KAILASA Library/Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)/Das solide Gefühl von NeinSign in
Living Enlightenment (Gospel of THE SUPREME PONTIFF OF HINDUISM BHAGAWAN SRI NITHYANANDA PARAMASHIVAM)

Das solide Gefühl von Nein

Vielleicht hast du es schon bei dir selbst beobachtet. Immer wenn jemand irgendwas zu dir sagt, ist die erste Reaktion in dir ein gewisser Widerstand, ein Nein. Wenn du Nein sagst, wird dein Ego gestärkt. Du fühlst dich solide und beständig. Wenn du Ja sagst, fühlt sich dein Ego verschwommen und verletzlich. Es ist gezwungen sich zu unterwerfen und fühlt sich nicht wohl dabei. Deshalb sagst du lieber "Nein".

Das ist auch der Grund, warum man sich irgendwie gut fühlt, wenn man Regeln bricht, sei es zuhause, in der Schule, am Arbeitsplatz oder auf der Straße beim Autofahren. Dein Ego wird gestärkt, wenn du Regeln nicht beachtest. Bei kleinen Kindern lässt sich dieses Verhalten gut beobachten. In dem Moment, in dem man ihnen sagt, sie können bestimmte Dinge nicht haben oder tun, werden sie nur nach diesen Dingen verlangen.

Gewöhnlich oder außergewöhnlich

Immer, wenn du für dein Ego lebst, verwandelst du dein Leben und auch das Leben der Menschen um dich herum zur Hölle. In den meisten Fällen wird der Kummer, mit dem du im Laufe deines Lebens konfrontiert wirst, nicht von anderen Menschen verursacht. Er wird von dir selbst verursacht, ohne dass es dir bewusst ist. Du hast nur Nachteile dabei, aber um dein Ego zu beweisen, erzeugst du Elend.

Eine kleine Geschichte: In Japan gab es einen erleuchteten Zen Meister namens Suzuki. Als dessen Meister starb, begann er hemmungslos zu weinen. Jemand fragte ihn: "Du bist ein erleuchteter Mensch. Warum weinst du wegen dem Dahinscheiden deines Meisters?" Suzuki antwortete: "Mein Meister war der außergewöhnlichste Mensch auf dem Planeten Erde. Der Mann war überrascht und fragte: "Was war so außergewöhnlich an ihm?"

Suzuki antwortete: "Ich habe niemals einen so außergewöhnlichen Menschen gesehen, der von sich überzeugt war, dass er der gewöhnlichste Mensch war!"

Normalerweise denkt jeder durchschnittliche Mensch, dass er außergewöhnlich ist. Wenn du das Gefühl hast, dass du extremes Leid durchgemacht hast, dann fühlt sich dein Ego gut, da du imstande warst, ein schwieriges Leben zu meistern. Nur wenn dein Gegner bedeutend ist, fühlst du dich bedeutend. Wenn dein Feind unbedeutend ist, fühlst du dich unbedeutend.

Aus demselben Grund fühlst du dich gut, wenn dein Leid groß ist. Dein Ego fühlt sich befriedigt. Du misst den Wert deines Lebens mit dem Ausmaß deines Leides. Ohne es zu wissen, quälst du sowohl andere, als auch dich selbst. Suzukis Meister dachte von sich, dass er der gewöhnlichste Mensch war, während sich in unserer Welt jeder für etwas Außergewöhnliches hält.

Wenn du herausfinden möchtest, ob du ein durchschnittlicher Mensch bist oder nicht, dann kannst du das mit folgendem Kriterium tun: Wenn du dich sehr außergewöhnlich fühlst, dann sei dir im Klaren, dass du durchschnittlich bist! Wenn du dich gewöhnlich fühlst, bist du außergewöhnlich.

Die richtige Maske

Im täglichen Leben spielst du verschiedene Rollen, verwendest verschiedene Masken. Im Umgang mit deiner Mutter benutzt du eine bestimmte Maske, eine andere mit deinem Vater, wieder eine andere mit deinem Vorgesetzten und so weiter. Solange du die richtige Maske mit den verschiedenen Menschen benutzt, ist alles in Ordnung. Benutzt du aber die falsche Maske einer Person gegenüber, dann sei dir bewusst, dass sich dein Ego eingeschlichen hat.

Alles was zu tun ist, ist die Masken geschickt zu wechseln und die Show zu genießen. Dann bist du ein Beobachter. Du kannst das aber nur, wenn du weißt, dass du verschieden von der Maske bist. Ansonsten wirst du von der Maske ganz in Beschlag genommen und der Zauber des Lebens geht verloren. Wenn du weißt, dass du nur Masken benutzt, fällt alles Wünschen und Verlangen von dir ab.

So wie du im Laufe des Erwachsenwerdens deine Spielsachen nicht mehr beachtest, so verlierst du auf ähnliche Weise jegliches Interesse an diesen Masken und benutzt sie einfach je nach Notwendigkeit.

Das Ego ist aus Unzufriedenheit geboren

Wenn du eine stark egoistische Person bist, brauchst du keine separate Hölle, denn du kannst dabei nur in einem Klima der Unzufriedenheit und des Konfliktes überleben. Mit Erfüllung und Zufriedenheit lösen sich deine Grenzen auf. Deshalb willst du eigentlich keine Freude und Glück in deinem Leben. Bitte denke niemals, dass du Glück willst. Nein! In Wirklichkeit fürchtest du Freude und Glück. Beobachte dich in Momenten, in denen du friedvoll und sorglos bist. Du glaubst etwas zu versäumen, wenn du nichts zum Nachdenken hast. Wenn du nicht etwas Wichtiges hast, worüber du nachbrüten kannst, fehlen dir in deinem Inneren klare Konturen und du fühlst dich unwohl.

Dein Verstand existiert, wenn er auf die Ecken und Kanten deines Leidens trifft. Ohne ausreichendes Elend verlierst du deine Begrenzungen und deine Identität. Wenn du dich ehrlich beobachtest, siehst du, wie du dich einsam fühlst, wenn du nichts hast, was dir Kummer bereitet oder über das du dich sorgen könntest. Aufgrund seiner Natur kann der Verstand nur negative Dinge aufzeichnen. Der Verstand blüht auf, denn er kann sich besser mit Leiden und mit Unzufriedenheit identifizieren und er kann mehr Gedanken erzeugen.

Die Qualität der Freude ist ohne feste Begrenzung. Wenn du voller Freude bist, fühlst du deine Begrenzung nicht. Wann immer du deine Begrenzung nicht wahrnimmst, befindest du dich in einer freudigen, zufriedenen Stimmung.

Leid führt zu Ego

Dein Ego kann ohne dein Leid nicht existieren. Leid ist die Wurzel deines Egos. Das ist eine wichtige Tatsache, die du verstehen solltest. Wir denken andauernd, dass das Ego durch Leid gestört wird. Nein! Das Ego wird durch Leid genährt. Es ist wichtig, zu verstehen, dass dein Ego kleiner wird, wenn du weniger Kummer hast. Du fühlst dich bedeutungslos und deshalb vergrößerst du dein Leid und schon fühlst du dich bedeutsam.

Je weniger Leid, desto weniger Ego. Je mehr du leidest, umso stärker wird dein Ego. Deshalb bauschst du dein Leiden auf. Das Problem liegt aber darin, dass du nach einiger Zeit vergisst, dass du nur übertrieben hast und dann bist du ein Gefangener deiner Übertreibung. Du stimmst wahrscheinlich nicht überein und sagst: "Nein, bei mir ist es anders, du kennst mein Leben nicht, du kennst mein Leiden nicht." Aber sei dir im Klaren, du verfängst dich nach einiger Zeit in dem Netz, das du selbst gesponnen hast.

Zweifache Identität

Wir alle leben mit zwei Identitäten. Eine Identität zeigen wir nach außen und eine andere Identität ist die, die wir in unserem Inneren zu sein glauben. Die Identität, die du in deinem Inneren zu sein glaubst, wird in Sanskrit mamakar genannt. Sie ist immer geringer als das, was du in Wirklichkeit bist. Sie enthält all deine Schuldgefühle, Fehler und Misserfolge, an denen du andauernd zu arbeiten versuchst.

Die Identität, die du in die äußere Welt projizierst, wird Ahankar genannt. Ahankar ist deine Visitenkarte. Darauf druckst du all das, was andere deiner Meinung nach von dir wissen sollten. Die Identität, die du nach außen hin zeigst, wird deshalb immer mehr sein, als was du hast oder bist. Dies ist so, weil du glaubst, dich selbst verkaufen zu müssen. Besonders in Gesellschaften, in denen man gezwungen ist, sich selbst zu vermarkten, wird dies fast zu einer Notwendigkeit.

Ahankar ist auf Größenwahn gegründet. Mamakar ist auf einen Minderwertigkeitskomplex gegründet. Ahankar basiert auf Angst. Mamakar basiert auf Gier.

Die einfache Wahrheit ist, dass du viel mehr bist, als diese zwei Identitäten. Wenn du dich davon befreien kannst, erkennst du plötzlich, dass du dich jenseits dieser beiden Identitäten befindest. Dann können dich diese beiden Identitäten nicht mehr binden.

Inferiores Ego

Ein Vorfall im Leben von Ramana Maharishi:

Ein Schüler von Ramana Maharishi übersetzte eines seiner Bücher in eine andere Sprache. In dem übersetzten Buch wurde auch sein Name als Übersetzer angeführt.

Der Schüler war schockiert, als er das sah. Er ging zu den Leuten, die für diesen Fehler verantwortlich waren und rügte sie dafür. Dann ging er zu Ramana Maharishi und sagte: "Bhagavan, sie hätten meinen Namen nicht anführen sollen. Ich denke mein Name hätte nicht veröffentlicht werden sollen. Ich bin nicht diese Art von Person."

Bhagavan antwortete: "Das Ego, das um die Veröffentlichung des Namens bittet und das Ego, das gegen die Veröffentlichung des Namens kämpft, ist ein und dasselbe Ego."

Sei dir im Klaren, das Ego, das versucht, sich bescheiden zu geben, ist auch Ego.

Beim Größenwahn - mit einem gewalttätigen, aggressiven Ego - wird dich die Gesellschaft eines Besseren belehren. Dieses Ego ist sehr sichtbar. Mit dem demütigen Ego wirst du vor der Gesellschaft flüchten. Das ist gefährlicher. Es ist das schlaue Ego, das sich selbst am besten schützen kann. Ego ist nichts als die Identität, die du in Bezug auf dich selbst herumträgst.

Typen von Ego

Aktives und passives Ego

Das aktive Ego ist leicht zu erkennen. Menschen mit einem aktiven Ego handeln auf eine willkürlichen Art und Weise. Sie sind von ihrer

eigenen Wichtigkeit überzeugt und stehen offen zu ihr. Sie sind arrogant. Es ist eigentlich ein Leichtes für den Meister mit dieser Art von Ego fertig zu werden. Er muss nur einige Male ordentlich draufschlagen und schon bricht es!

Eine kleine Geschichte: Ein Psychiater fragt seinen Patienten, ob er an Phantasien von Größenwahn leidet. Der Mann antwortet: "Überhaupt nicht, in Wirklichkeit schätze ich mich viel geringer ein, als ich wirklich bin."

Eine Person mit einem aktiven Ego wird um jeden Preis versuchen, daran festzuhalten.

Das passive Ego ist unscheinbar und schlau. Menschen mit einem passiven Ego geben sich sehr bescheiden. Ihnen fehlt der Mut sich offen anderen Menschen entgegenzustellen und sie scheuen Anerkennung und Ansehen. Das Schlimmste daran ist, dass sie von sich glauben, sie sind so, weil sie nicht egoistisch sind. In Wirklichkeit behüten sie sorgfältig ihr Ego, indem sie unbewusst glauben, dass sie bescheiden sind.

Menschen mit einem aktiven Ego sind wie getrocknete harte Zweige. Sie können leicht gebrochen werden. Menschen mit einem passiven Ego sind wie frische grüne Zweige. Immer wenn ihr Ego einen Schlag erhält, biegen sie sich, brechen aber nicht. Ihr Ego ist so gut geschützt, dass es schwierig ist, mit ihnen zu arbeiten. In Wahrheit arbeiten sie sehr hart, um es zu beschützen, aber in einer sanften und passiven Weise.