lass' los nach einer Minute. Spanne deinen Nacken an, deinen Kiefer und Gesichtsmuskeln. Nach einer weiteren Minute entspanne deinen Körper bedächtig. Dieser Prozess löst alle Muskeln in deinem Körper.

Schritt 2:

Fahre im Stehen fort, stelle dir vor, du atmest ein und aus mit jedem Teil deines Körpers.

Stelle dir ganz deutlich vor, dass du durch deine Füße, deine Beine, dein Magen, Hände, Gesicht und Arme atmest. Stell dir vor, du atmest mit deinem ganzen Körper nicht nur mit deiner Nase. Visualisiere, dass die Lebenskraft durch deinen ganzen Körper fließt. Das wird in dir einen weiten Raum von Ruhe und Hingabe erzeugen.

16 Hingabe und Wissen

Weisheit und Wahrheit sind Themen, über die wir nicht Bescheid wissen. Das Wissen unseres Verstandes, auf das wir so stolz sind, ähnelt Scheuklappen, die wir tragen, um die Wahrheit der Existenz auszusperren. Der Verstand ist nicht der Maßstab der Existenz.

Was wir sind, hat nichts mit unseren Gedanken zu tun. Wenn unsere Gedanken allein beschreiben könnten, wer wir sind, wären wir nichts anderes als eine biomechanische Maschine. Tiere haben größere angeborene Intelligenz als Menschen. Tiere überladen ihren Verstand nicht mit Phantasien, so wie es Menschen machen. Sie lassen sich einfach von der Natur treiben.

Ein Löwe oder Tiger jagt für Nahrung, wenn er hungrig ist. Er frisst, wenn er muss und schläft, wenn er müde ist. Kein wildes Tier lagert Nahrung außer in seltenen Fällen, wenn es von der Natur gesteuert ist. Kein Tier in der freien Wildbahn wird fettleibig.

Die Menschen denken. Das ist das Problem. Unsere bedeutenden Weisen sagen: "Lass den Verstand los und du wirst bewusst." Wir sind spirituelle Wesen in menschlicher Form und nicht menschliche Wesen, die bestrebt sind spirituell zu sein. Unsere Intelligenz ist unbegrenzt, unser Intellekt ist jedoch begrenzt.

Es gibt drei verschiedene Arten von Wissen. Die erste und unbedeutendste Art von Wissen wird durch Verstand und Intellekt erworben. Wissenschaftliches Wissen wie Physik, Mathematik, Medizin usw. fallen in diese Kategorie. Wir glauben, dieses Wissen erhöht die Qualität unseres Lebens. Je mehr Wissen wir uns aneignen, desto mehr fallen wir in diese Kategorie, desto verwirrter werden wir.

Die zweite Art von Wissen kann nicht in der gleichen Weise wie intellektuelles Wissen gelehrt werden. Diese Art von Wissen muss erlernt werden. Die kreativen Künste zählen dazu. Wir können nicht lernen zu singen, zu tanzen oder zu schreiben durch das Lesen eines Buches. Wir müssen es erst geistig aufnehmen und dann müssen wir es ausdrücken.

Zusätzlich zu Herz und Verstand müssen das Herz und die Emotionen mit einbezogen werden. Wissen, das auf dem Herzen basiert, basiert auf dem Intellekt und auf einem weiteren Element.

Die dritte und höchste Art von Wissen kommt vom Wesen. Es wird von Wesen zu Wesen übertragen. Dieses Wissen ist die "aha" Erfahrung, die so selten geschieht. Die größten Entdeckungen und Erfindungen zählen zu dieser Art von Wissen. Das ist Kommunion im Gegensatz zu Kommunikation auf der intellektuellen Ebene und Kollaboration auf der emotionalen Ebene. Wissen auf der Wesensebene ist eine Kombination des Kopfwissens und Wissen des Herzens, plus einem zusätzlichen Element.

Selbst Wissen über Gott erzeugt Unfreiheit, wenn es lediglich intellektuell ist, denn wir werden nur über Gott wissen. Über Gott zu wissen ist aber nicht das gleiche wie Gott zu kennen. Wenn wir uns vollkommen hingeben, werden wir nicht einmal den Gedanken haben, ob wir Gott kennen. Wir kennen Gott, wenn dieser Gedanke nicht mehr in uns existiert.

Erleuchtete Meister sind in dem Wissen verwurzelt, dass nichts unmöglich ist in dem Raum der Existenz. Sie sind lebende Verkörperungen von Vertrauen. Ihre Glückseligkeit ist ein Ausdruck dessen. Sie haben Zugang zu allem Wissen der Welt, sind jedoch zutiefst unbekümmert. Sie wissen, dass ihr Wissen das Wissen der Existenz ist. Ihr Wissen ist nicht das Schulwissen sondern eine fließende Erfahrung der Wahrheit im Jetzt.

Wir haben auch Wissen. Aber das Problem ist, wir denken, dass unser Wissen das einzig richtige Wissen ist und alles andere Wissen falsch ist. Versteht, das ultimative Wissen ist für alle das gleiche. Alles das sich dazwischen befindet, ist lediglich eine Sammlung von geborgten Ideen. Wenn das ganz deutlich verstanden wird, erfolgt Hingabe und wir werden die Belastung des Wissens fallen lassen und werden unbefangen.

Wie beginnen wir zu wissen, dass wir unwissend sind? Bloße Klarheit, dass wir nichts wissen, ist ausreichend. Meditiere lediglich in Hinblick auf die Existenz,

die Quelle allen Wissens. Sei diesbezüglich immer in einer betenden und hingebungsvollen Haltung. Sei konsequent in der Hingabe zum Wissen der Existenz. Du wirst sehen, Wunder um dich herum werden beginnen zu geschehen.

Wenn du im Staunen der Wahrheit verwurzelt bist, wirst du so sorglos werden, dein Leben wird meditativ und wundersam. Wenn jemand dem Göttlichen hingegeben ist, geschehen jeden Moment Wunder. Menschen suchen immer nach Wundern. Die außerordentlichsten Wunder erfolgen dank der Hingabe.

17 Lass alles fallen und gib dich hin

Lass' alles fallen und gib dich hin. Lass' alles fallen, alles was du als das Leben zu kennen glaubst, was auch immer du glaubst, das du meinst zu wissen, lass es einfach fallen. Was auch immer du weißt, es ist nur dein Wissen; es ist nur das, was du weißt. Es ist nicht das, was ist. Das Wort Hingabe jagt den Menschen Angst ein. Wir müssen verstehen, dass wir gar nichts verlieren, wenn wir uns unterwerfen. Wir werden nur alles gewinnen.

Realisiere zu allererst, dass wir nichts von Wert besitzen, das wir aufgeben! Wir denken nur, wir besitzen etwas. Wir müssen einfach unsere Augen öffnen und sehen, dass alles was ist, göttlich ist. Das "Ich" und "Mein", an dem wir festhalten, sind reine Lügen. In dem Moment, in dem wir das verstehen, widmen wir uns. In dem Moment, in dem wir uns hingeben, verstehen wir.

Wenn wir etwas als "Mein" bezeichnen, mag es uns legal gehören, jedoch nicht existentiell. Legal können wir ein Stück Land einzäunen und behaupten, es gehöre uns. Aber die Natur und die Existenz erkennt nicht an, dass es uns gehört. Wenn ein Hurrikan alles zerstört, kümmert er sich nicht darum, wessen Grundstück es ist. Für die Existenz gilt kein Gesetz.

Unsere Vorstellung von "mein" ist lediglich durch die gesellschaftlichen Gesetze geschützt. Wir können nicht wirklich den Ausdruck "Grundstücke vom Land" verwenden. Das Land kennt keine Gesetze. Nur die Gesellschaft hat Gesetze. Es kann jeden Moment ein Erdbeben erfolgen. Wir haben keine Gesetze, die die Natur regeln. So lange wie du in dem Konzept von "ich" und "mein" gefangen bist, wirst du nicht die Wahrheit über die Existenz verstehen.

Alles fallen zu lassen und sich zu unterwerfen, bedeutet, dass du deine Augen öffnest und die Torheit des Dramas siehst, das wir mit unserem Eigentum und Erwartungen spielen. Es ist eine Sache, wenn du mit anderen Spielchen spielst und sie täuscht; jedoch, spiegele dir selbst nichts vor.

Kann das, was du als "ich" annimmst, entweder dein Körper oder dein Verstand, ohne Luft funktionieren? Kannst du behaupten, dass dir die Luft gehört?

Diese fundamentale Energie, die kommt und geht, gehört dir nicht. Wenn es diese Energie nicht mehr gibt, wird das was du als "du" vermutest, verschwinden.

Es ist, als ob du sagen würdest, die Grundmauer gehört mir nicht, jedoch das erste Stockwerk des Hauses! Ebenfalls gehört dir der Grund nicht, auf dem das Haus gebaut wurde. Die Erde braucht nur etwas beben und dein vermutetes Eigentum verschwindet einfach! Die bloße Grundlage dessen was du als "du" annimmst, gehört dir nicht. Die Basis oder der Ursprung was du als "du" annimmst, gehört nicht dir sondern der Natur.

Jeder, der intelligent genug ist seine Augen zu öffnet sieht, dass "Ich" und "mein" ein Drama sind. In dem Moment, in dem die Luft einströmt aber nicht mehr hinaus, ist alles vorbei. "Ich" verschwindet. Augenblicklich wird dein Name von dem Klingelschild deines Hauses entfernt und auf dem Grabstein verewigt. Du wirst zu einem Platz gebracht, wo du dich für immer ausruhen kannst.

Wenn du das Leben zu ernst nimmst, kannst du dir über eines sicher sein, nämlich Krankheit. In dem Moment, in dem du glaubst, dass ein "Ich" in deinem Wesen existiert, beginnst du dich vom Leben zu entfernen. Die Vorstellung, die du über dich selbst hast, hat keine Basis, was auch immer du über dich denken magst, wer du bist. Manchmal denkst du, dass du der Körper bist. Manchmal glaubst du, dass du der Verstand bist. Dann auch wieder glaubst du, dass du die Emotionen bist. Es spielt keine Rolle mit was du dich identifizierst; es hat keine Grundlage.

Wenn du denkst, du bist der Körper, dann lässt du den Körper sich nicht erholen. Du lässt den Körper nicht seine gewohnte Regenerationsarbeit ausführen. Wenn du denkst, du bist der Verstand, dann lässt du ihn nichts Neues lernen. Du erlaubst nicht, dass er etwas Neues erfährt. Das ist der sichere Weg ihn zu zerstören.

In dem Moment, in dem wir die Intelligenz besitzen um zu diesem Moment der Realität erwachen, erreichen wir den Zustand der Hingabe. Wir erfahren umgehend enorme Erleichterung von der Notwendigkeit, uns ununterbrochen zu schützen.