"Ich" und "Mein"
*"Ich" ist das Ego, die Wurzel der Angst. "Mein" – das ist mein Haus, das ist mein Auto, das sind meine Freunde - ist die Wurzel der Begierde. "Ich" bedeutet fortwährend zu tun. "Mein" bedeutet fortwährend zu haben. Andauernd versucht das "Ich" die Dinge der äußeren Welt zu verändern. Andauernd versucht das "Mein" die eigenen Grenzen auszudehnen. Du hast zum Beispiel einen Mittelklassewagen, möchtest aber ein Luxusauto oder vielleicht möchtest du sogar mehr als nur ein Auto. Du hast ein Haus, aber du möchtest ein größeres Haus. Diese Art von Persönlichkeit ist auf das Haben fixiert. Solche Menschen fühlen sich nur dann glücklich, sicher und entspannt, wenn sie immer mehr und mehr Dinge besitzen.
Die Angst, geboren aus einem tiefen Gefühl der Unsicherheit, weckt das Verlangen in uns, mehr und mehr Dinge zu besitzen. Immer mehr Dinge besitzen zu wollen, ist nichts als ein Zeichen von tief sitzender Angst und Unsicherheit.
Wir fühlen uns sicherer, wenn wir mehr Freunde haben, mehr Verwandte und mehr Dinge um uns herum. Mit mehr Sicherheit haben wir das Gefühl, dass wir nicht so leicht von dieser Welt entfernt werden können.
Das Ego und der Meister
Die Leute fragen mich: "Warum müssen wir einem Meister folgen?" Ich sage ihnen: "Ihr müsst nicht einem Meister folgen. Aber wenn ihr keinem Meister folgt, werdet ihr eurem Ego folgen. Das ist alles. Es gibt nur diese zwei Optionen, entweder gehorcht man einem Meister oder man gehorcht seinem Ego."
Ein Meister ist ein Wesen, das bereits die ewige Glückseligkeit, nithya ananda erreicht hat. Wenn du ihm nachfolgst, wirst auch du diesen Zustand erreichen. Was dein Ego betrifft, so weißt du, was es bisher erreicht hat und worauf es hinsteuert. Bist du glücklich, ausgefüllt und zufrieden auf dem Weg, den du mit deinem Ego gehst, dann folge deinem Ego. Es ist nichts falsch dabei. Wenn du dich dabei aber nicht wohl fühlst, wenn du dich ändern möchtest, dann folge einem Meister.
Es gibt nur zwei Alternativen. Den Meister und den Verstand. Wenn du dem Meister folgst, dann kannst du nicht deinem Verstand folgen. Wenn du deinem Verstand folgst, dann kannst du keinem Meister folgen.
Es gibt ein schönes Wort, "na maha", was soviel bedeutet wie "nicht mein", "mich gibt es nicht" - Ich opfere das "Ich" und "Mein" an den Füssen des Meisters oder Gott selbst.
Meditation auf das dritte Auge
Dies ist eine sehr kraftvolle Technik, die am effektivsten ist, wenn sie in Anwesenheit des Meisters oder vor dessen Bild geübt wird. Die Meditation wird in 5 Abschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt dauert fünf Minuten.
Schließe deine Augen und beobachte die Bilder, die du im Innern sehen kannst.
Öffne deine Augen und fixiere mit deinem dritten Auge das dritte Auge des Meisters auf dem Bild.
Schließe die Augen wiederum und beobachte die Bilder, die du in deinem Inneren wahrnehmen kannst.
Öffne wiederum deine Augen und betrachte intensiv das dritte Auge des Meisters auf dem Bild.
Schließe wiederum deine Augen und beobachte die Bilder, die du in deinem Inneren wahrnehmen kannst.
Während dieser Meditation hast du vielleicht Visionen. Sei nicht besorgt in diesen Momenten und verliere nicht dein Gewahrsein. Es handelt sich nicht um Hypnose! Im Gegenteil, es ist ein dehypnotisierender Prozess. Das kosmische Bewusstsein in dir wird erweckt. Wenn du nur Licht oder Leerheit siehst, ist das ein Zeichen dafür, dass du die Meditation mit tiefer Intensität ausgeführt hast. Denn dies ist unsere wahre Natur – wir sind alle nichts anderes als reine Energie. Wenn du durch das dritte Auge schaust, erreichst du das "Ich". Momentan erschaffst du deine eigene Wirklichkeit. Wenn du durch das dritte Auge schaust, wirst du aufwachen und die Wirklichkeit so sehen wie sie ist!