Dankbarkeit ist genug!
Was ist Dankbarkeit?
Wird uns klar, dass wir ein Teil der Existenz sind und dass wir jede Minute von der Existenz fürsorglich beschützt werden, werden wir von Dankbarkeit überwältigt. Wir sind dankbar für alles, was wir jeden Moment erhalten, auch wenn es sich um derartig Elementares handelt, wie den Gebrauch unserer Arme und Beine oder unserer Sinnesorgane.
Dankbarkeit ist die Antwort, wenn du dir der Fülle der Existenz bewusst wirst. Sie ist eine wunderbar aufblühende Energie in dir.
Wenn es eine Energie gibt, die für alles in deinem Leben sorgt, dann ist es die Energie der Dankbarkeit. Sollte es Momente in deinem Leben geben, in denen du meinst, dass etwas fehlt, dann liegt das an einem Mangel an Dankbarkeit.
Dankbarkeit sollte zu dir gehören wie dein Atem. Dankbarkeit ist eine transformierende Energie. Sie transformiert die Ereignisse in dir und um dich herum. Sie bringt dich mit der Energie des Universums in Einklang und schenkt dir ungeahntes Wohlergehen. In einem Zustand der Dankbarkeit wirst du erkennen, dass die Existenz spontan auf dich reagiert – als ob es sich um ein lebendiges Wesen handeln würde.
Dankbarkeit wirkt auf wunderbare Weise durch das Gesetz der Anziehung und zieht großen Wohlstand an. Wie ist das möglich?
Dazu eine kleine Geschichte: Akbar, ein mächtiger König im alten Bharat und sein Berater Birbal gingen eines Tages gemeinsam durch die Straßen der Hauptstadt.
Als sie am Stand eines Sandelholzverkäufers vorbeikamen, sagte der König plötzlich zu Birbal: "Ich weiß nicht warum, aber ich verspüre einen Drang in mir, diesen Mann aufzuhängen."
Ein Monat verging und die beiden kamen bei einem Spaziergang wiederum am Verkaufsstand dieses Sandelholzhändlers vorbei.
Dieses Mal sagte Akbar: "Es ist wirklich seltsam, aber heute verspüre ich einen Drang in mir, diesen Mann zu beschenken. Wie ist so etwas möglich?"
Sein Berater Birbal antwortete: "Oh König, vor einem Monat gingen die Geschäfte des Sandelholzhändlers sehr schlecht und als er dich vorbeigehen sah, dachte er bei sich: "Wenn der König sterben würde, kämen die Höflinge zu mir und würden eine große Menge Sandelholz für das Bestattungsfeuer kaufen."
Dabei gingen negative Schwingungen von ihm aus, die in dir Hass erzeugten. Das ist der Grund, warum du ihn das letzte Mal hängen wolltest, ohne zu wissen warum. Ich kaufte umgehend eine große Menge Sandelholz, um daraus Tische und Stühle für den Palast anfertigen zu lassen. Dies machte ihn sehr glücklich. Heute fühlt er bei deinem Anblick große Dankbarkeit und als Folge der positiven Schwingungen, von denen du nun getroffen wirst, verspürst du einen Drang in dir, ihn zu beschenken."
Nach dem Gesetz der Anziehung werden ähnliche Energien von ähnlichen Energien angezogen. Wie lässt sich dieses Gesetz auf die Dankbarkeit anwenden? Verstehe folgendes: Wenn du gegenüber allem Dankbarkeit fühlst, bedeutet das, dass du erfüllt und glücklich bist. Wenn du nun Dankbarkeit ausstrahlst, zieht deine Energie der Erfüllung weitere Erfüllung an in Form von materiellem Gewinn, guten Beziehungen, guter Gesundheit und so weiter.
Die Hauptsache aber ist, dass dich Dankbarkeit in Einklang mit der Existenz bringt und dich in ein wunderbares menschliches Wesen verwandelt.
Psychologen haben die Auswirkungen von Dankbarkeit im Menschen erforscht. In ihren Untersuchungen sind Forscher in Amerika zum Schluss gekommen, dass Dankbarkeit das Wohlbefinden einer Person stark beeinflusst. Die Ergebnisse ihrer Studien zeigen, dass tägliche Dankbarkeitsübungen zu einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit, zu mehr Enthusiasmus, Entschlossenheit und Optimismus führen, sowie die Anfälligkeit für Depressionen und Stress mindern. Außerdem behaupten sie, dass jeder Mensch sein Wohlbefinden steigern und auch bei Anderen positive Effekte bewirken kann, wenn er sich jeden Tag vergegenwärtigt, mit wie vielen Dingen er gesegnet ist.
Sei dankbar, zu sein
Wenn ich den Leuten sage, dass sie mit einem Gefühl der Dankbarkeit leben sollen, suchen sie sofort nach Gründen. Wahre Dankbarkeit kann niemals einen Grund haben. Sie entfaltet sich in dir ohne einen Grund. Blühen die Blumen etwa irgendeines Grundes wegen? Nein! Sie blühen, weil es ihrer wahren Natur entspricht. Dankbarkeit ist unsere wahre Natur, aber sie ist von unzähligen Konditionierungen der Gesellschaft verdeckt.
Das Problem liegt darin, dass die Gesellschaft die Sprache der Dankbarkeit nicht kennt. Sie kennt nur die Sprache der Nützlichkeit. Von Beginn an pflanzt die Gesellschaft Angst und Begierde in dir ein, damit du die von ihr geforderten Leistungen bringst. Die Gesellschaft weiß nichts von einem Weg der Dankbarkeit. Sie weiß nicht, dass dieser Weg die besseren Resultate bringt, als der Weg der Angst und der Begierde.
Es gibt unendlich viele Gründe, um Dankbarkeit zu empfinden. Dieses Leben selbst ist ein Geschenk, das wir erhalten haben. Musste jemand von uns zuerst arbeiten, um es zu erhalten? Nein. Dass wir mit einem menschlichen Bewusstsein geboren wurden, ist das erste Geschenk, das wir erhalten haben. Unsere Dankbarkeit sollte genau dort beginnen. Für unser bloßes Dasein sollten wir dankbar sein.
Ein Mädchen saß am Tisch und begann zu essen. Sie wurde aber plötzlich von ihrer Mutter unterbrochen:. " Hast du ein Dankgebet gesprochen, bevor du zu essen begonnen hast."
Das Mädchen antwortete: "Aber es ist nichts auf dem Tisch, für das ich mich nicht bereits wenigstens einmal bei Gott bedankt hätte."
Verstehe, sollte es vorkommen, dass du das Leben als langweilig empfindest, dass es nicht so intensiv ist, wie es sein sollte, dann ist das so, weil Dankbarkeit in dir noch nicht zur Entfaltung gekommen ist. Mit Dankbarkeit wird dein Leben jeden Moment intensiv und reizvoll. Das ist ein grundlegendes Geheimnis des Lebens.
Alles ist ein Geschenk
Der Hauptgrund, dass du keine Dankbarkeit fühlst, ist der, dass du alles als selbstverständlich betrachtest. Alles, was die Menschen für dich tun, betrachtest du als selbstverständlich. Verstehe, diese Menschen könnten auch etwas Anderes machen, anstatt etwas für dich zu tun. Es ist wirklich ein Geschenk ihrerseits für dich. Du solltest ihnen dankbar dafür sein.
Nimm jedes kleine Ding im Leben als Geschenk. Hast du jemals deinen Fingern gedankt, bevor du zu essen beginnst? Es gibt Menschen, die keine Finger haben, mit denen sie essen könnten. Hast du jemals daran gedacht? Niemals! Wir beachten nur diejenigen, die Diamantringe an ihren Fingern tragen. Wir sehen nie diejenigen, die keine Finger haben.
Wenn wir für kleine Dinge Dankbarkeit empfinden können, steigert sich unsere gesamte Sensibilität. Wir werden feinfühliger.
Eine kleine Geschichte: Ein Mann erzählte seinem Freund, wie er sich einmal in der Wüste verirrte: "In letzter Verzweiflung kniete ich nieder und betete zu Gott, er möge mir den Weg aus der Wüste zeigen."
Sein Freund war hingerissen von der Erzählung und fragte: "Und, antwortete Gott auf dein Gebet?"
Der Mann antwortete: " Oh, nein, vorher erschien wie aus dem Nichts ein Forscher und zeigte mir den Weg."
Das ist die Art der Feinfühligkeit, die wir in unserem Leben an den Tag legen. Alles nehmen wir als selbstverständlich. Würden wir uns mit Hilfe von Dankbarkeit sensibilisieren, dann würden wir nichts als selbstverständlich nehmen, weder unsere
Finger, noch unseren Wohlstand und das Wohlwollen der Existenz uns gegenüber. Indem wir feinfühliger werden, erleben wir jeden Moment in tiefer Ehrfurcht vor den Geschehnissen der Existenz.
Verehre den anderen mit Dankbarkeit
Als erstes müssen wir klar verstehen, dass kein Mensch geboren wurde, nur um uns zu dienen. Jede Person ist auf ihrem Lebensweg, genauso wie wir. Nur aus Wohlwollen und Liebe, tun sie Dinge für uns.
Besonders in Beziehungen werden viele Dinge als selbstverständlich betrachtet. Irgendwie hat diese Idee tiefe Wurzeln in unserer Gesellschaft geschlagen. Das ist ein Grund, warum heute viele Ehen geschieden werden. Ich sage euch, auch in einer Beziehung, die nur auf Sex gegründet ist, kann man eine tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Körper des Partners empfinden. Dadurch wird der Sexakt zu einer göttlichen Erfahrung und bleibt nicht bloß ein körperliches Vergnügen. Wenn du so viel Freude aus dem anderen schöpfen kannst, warum nicht Dankbarkeit dem Anderen gegenüber empfinden. Wenn der Partner von Beginn an tief respektiert würde, könnten viele Ehen gerettet werden.
Eine kleine Geschichte: Ein Mann betet zu Gott: "Oh Herr, bitte habe Erbarmen mit mir, ich arbeite so hart, während meine Frau zu Hause bleibt. Sie genießt dort alle Annehmlichkeiten, während ich mich den ganzen Tag abrackere. Bitte gewähre mir eine Gefälligkeit und lass uns für einige Tage unsere Rollen tauschen. Ich möchte ihr damit eine Lektion erteilen und zeigen, wie hart das Leben eines Mannes ist."
Gott gewährt ihm den Wunsch ohne Umschweife.
Am nächsten Tag wacht der Mann früh morgens, als Frau auf, bereitet Frühstück und Brotzeit für die Kinder und bringt sie im Auto zur Schule. Nach Hause zurückgekehrt, steckt sie die schmutzigen Kleider in die Waschmaschine und räumt die Wohnung auf. Dann geht"s zur Bank, um Strom – und Telefonrechnungen zu bezahlen. Danach tätigt sie noch verschiedene Einkäufe. Wieder zu Hause, wird die Wäsche zum Trocknen aufgehängt. Dann holt sie die Kinder von der Schule ab, hört sich all ihre Probleme an und hilft ihnen bei den Hausaufgaben. Sie bügelt die Wäsche und schaut nebenher fernsehen. Dann bereitet sie das Abendessen, bringt die Kinder zu Bett und nachdem sie alles abgespült und sauber gemacht hat, geht sie selbst erschöpft zu Bett.
Am nächsten Morgen betet der Mann wiederum zu Gott: "Oh Herr, ich glaube nicht, dass ich das heute noch einmal schaffe. Ich bitte dich, verwandle mich wiederum zu einem Mann."
Gott antwortete: "Natürlich verwandle ich dich wieder zurück, aber du wirst neun Monate warten müssen, denn du bist schwanger!".
Jedes Individuum spielt eine gleichberechtigte Rolle im Leben. Niemand sollte als selbstverständlich angesehen werden. Jedem Menschen auf diesem Planeten sollte Dankbarkeit entgegengebracht werden. Auch wenn es zwischen Mann und Frau nicht funktioniert und sie sich trennen, so gebe ich den Leuten doch immer den Rat, sich in Dankbarkeit zu trennen.
Das Problem liegt darin, dass wir irgendwie glauben, die Anderen seien darauf aus, uns zu verletzen. Es ist nicht so. Wir projizieren nur unsere eigene Unsicherheit auf Andere.
So viele Menschen fühlen Undankbarkeit den Eltern und der Gesellschaft gegenüber, da sie von ihnen auf eine bestimmte Art konditioniert worden sind. Bitte verstehe, dass du dank deiner jetzigen Intelligenz einsehen kannst, dass du früher nicht die richtige mentale Einstellung vermittelt bekommen hast. Die Menschen, die uns diesen Körper und diesen Verstand gegeben haben, hatten aber nicht die geringste Absicht, uns etwas vorzuenthalten oder uns zu schädigen. Sie haben uns das gegeben, was sie als das Beste erachteten, das ist alles. All das lassen wir jetzt hinter uns, da unsere Intelligenz gewachsen ist. Fühle einfach Dankbarkeit ihnen gegenüber, das genügt.
Noch etwas: Bist du den Menschen in deinen Beziehungen aufrichtig dankbar, wirst du niemals versuchen, sie zu besitzen. Du wirst sie als wunderbare Individuen betrachten und es dabei belassen. Besitzgier entsteht nur dann, wenn du die andere Person als Objekt betrachtest und nicht als Individuum. Im Zustand der Dankbarkeit werden die anderen nicht von dir vereinnahmt, sondern behalten ihren Freiraum.
Entschließe dich, in den nächsten Tagen bewusst auf alle Situationen mit Liebe und Dankbarkeit zu reagieren. Ganz automatisch wirst du jede Person als eine einzigartige Kreation der Existenz betrachten, als eine Widerspiegelung des Göttlichen.
Nicht nur das, du wirst ungeheures Mitgefühl gegenüber allen Dingen um dich herum empfinden. Falls du jemand bist, der leicht zornig wird, wirst du beobachten, wie der Zorn verschwindet. Alle jene Energien, die in negativen Emotionen investiert wurden, werden durch die wachsende Dankbarkeit freigesetzt. Du wirst zu einer mitfühlenden und liebenden Person.
Danke deinem Körper
Eine kleine Geschichte: Eine Frau in mittleren Jahren erlitt einen Herzinfarkt und wurde in eine Klinik eingeliefert. Auf dem Operationstisch hatte sie ein Nahtoderlebnis und begegnete Gott. Sie fragte ihn, ob dies das Ende ihres Lebens sei.
Gott antwortete, dass sie noch dreißig oder vierzig Jahre zu leben hätte. Als sie sich erholt hatte, entschloss sie sich, die Klinik nicht zu verlassen, sondern blieb, um sich mehreren Schönheitsoperationen zu unterziehen. Sie ließ sich liften, ließ Kiefer und Nase korrigieren und überschüssiges Fett absaugen. Da sie weitere 30 oder 40 Jahre zu
leben hätte, war sie der Meinung, dass sie ihr verbleibendes Leben mit einem neuen Aussehen beginnen sollte.
Nach erfolgreichem Abschluss der Operationen wurde sie jedoch beim Verlassen der Klinik von einem Rettungswagen überfahren und starb. Wiederum begegnete sie Gott und fragte ihn: "Gott, du hast doch gesagt, dass ich noch dreißig Jahre zu leben hätte." Gott antwortete: "Entschuldige bitte, aber ich habe dich nicht wieder erkannt."
Jedes menschliche Wesen ist ein einzigartiges Meisterwerk Gottes. Deshalb gibt es keine zwei Körper, die gleich sind. Gott ist kein Ingenieur, er ist ein Künstler. Jeder von uns sieht anders aus. Wäre er ein Ingenieur, hätte er uns alle nach derselben Vorlage gemacht, wie bei einer Produktion am Fließband. Jeder einzelne von uns wurde aber auf einzigartige Weise von ihm geschaffen. Wir aber glauben andauernd, dass wir nicht schön genug sind. Wir vergleichen uns unablässig mit anderen und versuchen so auszusehen wie sie. Wir geben unserem Körper nie das Gefühl, dass er schön ist.
Unser Körper wird von den Gedanken beeinflusst, die wir über ihn haben. Jede einzelne Zelle reagiert auf unsere Gedanken und Gefühle. Wenn wir dem Körper gegenüber Dankbarkeit empfinden, reagiert unser Körper damit, dass er unsere Gesundheit verbessert. Wenn wir unseren Körper hassen, reagiert er mit Krankheit. In der Tradition der Sufis bildet die Dankbarkeit gegenüber dem Körper eine eigene Meditationsform, in der man jeden einzelnen Teil des Körpers mit Liebe fühlt und sich bei ihm bedankt.
Alles ist wünschenswert, feiere es einfach
Eine Sache sollte sehr genau verstanden werden: Die gesamte Existenz besteht aus wünschenswerten Ereignissen. Du bist ein Teil der Existenz, deshalb ist alles, was um dich herum geschieht auch wünschenswert. Das ist die Wahrheit der Existenz. Es gibt nichts in der gesamten Existenz, was nicht wünschenswert wäre. Alles, was ist, ist ein Segen und wir sollten Dankbarkeit dafür empfinden.
Wenn das klar verstanden wird, gibt es nichts im Leben, über das man sich beschweren könnte. Wird das klar verstanden, werden unsere Augen selbst zu dankbaren Augen. Sie sehen alles als außergewöhnlich an, nichts erscheint weltlich. Alles erscheint als ein Wunder.