KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Bleib leerSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Bleib leer

Das Wort Upanischade bedeutet soviel wie "zu Füssen des Meisters sitzen". Im alten Bharat gab es die Gurukul - Tradition zwischen Meister und Schülern. Kinder wurden im Alter von sieben Jahren zum Meister geschickt und sie konnten in ihrem Bewusstsein zentriert auf wunderbare Weise heranwachsen. Meister sind lebendige Verkörperungen der in den Schriften geschilderten Wahrheiten. Ihre Gedanken, Worte und Taten haben ihren Ursprung in der höchsten Wahrheit. Die Schüler absorbieren diese Wahrheit einfach dadurch, indem sie in der Nähe des Meisters leben.*

Swami Sri Yukteshwar Giri, ein erleuchteter Meister aus Bharat, sagt: "Mit dem Meister zu sitzen, bedeutet nicht nur in seiner unmittelbaren Nähe zu leben, sondern ihn immer im Herzen zu behalten. Es bedeutet, mit ihm eins zu sein und in Einklang zu sein." Dies ist die gesamte Technik der Upanischaden. Der Meister ist superbewusste Energie. Wenn du mit ihm in Einklang bist, dann bist du auch mit dieser Energie in Einklang. Dies gelingt aber nur, wenn du unschuldig und offen bist.*

Offenheit ist Leere. Lass nicht zu, dass man dich mit Wissen füllt. Wissen ist nicht mehr als ein Werkzeug. Es ist nicht deine Substanz. Weise alles Wissen zurück. Mit Zurückweisen meine ich, dass man sich nicht mit mittelmäßigem Wissen, sondern nur mit der höchsten Wahrheit zufrieden geben soll. Wenn du alles zurückweist, was andauernd in dir hochkommt, dann hast du kein Ego. Bei jeder Zurückweisung wirst du in dein wahres Selbst zurückgeworfen und nur dort kannst du die höchste Wahrheit finden. Dann bist du bereit, mit Wahrheit, nicht mit Wissen gefüllt zu werden. Dieser Prozess kann nur durch "die Upanischade" (zu den Füssen des Meisters sitzen) in Gang gesetzt werden.

In Kinderaugen kann man immerzu Begeisterung und Frische entdecken. Sie sind so leer in ihrem Inneren. Sie haben keine vorgefassten Meinungen ihrer Umgebung gegenüber. Sie sind bereit zu empfangen. Diese Bereitschaft drückt sich in ihren Augen aus. Hast du jemals einen Erwachsenen mit solchen Augen gesehen? Je älter wir werden, umso mehr verlieren die Augen ihren Glanz, denn durch die Anhäufung von immer mehr Wissen stumpfen wir ab. Wissen macht uns dumm. Wir mögen viele Dinge wissen, aber das Wissen sollte uns nicht abstumpfen. Im Geist sollten wir immer leer bleiben.

Wenn du das Leben ohne vorgefasste Meinungen betrachtest, wenn du keine Worte benötigst, um es zu beschreiben, und wenn du dazu keine fixen Ideen hast, dann bist du wie eine leere Teeschale, in die Tee hinein gegossen werden kann. Dann bist du in der Lage zu empfangen, weil du an nichts festhältst, weil du leer bist. Auf diese Weise wirst du nie deinen Enthusiasmus verlieren. Du wirst niemals gelangweilt sein. Du bist wie ein Kind, unschuldig und frisch.

Ein Vater beobachtete seine kleine Tochter, wie sie etwas auf ein Blatt Papier schrieb. Der Vater fragte sie neugierig, was sie denn schreibe. Sie antwortete: "Ich schreibe einen Brief" Er fragte: "An wen?" "An mich selbst", antwortete sie. "Und, was steht in dem Brief?", fragte der Vater.

Das Mädchen antwortete: "Wie soll ich das wissen, ich habe ihn noch nicht abgeschickt und noch nicht erhalten."

Unschuld ist so erfrischend. Mit ihr wird das Leben zu einem Geheimnis, das sich in jedem Moment neu offenbart. Das ist die Wahrheit. Das Leben ist ein andauerndes, sich jeden Moment offenbarendes Mysterium. Es ist der Verstand, der es unterteilt und etikettiert. Der Verstand möchte das Leben immer nach seinen eigenen Bedingungen haben. Unschuld umarmt das Leben und richtet sich nach den Bedingungen des Lebens.

Wenn du jemals mit Kindern Verstecken gespielt hast, dann weißt du, dass sie sich an der Stelle verstecken, an der du dich selbst das letzte Mal versteckt hast! Das passiert nicht nur einmal, sondern in der Mehrzahl der Fälle. Wie ist das möglich? Das kommt daher, weil sie vollkommen unschuldig sind und noch keine Ideen in ihrem Kopf herumtragen. Sie folgen einfach ihrem Herzen. Sie haben großes Vertrauen in uns und deshalb verstecken sie sich einfach dort, wo wir uns vorher versteckt haben. Das Schöne ist, dass sie nicht einmal vermuten, dass man dort nachschauen könnte!

Unschuld vertraut. Unschuld sorgt sich nicht darum, ausgebeutet zu werden.Neurologen haben nun eine Erklärung für dieses Phänomen gefunden. Sie sagen, dass sich die Gehirnwellen eines Kindes bis zum Alter von etwa fünf bis sechs Jahren überwiegend im Theta - und Delta - Bereich befinden. In diesem Zustand ist der Mensch besonders empfänglich und aufnahmefähig. Erwachsene befinden sich normalerweise nur beim Schlafen oder Träumen in diesem Zustand. Vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr befinden sich die Gehirnwellen von Kindern im Alpha-Bereich, was immer noch optimal ist, um Neues aufzunehmen. Deshalb glauben die Kinder in diesem Alter noch das meiste, was Erwachsene ihnen sagen. In ihrer Unschuld sind sie voller Vertrauen.

Wenn du mit unvoreingenommen Augen siehst, dringt alles was du siehst tief in dein Inneres und bringt dir neue Einsichten. Das Leben wird zu einem sich jeden Moment neu offenbarenden Geheimnis. Die Art der Fragestellung ändert sich. Die Art der Fragestellung verrät den Grad der Unschuld des Fragestellers.

Es gibt drei Zustände für den Ursprung der Frage:

Erstens kann man aus der Unschuld heraus fragen. Dann kann man aus Wissen heraus fragen, um zu zeigen dass man selbst auch etwas weiß, und drittens kann man fragen, um eine Bestätigung zu erhalten, dass das eigene Wissen richtig ist. Nur wenn du aus deiner Unschuld heraus fragst, bist du uneingeschränkt bereit, die Antwort aufzunehmen. Fragst du aus dem Wissen heraus, verfehlst du die Antwort vollkommen. Erwartest du eine Bestätigung, widerstehst du der Antwort. Unschuld ist das wahre Geheimnis für echtes Lernen und echtes Wissen.

Das Problem liegt darin, dass einer, der nicht leer ist, niemals erkennen kann, dass er nicht leer ist. Du kannst ihm nicht sagen, dass er voll ist. Er kann es weder verstehen, noch akzeptieren. Aber ein Mann der Unschuld kann sagen: "Wegen meines Wissens habe ich die Wahrheit verfehlt. Ich weiß in Wirklichkeit nichts, aber nun möchte ich wissen." Sobald dieser Raum erzeugt wurde, kann man etwas lernen. In diesem Raum gibt es kein Ego des Wissens. Der Widerstand ist aufgegeben worden und es gibt nur mehr reine Empfänglichkeit.

J. Krishnamurti, der große Philosoph, sagt sehr schön: "Freiheit vom Wissen kann es nur dann geben, wenn die Motivation verstanden wird, die sich hinter dem Wunsch versteckt, Wissen anzusammeln."*

Warum wollen wir uns eigentlich Wissen aneignen? Die Gegenwart ist ein offen liegendes Wunder und Mysterium der Existenz. Wir versuchen es mit dem Netz des Wissens zu einzufangen. Das ist die Motivation für Wissen. Aber es kann uns niemals gelingen! Das Unbekannte kann mit dem Bekannten niemals eingefangen werden. Das Unbekannte kann nur durch Hingabe erkannt werden. Diese Hingabe wird Intelligenz genannt! Intelligenz erkennt das Mysterium des gegenwärtigen Moments an und gibt sich ihm mit Freude hin. Das ist die Freude der Unschuld.

Wissen verneint andererseits das Mysterium des gegenwärtigen Moments. Es versucht dauernd daran festzuhalten, aber die Gegenwart lässt sich nicht festhalten. Deshalb lebst du andauernd mit der Angst vor dem Unbekannten. Der Versuch, den gegenwärtigen Moment festzuhalten, ist die Ursache für die Angst vor dem Unbekannten. Andernfalls hast du keine Angst! Dir ist vollkommen klar, dass der gegenwärtige Moment ein Mysterium ist! Durch Wissen flüchtest du irgendwie vor dem "Nicht-Wissen" des gegenwärtigen Momentes. Für das Ego bedeutet nicht zu wissen, nicht zu sein. Es kann nicht damit umgehen, nicht zu sein. Unschuld aber kann nichts sein und die Gegenwart genießen! Deine Gegenwart ist ein ungeöffnetes Geschenk. Aber das Wissen nimmt der Gegenwart ihre Ungewissheit und Spannung. Versteht das Wissen, dass die Wege des Selbst nicht zu

entdecken sind, dann behindert es den Prozess des höchsten Wissens nicht. Dann verhält es sich wie ein

Werkzeug, das nur dann benutzt wird, wenn es wirklich gebraucht wird und nicht im Wege steht, wenn wir uns den Mysterien des Lebens öffnen wollen. Hat sich das Wissen erst einmal im Sein konsolidiert, dann fehlt der Raum zum Experimentieren. Es gibt nur noch Raum für die Wiederholung des Wissens. Alles wird zu einer Widerspiegelung des Wissens aus der Vergangenheit. Die Zukunft ist nichts als die Fortsetzung vergangener Muster und Erfahrungen. Du kennst bereits den Duft von Blumen. Du kennst bereits das Geräusch von Wellen.

Die Existenz ist nicht die Fortsetzung von irgendetwas. Sie ist jeden Moment neu. Daher ist es nicht möglich, irgendetwas zu wissen. Was weißt du von dem, was in der nächsten Sekunde passiert? Verstehst du das, kannst du das ganze Wissen zur Seite legen. Dann gibt es nur noch Weisheit und Weisheit ist unschuldige Intelligenz. Sie erlaubt uns, Erfahrungen zu machen, ohne durch Wissen behindert zu werden. Dann können die großen Entdeckungen über das Selbst und die Dinge, die das Selbst umgeben, geschehen, und die Mysterien, mit denen beides verbunden ist, offenbaren sich.

J. Krishnamurti sagte, dass man aufgrund von Überzeugungen viele neue Möglichkeiten versäumt und sich zu bestimmten Aktivitäten zwingen lässt. Da der Verstand andauernd nach Aktivitäten sucht, folgt er seinen Überzeugungen. Unser ganzes Leben basiert auf unseren Überzeugungen. Aus diesem Grunde sind wir in Aktivitäten verwickelt, aber nicht in Aktionen. Aktivitäten benötigen andauernd Brennstoff durch Überzeugungen. Aktivität kann nicht gestoppt werden, denn wenn sie gestoppt wird, fällt der Verstand in eine Depression. Aktion geschieht, wenn sie erforderlich ist und hört auf, wenn sie nicht mehr benötigt wird. Während Aktivität aus Überzeugungen heraus geschieht, geschieht Aktion aus dem Verstehen heraus. Aktivität verursacht Erschöpfung, während Aktion Energie und Inspiration erzeugt. Was du benötigst, ist Aktion, nicht Aktivität.

Verstehe einfach, dass eine Überzeugung nicht mehr ist, als dein eigenes Verständnis von irgendetwas und nicht die Wahrheit selbst. In jeder beliebigen Situation können vier Personen vier unterschiedliche Meinungen haben. Eine Überzeugung hat keine absolute Realität. Es ist lediglich eine individuelle Wahrnehmung. Das Schöne an der Unschuld ist, dass sie alle Möglichkeiten der Wahrnehmung offen lässt. Sie zieht keine Schlussfolgerungen und schließt nichts aus.

Für alle Geschehnisse gibt es unzählige Interpretationen. Sich an keiner Interpretation festzuhalten ist die Essenz der Unschuld. Auf diese Weise bleibt der Geist lebendig.

Gurukul – Schulsystem der vedischen Tradition Swami Sri Yukteshwar Giri – Meister von Paramahansa Yogananda Jidu Krishnamurti – berühmter Hindu Philosoph und Mystiker