Die Bedeutung der Surya Namaskar Mantras
Mantras sind Kombinationen von Silben, Wörtern oder Sätzen, die einen starken und durchdringenden Einfluss auf Körper und Geist haben, wenn sie mit Gewahrsein gesungen werden. Das Surya
Namaskar Mantra beinhaltet ein Bija-Mantra und ein Lobpreisungsmantra. Bija bedeutet Samen und die Lobpreisung richtet sich an den Sonnengott.
Das Bija-Mantra hat an sich keine Bedeutung, aber die durch das Singen entstehenden Vibrationen haben einen starken Einfluss auf das menschliche System. Die "Theorie der Vibration", wie sie von der modernen Wissenschaft erklärt wird, wurde bereits vor tausenden von Jahren von den alten vedischen Wissenschaftlern angewandt!
Masaru Emoto hat mit seinen Studien klar bewiesen, dass Klangvibrationen einen messbaren Effekt auf Wasser haben. Da der menschliche Körper über sechzig Prozent aus Wasser besteht, ist es einleuchtend, dass Klangvibrationen auch unseren Körper und unsere Psyche beeinflussen.
Unbewusste Gedanken und Emotionen erzeugen in uns starke Vibrationen in der Form von gespeicherten Erinnerungen oder Samskaras. Diese müssen wir mit Hilfe unseres Gewahrseins auflösen. Dann werden wir das bedingungslose positive Bewusstsein erfahren, das schon immer tief in unserem Inneren existiert.
Wir kennen sechs Bija Mantras:
Om hraam Om hreem
Om hroom
Om hraim
Om hraum
Om hraha
Die Lobpreisungsmantras heben die strahlenden Eigenschaften der Sonne hervor. Jedes einzelne Mantra wird zu Beginn einer Übungsreihe in vollkommenem Gewahrsein gesungen. Das Mantra hat die Kraft, die glorifizierten Qualitäten in einem aufrichtig Übenden zu erzeugen.
Durch diese einfache Übung begreifen wir, dass die äußere Sonne die leuchtende Intelligenz unseres inneren Selbst symbolisiert. Wir verstehen, dass wir mit der alles durchdringenden kosmischen Energie verbunden sind.
OM hraam mitraaya namaha Ehrerbietung an den ewigen Freund von Allen OM hreem ravaye namaha Ehrerbietung an den ewig Scheinenden OM hroom suryaya namaha Ehrerbietung an den ewigen Erzeuger der Aktivität OM hraim bhaanave namaha Ehrerbietung an den ewigen Lichtbringer OM hraum khagaaya namaha Ehrerbietung an den Ewigen, sich geschickt Bewegenden OM hraha pushne namaha Ehrerbietung an den ewigen Kraftspender OM hraam hiranya garbhaya namaha Ehrerbietung an die ewige goldene kosmische Gebärmutter OM hreem mareechaye namaha Ehrerbietung an den ewigen Herrn der Morgendämmerung OM hroom adityaaya namaha Ehrerbietung an den ewigen Sohn von Aditya, der ewigen kosmischen Mutter OM hraim saavitre namaha Ehrerbietung an die ewige wohlwollende Mutter OM hraum arkaaya namaha
Surya Namaskar Mantras (geformt durch die Kombination der Bija
Mantras mit den Lobpreisungsmantras)
Ehrerbietung an den Ewigen zu Lobpreisenden
OM hraha bhaaskaraaya namaha
Ehrerbietung an den ewigen Führer zur Erleuchtung
Atemkontrolle
Bei der Übung des Surya Namaskar wird jede Bewegung des Körpers mit dem Atem abgestimmt. Visualisiere bei jeder Ein - oder Ausatmung, dass du Glücksenergie einziehst und aussendest. Fühle die Energie, wie sie in jede Zelle deines Körpers einströmt und Körper und Geist wiederbelebt.
Anleitung Schritt für Schritt
Die Übung sollte vorzugsweise am frühen Morgen vor dem Frühstück gemacht werden.
Reihenfolge der Asanas (Körperpositionen) von Surya Namaskar
Die Füße leicht auseinandergestellt, bring die Hände vor der Brust in Namaskar (Grußhaltung) zusammen. Die Augen bleiben während der ganzen Übung von Suryaa Namaskar hindurch geöffnet. Nun singe das erste Mantra!
Atme ein und strecke dabei langsam die Arme über den Kopf nach hinten, wobei der Rücken sanft nach hinten gebeugt wird.
Atme aus und beuge dich mit geradem Rücken nach vorne. Lege die Hände etwa schulterbreit auseinander auf dem Boden. Dabei nähert sich der Kopf den Knien. Wenn es dir nicht gelingt die Übung mit gestreckten Beinen auszuführen, dann kannst du sie leicht anwinkeln. Wichtiger ist es, dass beide Hände fest am Boden liegen.
Atme durch die Nase ein, gehe langsam in die Hocke und strecke das rechte Bein, so weit du kannst, nach hinten. Gleichzeitig wird der Oberkörper nach oben gerichtet.
Halte den Atem an und strecke auch das linke Bein nach hinten und lasse Rücken, Hals und Kopf eine waagrechte Linie bilden. Dabei befinden sich die Hände genau unter den Schultern und die Augen sind auf den Boden gerichtet.
Atme aus und senke den Körper langsam durch Beugung der Ellbogen. Knie, Brust und Kinn berühren den Boden, nicht aber das Becken. Das ist die Ashtanga Namaskar Haltung, bei dem acht Körperteile oder - punkte den Boden berühren.
Atme ein. Die Zehen werden nach außen gestreckt, der Bauch kann nun den Boden berühren. Unter- und Oberarm bilden einen rechten Winkel. Bringe den Oberkörper mit leichter Unterstützung der Hände nach oben. Das Becken berührt nun den Boden und der Kopf wird in den Nacken gelegt. Diese Stellung nennt man Bhujangasana oder Kobra.
Atme aus und drücke mit den Händen den Po nach oben, sodass ein Berg entsteht. Diese Position nennt man Adhomukha Svanasana (nach unten schauender Hund). Spreize deine Finger auseinander und drücke deine Fersen sanft, so weit es geht auf den Boden.
Schau nun nach vorne und ziehe den rechten Fuß nach vorn, wenn möglich zwischen die Hände. Atme ein, hebe Kinn und Brust an.
Atme aus, setze den linken Fuß neben den rechten, bringe den Kopf in die Nähe der Knie und strecke den Po nach oben. Lass die Knie, wenn nötig, ein wenig gebeugt.
Atme ein und strecke langsam die Arme über den Kopf nach hinten, beuge leicht den Rücken und grüße die Sonne.
Atme aus, lass die Arme sinken und lege die Hände vor der Brust in der Gebetsstellung aneinander.
Jeder Zyklus besteht aus zwei Bewegungsreihen mit jeweils zwölf Positionen. In der ersten Hälfte des Zyklus beginne die Schritte 4 und
9 mit dem rechten Fuß, in der zweiten Hälfte des Zyklus beginne mit dem linken Fuß!
Vollende wenigstens 6 solcher Zyklen, wenn möglich 12. Vergiss nicht, zu Beginn das entsprechende Mantra zu singen.
Meditation
Life Bliss Meditation oder Nithya Dhyaan Die Nithya Dhyaan Meditation wird in fünf Schritten ausgeführt. Eine ausführliche Anleitung findest du im Kapitel über Nithya-Dhyaan.
Werkzeuge der Weisheit
Diese Werkzeuge werden im Sanskrit "Shaastra - Shastras", also buchstäblich "Wissenswaffen" genannt.
Beschäftige dich täglich wenigstens eine halbe Stunde mit Büchern oder audiovisuellen Medien von erleuchteten Meistern.
Die Worte eines Meisters sind Shaastra, die unmittelbare Wahrheit, das höchste Wissen.
Waffen, die benutzt werden, um deine Unwissenheit zu zerschlagen, nennt man Shastra.
Wenn Worte zu Waffen werden, mit denen die Unwissenheit zerschlagen werden kann, dann nennt man das Shaastra –Shastra, Wissenswaffen.
Die Worte des Meisters sind Wissenswaffen, die direkt die Ignoranz beseitigen können. Ein Meister drückt ständig viele Ideen aus. Bei einer solchen Idee wird es plötzlich in dir "Klick" machen. Sie wird dich aus deiner Depression herausholen. Die Idee wird zum Schlüssel für die Lösung eines Problems. Das verstehe ich unter Klick. Der Klick wird auch Initiation genannt.
Ein Mensch, der diese Wissenswaffen mit Hilfe von Worten, Techniken und Körpersprache weitergibt, ist ein Meister.
Ein Mensch, der diese Wissenswaffen vom Meister entgegennimmt, ist initiiert.
Der Meister hat eine Technologie erzeugt, um in anderen die höchste Erfahrung, die in ihm stattgefunden hat, zu wieder zu erzeugen. Und die Initiation ist die Technik dafür. Die Wissenswaffen geben uns die Technik, mit der wir uns immer wieder in ein höheres Bewusstsein erheben können. Die Gesamtheit dieser Wissenswaffen in unserem Inneren ist unser innerer Meister. Bis der innere Meister erweckt ist, arbeitet der äußere Meister an uns. Er arbeitet mit Worten, Techniken und seiner Körpersprache. Er gibt uns die Zuversicht, dass wir das Leben eines erleuchteten Wesens leben können.
Wer mit einem erleuchteten Wesen einen "Klick" erfährt, ist gesegnet. Dieser Klick geschieht nicht über die Logik. Plötzlich berühren bestimmte Worte des Meisters unser Herz. Wenn es das erste Mal passiert, werden wir plötzlich fühlen, dass er unser Meister ist, dass er unser Weg ist.
Der Samen lebt immer mit der Angst, bei der Öffnung zu zerbrechen. Aber nur ein Samen, der zerbricht und sich öffnet, kann zu einem Baum werden. Dann muss ein Baum den Samen ermutigen, indem er sagt: "Hab keine Angst, du stirbst nicht, wenn du aufbrichst. Du wirst leben und expandieren, so wie ich." Aber der Same wartet darauf, von alleine zum Baum zu werden und der Baum wartet auf den Samen, dass er sich öffnet. Das ist das Problem.
Ich kenne die Wahrheit, von der ich spreche. Oh! Söhne der Unsterblichkeit, habt den Mut zu sprießen und zu einem Baum zu werden!
Diese Energie, diese Inspiration ist der Meister. Die Ankunft des Meisters ist das größte Abenteuer in deinem Leben. Hat der Meister einmal unseren inneren Raum betreten, müssen wir uns nur mit Vertrauen, Mut und Zuversicht aufrichten.
Wende immer wieder die Klicks an, die in deinem Leben passiert sind. Jede Waffe, die nicht benutzt wird, verliert ihre Wirkung auf uns und gerät in Vergessenheit. Aber die angewendeten Waffen können uns immer wieder Klarheit und Mut bringen.
Füge deinem Leben immer mehr Klicks hinzu, indem du den Worten eines Meisters lauschst. Füge sie deinem Inneren Raum hinzu. Wenn wir mit Familienmitgliedern oder Freunden eine spirituelle Gruppe bilden, erhalten wir ständig neuen Mut und frische Inspiration, um die Wissenswaffen zu benutzen.
Wenn wir den Meister bei seinen Ausführungen beobachten, sehen wir die Körpersprache eines erleuchteten Wesens. Die Körpersprache eines Menschen strahlt seine Wahrheit aus. Ein Meister ist die Verkörperung der letzen Wahrheit der Existenz. Indem wir ihn beobachten, beginnt die Wahrheit jenseits unserer Logik in uns zu wirken.