KAILASA Library/KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN/Frage: Swamiji, fühlst du dich immer glückselig? Spürst du niemals den Einfluss von Emotionen?Sign in
KAPITEL 1 – WECHSELWIRKUNGEN

Frage: Swamiji, fühlst du dich immer glückselig? Spürst du niemals den Einfluss von Emotionen?

Ja! Ich bin immer glückselig – 24 Stunden und 7 Tage die Woche in eurer Sprache! Dies kommt daher, weil die Vielfalt aus meinem Wesen verschwunden ist. Wo es Glückseligkeit gibt, da kann es keine Vielheit geben. Nur wenn die Vielheit verschwindet, kann Glückseligkeit geschehen.

In meinem Wesen gibt es weder Lust noch Angst, weder Anhaftung noch Hass oder sonst eine von diesen gegensätzlichen Emotionen. Die einzige Emotion ist Glückseligkeit! Es könnte schwer für euch sein, mit dem in Beziehung zu treten, was ich euch sage. Bis es zu einem erfahrungsmäßigen Verständnis für euch wird, wird es schwer für euch sein das zu verstehen. Ihr könntet es auf intellektuelle Weise verstehen. Aber jetzt akzeptiert einfach, dass ich immer glückselig bin, das ist genug!

Der erste Schritt zur Glückseligkeit ist, ein Beobachter zu werden. Betrachte das Leben, als wäre es ein Schauspiel. Wenn du beobachtest, dann wird dein Verstand still. Wenn er still wird, dann hast du den roten Faden aufgenommen. Wenn du diese Stille zumindest einmal erfahren hast, dann hast du den roten Faden aufgenommen.

Dieser rote Faden wird dich in Perioden längerer Stille führen. Diese Stille ist dein eigentlicher Meister. Der äußere Meister hilft dir deinen inneren Meister zu finden, das ist alles. Wenn du diese Stille gefunden hast, wirst du verstehen, dass alle Emotionen ein bloßes Spiel des Verstandes sind.

Verstehe, dass du niemals eine Emotion fallen lassen kannst, indem du sie willentlich fallen lassen möchtest. Je mehr du versuchst sie fallen zu lassen, desto angehafteter wirst du an sie und um so mehr wird sie dir zur Qual. Die Emotion wird dich jagen. Der einzige Weg besteht darin, deine Emotionen zu beobachten. Während du deine Emotionen beobachtest, wird sich der Abstand zwischen dir und den Emotionen vergrößern.

Jetzt bist du noch sehr in deine Emotionen verwickelt, sodass du dich nicht als getrennt von ihnen betrachten kannst. Wenn du zu beobachten beginnst, dann entwickelst du einen Abstand zwischen dir und deinen Emotionen. Der Abstand wird sich langsam vergrößern, und eines Tages wird der Beobachter von der Szene verschwinden.

Dann bedarf es keiner Anstrengung mehr, um die Emotionen fallen zu lassen. Sie werden einfach von selber abfallen, und du wirst dich nicht mehr mit ihnen verbunden fühlen. Du wirst dich nicht mehr mit ihnen in Beziehung setzen. Sie werden einfach von deinem Wesen verschwinden. Damit vollzieht sich eine Erhöhung in deinem Bewusstsein. Du wirst dann gar eine neue Person werden.

Wenn du zu einem Beobachter wirst, dann wird es keinen Platz mehr für Sorgen und Schmerzen geben. Dann wird nur Liebe in dir sein. Dann wirst du die Liebe der Existenz verstehen, die unendliche Liebe, mit der die Existenz dich in jeder Minute überschüttet.

Eine kleine Geschichte:

Ein Mann war bekannt dafür, ein sehr schwaches Herz zu haben.

Seine Familie war immer vorsichtig damit, ihm aufregende Neuigkeiten zu berichten.

Eines Tages erfuhren sie, dass sein wohlhabender Onkel gestorben war und ihm eine Million Dollar hinterlassen hatte. Sie waren sehr erfreut darüber, wussten aber zugleich nicht, wie sie ihm diese Nachricht beibringen sollten. Sie hatten Angst davor, dass er bei der Nachricht zusammenbrechen könnte.

Einer schlug vor: "Ich denke es ist besser den Familienarzt zu rufen und ihm die Mitteilung zu überlassen."

Alle waren damit einverstanden.

Sie riefen den Familienarzt an und berichteten ihm von dem Vorhaben.

Der Arzt sagte: "Seid unbesorgt, ich werde das schon machen. Es ist nicht so schwer wie ihr denkt."

Bald darauf kam er im Hause an, ging in den Raum und begann mit dem Mann zu reden.

Er fragte ihn ganz nebenbei: "Wenn du plötzlich erfahren würdest, dass du eine Million Dollar in bar gewonnen hättest, was würdest du tun?" Der Mann antwortete: "Ich würde dir die Hälfte geben, Doktor."

Der Doktor brach zusammen und verstarb.

Wir sind nur bereit das Leben als ein Drama zu betrachten, wenn es um Andere geht, aber wenn es um uns geht, ist es schwer es zu verdauen. Wir sind immer bereit den Anderen Ratschläge zu geben. Ich las in einem Buch, dass Ratschläge etwas sind, was jeder gerne geben möchte aber niemand gerne bekommt!

Wenn du wie eine Lotusblume sein kannst – unberührt vom Wasser obwohl tief darin, dann hast du gelernt das Spiel des Lebens zu spielen. Verstehe eines: Die Existenz drückt sich ständig auf verschiedene Weise aus. Unsere Rolle besteht darin, das zu verstehen und damit in tiefer Bewusstheit zu fließen.

Verstehe, dass die ganze Schöpfung in Einklang mit der Existenz fließt. Dann wirst du automatisch deine Sorgen und Ängste fallen lassen. Du musst einen Zustand erreichen, in dem dein Wesen unberührt von den Geschehnissen um dich herum ist. Das wird dann der Fall sein, wenn du erfahrungsgemäß verstanden hast, dass sich die Existenz immerfort ändert.

Äußerlich magst du verschiedene Emotionen ausdrücken, aber im inneren Kern musst du immer erkennen können, dass alle äußeren Ereignisse wie Perlen auf dem alldurchdringenden Faden der Existenz aufgereiht sind. Der Faden ist es schließlich, der sie zusammenhält. Klar?

Frage: Swamiji, wir sorgen uns ja nicht absichtlich. Warum sagst du dann, dass wir uns selber Sorgen bereiten?

Sich zu sorgen ist zu einem unbewussten Zustand deines Verstandes geworden. Du musst keine Absicht dort hineingeben. Es IST einfach so, das ist alles! Du musst deswegen keine bewussten Bemühungen anstellen; es findet die ganze Zeit über in dir statt.

Eine kleine Geschichte:

Eine Frau rief in der Rezeption des Hotels an und schrie um Hilfe.

Der Portier kam in ihrem Raum.

Die Dame schrie ihn an: "Ich kann einen nackten Mann sehen, dort gegenüber, durch das Fenster des anderen Raumes!"

Der Portier sah aus dem Fenster und erblickte den nackten Oberkörper einen Mannes.

Er sagte: "Gnädige Dame, nur sein Oberkörper ist nackt. Wie können Sie daraus schließen, dass er ganz nackt ist?"

Die Dame schrie: "Steigen Sie doch auf den Kleiderschrank und schauen Sie selbst!"

Selbst wenn alles in Ordnung ist, dann suchen wir mit einer Lupe nach Sorgen! Letztlich tun wir das nicht absichtlich. Wir machen es natürlicherweise – und das ist das Problem! Der Zustand unseres Verstandes ist um 180 Grad verdreht.

Eine andere kleine Geschichte:

Ein Polizist ging auf seiner nächtlichen Streife, als er eine tote Kuh mitten auf der Straße liegen sah.

Er begann das Tier zur nächsten Straßenkreuzung zu ziehen.

Ein Passant fragte ihn, warum er das tote Tier die ganze Zeit hinter sich herziehe.

Der Polizist antwortete: "Wenn ich morgen meinem Bericht schreibe, dann ist es einfacher weil ich dann den Straßennamen weiß."

Weil wir nicht wissen wie wir spontan sein können, sind wir andauernd in Sorge. Wir verkomplizieren die Dinge in unserem Leben, um sie an unsere Begrenzungen anzupassen. Wir leben nicht auf fließende Weise. Wenn du in fließender Weise lebst, dann musst du nicht unnötig arbeiten. Du kannst dich einfach erfreuen und weitermachen.

Wenn ich dir jetzt z.B. sage, dass du immer glückselig sein sollst, dann wirst du beginnen dich zu sorgen, wie du glückselig sein kannst. Du kannst nur alles mit Sorge beginnen, das ist das Problem. Deswegen sage ich dir niemals etwas direkt oder mit vielen Worten, wenn du mich fragst. Ich gebe dir nur einige abstrakte Antworten, sodass dein Verstand sich nicht zu sorgen beginnt und du aber trotzdem die Energie hast, es mit Verständnis zu durchdringen.

Frage: Swamiji, wie sollen wir aber dem folgen, was du uns sagst, wenn wir uns nicht darum sorgen?

Nimm einfach die Energie und Inspiration auf, die hinter meinen Worten steckt, ohne deinen Verstand darauf anzuwenden und beginne in der Gegenwart zu leben, das ist alles. Wenn du deinen Verstand darauf anwendest, beginnt die Logik, und hat die Logik erst einmal eingesetzt, beginnen die Sorgen.

Fühle einfach die Energie hinter meinen Worten, die ich die Stille nenne – die Stille mit der ich euch die ganze Zeit über zu durchdringen versuche. Diese Stille bringt euch letztlich dahin, wo sie euch hinzubringen hat. Versucht aber nicht euch mit der Bedeutung meiner Worte auseinanderzusetzen.

Sammelt niemals Worte. Nur intellektuell überdrehte Menschen sammeln mehr und mehr Worte. Sie sammeln Worte und geraten immer stärker durcheinander. Sie sammeln Worte und denken, dass sie mit der Zeit schon Klarheit gewinnen werden, aber dies wird niemals geschehen.

Was auch immer ich sage, selbst wenn es widersprüchlich klingt, ist bei genauer Betrachtung die vollständige Wahrheit für den Moment, in dem es ausgesprochen wurde. Aber du kannst nicht alles nur von meinen Worten ableiten. Für den Moment nimm also einfach alles nur auf ohne zu fragen. Das wird dir die Energie und Intelligenz geben, durchgängig folgen zu können.

Wenn du mit vollständigem Vertrauen voranschreitest, dann kannst du dich nicht sorgen. Solches ist wahres Gebet. Gebet ist nicht, all deine Sorgen auszuschütten und dann nach Lösungen zu fragen. Gebet besteht darin, volles Vertrauen in die Existenz zu legen und zu sehen, wie sie für dich arbeitet.

Höre also nicht mit deinem Verstand zu. Lerne in tiefer Meditation zu hören. Was auch immer deine Emotion oder dein Weg zu diesem Zeitpunkt sein mag, gehe einfach tief hinein und höre auf mich. Das ist genug. Du wirst automatisch mit Energie gefüllt und stärker werden. Das sind alles grundlegende Geheimnisse, die ich dir gebe.

Wenn du an meinen Worten hängst wirst du dich sorgen, dass du sie vergessen kannst. Du wirst anfangen sie zu notieren. Ich sage dir, in dem Moment wo du anfängst Dinge zu notieren, verpasst du die ganze Sache. Du wirst weder die Energie hinter meinen Worten aufnehmen, noch wirst du meine Worte vollständig mitschreiben können. Du wirst mit den gekritzelten Notizen nach Hause gehen und einige Tage später werden sie in irgendeiner Ecke deiner Wohnung liegen. Einige Zeit später, wenn du sie denn findest, wirst du dir keinen Reim mehr aus ihnen machen können.

Es ist etwa so: Nehmen wir an, du liest ein Buch und hältst nur die beiden letzten Seiten davon in der Hand. Könntest du mittels dieser beiden Seiten das ganze Buch wiedergeben? Nein! In gleicher Weise versuche nicht, einige meiner Worte zu notieren, um dann daraus alles wieder zu rekonstruieren. Sei einfach völlig präsent, wenn ich spreche. Das ist genug.

Vergiss, dich darüber zu sorgen, dass du meine Worte vergessen könntest. Meine Worte werden dich durchdringen und ihre Arbeit tun, wenn du mir deine ganze Aufmerksamkeit schenkst. Die Transformation ist das, was wichtig ist, nicht meine Worte. Höre mit deinem Wesen zu, nicht mit deinem Verstand. Wenn du verstehst und sich die Transformation vollzieht, dann wirst du es niemals vergessen. Wenn du vergisst, dann bedeutet das nur, dass du nicht verstanden hast.

Hänge nicht nur an meinen Worten; hänge an Garnichts. Jeder Moment vergeht; an was gibt es sich da zu klammern? Zu klammern bringt Elend über Elend. Es gibt auch keinen Grund an die Zukunft zu denken. Sie wird schon kommen. Über was denkst du dann? Auch die Zukunft wird nur in Form von Gegenwart kommen. Besinne dich also auf die Gegenwart.

Wenn du in der Gegenwart bist, dann wählst du letztlich nicht. Sorgen treten grundsätzlich deswegen auf, weil du die ganze Zeit über wählst. Wenn du dich entschließt, nicht zu wählen und alle Erfahrungen vollkommen zu akzeptieren und aufzunehmen, dann werden all deine Sorgen einfach verschwinden. Du wählst, weil du dich als etwas Solides identifiziert hast. Du fühlst einen Zwang andauernd zu wählen. Dies ist nichts weiter als das Spiel deines Ego. Verstehe das.

Die Leute fragen mich: "Swamiji, ich habe Angst wenn ich daran denke, dass die Welt plötzlich untergehen könnte.

Was wäre wenn die Welt unterginge? Wenn die Welt untergeht, endet auch jeder mit ihr. Es wird nichts und niemand verbleiben um sich darüber zu sorgen. Zuvor warst du nur deswegen besorgt, weil es etwas in der Welt gab, über das du dich sorgen konntest. Wenn die Welt aber selber endet, dann sollte es auch nichts mehr geben worüber man sich sorgen kann. Aber du sorgst dich selbst darum!

Siehst du nun wie widersprüchlich der Verstand ist? Er sorgt sich, wenn es etwas zu sorgen gibt, und er sorgt sich auch, wenn es nichts zu sorgen gibt. Wenn du all deine Sorgen mit Bewusstheit ansiehst, dann wirst du verstehen wie trickhaft sie mit dir in deinem unbewussten Zustand spielen. Du wirst erkennen, dass deine Sorgen vollkommen unbeständig und grundlos sind. Du wirst sie nie festmachen können, weil sie grundlos sind. Sie sind einfach nicht fassbar.

Tatsächlich sind all deine Emotionen nichts anderes als das Spiel der Unbewusstheit in dir. Wenn du mit vollkommener Bewusstheit lebst, dann wirst du niemals unter der Herrschaft der Emotionen stehen. Deswegen sage ich dir immer wieder, dass du dich mit Bewusstheit überfluten musst.

Siehst du, eigentlich sind es deine Sorgen bzw. deine Worte, die dein Leben gestalten oder behindern. Sie haben sehr viel Kraft erlangt, um dich und andere zu beeinflussen. Wenn ich zum Beispiel das Wort Kuh ausspreche, was geschieht dann augenblicklich? Eine Figur mit vier Beinen, zwei Hörnern und einen Schwanz erscheint in deinen Verstand, nicht wahr? Ein einfaches Wort mit drei Buchstaben kann in deinen Verstand ein ganzes Bild erzeugen. Worte sind so kraftvoll. Wenn wir Worte nicht respektieren und sie falsch benutzen, dann beschwören wir Ärger herauf.

Eine kleine Geschichte:

Birbal, ein erleuchteter Meister und Akbar, sein König, gingen zusammen auf einer Straße.

Da sahen sie einen Sandelholz-Verkäufer und Akbar sagte zu Birbal: "Ich weiß nicht warum, aber ich habe das Gefühl, als müsste ich diesen Menschen aufhängen lassen."

Einen Monat später kamen sie wieder bei dem Sandelholz-Verkäufer vorbei und Akbar sagte diesmal: "Es ist komisch, aber ich fühle diesmal, als sollte ich diesem Menschen eine Schenkung machen!"

Birbal entgegnete nach einer langen Pause: "Vor einem Monat lief das Geschäft des Sandelholz-Verkäufers schlecht und er dachte bei sich, wenn der König stirbt, dann werden viele Höflinge bei ihm vorbeikommen, um Sandelholz für das Begräbnisfeuer zu kaufen. Er sandte diese negativen Schwingungen aus, die dich veranlasst haben, ihm gegenüber Hass zu empfinden. Ich habe sogleich viel Sandelholz von ihm gekauft, um Tische und Stühle für dein Königreich fertigen zu lassen. Heute fühlt er sich dir gegenüber sehr dankbar und so wurdest du von seinen positiven Schwingungen berührt und fühltest dich daher, als wenn du ihm eine Schenkung machen wolltest!"

Verstehe, dass deine Gedanken viel Kraft in sich tragen. Es ist daher sehr wichtig, dass du eine sorgenfreie und klare geistige Struktur hast.

Frage: Swamiji, es gibt Bücher die sagen: "Ärgere dich nicht über den Kleinkram." Aber die kleinen Dinge zählen doch, nicht wahr, Swamiji?

Wenn du mit Intelligenz wirkst, dann wirst du dich nicht über den Kleinkram ärgern.

Eine kleine Geschichte:

Ein junger Mann ging seinen Freund besuchen.

Er fand ihn vor, wie er die Tapete von der Wand abkratzte.

Er fragte ihn: "Renovierst du gerade?"

Der Freund antwortete: "Ich ziehe gerade in ein anderes Haus um."

Siehst du, du kannst die kleinen Dinge nicht ignorieren. Aber du solltest intelligent genug sein, ihnen nur so viel Aufmerksamkeit zu schenken, wie es gerechtfertigt ist, ansonsten wirst du anfangen zu schwitzen. Höre niemals auf die Leute, wenn Sie dir sagen, dass du nicht auf die kleinen Dinge achten sollst. Bedenke, dass kleine Löcher große Schiffe versenken. Verstehe einfach, dass du mit Intelligenz und Bewusstheit arbeiten musst, wenn du etwas tust.

Zunächst einmal musst du von den sogenannten kleinen Dingen, um die du besorgt bist, vollständig überzeugt sein. Wenn das der Fall ist, dann wird es keine Widersprüchlichkeiten geben, und du wirst automatisch die Energie finden, diese Dinge auszuführen. Wenn du nicht vollständig von ihnen überzeugt bist, dann wirst du nicht genug Entschlossenheit und Energie haben, sie durchzusetzen und auf deine Weise zu erledigen. Das bedeutet, dass deine Intelligenz dann nicht voll hinter dir steht, weil Intelligenz Energie ist und Energie Intelligenz.

Wenn du dich über den Kleinkram ärgerst, läuft irgendetwas falsch. Sei dir ganz klar darüber, dass alle Missstände aus Widersprüchlichkeiten aufsteigen. Du bist dir selber nicht vollständig klar darüber, was du tun möchtest und bist daher unfähig es durchzuführen. Damit diese Klarheit entsteht, musst du deine eigene Intelligenz entwickeln.

Wenn Intelligenz erscheint, dann werden die Widersprüchlichkeiten verschwinden, und du wirst anfangen, ganzheitlich zu werden. Wenn du anfängst ganzheitlich zu werden, wird deine Intelligenz weiter wachsen. In diesen Kreislauf musst du hineinkommen. Das ist der Zyklus, der auch deine Sorgen klären kann.

Intelligenz ist der einzige Weg, Freiheit von dem zu finden, was dich ärgert.

Wenn du wirklich daran interessiert bist, dein inneres Geschwätz und deine Sorgen loszuwerden, dann versuche eine kleine Übung. Denke an all die Dinge, die dir Freude bereiten. Benutze deinen Verstand so, dass du ihm nur erlaubst, bei diesen schönen Dingen zu verweilen und bei nichts anderem sonst. Allen anderen Dingen gibst du gerade so viel Energie, wie du zu deren Erledigung benötigst und dann vergisst du sie. Versuche diese Übung und du wirst sehen, dass du viel Energie sparen kannst. Verstehe, dass du viel Kraft in deine Sorgen steckst, indem du immer wieder über sie sprichst.

Wenn du wirklich aus deiner Depression herauskommen und in deinem Leben weiterkommen möchtest, dann musst du auch deine Intelligenz anwenden um dies zu tun. Aber warum verhältst du dich anders? Der Grund liegt darin, dass du dich eigentlich wohl dabei fühlst, nur über deine Sorgen zu sprechen und nicht einen Ausweg aus ihnen zu finden.

Wenn du mit der kleinen Übung beginnst die ich dir gerade gegeben habe, dann wirst du sehen, dass all deine Sorgen einfach verschwinden werden und du insgesamt eine neue geistige Struktur bekommen wirst. Du wirst eine Flut von Energien in dir aufkommen sehen, weil die ganze Energie die du zuvor benutzt hast um deine Sorgen zu hüten, dir jetzt plötzlich zur Verfügung steht!

Prüfe dich selber ehrlich und finde heraus, ob du nicht insgeheim deine Sorgen hütest und ob du wirklich dazu bereit bist, eine Transformation zu durchlaufen.

Wenn du damit aufhörst deinen Sorgen hinterherzulaufen, dann wirst du erkennen, wie andere hilflos in diesem Kreislauf gefangen sind. Du wirst zusehen können, wie sie ihre Sorgen vergrößern, indem sie zu anderen Menschen endlos darüber sprechen. Dieses andauernde Sprechen über die Sorgen ist genau das, was ich "sich sorgen über die Sorgen" nenne! Nur wenn du das beobachten lernst, wird es aufhören. Bis du schließlich zum Beobachter geworden bist, wirst du in den Emotionen gefangen bleiben und ihnen weiterhin viel Macht und Kontrolle überlassen.

Ich fordere dich aber nicht auf, vor deinen Sorgen wegzulaufen. Ich sage vielmehr, dass du sie nicht vergrößern sollst, indem du über sie sprichst. Gib deine Energie dort nicht hinein. Richte deine Energie stattdessen auf das, was getan werden muss, damit es aufhört dir Sorgen zu bereiten. Erledige es unverzüglich, das ist alles.

Prüfe dich um herauszufinden, ob du dich nicht mit deinen Sorgen wohl fühlst. Dies ist der Maßstab dafür, ob die Sorgen dich kontrollieren oder ob du die Sorgen kontrollierst. Wenn du dich dabei wohl fühlst, andauernd über deine Sorgen zu sprechen ohne etwas dagegen zu unternehmen, dann kontrollieren die Sorgen dich. Wenn du dich nicht bei ihnen aufhältst und sie korrekt abwickelst, dann kontrollierst du sie!

Frage: Swamiji, vorhin hast du über das Trinken gesprochen. Mein Mann betrinkt sich oft und sagt, dass er dies nur tue, um seine Sorgen zu vergessen. Was kann ich unternehmen?

Wie ich bereits gesagt habe, ist das ein häufiges Problem. Wie dem auch sei, wenn dein Mann hier gewesen wäre, dann wäre das hilfreich gewesen. Wenn man die Gewohnheit des Alkohol-Trinkens analysiert, wird man feststellen, wie widersprüchlich sie ist. Lasst mich versuchen dies zu erklären:

Du trinkst, um dich fröhlich zu fühlen, endest aber darin, dich vollkommen miserabel zu fühlen.

Du trinkst, um gesellig zu sein, sodass die Gesellschaft dich akzeptiert, landest aber in der Streitsucht!

Du trinkst, damit du anspruchsvoll wirkst, landest aber dabei unerträglich zu sein.

Du trinkst, um schlafen zu können und alle Sorgen zu vergessen, wachst aber auf und fühlst dich erschöpfter denn je!

Du trinkst, um Ekstase zu erfahren und landest in der Depression.

Du trinkst, um dich sicher zu fühlen, endest aber dabei Angst vor dir selber zu haben.

Du trinkst, um gesprächig zu sein, endest aber in zusammenhangsloser Rede.

Du trinkst, um zuzusehen wie deine Probleme sich lösen, endest aber dabei zusehen zu müssen, wie sie sich vermehren!

Das ist die Wahrheit, und du weißt es besser als ich! Sag mir nun ehrlich, ob es wirklich wert ist zu trinken? So widersprichst du dir selber nicht nur in dieser Sache, sondern in allen Angelegenheiten des Lebens. Wenn du nur klar wüsstest, was du tun möchtest und all deine Energie in dieser Richtung einsetzen würdest, dann würdest du stetig wachsen und Freude erfahren. Dann würdest du niemals dir selber widersprechen.

Jedes Mal wenn du trinkst, dann trinke mit vollständiger Bewusstheit. Jedes Mal wenn du trinkst, trinke bewusst, langsam, indem du jede Bewegung von dir beachtest, jeden Tropfen des Getränks schmeckst, die Reaktion deines Körpers darauf beobachtest. Mache es zu einem Vorgang mit intensiver Aufmerksamkeit. Ich versichere dir, wenn du dies jedes Mal tust so du dich zum Trinken entschließt, dann musst du diese Gewohnheit nicht loswerden, sondern die Gewohnheit wird dich für immer verlassen.

In Abhängigkeit von etwas zu sein ist ein unbewusster oder mechanischer Vorgang. Dabei geht es nicht nur um die Sucht zu trinken oder zu rauchen. Es ist sogar Abhängigkeit von Religion möglich. Menschen, die unbewusst und mechanisch beten folgen einer Gewohnheit und werden es schwer finden, wenn sie auch nur ein Gebet am Tag versäumen. Für sie stellt es sich als Abhängigkeit dar und verursacht Ängstlichkeit, wenn etwas von der Routine verpasst wird. So wie wenn ein Alkoholiker sein Abendgetränk verpasst und dann in Unsicherheit zittert, so wird die mechanisch religiöse Person eine große Leere fühlen, wenn sie ein Routinegebet verpasst.

Der Schlüssel liegt darin den Unterschied dabei zu erkennen, ob man die Dinge mit Bewusstheit ausführt oder ob man die Dinge mechanisch aus Angst begeht. Dinge mit Bewusstheit durchzuführen, wird dich niemals in irgendeine Art von Bindung bringen. Es wird dich nicht an Raum und Zeit binden. Du wirst der Meister davon sein. Hingegen die Dinge mechanisch und aus Angst zu tun, wird dich binden und dir Elend bereiten. Du wirst ein Sklave davon sein.

Um eine Anhaftung fallen zu lassen, durchflute sie mit Bewusstheit. Dies wird dich auf richtige Weise transformieren. Denke niemals, dass du eine Anhaftung fallen lassen musst: etwas dem du widerstehst, wird fortbestehen. Du musst es einfach mittels tiefer Bewusstheit transformieren. Wenn du die Sprache der Transformation verstehst, dann bist du auf der richtigen Spur; du bist auf dem Pfad der Offenheit.

Die Leute sagen mir: "Swamiji, es ist sehr inspirierend dir beim Sprechen zuzuhören. Nun müssen wir es in unserem täglichen Leben anwenden und sehen, ob es praktikabel ist."

Ich spreche immer nur über praktikable Dinge: denke niemals, dass ich über Dinge spreche, die nicht im täglichen Leben angewendet werden können.

Was ich eigentlich tue, ich zitiere den Vedanta, jedoch in anderen Worten, im modernem Kontext, sodass du dich wohl beim Zuhören fühlst; sodass du den Eindruck hast, dass es bedeutungsvoll für dich ist und du diesem folgen kannst. Wenn du diese Gedanken in einem Buch liest, dann werden sie lediglich vom Kopf des Schreibers in deinem Kopf wandern. Es gibt keinen Bereich für gemeinsame Erfahrungen. Aber wenn du diese Worte von einem Meister hörst, von jemandem, der aus der Erfahrung seiner Seele spricht, dann werden sie tief in dich eindringen, ob du es nun wahrnimmst oder nicht.

Ich teile nicht nur mein Wissen mit dir. Ich teile meine Erfahrung, mein Leben mit dir. Wenn ich von meinem Wesen aus zu dir spreche, dann muss es dein Wesen berühren. Es wird dein Leben transformieren. Es gibt keinen anderen Weg.

Vivekananda sprach in Chicago: "Meine lieben amerikanischen Brüder und Schwestern…" Das Auditorium tobte vor Applaus. Eine Dame schrieb: "Es war nicht nur der Applaus. Er hatte die ganze Nation gewonnen. Wir fühlten uns, als wenn ein Strom von Liebe durch uns ginge, durch unser Wesen…!" Sie fragte Vivekananda später wie dies geschehen konnte und er antwortete einfach: "Weil es aus meinem Inneren kam."

Vivekananda sprach aus seinem Wesen. Wenn Worte aus dem Denken entspringen, dann werden sie das Denken der anderen Person berühren und dies wird dann "Kommunikation" genannt. Wenn Worte dem Herzen einer Person entspringen, dann berühren sie das Herz der anderen Person und dies wird "Kommunion" genannt. Kommunikation ist nicht genug; wir müssen wissen, wie wir Kommunion schaffen können. Ich spreche vom Grunde meines Herzens aus, sodass du vom Grunde deines Herzens zuhörst.

Wenn der Redner aus seiner Ganzheit spricht, dann kommt der Zuhörer nicht umhin, in Ganzheit zuzuhören. Sein Leben wird transformiert werden. Wenn dein Leben nicht von meinen Worten berührt würde, dann hätte ich keine Berechtigung hier zu sprechen. Dir steht es frei, an der Wahrheit meiner Erfahrungen zu zweifeln. Wenn du meinst, dass meine Worte nicht fähig waren dein Leben zu transformieren, dann gibt es keinen Grund sich schuldig zu fühlen. Sprich darüber! Aber es gibt keine Möglichkeit, dass du nicht von mir berührt sein wirst!

Wenn du von ganzem Herzen zuhörst wirst du erleben, dass meine Lehren sich automatisch in deinem Leben umsetzen, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Nur der Lehrer, der sich selber unsicher ist, wird seine Schüler dazu drängen seine Worte zu praktizieren. Wenn ein wahrer Meister spricht, genügt einfaches Zuhören. Höre vollständig zu, und die Transformation wird ganz von alleine stattfinden.

Die Chandogya Upanishad beschreibt das sehr schön. Der Meister wiederholt seinem Schüler neunmal: tat tvam asi – du bist das. Allein durch das Zuhören dem Meister von ganzem Herzen erhält der Schüler tatsächlich die vollständige spirituelle Erfahrung! Wenn beide, der Meister und der Schüler aus Ganzheit heraus handeln, dann ist so etwas möglich.

Wenn du bei einem Meister bist, dann sind Worte völlig unbedeutend. Einfach bei einem Meister in Stille zu sein und ihn zu absorbieren ist das, was die eigentliche Transformation in dir bewirkt. Aber was machst du stattdessen? Du bist derart mit deinem innerlichen Geschwätz beschäftigt, dass es mir unmöglich ist, dich zu durchdringen. Also spreche ich. Ich gebrauche Worte, um dich zu beruhigen.

Warum denkst du spreche ich jetzt zu dir? Weil, wenn ich nicht spräche, würdest du fortwährend in dir selber sprechen – das Vergangene sezierend und analysierend, sich um die Zukunft sorgend, schlussfolgernd, bewertend und was nicht noch alles. Wenn ich spreche, dann wirst du aufmerksam in meinen Worten absorbiert sein aus Angst etwas zu verpassen und so kann ich den Vorteil und die Zeit dazu nutzen, dich zu durchdringen!

Wenn ich spreche, bin ich eigentlich still im Inneren. Siehst du, wenn ein Meister spricht, dann ist er eigentlich still im Inneren. Deswegen ist er ein Meister! Aber in eurem Fall, selbst wenn ihr still seid, sprecht ihr in euch. Das innere Gerede ist immer da. Das ist der Unterschied. Eure Stille ist ausnahmslos ein unhörbares Durcheinander, das in euch vor sich geht. In euch springt ihr wie ein Affe von einem Thema zu einem anderen ohne jeglichen Zusammenhang dazwischen. Ein derartiges Tollhaus ereignet sich in euch, aber ihr erscheint äußerlich ganz still, das ist alles.

So erkennt also einfach, wie man zuhören kann. Hört nicht mit eurem Kopf zu. Öffnet mir euer Wesen. Hört mit tiefem Vertrauen, mit totaler Hingabe. Versucht nicht, meine Worte in euch zu tragen, sondern tragt mich in eurem Wesen. Das ist mehr als genug. Meine Gegenwart in euch wird die Alchemie geschehen lassen.

Nun lasst uns eine Meditations-Technik betrachten, die Manipuraka Shuddhi Kriya genannt wird, welche das Manipuraka Chakra vollkommen reinigt.