Du bist der Beste, warum vergleichen?
Vergleichen und Eifersucht
Gefühle von Angst, Verlangen und Schuld sind subjektive Gefühle. Ich meine damit, dass für das Entstehen dieser Gefühle nicht andere Personen oder Objekte benötigt werden. Stell dir vor, du befindest dich in einem dunkeln, von Geräuschen isolierten Raum und es gibt nichts, was du berühren, riechen oder schmecken könntest. Gefühle von Angst und Verlangen können aber trotzdem auftauchen. Um sich zu vergleichen und eifersüchtig zu sein, ist die Anwesenheit einer anderen Person aber notwendig. Eifersucht kann man deshalb als ein objektives Gefühl bezeichnen. Es benötigt ein Objekt um aktiviert zu werden.
Eine kleine Geschichte: Bei einem Abendspaziergang setzte sich ein älteres Ehepaar auf eine Parkbank. Ohne sie zu bemerken lässt sich ein junges Paar auf die benachbarte Bank nieder und der Mann beginnt mit seiner Freundin liebevoll zu sprechen.
Als die Frau des älteren Ehepaares dies bemerkte, sagte sie zu ihrem Mann: "Ich denke, er ist dabei, ihr einen Antrag zu machen. Du solltest husten oder sonst was tun, um ihn davon abzuhalten."
Der Ehemann antwortete: "Warum sollte ich, mich hat auch niemand gewarnt."
Eifersucht beginnt mit Vergleichen. Wir vergleichen uns andauernd mit anderen in allen möglichen Bereichen: Aussehen, Reichtum, Wissen, Ansehen, Freunde, um nur einige zu nennen. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, glauben wir, dass ein anderer mehr hat als wir und schon sind wir ein Opfer der Eifersucht.
Vergleichen ist der Samen und Eifersucht ist die Frucht.
Warum vergleichen?
Warum vergleichen wir uns eigentlich andauernd mit anderen?
Einmal vergleichen wir, weil wir uns selbst nie richtig verstanden haben. Wir sind uns nicht bewusst, wer wir sind und was wir haben.
Zum anderen wurden wir von der Gesellschaft so konditioniert, dass wir uns von Geburt an, in allem was wir tun, auf andere beziehen. Das Vergleichen beginnt in der Kindheit. Durch das Benotungssystem in der Schule wird das Kind gezwungen, sich mit anderen zu messen und zu vergleichen.
Es gibt standardisierte Bewertungskriterien, nach denen die mathematischen, wissenschaftlichen, künstlerischen, sportlichen, musikalischen und andere Fähigkeiten
des Kindes gemessen werden. Dabei übersehen wir aber, dass die Verwendung von standardisierten Bewertungskriterien nichts anderes bedeutet, als die Qualität des Kindes mit Hilfe von Vergleichen zu messen. Mit dem Bewertungssystem, das wir in unseren Schulen benutzen, bestrafen wir buchstäblich alle Kinder.
Das Kind gewöhnt sich daran, sich selbst durch Beobachtung und Vergleich mit anderen Kindern einzuschätzen und zu beurteilen. Das Verständnis seiner selbst ist nicht auf dem gegründet, was es ist. Es kennt sich selbst nur in Bezug zu anderen.
Eine kleine Geschichte: Ein Mann musste wegen eines Verkehrsunfalls vor Gericht aussagen. Er bemerkte, dass der Gerichtsreporter alles mitschrieb und als er schneller und schneller sprach, bemerkte er, dass der Gerichtsreporter schneller und schneller schrieb.
Plötzlich sagte der Mann zum Gerichtsreporter: "Bitte schreiben sie nicht so schnell; ich bin nicht imstande, ihrem Tempo zu folgen!"
Jedes Urteil, das du über dich selbst bildest, ist auf irgendeinen Vergleich gegründet. Aber warum gelangt die Idee des anderen überhaupt in dein Bewusstsein. Es ist deshalb, weil du nicht in dein Inneres geschaut hast und verstanden hast, wer du wirklich bist. Du hast nicht die Glückseligkeit und das ungeheure Potential in deinem Inneren erfahren. Du fühlst dich unvollkommen, weil du dich nicht ausdrücken konntest als der, der du wirklich bist. Die Leerheit und der Mangel an Erfüllung bewirken, dass du dich im Vergleich zu anderen minderwertig fühlst.
Die Nutzlosigkeit von Vergleichen
Buddha sagte: "Alles ist relativ. Nichts existiert, es sei denn in Beziehung zu etwas anderem." Nimm an, du bist die einzige Person auf einem neuen Planeten. Wie könntest du dich da mit irgendjemand vergleichen? Könntest du dich als groß oder klein, hübsch oder hässlich, arm oder reich, intelligent oder dumm bezeichnen? Nein!
Wenn es niemanden gibt, mit dem wir uns vergleichen können, dann sind wir einfach!
Verstehe, auch in diesem Moment gibt es keine Richtwerte auf Grund derer du dich mit irgendjemand vergleichen könntest. Jedes Individuum ist einzigartig.
Kannst du einen Löwen und ein Pferd vergleichen? Vergleichen wir uns jemals mit Blumen, Vögeln oder Pferden? Warum müssen wir uns dann mit anderen Menschen vergleichen.
Eine schöne Zen Geschichte: Ein König begab sich eines Tages zu einem Meister und bat ihn um eine Technik, um die Könige der benachbarten Länder an Stärke zu übertreffen. Er setzte sich vor dem Meister und begann vom seinem Anliegen zu erzählen. Der Meister hörte dem König geduldig zu.
Daraufhin wies er ihn an, sich in den königlichen Garten zu begeben, wo ein Rosenbusch und eine Zypresse Seite an Seite wuchsen. Er sagte dem König: "Der Rosenbusch und die Zypresse sind deine Lehrer. Sie können dich lehren, was für dich notwendig ist."
Der König begab sich in den Garten und sah die beiden Pflanzen, konnte aber nicht verstehen, was er von ihnen lernen sollte. Er ging zum Meister zurück und fragte: "Meister, ich verstehe nicht, was und wie diese Pflanzen mich etwas lehren könnten." Der Meister führte den König zu den Pflanzen und erklärte: "Diese Zypresse steht seit vielen Jahren neben dem Rosenbusch. Nicht ein einziges Mal hatte sie den Ehrgeiz ein Rosenbusch zu sein. Auch der Rosenbusch war nie bestrebt, eine Zypresse zu sein. Wäre die Zypresse ein Mensch, hätte sie sich mit dem Rosenbusch verglichen und sie wäre eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit gewesen, die dieser von den Leuten erhält. Oder, wäre der Rosenbusch ein Mensch, hätte er eifersüchtig auf die Zypresse geschaut mit den Gedanken, wie friedvoll die Zypresse leben kann, ohne die Qual, den ganzen Tag lang von den Leuten bestaunt und gepflückt zu werden!"
Die beiden Pflanzen gedeihen, weil sie ihre gesamte Energie für das eigene Wachstum einsetzen, anstatt sie durch das Vergleichen mit anderen zu vergeuden.
In dem Moment, in dem du aufhörst, dich mit anderen zu vergleichen, verschwindet all deine Eifersucht. Stattdessen fühlst du Zufriedenheit in dir und Dankbarkeit gegenüber der Existenz, dass du soviel erhalten hast und dass du einzigartig bist.
Andererseits leidest du, wenn du eifersüchtig auf andere bist. Du wirst andauernd mit Anderen streiten, entweder offen oder in deinem Inneren. Wenn jemand lacht, denkst du, er lacht über dich. Wenn jemand freundlich gegenüber einer anderen Person ist, fühlst du dich allein und bist eifersüchtig dieser Person gegenüber. In Wahrheit wartest du nur darauf, dass dich jemand verletzt. Die Eifersucht, die du in deinem Inneren erlaubst, ist wie eine frische Wunde - jede Handlung, die ohne Absicht ausgeführt wurde, dich zu verletzen, berührt deine Wunde und es schmerzt.
Verstehe also, dass du eine Wunde hast, wenn du dich verletzt fühlst. Mach nicht andere für dein Leiden verantwortlich. Die Wunde muss geheilt werden, die Eifersucht muss aufgelöst werden. Dann kann dich niemand verletzen. Sei dir im Klaren, dass dich niemand verletzen kann, ohne deine stillschweigende Zustimmung.
Die Menschen vergleichen sich andauernd untereinander, weil sie das Gefühl haben, dass sie irgendwie unvollständig sind. Die Wahrheit ist, dass du nicht die geringste Idee von deinem wahren, einzigartigen Potential hast! Hättest du eine Idee davon, würdest du nicht eine einzige Sekunde lang außerhalb von dir nach Antworten auf die Frage suchen, wie du ein erfülltes und kreatives Leben führen kannst. Die Zuversicht, Intelligenz und Energie, die du benötigst, befinden sich bereits in dir. Du hast das Potential, wie ein Gott auf Erden zu leben. Glaube nicht an Sachen, an die man dich gezwungen hat zu glauben. Schaue einfach in dich hinein. Experimentiere, erforsche und entdecke die Wahrheit für dich selbst. Dann werden all diese Qualitäten mühelos von dir ausgestrahlt.
Oberhalb und unterhalb der Leiter
Stell dir eine riesige Leiter vor, auf der jeder Mensch in der Welt, je nach Erfolg in verschiedenen Bereichen, wie Schönheit oder Intelligenz eine bestimmte Position einnimmt. Du wirst dich wahrscheinlich irgendwo in der Mitte der Leiter einreihen. Es gibt viele Menschen oberhalb von dir und viele Menschen unterhalb von dir. Wenn du die Menschen oberhalb von dir siehst, wirst du eifersüchtig auf sie – deshalb versuchst du andauernd dich zu verbessern, um die Leiter weiter empor zu klettern.
An einem bestimmten Punkt deines Lebens erkennst du vielleicht die Nutzlosigkeit dieses niemals endenden Spieles. Dann möchtest du von der Leiter abspringen und du schaust nach unten. Was siehst du dann? Du siehst so viele Menschen unter dir und plötzlich schöpfst du Hoffnung, denn du erkennst, dass du nicht so schlecht bist, wie du dachtest, als du die Menschen oberhalb von dir gesehen hast.
Das ist der Punkt, an dem der Kampf beginnt. Wenn du hinaufschaust, fühlst du dich schlecht, aber wenn du nach unten schaust, bist du glücklich. Obwohl du zu ahnen beginnst, wie nutzlos es ist, dein Leben mit dem Versuch zu verbringen, die Leiter empor zu steigen, bist du dennoch nicht imstande von der Leiter abzuspringen, denn wenn du abspringst, bist du alleingelassen – es gibt weder jemanden über dir, noch jemanden unter dir.
Tun, Haben und Sein
Wir alle funktionieren um die drei Achsen von Tun, Haben und Sein. Tun, um zu haben, ohne sich am Sein zu erfreuen, ist die einzige Ursache unserer Misere. Das Tun wird das Haben niemals einholen. Jedes Mal, wenn du hart arbeitest und dir einen Wunsch erfüllst, verliert dieser Wunsch plötzlich seine Anziehungskraft.
Der erleuchtete Meister Ramana Maharishi drückte es sehr treffend aus: "Unser Verstand funktioniert in einer Weise, dass er ein winziges Senfkorn als einen Berg darstellt, solange er es nicht besitzt. Sobald etwas jedoch erlangt ist, erscheint auch ein Berg so unbedeutend wie ein Senfkorn!" Sobald ein Wunsch erfüllt ist, beginnt ein anderer dich zu beherrschen – du hast nicht einmal Zeit, dich an dessen Erfüllung zu freuen und dich zufrieden zurückzulehnen. Du denkst nun vielleicht: "Jetzt muss ich nur noch dieses eine Ding haben, dann kann ich mich entspannen und die Dinge genießen, die ich besitze." Sei dir im Klaren, dein Verstand wird niemals erlauben, dass es soweit kommt.
Der einzige Weg, das Leben wirklich zu leben und zu genießen, liegt darin, das Tun selbst zu genießen. Dann werden Tun, Haben und Sein automatisch eins werden.
Du bist einzigartig
Für jeden von uns hat die Natur einen ganz speziellen, einzigartigen Weg des Wachstums vorgesehen.
Nehmen wir zum Beispiel den chinesischen Bambus. Nachdem er zu sprießen beginnt, zeigt er in den ersten vier Jahren kein besonderes Wachstum. Dann, im fünften Jahr wächst er in nur sechs Wochen fast drei Meter. Es ist nicht so, dass der Bambus in den ersten vier Jahren nicht gewachsen ist. Obwohl das Wachstum kaum sichtbar war, wurden die Wurzeln gestärkt, um es der Pflanze zu ermöglichen, schnell und sicher zu einem großen Baum heranzuwachsen.
Wie das Wachstum des Bambus, ist auch dein Wachstum einzigartig und es gibt keine Kriterien, nach denen du dich mit anderen vergleichen könntest. Wenn du all deine Energie dazu verwendest, um in dich selbst hineinzuschauen und nur mit dir selbst im Wettstreit bist, wirst du ungeheure Fortschritte machen.
Verstehe als erstes, dass Gott nicht ein Ingenieur, sondern ein Künstler ist. Wäre er ein Ingenieur, hätte er zuerst einen perfekten Mann und eine perfekte Frau gemacht und dann Millionen von Kopien davon angefertigt. Nein! Gott hat jeden von uns einzigartig gemacht.
Es ist egal, ob du eine Rose, eine Lilie oder eine Wiesenblume bist. Entscheidend ist, dass die Wiesenblume ihr ganzes Potential als Wiesenblume realisiert, so wie die Rose ihr eingeborenes Potential realisieren sollte. Wenn du dein einzigartiges Potential verwirklichst, verströmst du einen Duft, und dieser Duft berührt die Menschen um dich herum, ohne dass du dich darum bemühen müsstest.
Ob es sich um Schönheit oder Intelligenz handelt, du bist einzigartig. Nur wenn du deine Einzigartigkeit nicht respektierst, beginnst du dich mit anderen zu vergleichen. Sei dir im Klaren, auch wenn dein Lieblingsschauspieler sehr schön ist, kannst du seinen Körper genießen und in ihm ein Glas Wasser trinken? Natürlich nicht! Du kannst dich nur an deinem eigenen Körper - deinem besten Freund freuen. Akzeptiere ihn und heiße ihn willkommen.
Gruppenzwang und Eifersucht
In den alten Schriften gibt es irgendwo einen wundervollen Vers, der besagt, dass Maya die Energie symbolisiert und das Universum am Laufen hält. Sie benutzt die Eifersucht als Werkzeug, um dich das tun zu lassen, was immer sie mit dir vorhat.
In Bharat gibt es Menschen, die auf der Straße Kunststücke mit Affen aufführen. Sie benutzen dabei einen kleinen Stock. Sobald sie den Stock in die Hand nehmen, gehorchen die Affen und machen, was immer von ihnen verlangt wird. Wenn sie aber nur mit den Händen
gestikulieren, gehorchen die Affen nicht. Obwohl sie wissen, dass der Mann den Stock jederzeit aufnehmen kann, gehorchen sie nicht, bis der Mann den Stock in seinen Händen hält. Wenn er den Stock aufnimmt und dem Affen befiehlt, aufrecht zu gehen, gehen sie auch aufrecht. Wenn der Mann den Affen befiehlt dreimal zu hüpfen, werden sie dreimal hüpfen.
Der Mann benutzt den Stock, wie ihn die Dompteure im Zirkus benutzen. Auf ähnliche Weise benutzt Maya den Gruppenzwang, Eifersucht und Neid dazu, um dich tun zu lassen, was immer sie will. Verstehe, Gruppenzwang ist nichts anderes, als ein großes Ego - Spiel. Er ist in Wirklichkeit für dein Wachstum überhaupt nicht notwendig. Es gibt genügend Nahrung, Kleidung, Unterkünfte und medizinische Versorgung in der Welt, um deine grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. Es ist nicht notwendig, in Wettstreit mit anderen zu treten!
Wie können wir Neid und Eifersucht überwinden
Eifersucht ist eng mit vielen negativen Gefühlen verbunden – Ärger, Gier, Besitzstreben, Depression. All diese Gefühle lösen sich auf, wenn wir den Kreislauf der Eifersucht durchbrechen.
- Zeuge sein – unbeteiligte Beobachtung
Eifersucht kann weder überwunden werden, indem man vor dem Objekt flieht, noch dadurch, dass man das Objekt der Eifersucht hasst. Alles, was du tun musst, ist ganz bewusst zu sein, wenn das Gefühl der Eifersucht in dir hochkommt. Und du wirst überrascht sein, es verschwindet einfach.
Buddha sagte: "Zerstöre die Wurzeln des Neides und genieße dauernden Frieden."
Sei einfach voll bewusst und löse Eifersucht, Neid und Wettbewerbsdenken auf, die dich deiner wahren Natur, die nichts anderes als Glückseligkeit ist, beraubt haben. Benutze das Licht des Gewahrseins, um die Schattennatur dieser negativen Gefühle zu entlarven. Sonst bist du in einem ständigen Konkurrenzkampf, einem Rattenrennen gefangen. Ich sage immer zu den Leuten: "Auch wenn du das Rattenrennen gewinnst, bist du letzten Endes doch nur eine Ratte."
Verstehe, der Weg aus der Eifersucht besteht nicht darin, sie zu unterdrücken oder ihre Existenz zu verneinen. Sie auszudrücken und sie zu verstärken ist auch nicht der richtige Weg, denn dann bist du nicht in der Lage, der Eifersucht mit Gewahr-Sein zu begegnen.
Beobachte einfach wie Eifersucht in dir entsteht, wie sich die Eifersucht in Hass gegenüber dem Objekt der Eifersucht verwandelt, wie sie Ruhelosigkeit und Frustration in dir erzeugt und dafür verantwortlich ist, dass du all deinen Frieden verlierst.
Sei dir der Eifersucht gewahr, anstatt sie selbst oder das Objekt der Eifersucht zu hassen. Beobachte einfach, so als ob du nichts damit zu tun hättest. Betrachte sie mit der Einstellung eines Wissenschaftlers. Was verstehe ich unter der Einstellung eines Wissenschaftlers?
Wenn ein Wissenschaftler Experimente durchführt, dann macht er das ohne Vorurteile, ohne irgendeine vorgefasste Meinung zu haben. Falls er schon vorher irgendwelche vorgefassten Ideen in seinem Kopf hat, die das Experiment beeinflussen können, bedeutet das, dass er kein Wissenschaftler ist.
Auch du bist ein Wissenschaftler und dein Gebiet ist dein gesamtes inneres Erleben. Sei ein Wissenschaftler in deinem Inneren und deine Psyche ist dein Laboratorium. Sei einfach gewahr und beobachte ohne Vorurteile.
Verurteile deine Gefühle nicht, indem du sagst, dass sie schlecht sind, denn das ist genau das, was man dich bisher gelehrt hat. Es ist Teil deiner Erfahrung geworden. Verstehe, wenn es deine eigene Erfahrung ist, dass Eifersucht ein negatives Gefühl ist, wirst du sie automatisch loslassen. Es ist nicht deine eigene Erfahrung. Es ist nur etwas, das du von anderen gesagt bekommen hast. Wenn du es nicht selbst durch deine unmittelbare Erfahrung verstehst, dass Eifersucht und Vergleichen negativ sind, wird es nicht ein Teil von dir werden.
Verurteile nicht das Objekt der Eifersucht. Es ist nicht so, dass Objekte außerhalb von dir die negativen Gefühle erzeugen. Die Eifersucht entsteht in deinem Inneren.
Wenn du einmal deine Eifersucht mit Gewahr-Sein betrachtest, wirst du realisieren, dass sie überhaupt keine Basis für ihre Existenz besitzt. Wenn das passiert, wird die Eifersucht automatisch verschwinden. Du musst sie nicht wegwerfen.
Eine kleine Geschichte: Eine Frau beauftragte einen Künstler, ein Portrait von ihr zu malen. Der Maler fertigte das Bild mit großer Sorgfalt an, zeigte es der Dame und fragte: "Gefällt es Ihnen?"
Die Dame betrachtete es und sagte: "Ja, sehr schön, aber könnten sie noch ein paar Dinge hinzufügen? Ich möchte, dass sie eine glitzernde Diamantenhalskette, eine Armbanduhr und einen Armreifen aus Gold, Smaragdohrringe und schöne Ringe mit Perlen an den Fingern hinzufügen. Der Künstler war überrascht und sagte: "Aber Madam, das Portrait schaut natürlich und schön aus, so wie es ist. Warum wünschen sie, dass all dieser Schmuck und Glitter hinzugefügt wird?"
Die Frau antwortete: "Ich möchte, dass meine reichen Nachbarn das Bild sehen und verrückt vor Neid werden bei der Vorstellung, dass ich all den Schmuck besitze, den ich auf dem Bild trage."
Das Feuer des Neides kann dich vollständig verbrennen, wenn du es nicht mit dem Feuerlöscher deines Gewahr-Seins kontrollierst.
- Unendliche Liebe
Eifersucht erlaubt dir nicht, dass du deine wahre Natur von Liebe und Glückseligkeit kennenlernst. Sie entsteht aus einem Missverständnis des Lebens und deiner selbst. Du verwechselst Liebe mit etwas, das außerhalb von dir ist und erworben werden muß. Nicht nur das, du glaubst Liebe ist eine Quantität, die mit anderen geteilt werden müsste. Deshalb befürchtest du, dass dein Anteil der Liebe für dich geringer wird, je mehr du sie mit anderen teilst.
Verstehe, Liebe ist eine Qualität in deinem Inneren. Sie ist nicht eine begrenzte Menge. Sie ist ein unaufhörliches Geschehen, das aus deinem Inneren überfließt. Sie kann, ausgenommen von dir, von niemandem und nichts blockiert werden, da sie deine eigentliche, wahre Natur ist.
Wenn die Liebe zu fließen beginnt, hören Eifersucht und Besitzstreben einfach auf zu existieren. Wenn du dich selbst so annehmen kannst, wie du bist, dann kannst du auch andere so annehmen, wie sie sind.