KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Das Leben ist für die Erleuchtung daSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Das Leben ist für die Erleuchtung da

Das wahre Ziel des Lebens ist Erleuchtung. Du magst andere Ziele haben, aber ob du es glaubst oder nicht, es sind nur andere Namen für dasselbe Ziel und dieses Ziel ist Erleuchtung. Was auch immer du in deinem Leben suchen magst, in Wirklichkeit suchst du allein Sannyas. Aber du weißt es nicht. Das ist das Problem!

Dein Ziel ist es vielleicht, mehr Geld und mehr Beziehungen zu haben. Die Wahrheit ist, dass sogar derjenige, der nach Geld sucht, in Wahrheit nur nach Erleuchtung sucht! Sieh, es gibt nur zwei Dinge: Das eine ist Geld und das andere ist Ansehen. Ansehen bedeutet nichts anderes, als mehr Beziehungen zu haben. Durch mehr Geld und mehr Beziehungen hoffst du, bestimmte Erfahrungen zu machen. Diese Erfahrungen kannst du aber nur mit Hilfe der Erleuchtung machen!

Das ist der Grund, warum die Seele niemals Ruhe gibt, bis die Erleuchtung geschieht. Kein noch so großer Geldbetrag kann die Seele zufrieden stellen. Keine Beziehung kann die Seele zufrieden stellen. Wenn Geld und Beziehungen keine Befriedigung mehr bringen, spricht man von der Depression des Erfolges. Diese Depression erscheint auf dem Höhepunkt der Karriere. Die Leute kommen zu mir und klagen: "Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte. Aber ich habe das nicht erreicht, was ich eigentlich angestrebt habe. Ich fühle mich unerfüllt." Das ist der Ruf deines Seins, das kein anderes Ziel hat außer der Erleuchtung. Die Antwort darauf ist Sannyas.

Nicht zu wissen, was das Ziel des Lebens ist, ist die Wurzel aller Probleme. Sannyas bedeutet das Ziel zu verstehen und sich zu integrieren, um es zu erreichen. Welchem Ziel du in deinem Leben auch hinterherläufst, sei es Geld oder Beziehungen oder was auch immer, dein wahres Ziel ist nur Glückseligkeit, es gibt kein anderes Ziel!

Es gibt nur zwei Arten von Menschen. Eine Gruppe kennt das Wort Glückseligkeit oder Erleuchtung und den Weg dorthin. Sie richten ihr Leben danach aus. Die andere Gruppe kennt das Wort oder den Pfad nicht und so bewegen sie sich im Kreis. Das ist alles. Der erste ist ein Sannyasi und letzterer ein Samsari.

Du hast den menschlichen Körper erreicht, der dir die grösste Möglichkeit gibt, einen Bewusstseinssprung zu machen. Der Spiegel reflektiert bereits das Sonnenlicht. Alles, was der Spiegel nun tun muss, ist die Quelle der Reflektion zu erkennen. Das ist alles! Sich mit der Quelle zu vereinigen, nenne ich Erleuchtung. Es ist die Vereinigung des individuellen Bewusstseins mit dem kosmischen Bewusstsein.

Wenn das geschieht, ist das Ziel des Lebens, der Zweck, für den der Spiegel gemacht wurde, erreicht. Sollte der Spiegel dann zerbrechen, ist das kein Problem. Aber wenn der Spiegel zerbricht, ohne dass das Ziel erreicht wurde, ist das der grösstmögliche Verlust. Es gibt keinen grösseren Verlust, wenn der menschliche Körper vor der Erleuchtung stirbt.

Sannyas ist das Mittel, um das zu erreichen. Sannyas ist nicht das Ende des Lebens. Es ist der Beginn des Lebens. Sannyas heisst, sich Richtung Erleuchtung zu bewegen, dem einzigen und beständigen Ziel des Lebens.

Die Konditionierung ist schuld

Das Ziel in unserem Leben ist die Erleuchtung. Aber wo befinden wir uns momentan, wo stecken wir fest? Oder bewegen wir uns gar in die entgegengesetzte Richtung? Das Problem liegt darin, das richtige Ziel zu kennen. Wenn es sich um das richtige Ziel handelt, dann hast du es schon erreicht. Wenn dein Ziel richtig ist, dann heisst das, dass du es bereits lebst.

Der Grund, warum du dein Ziel verfehlst, liegt in der Konditionierung. Du bist als freier Vogel geboren worden, als ein Paramahamsa, ein unbezwingbarer Schwan. Du bist gekommen, um glücklich und frei umher zu fliegen und um dich an der gesamten Existenz zu erfreuen. Aber nach deiner Ankunft bist du nicht nur geflogen, sondern auf der Erde gelandet. Das ist das Problem. Es gibt viele Menschen, die die gelandeten Vögel fangen wollen! Die Gesellschaft ist darauf aus, dich in die Rahmenbedingungen von Land, Religion, Kaste und Ideologien einzuordnen.

Bei deiner Ankunft auf dem Planeten warst du eine unschuldige Seele. Du warst kein Hindu und kein Ingenieur und kein Arbeiter. Aber die Gesellschaft will Ingenieure und Arbeiter. Sie kümmert sich nicht um dein Bewusstsein. Deine Eltern und die Gesellschaft wissen nicht einmal, dass es so etwas wie Bewusstsein überhaupt gibt. Sie verfügen nicht über diese Intelligenz. Sie bringen dir bei, was ihnen beigebracht wurde und dabei bleibt es. Es ist nicht so, dass sie vorsätzlich versuchen, dich einzuschränken und zu konditionieren.

Konditionierung ist ein ungewolltes Erbe, das von einer Generation auf die nächste weitergegeben wird. Die erste Konditionierung geht von den Eltern aus. Darauf folgt die gesellschaftliche Konditionierung. Aufgrund dieser beiden Konditionierungen stellst du dann einen gewissen Verhaltenskodex für dich auf und das ist dann die Konditionierung, die du dir selbst auferlegst. Es ist dein eigenes Dharma, deine eigene Sicht von Rechtschaffenheit.

All diese Konditionierungen hindern uns daran, die Wahrheit direkt zu sehen. Wir können das Ziel nicht direkt sehen. Wir können das Ziel nicht direkt leben. Wir sind in unseren Konditionierungen gefangen und können nicht erkennen, wer wir in Wirklichkeit sind. Die Konditionierung erzeugt gewisse Einschränkungen in uns und langsam wächst in uns die Überzeugung, dass diese Einschränkungen das wahre Selbst sind. Wir werden sogar von Kleidern konditioniert, indem wir glauben, dass wir sind, was sie darstellen!

Viele Konditionierungen wurden von der Gesellschaft mit dem Ziel geschaffen, ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Zur besseren Verständigung müssen wir zum Beispiel alle eine Sprache erlernen. Es ist nicht falsch, eine Sprache zu lernen. Aber sie als Konditionierung zu erfahren und die Sprache zu deinem Leben zu machen und dabei Schmerzen für dich und andere zu erzeugen - das ist falsch. Diese mentale Einstellung ist falsch. So viele Menschen haben für die Sprache ihr Leben geopfert. Ohne diese Konditionierung hätten viele Todesfälle vermieden werden können! Die gesamte Geschichte der Menschheit hätte anders geschrieben werden können. Konditionierung ist auch die Ursache für den Terrorismus.

Wenn du dich für Sannyas entscheidest, machst du einen ersten bewussten Schritt in eine neue Welt hinein, indem du deine Vergangenheit ablegst und sie hinter dir lässt. Die Vergangenheit trägst du gerne mit dir herum, da sie dir vertraut ist. Der Verstand liebt es, wenn er es mit bekannten Mustern zu tun hat. Zudem lehrt dich die Gesellschaft, die Vergangenheit mit dir herumzutragen, damit sie dich durch Schuld und Angst, die auf vergangene Ereignisse zurückgehen, kontrollieren kann. Die Vergangenheit ist eine ungewollt mitgeschleppte, nutzlose Last. Wenn du dich von der Vergangenheit abkoppelst und in Richtung einer neuen Zukunft gehst, lebst du zuerst in einer totalen Unsicherheit. Es gibt nichts mehr, an dem du dich festhalten könntest, und so musst du unweigerlich Gott finden!

Was ist wohl der Grund, warum du einen spirituellen Namen erhältst? Ich gebe dir einen spirituellen Namen, damit du dich leichter von der Vergangenheit lösen kannst. Der neue Name soll dich ständig an die psychologische Revolution erinnern, die in dir stattgefunden hat. Der Name weist auch auf den individuellen spirituellen Weg hin, den du gemäß deiner eigenen innewohnenden Natur zu gehen hast und der dich zur endgültigen Blüte deines Bewusstseins führen wird.

Ein Sannyasi arbeitet für den gegenwärtigen Moment. Er bemüht sich, sein ganzes Leben der Existenz zu widmen und kümmert sich nicht um die Resultate. Die Resultate kümmern sich um sich selbst. Das ist der Weg. Er kennt nur den Moment, nichts anderes. Deshalb lernt er in jedem Moment direkt von der Existenz. Deshalb hat er keine Doktrin und keine Religion. Er bewegt sich in Synchronizität mit der Gesamtheit der Existenz und lernt durch sie.

Ein Sufi Spruch lautet: Der Sufi ist ein Kind des Moments. In Sufi - Texten wird jeder Moment als Atemzug bezeichnet. Und die Sufis werden als Leute des Atems bezeichnet, denn sie sind sich ihres Atems in jedem Moment bewusst. Ihnen zufolge erscheint in jedem Moment ein neues Selbst. Das ist der Geist von Sannyas - jeder Moment ist neu.

Als der große Sufi Mystiker Hasan im Sterben lag, fragte ihn jemand: "Hasan, wer war dein Meister?"

Er antwortete: "Ich hatte so viele Meister, dass es Monate oder sogar Jahre dauern würde, sie alle aufzuzählen. Dafür ist jetzt keine Zeit mehr, denn mein Tod steht unmittelbar bevor. Aber von drei Lehrern möchte ich euch erzählen:

Der erste war ein Dieb. Einmal verirrte ich mich in der Wüste und als ich schließlich in ein kleines Dorf kam, war es schon sehr spät und es war niemand mehr anzutreffen. Schließlich begegnete ich einem Mann, der gerade dabei war, ein Loch in die Mauer eines Hauses zu machen. Auf meine Frage, wo ich übernachten könnte, antwortete er: "Um diese Zeit wird es schwer sein, noch etwas zu finden. Wenn es dir nichts ausmacht im Hause eines Diebes zu schlafen, kannst du bei mir übernachten."

Einen Monat lang lebte ich im Hause dieses Mannes. Jede Nacht sagte er zu mir: "Ich gehe jetzt meiner Arbeit nach. du kannst hier ruhen und für mich beten." Als er von seinen nächtlichen Beutezügen zurückkehrte, fragte ich ihn jedes Mal, ob er erfolgreich war, aber seine Antwort war immer dieselbe: "Nicht diese Nacht, aber morgen, so Gott will, werde ich erfolgreich sein." Er war immer fröhlich und guter Hoffnung!

Nachdem ich viele Jahre lang meditiert hatte und nicht den geringsten Fortschritt machte, war ich manchmal so niedergeschlagen und hoffnungslos, dass ich alles aufgeben wollte. In diesen Momenten erinnerte ich mich an die Worte des Diebes: "So Gott will, wird es morgen geschehen."

Der zweite Meister, von dem ich euch erzählen möchte, war ein Hund. Als ich mich einmal zu einem Fluss begab, um Wasser zu trinken, folgte mir ein Hund, der auch durstig war. Er schaute in den Fluss und erschrak, als er einen anderen Hund im Wasser entdeckte. Er fürchtete sich vor seinem eigenen Spiegelbild, bellte es an und lief fort. Der Durst trieb ihn aber wieder zurück. Schließlich sprang er

trotz seiner Angst in das Wasser und sein Bild verschwand. Ich verstand, dass mir Gott eine Nachricht sandte: Man muss trotz seiner Angst den Sprung wagen.

Der dritte Meister war ein kleines Kind. In einer fremden Stadt beobachtete ich ein Kind, das eine brennende Kerze mit sich trug. Es befand auf dem Weg zur Moschee.

Ich fragte den Knaben: "Hast du Kerze selbst angezündet?" Er sagte: " Ja". Dann fragte ich ihn: "Es gab einen Moment, in dem die Kerze nicht angezündet war und es gab einen Moment in dem die Kerze brannte. Kannst du mir die Quelle zeigen, von der das Licht kam?"

Der Junge lachte, blies das Licht aus und sagte: "Nun hast du gesehen, wie das Licht verschwand. Wohin ist es gegangen, sag es mir!"

Mein Ego und mein ganzes Wissen waren erschüttert.

Es stimmt, dass ich keinen Meister hatte. Das bedeutet aber nicht, dass ich kein Schüler war. Ich akzeptierte die gesamte Existenz als meinen Meister. Ich vertraute den Wolken, den Bäumen – ich lernte aus allen verfügbaren Quellen.

Sannyas ist das freudige Gewahrsein, dass jeder Moment dich näher an die Erleuchtung heranbringt. Alles was zu tun bleibt, ist sich zu öffnen und verletzlich zu werden.

Morgen kommt in der Form von heute. Warum sich also nicht ausschliesslich auf das Heute konzentrieren? Wenn du dich im gegenwärtigen Moment befindest, gibt es keinen Raum für Schmerz und Leid. Nur wenn du in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebst, kreierst du einen Raum für das Leiden. Wenn du im Moment lebst, erschaffst du automatisch einen Raum, in dem alles schön ist. Das Leben selbst wird zu einem Rendezvous mit der Existenz! Du befindest dich mit allem auf der gleichen Wellenlänge. Du bist in alles verliebt und das ohne irgendeinen Grund. Das ist Sannyas. Du hortest nicht mehr. Du fürchtest dich nicht mehr. Du sorgst dich nicht mehr. Alles um dich herum geschieht von alleine, wie in einem wunderbaren Traum.

Ein Sannyasi ist ein ewiger Wanderer im Geiste. Auch wenn er sich an einem Ort

befindet, sein Geist wandert ohne Muster und berührt viele entfernte Dinge. Er kümmert sich nicht darum materielle Dinge anzuhäufen. Er verschenkt alles, egal was seinen Weg kreuzt. Er erhält viel mehr, als er benötigt. Er lebt wie ein König.